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Biografie einer Freundschaft von der NS-Zeit bis heute.Die Geschichte, die Dr. Wolfgang Hamberger erzählt, beginnt in seiner Kindheit und Jugend in den 30er Jahren, schildert das Erleben der NS-Diktatur und des zweiten Weltkrieges und zeichnet seine Begegnungen mit Amerikanern nach, angefangen von den ersten Kontakten mit US-Besatzungssoldaten über einen Studienaufenthalt in Amerika bis hin zur Partnerschaft in der Zeit des Kalten Krieges. Erlebbar wird, wie sich nach zögerlichem Beginn die Faszination des Autors von Amerika und seine Zuneigung zu den Amerikanern entwickeln, wie daraus eine…mehr

Produktbeschreibung
Biografie einer Freundschaft von der NS-Zeit bis heute.Die Geschichte, die Dr. Wolfgang Hamberger erzählt, beginnt in seiner Kindheit und Jugend in den 30er Jahren, schildert das Erleben der NS-Diktatur und des zweiten Weltkrieges und zeichnet seine Begegnungen mit Amerikanern nach, angefangen von den ersten Kontakten mit US-Besatzungssoldaten über einen Studienaufenthalt in Amerika bis hin zur Partnerschaft in der Zeit des Kalten Krieges. Erlebbar wird, wie sich nach zögerlichem Beginn die Faszination des Autors von Amerika und seine Zuneigung zu den Amerikanern entwickeln, wie daraus eine Freundschaft wird, die seinen Lebens- und Berufsweg entscheidend geprägt und im Schatten des Eisernen Vorhangs sein Vertrauen in die transatlantische Partnerschaft gefestigt hat. Aber auch Kritisches spart der Autor nicht aus. Ein authentischer Zeitzeugenbericht, der 60 Jahre deutsch-amerikanischer Geschichte umfasst.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 19.04.2005

Eine Lebensliebe

Was veranlaßt einen Menschen dazu, einen Zeitzeugenbericht über seine Freundschaft zu den Vereinigten Staaten zu schreiben, eine Freundschaft, die nun schon seit sechzig Jahren andauert? Das Schlüsselerlebnis für Wolfgang Hamberger, 28 Jahre lang Oberbürgermeister von Fulda, waren die einstürzenden Türme des World Trade Center in New York.

Hambergers Geschichte einer Freundschaft beginnt im südhessischen Bensheim gegen Ende des Zweiten Weltkrieges, als er mit seinem Vater auf die Suche nach Flugblättern geht, die von den Alliierten abgeworfen werden. Die Eltern sind keine Widerstandskämpfer, stehen aber als gläubige Katholiken der NS-Ideologie kritisch gegenüber und geben ihren Kindern ein Moralverständnis mit, das sie vor dem Einfluß der Nazipropaganda bewahrt.

Dem 1930 geborenen Hamberger bleibt der Front- oder Flakhelfereinsatz erspart, den Krieg erlebt er trotzdem hautnah mit - während der Bombardierung von Mainz am 27. Februar 1945 irrt der 14 Jahre alte Junge durch die im Feuersturm untergehende Stadt. In diesen Minuten sei er erwachsen geworden, schreibt er. Wenige Monate später, der Krieg ist inzwischen vorüber, schließt Hamberger Freundschaft mit zwei GIs, die in Bensheim stationiert sind. Sie begeistern den Jugendlichen für all die Tugenden, die Amerika groß gemacht haben: Toleranz, Freiheit, die Anerkennung von Leistung und die Bereitschaft, für eine gute Sache zu kämpfen. Die Begegnung soll Hambergers weiteren Lebensweg prägen: Ein Fulbright-Stipendium ermöglicht ihm das Studium in den Staaten, er knüpft zahlreiche Freundschaften zu Amerikanern und pflegt während des Kalten Krieges als Oberbürgermeister gute Kontakte zu den bei Fulda stationierten amerikanischen Einheiten. Persönlich reist er 1993 sogar ins Pentagon, um einen Truppenabzug aus der Region zu verhindern.

Obwohl "Faszination Amerika" stark autobiographische Züge besitzt, geht es in dem Werk nicht primär um die Lebensgeschichte des Autors. Vielmehr dienen die verschiedenen Lebensstationen Hambergers dazu, sein Verhältnis zu Amerika und den Amerikanern nachzuzeichnen - die Geschichte des Politikers Hamberger bleibt nahezu ausgeklammert. Das Buch ist eine lesenswerte Liebeserklärung an Amerika, die den Leser in zahlreichen romanhaften Episoden in seinen Bann zieht und die Entwicklung Hambergers nacherleben läßt.

Mit Kritik an seiner großen Liebe geht Hamberger dagegen sehr behutsam um. Sie beschränkt sich weitestgehend darauf, daß die Amerikaner sich und ihre Politik der Welt gegenüber meist schlecht verkaufen - Guantánamo findet nicht statt. Aber es ist ja auch eine Liebeserklärung. Das Fazit Hambergers ist eindeutig: "Mir ist ein mit Mängeln behaftetes Amerika lieber als eine Welt ohne Amerika!"

OLIVER KOCH

Wolfgang Hamberger: Faszination Amerika. Biographie einer Freundschaft von der NS-Zeit bis heute. Parzeller Verlag, 360 Seiten mit 20 Bildtafeln, 19,80 Euro.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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