Mit leuchtenden Farben und impulsivem Schwung begann Erich Heckels künstlerische Karriere im Kreise der 'Brücke', als Aufbruch zu neuen Ufern der Kunst und des Lebensgefühls. Im Berlin der Jahre vor dem Ersten Weltkrieg drückte er seine eigene Melancholie und die Zerrissenheit der Zeit in einer bizarren Bildsprache aus. Beeindruckende Portraits des modernen Menschen und visionäre Landschaften, die immer auch Ausdruck des Seelenzustandes sind, dokumentieren die gesellschaftlichen Spannungen der Vorkriegszeit. Zurückgekehrt aus seinem Dienst als Sanitäter, hatte sich Heckels Weltbild ebenso wie sein Stil gewandelt. Auf den ersten Blick nun stärker dem Naturvorbild verpflichtet, setzte er sich mit verschiedenen kunst- und geistesgeschichtlichen Traditionen auseinander und kam zu einem romantisch geprägten Idealismus. Damit nahm er eine individuelle Position innerhalb der künstlerischen Strömungen der Weimarer Republik ein, und auch nach dem Zweiten Weltkrieg reagierte Heckel mit seinen Naturbildern nochmals auf die neuesten Entwicklungen der Kunstgeschichte. Umfassend stellt das Katalogbuch das gesamte Werk Erich Heckels vor. Neben den ganzseitigen Farbtafeln der Gemälde, darunter viele selten gezeigte Arbeiten aus Privatbesitz, vertiefen die begleitenden Essays den Blick auf die verschiedenen Phasen seines Schaffens. Damit empfiehlt sich der Band als aktualisiertes Standardwerk zu diesem klassisch gewordenen Künstler des 20. Jahrhunderts.