Zahnärztliche Materialien sind Biomaterialien und unterliegen daher besonderen gesetzlichen Vorschriften und Normen. Zahnärztliche Werkstoffe können gesundheitliche Beeinträchtigungen hervorrufen. Bei Zahnpatienten liegt die Häufigkeit dieser Wirkungen zwar im Bereich von einem Zehntelprozent und ist damit sehr gering, aber beim zahnärztlichen Personal berichten 40-50% über arbeitsbedingte Gesundheitsprobleme, die in erster Linie mit Latexhandschuhen zusammenhängen, gefolgt von Acrylaten. Eine wichtige Grundlage für die Bewertung eines Risikos ist das detaillierte Wissen über die Zusammensetzung eines Materials, einschließlich möglicher Verunreinigungen. Der Arzt muss sich darüber im Klaren sein, dass in den meisten Fällen eine auffällige Diskrepanz zwischen der Risikowahrnehmung des Patienten und dem wissenschaftlich bewerteten Risiko besteht. Ein wichtiger Schritt zur Objektivierung der Beratung des Patienten kann daher darin bestehen, auf diese Diskrepanz und auf die Risiken des täglichen Lebens hinzuweisen; dies kann es dem Patienten erleichtern, das von zahnärztlichen Materialien ausgehende Risiko zu erkennen und einzuschätzen.