Indonesien - ein Archipel mit mehr als 13 000 Inseln, ein faszinierender Schmelztiegel der unterschiedlichsten Kulturen, Religionen und Hautfarben.
Der holländische Fotograf und Globetrotter Luis Bisschops bereist Indonesien seit vielen Jahren. Seine eindrucksvollen Bilder dokumentieren abenteuerliche Begegnungen mit gefährlichen, wilden und schönen Menschen, die um ihr Überleben kämpfen und doch die ungleiche Auseinandersetzung mit der modernen Zivilisation verlieren müssen. Zusammen mit den sachkundigen und spannenden Texten von Ethnologen und Historikern der Universität Indonesia in Jakarta entstand so ein einmaliges Dokument einer sich auflösenden Welt.
Der holländische Fotograf und Globetrotter Luis Bisschops bereist Indonesien seit vielen Jahren. Seine eindrucksvollen Bilder dokumentieren abenteuerliche Begegnungen mit gefährlichen, wilden und schönen Menschen, die um ihr Überleben kämpfen und doch die ungleiche Auseinandersetzung mit der modernen Zivilisation verlieren müssen. Zusammen mit den sachkundigen und spannenden Texten von Ethnologen und Historikern der Universität Indonesia in Jakarta entstand so ein einmaliges Dokument einer sich auflösenden Welt.
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 22.12.2005Lebenswelten im Verschwinden
Der Stamm der Dani aus Neuguinea hackt jeder verheirateten Frau jedesmal einen Finger ab, wenn ein Familienmitglied stirbt. Hat eine Frau keine Finger mehr, ist auch ihr eigenes Leben vorbei. Solchen und noch ganz anderen Sitten ist der niederländische Fotograf Luis Bisschops bei seiner Odyssee durch die Inseln Indonesiens begegnet. Er ist ein Schatzsucher, der das kostbare Gut archaischer Lebenswelten aufspüren und mit seinen Aufnahmen festhalten will, bevor es verschwindet, weggespült von der Moderne. Allerdings treibt er sich nicht immer im Dschungel herum, sondern auch in zivilisierteren Gegenden wie Yogyakarta. Sein Stil ist eigenwillig: Er erzählt in Ich-Form, wobei man mitunter Dinge erfährt, die man gar nicht wissen wollte; die Texte sind kurz, die Überschriften groß, die Aufnahmen mit unbekümmerter Willkür zusammengestellt; manchmal quetschen sich ein halbes Dutzend Fotos auf eine Seite, einige grandios, andere belanglos. Und doch besitzt dieser Bildband eine seltsame Eindringlichkeit. Er bleibt lange im Kopf. Irgendwann weiß man endlich, warum: Er steckt so voller Leben.
str.
"Indonesien - das verlorene Paradies" von Luis Bisschops. Fackelträger Verlag, Köln 2005. 240 Seiten, zahlreiche Farbfotos. Gebunden, 39,95 Euro. ISBN 3-7716-4331-7.
Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
Der Stamm der Dani aus Neuguinea hackt jeder verheirateten Frau jedesmal einen Finger ab, wenn ein Familienmitglied stirbt. Hat eine Frau keine Finger mehr, ist auch ihr eigenes Leben vorbei. Solchen und noch ganz anderen Sitten ist der niederländische Fotograf Luis Bisschops bei seiner Odyssee durch die Inseln Indonesiens begegnet. Er ist ein Schatzsucher, der das kostbare Gut archaischer Lebenswelten aufspüren und mit seinen Aufnahmen festhalten will, bevor es verschwindet, weggespült von der Moderne. Allerdings treibt er sich nicht immer im Dschungel herum, sondern auch in zivilisierteren Gegenden wie Yogyakarta. Sein Stil ist eigenwillig: Er erzählt in Ich-Form, wobei man mitunter Dinge erfährt, die man gar nicht wissen wollte; die Texte sind kurz, die Überschriften groß, die Aufnahmen mit unbekümmerter Willkür zusammengestellt; manchmal quetschen sich ein halbes Dutzend Fotos auf eine Seite, einige grandios, andere belanglos. Und doch besitzt dieser Bildband eine seltsame Eindringlichkeit. Er bleibt lange im Kopf. Irgendwann weiß man endlich, warum: Er steckt so voller Leben.
str.
"Indonesien - das verlorene Paradies" von Luis Bisschops. Fackelträger Verlag, Köln 2005. 240 Seiten, zahlreiche Farbfotos. Gebunden, 39,95 Euro. ISBN 3-7716-4331-7.
Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension
Rezensent "str." bescheinigt diesem Bildband über die archaische Lebenswelten Indonesiens "eine seltsame Eindringlichkeit". Zwar seien die Aufnahmen von unterschiedlicher Qualität und manchmal quetschten sich gleich ein halbes Dutzend von ihnen "willkürlich" auf einer Seite. Die dazugehörigen kurzen Texte seien in der Ich-Form verfasst, weshalb man mitunter auch Dinge erfahre, die man gar nicht wissen wolle. Trotzdem machen die Schilderungen und Fotografien verschwindender Rituale und Lebensformen sowie das Talent des ethnografischen "Schatzsuchers" Luis Bisschops zu ihrer lakonischen Dokumentation das Buch für "str." zu einem kleinen Ereignis.
© Perlentaucher Medien GmbH
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