Der Briefverkehr des kurz vor Weihnachten 1939 aufgrund seiner politischen Ansichten durch das Naziregime inhaftierten Franz D. mit seiner Familie beschreibt seine anfängliche Gelassenheit bis hin zu seiner letztendlichen Verzweiflung. Viel Glück, ein starker Wille und die Verantwortung für die gesamte Familie (als ältester Sohn wurde er als zukünftiges Familienoberhaupt erzogen) halfen ihm, diese Zeit zu überstehen und dennoch seinen Glauben an das Gute und die Gerechtigkeit nicht zu verlieren. Alle, die mich hier kennen, bewundern mich und meine ausgezeichnete Haltung und meine mustergültige Zellenwirtschaft. Ich stehe um 7 Uhr auf und singe oder pfeife den ganzen Tag mit Ausnahme, wenn ich esse oder lese. Und was das Essen anbelangt, da habe ich genau wie zu Hause strenge Einteilung. Die meisten hier essen ihr Brot, wenn sie es um 10 h bekommen, bis Mittag weg. Ich habe nicht nur den ganzen Tag Brot, sondern habe eine Tagesration Brot in Reserve. Ich bin in der Lage, jeden 2. Tag ein Stück Brot herzuschenken an jemand, der noch ärmer ist als ich.
So beschreibt Franz D. seinen Zellenalltag. Egal, welche Widrigkeiten er auch ertragen muss, er versucht immer das Positive zu sehen und zu finden.
So beschreibt Franz D. seinen Zellenalltag. Egal, welche Widrigkeiten er auch ertragen muss, er versucht immer das Positive zu sehen und zu finden.