`Kultur' ist ein Schlüsselwort der Moderne. Der Begriff umfasst wie nur wenige die philosophischen Bemühungen seit dem Ende der großen systematischen Entwürfe, d.h. seit der nachklassischen Philosophie. Er ist janusköpfig. Einerseits ist er Kampfbegriff gegen eine vermeintlich mindere Zivilisation, andererseits in seiner Breite fähig, die menschliche Tätigkeit überhaupt begrifflich einzuholen und einer radikalen Reflexion zuzuführen. Wo er nicht von sich aus als letzte Konsequenz des Philosophierens am Ende der Moderne verstanden wird, ist er doch geeignet, diesem Philosophieren als unbedingte Herausforderung zu begegnen. Er ist aber auch umstritten, nicht zuletzt weil er die Philosophie vor ihrem prognostizierten Ende noch einmal in die Versuchung führt, sich als letzte, die Einzelwissenschaften überbietende Theorieform bestätigt zu sehen. Die Legitimität solcher Ansprüche will die vorliegende 'Einführung in die Philosophie der Kultur' prüfen; sie fragt zudem begriffsgeschichtlich nach der 'Kultur' und eröffnet Einblicke in den gegenwärtigen Diskurs über Kultur, Kulturen und Kulturelles. Schließlich bemüht sie sich um Einsicht in die ideen- und realpolitischen sowie in die gesellschaftlichen Konsequenzen, und dies im Zugriff auf exemplarische Positionen.