Abrechnung und Zukunftsvision
Fehmarn hat sich von der "Goldenen Krone im blauen Meer" zur Partymeile für Feierwütige entwicklet. Wo einst Dünengras im Wind geflattert hat, wummert der Bass, spioniert und kontrolliert KI und rollt der Euro. Die "Katenschinkenstraße" ist Dreh- & Angelpunkt der
Insel und dem einen oder der anderen en Dorn im Auge. Investor Meier-Masch zieht mehr als erfolgreich…mehrAbrechnung und Zukunftsvision
Fehmarn hat sich von der "Goldenen Krone im blauen Meer" zur Partymeile für Feierwütige entwicklet. Wo einst Dünengras im Wind geflattert hat, wummert der Bass, spioniert und kontrolliert KI und rollt der Euro. Die "Katenschinkenstraße" ist Dreh- & Angelpunkt der Insel und dem einen oder der anderen en Dorn im Auge. Investor Meier-Masch zieht mehr als erfolgreich die Fäden, als für ihn plötzlich die Lebenslichter ausgehen. Ex-Kommissarin Marie schaut hinter die bunt blinkende Kulisse und muss feststelllen, dass es auch dort schwarze Seelen gibt....
Arnd Rüskamp wagt einen Blick in die Zukunft, der sich mit den Herausforderungen und Veränderungen auseinandersetzt, die der Bau des Fehmarnbelt-Tunnels mit sich bringen könnte . Dabei thematisiert er eine Vielzahl von aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen, darunter Klimawandel, KI, Auswirkungen des Massentourismus und der Unterhaltung von Partytourist:innen.
Rüskamp zeichnet seine Figuren mit einer überspitzten Feder und verleiht dem Text einen schwarzhumorigen Unterton. Die Unterteilung in „gute“ Charaktere und den sogenannten Bad Boys und Girls ist sehr einfach und entspricht den gängigen Schemata, sodass sich die Leser:innen schnell und einfach im Geschehen zurechtfinden können. Der "Ausverkauf" der Insel, fragwürdige Machenschaften und das beliebte Bulli-Festival dienen als Aufhänger, um Ex-Kommissarin Marie ordentlich auf Trab zu halten und sie mit Dingen zu konfrontieren, die auf einer feuchtfröhlichen Patry eher nicht erwartet werden.
Obwohl der Roman viele interessante Ansätze bietet und eine kritische Auseinandersetzung mit der Entwicklung der Region darstellt, bleibt die kriminalistische Handlung eher flach und platt. Satire muss man mögen und diese in einem Krimi unterzubringen, ist schon ein gewagter Ansatz, da diese Art von Humor nicht unbedingt den Nerv aller Lesenden trifft. Die Spannung kommt häufig zu kurz, und der Fokus liegt stärker auf der satirischen Betrachtung der großen Investitionen auf der Insel als auf der Erzählung eines spannenden Krimis.
Wer bei diesem Buch einen klassischen Krimi mit intensiver Spannung erwartet, könnte enttäuscht sein. Für alle anderen kann "Der Küstenkönig" zu einer kurzweiligen Strandkorblektüre werden, um bei Wellenrauschen und Möwengeschrei am Grünen Brink, in Westermarkelsdorf oder am Südstrand den Urlaub auf Fehmarn gefahrenfrei zu genießen :)