Dieser Band mit den literarischen Texten Kurt Schwitters von 1931 bis zu seinem Tode im Jahre 1948 bezeugt das behutsame Fortschreiten des Künstlers zum »Weisen«, der durch seine Worte die heraufziehende Nazi-Diktatur nicht bannen, sein Berufsverbot und die zweimalige Flucht nicht verhindern kann, der aber dennoch nicht aufhört, den Menschen »kluge« Verhaltensweisen aufzuzeigen.
Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension
Ob diese fünf "schön aufgemachten" Taschenbuchbände, die das gesamte literarische Werk von Kurt Schwitters versammeln, einen Schub in der Beschäftigung mit Schwitters auslösen werden? Rezensent Helmuth Kiesel hofft es. Denn neben den berühmten "Glanzstücken" wie Anna Blume oder das i-Gedicht, biete diese Ausgabe auch weniger bekannte Texte, die die Lektüre durchaus lohnen, so der Rezensent. Dazu zählt er etwa die zahlreichen Märchen, die Bühnentexte und die "Tran"-Texte, in denen Schwitters den "außergewöhnlichen Schafssinn" seiner Kritiker aufs Korn nahm. Die erneute Beschäftigung mit Schwitters könnte außerdem eine "qualifizierende Beschreibung" der Entwicklung des Dichters anregen und die Frage klären helfen, welche Bedeutung seinem Werk insgesamt zukommt. Friedhelm Lach behauptet in seinem Vorwort, es gebe eine qualitative Steigerung im Schaffen Schwitters. Für Kiesel dagegen hat Schwitters ab Mitte der zwanziger Jahre nur noch wenig Bemerkenswertes geschaffen.
© Perlentaucher Medien GmbH
© Perlentaucher Medien GmbH