Die Entstehung von Recht und Gesetz aus Mord und Totschlag
Alan M. Dershowitz wurde 1938 in Brooklyn, New York geboren. Er ist Anwalt, Stafverteidiger und Professor an der Harvard Law School. Dershowitz verteidigt in Strafverfahren prominente Angeklagte, aber auch Anwaltskollegen und arbeitet für die Hälfte seiner Mandanten auf einer Pro-Bono-Basis. Er war Berater mehrerer Rechts-Kommissionen für amerikanische Präsidenten und hat für seinen Kampf für Bürger- und Menschenrechte zahlreiche Auszeichnungen, Ehrenmitgliedschaften und Preise erhalten. Er ist ein charismatischer Redner, international gefeiert, und hat in dieser Eigenschaft die ganze Welt bereist. Zahlreiche Veröffentlichungen zu juristischen und Menschenrechtsthemen, wie u.a. "The Vanishing American Jew" und "Sexual McCarthyism: Clinton, Starr, and the Emerging Constitutional Chrisis". Er lebt in Cambridge, Massachusetts.
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension
Adam und Eva, die sich an den verbotenen Früchten zu schaffen machen, Kain, der seinen Bruder Abels ermordet, Lots Töchter, die ihren Vater betrunken machen, um sich von ihm schwängern zu lassen - Alan Dershowitz liest in seinem Buch die Genesis mit den Augen eines Juristen und untersucht zehn juristisch höchst brisante Fälle. Rezensent Jan Assmann hebt lobend hervor, dass Dershowitz in seine Diskussion dieser "Fälle" neben seiner ganzen juristischen Erfahrung eine ganze Reihe moderner Rechtsfälle einbringt, und zudem viele Stimmen der jüdischen Tradition zu Wort kommen lässt, so dass die biblischen Geschichten ihren unerschöpflichen Bedeutungsreichtum entfalten können.
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Dershowitz' Lektüre der Genesis verdeutlicht laut Assmann, dass die Ungerechtigkeit auf dem Fehlen eines Gesetzes basiert, dass Gott erst selbst lernen musste, was Gerechtigkeit ist, um dann zum Wohl des Menschen die zehn Gebote zu erlassen. Dershowitz' etwas einseitigem, negativem Bild der Genesis als einer Welt von Mord und Todschlag hält Assmann entgegen, dass die Menschen in dieser Welt Gott näher waren und statt des Gesetzes den Segen hatten. Die Genesis beschreibe zwar eine Welt vor dem Gesetz aber keine "anarchische Leidenszeit, von der das Gesetz die Erlösung darstelle". Im Gegensatz zu Dershowitz ergibt sich die Notwendigkeit des Gesetztes für Assmann nicht aus Mord und Todschlag, sondern "weil die Sippe Israel in Ägypten zu einem Volk gewachsen war und ohne die politische Organisationsform des Gottesbundes nicht aus der ägyptischen Unterdrückung zu befreien war."