Diese linguistisch-gesprächsanalytische Arbeit untersucht ärztliche Erstgespräche auf einer Kopfschmerzambulanz. In detaillierten Analysen von Transkriptausschnitten und Standbildern aus den Videoaufzeichnungen wird rekonstruiert, wie Schmerzen kommunikativ dargestellt und differenziert werden, welche Strategien PatientInnen und ÄrztInnen dazu einsetzen und welche Probleme und schwierigen Interaktionsverläufe dabei entstehen. Es wird deutlich, dass sich PatientInnen nicht präferiert an medizinischen Kategorien orientieren. In den Gesprächen müssen die lebensweltlichen Schmerzdifferenzierungen der PatientInnen in medizinisch-professionelle Diagnoseraster eingepasst werden. Diese Transformation erweist sich als eine genuin interaktive Aufgabe. Das Ergebnis ist ein Konzept einer 'Interaction Based Medicine', das auf die gemeinsame interaktive Konstruktion von Krankheitsbedeutung im Gespräch und die Notwendigkeit einer interaktionszentrierten Erforschung medizinischer Kommunikation verweist.
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