Diese Studie verglich zwei Behandlungsdienste, Primärdienste (Hausärzte) und psychiatrische Dienste (Psychiater), in ihrem Ansatz zur Behandlung von Patienten mit Doppeldiagnose. Die Daten wurden durch postalische Fragebögen an 200 in Dublin ansässige Hausärzte und 200 Psychiater gewonnen. Die Ergebnisse zeigten, dass Hausärzte in der Praxis weniger wahrscheinlich ein Behandlungsmodell für Doppeldiagnosen haben als Psychiater. Hausärzte neigten dazu, Doppeldiagnosen als zwei getrennte Erkrankungen zu behandeln. Diese Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Zurückhaltung bei der Aufnahme von Patienten mit Doppeldiagnose auf einen Mangel an Ausbildung im Bereich der psychischen Gesundheit zurückzuführen ist. Diese Zurückhaltung könnte der Grund für den hohen Prozentsatz von Wiedereinweisungen bei Patienten mit Doppeldiagnose sein. Der Autor kommt zu dem Schluss, dass es eine Kluft zwischen der primären und der psychischen Gesundheitsversorgung gibt, die zum Nachteil der Patienten ist. Zu den Empfehlungen gehören mehr Schulungen zur psychischen Gesundheit und Sensibilisierung von Hausärzten, insbesondere in Bezug auf Doppeldiagnosen. Außerdem sollten die Aspekte der psychischen Gesundheit in den Fortbildungsprogrammen für die Mitarbeiter der Suchtkrankenhilfe hervorgehoben werden. Der Autor empfiehlt außerdem die Einführung eines gemeinsamen Behandlungsmodells, das von allen Dienstleistern übernommen werden sollte.