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Diese Untersuchung, die konzeptionell und inhaltlich an die bereits im Verlag Klostermann erschienene Arbeit "Arbeitsvertrag und Arbeitsverhältnis in Deutschland. Vom Beginn der Industrialisierung bis zum Ende des Kaiserreichs" aus dem Jahr 1995 anknüpft, ist als ein grundlegender Baustein einer immer noch nicht geschriebenen Geschichte des Arbeitsrechts zu verstehen. Die Arbeit geht davon aus, daß die Fragen der strukturellen Garantien für die persönliche und politische Freiheit des Individuums im Arbeitsleben bis heute noch nicht letztgültig beantwortet sind. Als Bewertungsmaßstab für die…mehr

Produktbeschreibung
Diese Untersuchung, die konzeptionell und inhaltlich an die bereits im Verlag Klostermann erschienene Arbeit "Arbeitsvertrag und Arbeitsverhältnis in Deutschland. Vom Beginn der Industrialisierung bis zum Ende des Kaiserreichs" aus dem Jahr 1995 anknüpft, ist als ein grundlegender Baustein einer immer noch nicht geschriebenen Geschichte des Arbeitsrechts zu verstehen.
Die Arbeit geht davon aus, daß die Fragen der strukturellen Garantien für die persönliche und politische Freiheit des Individuums im Arbeitsleben bis heute noch nicht letztgültig beantwortet sind. Als Bewertungsmaßstab für die rechtshistorische, aber auch rechtspolitische Darstellung und Bewertung wird die Abgrenzung von Selbst- und Fremdbestimmung im Arbeitsverhältnis formuliert. Die Probleme der Auseinandersetzung um den Arbeitsvertrag und das Arbeitsverhältnis werden bei der historischen Aufarbeitung als Probleme der politischen, gesellschaftlichen und rechtlichen Gesamtordnung und der Entwicklung der Arbeitsverfassung begriffen.
Die Analyse der verschiedenen Denk- und Forschungsansätze vor dem Hintergrund der sich in diesem Zeitraum entwickelnden Arbeitsverfassung zeigt die vielfältigen Verflechtungen des Arbeitsrechts mit anderen Gegebenheiten in Gesellschaft, Politik und Staat auf. Die Untersuchung macht zugleich deutlich, welche Anforderungen, welche Gültigkeitsansprüche an arbeitsrechtliche Grundbegriffe und Konzepte gestellt wurden und welche Funktionen sie innerhalb der Weimarer Arbeitsverfassung, aber auch innerhalb der NS-Arbeitsverfassung übernehmen sollten und auch konnten. Man setzte dabei früh auf "Lebensnähe", "Antiformalismus", "soziale Gerechtigkeit", "Verkehrsanschauung", "Treue und Fürsorge", auf die Betriebsgemeinschaft, jedenfalls nicht auf Systemgerechtigkeit, nicht auf die Weimarer Reichsverfassung und schon gar nicht auf die soziale in ihrem funktionalen Bezug zur individuellen Selbstbestimmung. Die freiheitsbezogenen und -verbürgenden Konzepte aus der Kaiserzeit, die in der Arbeit "Arbeitsvertrag und Arbeitsverhältnis in Deutschland. Vom Beginn der Industrialisierung bis zum Ende des Kaiserreichs" ihre Darstellung gefunden haben, gingen unter und blieben ungenutzt. Der sich früh während der Weimarer Zeit einstellende und in die Nazi-Zeit überführte, weitgehende Konsens gegen soziale und individuelle Selbstbestimmung im Arbeitsverhältnis sind in diesem neuen Buch aufgezeigt und anhand der sich entwickelnden Arbeitsverfassung historisch bewertet.
Autorenporträt
Martin Becker, geboren 1957 im südlichen Hochland von Tansania, besuchte dort ein englisches Internat. Mit zehn Jahren reiste er mit der Familie nach Deutschland aus.
Die Jugend verbrachte er in Gemmingen und in Büsingen am Rhein, wo er nach dem Gymnasium die berufliche Laufbahn in der Schweiz einschlug.
Nach dem Zivildienst in Heidelberg zog Becker nach München. Er lebt heute bei Landsberg/Lech und ist freiberuflich im Großraum München tätig.