Was ist eigentlich das Denken? Eine Hauptrichtung der zeitgenössischen Kognitionswissenschaft antwortet auf diese Frage, daß das Denken sich in der Bildung und Manipulation sprachähnlicher mentaler Repräsentationen vollzieht. Die Idee einer mentalen Sprache als Vehikel des Denkens hat eine lange Geschichte, die sich im Abendland bis auf Platon zurückverfolgen läßt. Wichtige Protagonisten dieser Geschichte sind Ockham und der frühe Wittgenstein. Im 20. Jahrhundert ist es die sogenannte "klassische" Kognitionswissenschaft, für die sprachähnliche Repräsentationen ein Kernpostulat bei der Erklärung kognitiver Fähigkeiten darstellen.
In der vorliegenden Arbeit werden nach einer Darstellung der Geschichte der Idee einer Sprache des Denkens die modernen Argumente für eine solche Sprache analysiert und mit dem Programm der Gegner dieser Idee, der sogenannten "Konnektionisten", kontrastiert. Dabei zeigt sich, daß diejenigen kognitiven Fähigkeiten (Wahrnehmung, rationale Entscheidung und Begriffslernen) und bestimmte Eigenschaften dieser Fähigkeiten (Produktivität, Systematizität und Kompositionalität), für deren Erklärung eine mentale Sprache als notwendig erachtet wurde, auch ohne dieses Postulat erklärt werden können.
In der vorliegenden Arbeit werden nach einer Darstellung der Geschichte der Idee einer Sprache des Denkens die modernen Argumente für eine solche Sprache analysiert und mit dem Programm der Gegner dieser Idee, der sogenannten "Konnektionisten", kontrastiert. Dabei zeigt sich, daß diejenigen kognitiven Fähigkeiten (Wahrnehmung, rationale Entscheidung und Begriffslernen) und bestimmte Eigenschaften dieser Fähigkeiten (Produktivität, Systematizität und Kompositionalität), für deren Erklärung eine mentale Sprache als notwendig erachtet wurde, auch ohne dieses Postulat erklärt werden können.