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"Kurzweilig und eindringlich." FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG
Als der HNO-Spezialist Manuel Ritter nach einem Ärztekongress gerade Platz in seinem abfahrenden Zug genommen hat, klopft eine Frau gegen das Fenster seines Abteils. Einige Zeit danach steht diese Frau in seiner Praxis und möchte ein Kind von ihm haben. Obwohl ihn dieser Wunsch entrüstet - er ist glücklich verheiratet und hat zwei Kinder - kann er dem Charme der Fremden nicht widerstehen. Neun Monate später erhält er von ihr eine Karte mit der Zeile "Es hat geklappt". Seither sieht er sein Leben von einem empfindlichen Makel…mehr

Produktbeschreibung
"Kurzweilig und eindringlich." FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

Als der HNO-Spezialist Manuel Ritter nach einem Ärztekongress gerade Platz in seinem abfahrenden Zug genommen hat, klopft eine Frau gegen das Fenster seines Abteils. Einige Zeit danach steht diese Frau in seiner Praxis und möchte ein Kind von ihm haben. Obwohl ihn dieser Wunsch entrüstet - er ist glücklich verheiratet und hat zwei Kinder - kann er dem Charme der Fremden nicht widerstehen. Neun Monate später erhält er von ihr eine Karte mit der Zeile "Es hat geklappt". Seither sieht er sein Leben von einem empfindlichen Makel belastet, den er lange erfolgreich zu verdrängen versteht. Auch als sich ein Klopfgeräusch in seinem Gehör einstellt, möchte er am liebsten weiterleben, als sei nichts Gravierendes geschehen ...
Autorenporträt
Franz Hohler wurde 1943 in Biel, Schweiz, geboren. Er lebt heute in Zürich und gilt als einer der bedeutendsten Erzähler seines Landes. Hohler ist mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden, unter anderem mit dem Alice-Salomon-Preis und dem Johann-Peter-Hebel-Preis. Sein Werk erscheint seit über fünfzig Jahren im Luchterhand Literaturverlag.
Rezensionen
"Unterhaltsam, spannend, sehr lesenswert." SWR Nachtkultur

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 01.10.2007

Die verleugnete Tochter
Franz Hohler erzählt die spannende Geschichte einer Lebenslüge

Das Schicksal meldet sich mit einem Klopfen: Auch Manuel Ritter, als Hals-Nasen-Ohren-Spezialist mit akustischen Störungen vertraut, kann sich dieser Einsicht nicht entziehen. Es beginnt mit einem Klopfen an die Scheibe. Der Arzt befindet sich auf der Rückfahrt von einer Tagung, als eine fremde Frau ans Zugfenster klopft. Er ignoriert sie und denkt sich nichts dabei. Wenig später klopft die gleiche Frau in seiner Praxis an die Tür, um ihn mit einer seltsamen Bitte zu konfrontieren: Sie wolle ein Kind von ihm. Es gehe ihr weder um Geld noch um Gefühle, und nach vollzogenem Akt werde sie auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Zum ersten Mal handelt Dr. Ritter, glücklicher Ehemann und zweifacher Vater, gegen seine Prinzipien und erledigt die Sache gleich vor Ort. Dabei fühlt er sich, als falle nicht nur sein Kittel, sondern "sein ganzes bisheriges Leben von ihm ab".

Nachdem die Frau verschwunden ist, kann der Arzt seine Gewissensbisse erstaunlich schnell bewältigen. Er erzählt seiner Familie nichts von dem Seitensprung und lebt weiter wie zuvor. Erst Jahrzehnte später wird er an das Vergangene erinnert: Diesmal vernimmt er ein Pochen in seinem Ohr - Symptom eines Tinnitus, wie er ihn regelmäßig bei seinen Patienten diagnostiziert. Seine Ängste verselbständigen sich: Handelt es sich bei Anna, der neuen Freundin seines Sohnes, womöglich um die Tochter jener Fremden, die ihm damals zum Dank für die gelungene Zeugung ein Foto der Neugeborenen geschickt hatte? Und ist Annas ungewollte Schwangerschaft ein Wink des Schicksals für ihn, endlich reinen Tisch zu machen? Oder sieht er Gespenster?

Der Schweizer Franz Hohler, bislang eher als Kabarettist und Autor grotesk-makabrer Erzählungen bekannt, begibt sich mit diesem novellistischen Roman auf neues Terrain. Der Plot selbst bleibt eher konventionell: Die Geschichte vom Mittelstands-Ehemann, der in der Blüte seiner Jahre mit alten Lebenslügen konfrontiert wird, kennt Hunderte von Variationen. Hohler jedoch transformiert sie in eine sublime Form von Kriminalstory, bei der lange unklar bleibt, worin das Verbrechen besteht, um das die Handlung kreist, und ob überhaupt ein Verbrechen geschehen ist. Geschickt springt die Erzählung zwischen der Perspektive Ritters und seiner Frau Julia hin und her, lässt Fragen und Widersprüche absichtsvoll stehen, arbeitet mit rätselhaften Andeutungen und Zeitsprüngen.

Überformt wird der dicht geflochtene Text durch Leitmotive und literarische Anspielungen, deren Symbolgehalt in der Schwebe bleibt. Was hat es zu bedeuten, dass die Handlung des Dramas "Leonce und Lena", das Ritters Tochter Mirjam im Rahmen ihrer Regieausbildung inszeniert, das Geschehen des Romans auf mysteriöse Weise spiegelt? Bei Durchsicht ihrer Pubertäts-Tagebücher stellt Mirjam fest, dass viele ihrer Eintragungen, insbesondere ihr damaliges Lebensmotto "Ich bin ich", wörtlich mit den Sätzen der Figuren aus Büchners Komödie übereinstimmen. Wieso? Und ist in Calderóns Versen vom Illusionscharakter des Lebens, die Julia ihren Spanischschülern vorliest, nicht das Schicksal ihres Mannes präjudiziert?

Die Verbindung von nüchtern-präziser Diktion und mythisierenden Anspielungen in Hohlers Roman erinnert an die Novellen Hartmut Langes, von denen sich "Es klopft" am Ende aber durch seinen realistischen Blickwinkel unterscheidet. Wo bei Lange stets ein namenloses Fatum siegt, dem die Figuren blind ausgeliefert zu sein scheinen, gibt es bei Hohler für alles doch eine alltägliche, aber leider auch ziemlich moralische Erklärung. Die Tochter, zu der sich Manuel Ritter nach Jahren der Leugnung endlich bekennen muss, entpuppt sich nicht als sagenumwobene Gestalt, sondern als plumpe Hünin, und die Geheimnisse, die man voreinander hatte, werden allesamt gebeichtet, wie es sich für eine ordentliche Familie gehört.

Dass dabei mitunter der Eindruck entsteht, der Autor habe der Faszinationskraft seiner eigenen Geschichte nicht ganz getraut und sie deshalb am Ende auf einen Beitrag zur Familien- und Vaterrechtsdebatte zurechtstutzen wollen, enttäuscht angesichts des immensen Aufgebots an Symbolik dann doch ein wenig. Nachhaltig wird der Genuss der Lektüre dieses kurzweiligen und eindringlichen Buches dadurch aber nicht geschmälert.

MAGNUS KLAUE

Franz Hohler: "Es klopft". Roman. Luchterhand Literaturverlag, München 2007. 176 S., geb., 18,50 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Magnus Klaue hat sich nicht gelangweilt mit Franz Hohlers "novellistischem Roman". So konventionell ihm der Plot um die Lebenslügen eines Mannes in der Blüte seiner Jahre und so nüchtern ihm ihre Diktion auch erscheint, dieser Krimi hat ihn durch seine "sublime" Form, durch mythisierende "Andeutungen und Zeitsprünge" mitgerissen. Dass der Autor alles Geheimnisvolle am Ende in moralischen Erklärungen auflöst, als würde er der "Faszinationskraft" der Story nicht allzu viel zutrauen, findet Klaue zwar weniger großartig. Die Lektüre hat er dennoch als Genuss erfahren.

© Perlentaucher Medien GmbH
"Geglückter Roman. Lesenswert!" Weltwoche

"Er hat das Zeug zum Bestseller." NZZ am Sonntag

"Da wird das Lesen zur Achterbahnfahrt." Augsburger Allgemeine

"Hier [...] ist sie wieder, diese frappante Leichtigkeit, mit der Hohler lustvoll verlässliche Fährten ins Surreale folgt." Aargauer Zeitung über den Erzählungsband "Die Torte"

"Was einen für das Buch einnimmt und beeindruckt, sind der leichte, fast unmerkliche Schwebezustand zwischen Banalität und Ironie und das einfühlsame Seelenporträt dieses biederen Arztes." Der Bund

"Ein hintersinniger Roman" Aargauer Zeitung / Mittelland Zeitung

"Franz Hohler gehört zu den wandlungsfähigsten Schriftstellern der Schweiz. Denn der Zürcher ist ebenso im komischen Genre zu Hause wie im leisen, eindringlichen Erzählen. Wie gekonnt er letzteres beherrscht, das zeigt sein neuer Roman" Bolero

"Mit Sinn für Wortwitz und Spannung hat der renommierte Schweizer Autor aus einer kleinen, geradlinigen Handlung eine aktuelle und sehr anrührende Geschichte konstruiert." dpa

"Unterhaltsam, spannend, sehr lesenswert." SWR-Nachtkultur

"Weder besonders überraschend noch wirklich langweilig, weder grossartig noch missglückt, aber auf intelligente Art massentauglich. Ein echter Hohler eben." Berner Zeitung

"Mit Wortwitz und Spannung hat der Schweizer Autor aus einer kleinen Handlung eine sehr anrührende Geschichte konstruiert." Ostsee-Zeitung

"Franz Hohlers Geschichte endet ein bisschen arg moralisch. Aber sie enthält liebenswerte Schweizer Eigenheiten, wirft einen freundlichen Blick auf menschliche Schwächen und ist so virtuos erzählt, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte." Reutlinger General-Anzeiger

"Die Verbindung von nüchtern-präziser Diktion und mythisierenden Anspielungen in Hohlers Roman erinnert an die Novellen von Hartmut Langes, von denen sich "Es klopft" aber durch seinen realistischen Blickwinkel unterscheidet." FAZ

""Es klopft" hat nichts Knalliges und Skurilles und ist gerade deshalb umso spannender." WDR2

"Hinter jeder Biegung lauert in Hohlers Prosa eine unerwartete Wendung." Hamburger Morgenpost

" [...] funkelnde Prosa." Der Bund

"Franz Hohler baut regelrecht Spannung auf und allerlei Wendungen ein bis zum dramatischen und zugleich offenen Ende seines gelungenen Buchs." Südwest Presse
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"Hinter jeder Biegung lauert in Hohlers Prosa eine unerwartete Wendung."