"Wir sind keine Schnapsverkäufer, wir vermarkten ein Lebensgefühl", sagen die Marketingstrategen des Bacardi-Konzerns. Und das beinhaltet: Palmen, blauer Karibikhimmel und schöne Mädchen, die zu Salsarhythmen die Hüften schwingen. Aber das ist nicht alles. In der Geschichte der Familie Bacardi spiegelt sich die Geschichte Kubas. 1862 als "Bacardi y Bouteiller" in Santiago de Cuba gegründet, wuchs das Unternehmen in den 20er Jahren rasant. Mit Fidel Castro kam das vorläufige Aus. Über Nacht mußte die Familie nach Amerika fliehen, wo sie bereits über Produktionsstätten verfügte. Der Erfolg blieb den Bacardis treu. Die Journalistin Ursula Voss erzählt eine Karibik-Story, und der Leser erkennt rasch: Das ist alles andere als spaßig und entspricht so gar nicht der Werbedevise: "Come on over, have some fun, dancing in the morning sun." Aber ungeheuer spannend. Eine lohnende Lektüre - nicht nur für passionierte Rumtrinker.
tih.
Ursula Voss: Die Bacardis. Campus-Verlag 2005, 24,90 Euro.
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"A worthwhile reading - not only for passionate rum drinkers." (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)