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Harper Lee
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Produktdetails
- Verlag: Büchergilde Gutenberg
- ISBN-13: 9783763268405
- Artikelnr.: 46207721
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Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension
Harper Lees nach vielen Jahrzehnten erstmals veröffentlichter, ursprünglich vor "Wen die Nachtigall stört" geschriebener Roman, der jedoch einige Zeit nach diesem Klassiker angesiedelt ist, stellt in den Augen von Rezensentin Sylvia Prahl eine wertvolle Ergänzung dar. Nicht nur, weil Lees bisheriger Ruf als One-Hit-Wonder Lügen gestraft wird, sondern auch, weil die Figur des Atticus Finch, bislang ein Identifikationsangebot für das anständige weiße Amerika, um eine kontroverse, aber auch komplexere Facette erweitert wird: So erlebe man Finch hier nicht mehr als braven Idealisten, sondern als rassistischen Opportunisten, was ihn für die Kritikerin gleich viel glaubwürdiger macht. Doch auch abseits davon berichtet Prahl von einem mitreißenden Lektüreerlebnis: War die "Nachtigall" noch durch die Erzählperspektive eines Kindes gemildert, positioniere sich dieser Roman sehr eindeutig, wenn er den Prozess der Emanzipation einer Tochter von ihrem Vater schildert.
© Perlentaucher Medien GmbH
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"Eines ist mit diesem Roman, der fortan immer mit seinem Vorgänger gelesen werden muss, endgültig bewiesen: Harper Lee ist kein 'One-Hit-Wonder'." Frankfurter Allgemeine Zeitung
Gebundenes Buch
Zwanzig Jahre nach den Ereignissen in "Wer die Nachtigall stört" kehrt Jean Louise, genannt Scout, die mittlerweile in New York lebt, in ihre Geburtsstadt Maycomb zurück. Fest eingebrannt in ihrem Kopf sind ihre kindlichen Vorstellungen von ihrer Heimat und insbesondere von ihrem …
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Zwanzig Jahre nach den Ereignissen in "Wer die Nachtigall stört" kehrt Jean Louise, genannt Scout, die mittlerweile in New York lebt, in ihre Geburtsstadt Maycomb zurück. Fest eingebrannt in ihrem Kopf sind ihre kindlichen Vorstellungen von ihrer Heimat und insbesondere von ihrem Vater Atticus Finch, der einst Schwarze vor Gericht verteidigt hat und den sie als höchste moralische Instanz verehrt.
Die Fassade bröckelt. Jean Louise findet eine Wirklichkeit vor, mit der sie sich nicht identifizieren kann. Sie schwelgt in Erinnerungen an ihre Kindheit und führt heftige Streitgespräche mit ihrem Freund, ihrem Vater und ihren Verwandten. Atticus ist Mitglied des Bürgerrates, dem es um die Rechte der Weißen geht. Er ist nicht die Lichtgestalt, die sie bislang in ihm gesehen hat.
Wesentliche Aussagen befinden sich auf den letzten hundert Seiten des Romans. Er vermittelt keine politisch korrekte Botschaft, wie "Wer die Nachtigall stört". Es handelt sich entwicklungsgeschichtlich gesehen um einen frühen Entwurf dieses Weltbestsellers, der seinerzeit nicht veröffentlicht wurde. Auch wenn es sich nicht um einen herausragenden Roman handelt, ist er aus diesem Grund literarisch interessant.
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Jeder, der „Wer die Nachtigall stört“ gelesen hat, kennt Scout. Nun, aus der kleinen Scout ist die erwachsene Frau Jean Louise geworden, die mittlerweile 26 Jahre alt ist, fern der Südstaaten in New York lebt und jährlich ein paar Wochen zu Besuch in die alte Heimat reist. …
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Jeder, der „Wer die Nachtigall stört“ gelesen hat, kennt Scout. Nun, aus der kleinen Scout ist die erwachsene Frau Jean Louise geworden, die mittlerweile 26 Jahre alt ist, fern der Südstaaten in New York lebt und jährlich ein paar Wochen zu Besuch in die alte Heimat reist. Wochen, auf die sie sich immer gefreut hat, die ihr glückliche Kinderzeiten in einer heilen Welt in Erinnerung rufen. Aber in diesem Jahr ist nichts mehr heil…
Die Handlung spielt in der Mitte des 20. Jahrhunderts, das Thema „Aufhebung der Rassentrennung“ ist in aller Munde. Während in New York bereits kleine Fortschritte zu erkennen sind, hat Jean Louise in Maycomb den Eindruck, dass das Verhältnis zwischen Schwarz und Weiß sich drastisch verschlechtert hat. Und auch die Menschen, die sie liebte, die ihr in ihrem Leben Sicherheit gegeben hatten, sind nicht mehr die alten…
Rassismus ist natürlich auch in „Wer die Nachtigall stört“ ein großes Thema, aber während es dort in die übrige Handlung eingebettet wird, dominiert es hier. Während die „Nachtigall“ (die zu meinen absoluten Lieblingsbüchern zählt) mich am Ende mit einem Gefühl der Hoffnung verabschiedet, habe ich nach der Beendigung des „Wächters“ ein Zorngefühl im Bauch.
Natürlich und unbestritten: Rassismus ist und bleibt ein wichtiges – und leider auch ständig aktuelles – Thema. Da braucht auch keiner auf die USA zu schielen, Rassismus funktioniert nicht nur mit Schwarzen und Weißen. Wir Deutschen sollten das wissen. Dieses Thema ist mir ein richtiges Herzensanliegen und ich freue mich eigentlich über jedes Buch, das es aufgreift. Ich bin mir nur nicht sicher, ob die Umsetzung hier so gut ist.
Anstatt einfach nur die Tatsachen für sich sprechen zu lassen, wird unglaublich viel diskutiert. Jean Louise ist engagiert und bereit, für ihre Ansichten einzutreten – das ist super und verdient Anerkennung. Manchmal können wir beim Lesen einfach nur ihren Gedankengängen folgen, dann ist alles gut, denn die spielen sich auf der emotionalen Ebene ab und erreichen den Leser direkt.
Aber über viele Seiten hinweg wird über amerikanische Geschichte gesprochen, über Demokraten und gestrichene Zusatzartikel in Verfassungen. Mal ganz davon abgesehen, dass sicher nicht wenige Menschen hier Personen, Schauplätze und Artikel der amerikanischen Geschichte erst mal nachlesen müssen, drängt sich doch zwangsläufig das Gefühl auf, dass dies alles „weit weg und lang her“ ist und mit einem selber in der heutigen Situation nichts zu tun hat. Und eben das ist ein Irrtum. Zudem sind solche Abschnitte nicht immer leicht zu lesen und verleiten dazu, sie nicht sorgfältig zu lesen.
In einem anderen Abschnitt ist mir die Lektüre noch erheblich schwerer gefallen. Dabei ging es darum, dass Jean Louise (ja, sogar sie) ein Problem mit den Reformen in ihrer Kirche hat. Sicher, das sollte wohl verdeutlichen, wie tief in beinah jedem Menschen der Wunsch nach gewissen Inseln der Sicherheit, der alten Gewohnheit, vorliegt. Aber die detaillierten Ausführungen über Methodisten, Baptisten, Presbyterianer, Kirchenlieder, Riten und Prediger fand ich im Umfang schon ermüdend.
Versöhnt haben mich die Kapitel, in denen sich Jean Louise an Ereignisse ihrer Kindheit erinnerte. Da war er dann auch, der Charme und das gute Gefühl, das sich bei mir beim Lesen der „Nachtigall“ regelmäßig einstellt. Auch die erwachsene Scout kann Sätze sagen, die so einfach und so klar sind, dass sie direkt ans Herz gehen.
Fazit: Vom Grundansatz her ein gutes Buch, das gerade in der heutigen Zeit deutlich machen kann, dass sich „die armen Südstaatler“, die mittels ihrer Bürgerräte sich „lediglich zu verteidigen suchten“, nicht von den „besorgten Bürgern“ unserer Zeit unterscheiden. Allerdings habe ich meine Zweifel, dass das Buch die Menschen, die es erreichen müsste, auch tatsächlich ansprechen kann. Die sehr viel einfachere, emotionale Art der „Nachtigall“ kann den Wächter im Menschen, sein Gewissen, sicher leichter ansprechen.
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