Anhand eines Familienfotos, das 1946 am alten Strand von Nazaret in Valencia entstand, konstruiert Paco Roca die Geschichte der Familie seiner Mutter Antonia. Diese Geschichte steht stellvertretend für den Großteil der spanischen Bevölkerung, die während der Franco-Diktatur in bescheidenen Verhältnissen lebte und gezwungen zwar, sich auf dem Schwarzmarkt mit dem Nötigsten zu versorgen. Antonias Leben ist ein Leben ohne Möglichkeiten, im Dienst der Familie und der Kirche, zu dem insbesondere die Frauen jener Zeit verdammt waren. Mit RÜCKKEHR NACH EDEN setzt Paco Roca seinen Streifzug durch die Erinnerung fort. Nachdem er in LA CASA dem Leben seines Vaters nachgespürt hat, zeichnet er nun anhand der Geschichte seiner Mutter das Bild eines tristen, beklemmenden Nachkriegs-Spaniens.
Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension
Paco Rocas neue Graphic Novel sollte in Spanien Pflichtlektüre in der Schule werden, findet Rezensent Ralph Trommer, und meint das durchaus positiv. Denn um ein sehr eindrückliches Porträt der spanischen Gesellschaft nach dem Bürgerkrieg handle es sich bei der Geschichte, die aus der Jugend von Rocas Mutter Antonia während der Franco-Ära erzählt. Eben doch sehr anders als die Nachkriegszeit in anderen europäischen Ländern sei das Leben damals in Spanien gewesen, stellt der Kritiker fest, und wie Roca die (heute von manchen Spaniern wieder verklärte, weiß Trommer) Franco-Diktatur "bissig" entlarvt, hält er für gelungen. Auch berührende Momente findet er in den Zeichnungen, etwa in Antonias "blumigen" Tagträumen. Abschließend verweist der Kritiker auf einen anderes Projekt Rocas, das ihm ebenfalls gut gefällt: Ein Comic-Beitrag in einem Batman-Sonderband, in dem Roca den Superhelden kurzerhand in einen Incognito-Urlaub schickt, schmunzelt Trommer.
© Perlentaucher Medien GmbH
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