Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension
In den 80er Jahren konnte man "Das nackte Brot" und "Zeit der Fehler", zwei Bände einer dreiteiligen Roman-Autobiografie Mohamed Choukris zuletzt auf Deutsch lesen, jetzt werden sie in der Anderen Bibliothek neu aufgelegt, freut sich Rezensentin Lena Bopp, die selten "so roh und direkt" vom Leiden und Überleben der Ärmsten Marokkos gelesen hat. Auch deshalb waren sie in arabischsprachigen Ländern lange verboten, erfahren wir. Choukri erzählt hier überwiegend seine eigene Lebensgeschichte, erklärt sie, die sich im ersten Band, "Das nackte Brot", zwischen Marokko und Algerien abspielt, wohin die Berberfamilie aus dem Rif zog, um Arbeit zu finden. Choukri schreibt davon in einem "wie abgestumpft wirkenden Ton", so die Rezensentin, was das Beschriebene vielleicht noch ungeheuerlicher macht. Im zweiten Band, "Zeit der Fehler", ist Choukri zwanzig Jahre alt und geht erstmals zur Schule, aber die Welt, aus der er kommt, lässt ihn offenbar nicht los, er kehrt immer wieder zurück zu den Ärmsten, den Bars und Bordellen. Dieses Elend ist für Worte oder Trost nicht mehr erreichtbar, lernt Bopp, der so viel Realismus "bitter schmeckt".
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