70 Jahre nach dem Holocaust: Welche Bedeutung hat Auschwitz für die politische Kultur der Bundesrepub-lik Deutschland? Kann die deutsche Gedenkkultur helfen, die Gesellschaft vor neuem Antisemitismus zu bewahren oder führt sie eher ins Vergessen? Kann Deutschland das Versprechen "Nie wieder!" einhalten? Diesen Fragen geht der wissenschaftliche Leiter der "Gedenkstätte Deutscher Widerstand" Peter Steinbach in einer kurzen und fulminanten Analyse nach. Er stellt die Verantwortung des Kulturbetriebs und der Politik in den Mittelpunkt seiner Überlegungen und gibt einen historischen Abriss früherer Jahrzehnte deutschen Nachkriegsgedenkens. Steinbach hält im baden-württembergischen Landtag am 27. Januar 2015 die offizielle Rede zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus und zur Befreiung des Lagers Auschwitz.
Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension
Ulrike Nimz hört gut zu, wenn der Historiker Peter Steinbach, der auch wissenschaftlicher Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin ist, die Möglichkeiten einschätzt, aus Geschichte zu lernen. Wenn Steinbach das Gedenken problematisiert und heutige Ignoranz gegenüber den Toten und Verfolgten von Kriegen und Genoziden feststellt, erscheint Nimz das als ein humanistischer Akt. Steinbachs Frage nach der Bedeutung von ritualisiertem Gedenken in Zeiten von NSU und Pegida findet die Rezensentin sehr berechtigt und äußerst wichtig.
© Perlentaucher Medien GmbH
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