Eine falsche Schönheit, die Luxusautos und mehr verkauft, eine Rockerbande als Schlägertruppe der Dixie-Mafia, und immer wieder übelste Gerüchte über einen unfassbaren Profikiller. Schlagfertigkeit, Mut und Witz reichen da nicht aus. Hap und Leonard brauchen Hilfe, in Rat und Tat. Denn natürlich haben sie keinen blassen Schimmer, in welches Wespennest sie diesmal gestochen haben - und ob es ihnen wieder gelingt, heil heimzukommen zu ihren geliebtenVanillekeksen und zu Haps unverhofftem Familienzuwachs.
Der preisgekrönte texanische Schriftsteller Joe Lansdale schreibt Krimis, Drehbücher, Western, Science-Fiction - selbst Batman-Comics soll er schon gedichtet haben. Eine seiner erfolgreichsten Schöpfungen ist das Ermittlerpaar Hap und Leonard. Hap, der Ich-Erzähler (weiß, heterosexuell, linksliberal, einst gegen den Vietnam-Krieg), und sein schwarzer Freund Leonard (ultrakonservativ, schwul, Vietnam-Veteran und Fan von Country-Musik) garantieren mit ihren Abenteuern witzige Dialoge und schräge Handlungen. Ihr jüngstes Abenteuer beginnt damit, dass sie einen Tierquäler windelweich prügeln.
Eine alte Dame wird Zeuge und engagiert die beiden Detektive, nach ihrer verschwundenen Enkelin zu suchen. Damit beginnt eine irrwitzige Geschichte voller schwarzem Humor, finsteren Gangstern, nicht ganz so ehrenwerten Geschäftsleuten und viel Action. Die Geschichte lebt von ihrem Witz, von den krassen Dialogen - der Plot ist da am Ende nicht mehr wichtig. Wer politisch korrekte, klassische Krimis mag, der sei gewarnt: Haps und Leonards Sprache ist derb, bisweilen vulgär; es gibt sexistische Sprüche, und die an Comics erinnernden Figuren vollziehen absurde Wendungen. Neun Romane mit Hap und Leonard hat Lansdale bislang geschrieben, am zehnten arbeitet er gerade. Der kleine Golkonda-Verlag hat sich den Verdienst erworben, die Abenteuer des schrägen Duos ins Deutsche übersetzt zu haben. Wer die beiden kennengelernt hat, wird sie mögen.
cag.
Joe R. Lansdale:
"Krasse Killer".
Ein Hap & Leonard-Roman.
Aus dem Amerikanischen von Robert Schekulin.
Golkanda Verlag, München 2017. 384 S., br., 16,90 [Euro].
Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main