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Erstmals auf Deutsch: Der preisgekrönte, legendäre literarische Reisebericht des berühmten Autors der chinesischen lost generation. Ausgezeichnet mit dem Thomas Cook Travel Book Award. Von Beijing in die weiten Steppen des Westens, von heiligen Bergen in Urwälder und Schluchten, von den verlassenen Ruinenstädten der ehemaligen Seidenstraße in die vibrierenden, überbevölkerten Städte der Südküste.

Produktbeschreibung
Erstmals auf Deutsch: Der preisgekrönte, legendäre literarische Reisebericht des berühmten Autors der chinesischen lost generation. Ausgezeichnet mit dem Thomas Cook Travel Book Award. Von Beijing in die weiten Steppen des Westens, von heiligen Bergen in Urwälder und Schluchten, von den verlassenen Ruinenstädten der ehemaligen Seidenstraße in die vibrierenden, überbevölkerten Städte der Südküste.
Autorenporträt
Ma Jian, geb. 1953 in Qingdao, lebte als Schriftsteller und Maler in Beijing. Im Jahr 1976 ist er von Qingdao nach Peking gezogen. Nachdem in der VR China einige seiner Werke verboten wurden ging er 1986 nach Hong Kong, wo er das Verlagshaus Hong Kong New Century Press gründete. Im Jahr 1997 zog er nach Deutschland und unterrichtete dort Moderne chinesische Literatur. Zwei Jahre später zog er nach England, wo er heute noch lebt.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 16.04.2009

Grashalme im Reisegepäck

1982. Ma Jian arbeitet in Beijing als Fotograf bei der Auslandspropaganda, seine Freunde sind Maler und Dichter. Jeans zu tragen ist bereits verdächtig, die Polizei sprengt die Dichtertreffen. "Geistige Verschmutzung" gilt als Verbrechen, es fördere Passivität, verderbe den Geist. Ma Jian kauft sich eine Zugfahrkarte und bricht zu einer Reise durch China auf, die drei Jahre dauern wird. Viel später erst schreibt er dies Buch. Nun ist "Roter Staub" auch auf Deutsch erschienen, der Buchtitel zitiert ein buddhistisches Lehrbuch, "Fühlende Wesen, verloren im roten Staub der Welt". Verloren - das ist Ma Jians Grundgefühl. Er ist fremd in Beijing, fremd in der Liebe. Also geht er los, Tibet ist sein Ziel. Kurz hinter Beijing steht er an einer Schotterwüste, die sich endlos nach Westen dehnt. Er gräbt die Finger in die kalte Erde und flüstert: "Ich bin hier, endlich, und alles ist schön." Das ist das Glück des Reisenden. Ma Jian reist als Fremder im eigenen Land. Er schlägt sich durch mit gefälschten Empfehlungsschreiben, schneidet Haare oder verkauft Seidentücher, um Geld zu verdienen. Er schickt Briefe nach Hause, mit Wüstensand oder mit gepressten Blumen aus der kasachischen Steppe. Ma Jian ist eine hochromantische Seele. Er schreibt: Auf einer "harten, schwarzen Straße, die am Horizont an den Himmel genäht ist, wandere ich westwärts". Da lässt sich herauslesen, was seine Reisebibel ist: Er hat Walt Whitmans "Grashalme" eingepackt. Alle Werke von Ma Jian, der heute in London lebt, stehen in China auf dem Index, seit 1987 sein Buch über Tibet erschienen ist. Auch "Red Dust" erzählt drastisch vom Leben in den Hohen Bergen. Von Frauen, die während der Schwangerschaft sterben, von Himmelsbestattungen, bei denen Leichen den Geiern übergeben werden. Er ist ein schonungsloser Beobachter. Gerade das macht sein Buch anrührend, er öffnet seine Augen und verschließt nicht sein Herz. Die vielen Dialoge lassen seine Reisebekanntschaften lebendig werden. Doch seine Abenteuer werden immer wilder. Er ertrinkt beinahe im Grenzfluss vor Burma, wird als burmesischer Spion verhaftet. Soll sich das alles wirklich so zugetragen haben, fragt sich der Leser. Immerhin hat Ma Jian das Buch erst gut fünfundzwanzig Jahre nach seiner Reise geschrieben, es erschien 2001 in London. Schließlich Tibet. Doch seine Hochstimmung flaut ab. Er vermutet, viele der Lamas seien Bauern, die zu faul zur Feldarbeit seien. "Als der Dalai Lama nach Indien geflohen ist, muss er die besten Lamas mitgenommen haben." Nach drei Jahren des Reisens stellt er fest: "Ich muss in großen Städten leben, in denen es Krankenhäuser, Buchhandlungen und Frauen gibt."

bär

"Red Dust. Drei Jahre unterwegs durch China" von Ma Jian. SchirmerGraf Verlag, München 2009. 422 Seiten. Gebunden, 25,80 Euro.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Tilman Spengler stellt zwei Romane vor, die in seinen Augen das "Fremdsein in der chinesischen Gesellschaft" thematisieren. Sehr beeindruckt ist der Rezensent vom autobiografischen Bericht einer Reise aus Peking ins Landesinnere vom heute im Londoner Exil lebenden Ma Jian. Die Reise des einstigen staatlich angestellten Fotografen kommt einer Flucht aus den bedrückenden privaten wie politischen Lebensumständen gleich, erklärt der Rezensent. Höchst fasziniert hat er sich mit Jian auf die fremdartige, kuriose und farbige "Irrfahrt" durch Gegenden, die touristisch überhaupt noch nicht erschlossen sind, begeben. Zugleich sei der Roman eine Reise quer durch die chinesische Gesellschaft, wie man sie bisher noch nicht lesen konnte, lobt Spengler gefesselt.

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