Eindringliche Rosen
Tiziana Mara ist die Hauptprotagonistin in dem Buch von Stefan Györke. Und sie stellt sich. Sie stellt sich der Polizei und gesteht einen Mord. Den Mord an dem Züricher Anwalt Ulrich Vanderhoff. Gleich zu Beginn des Buches. Wo man sich als geneigte Leserin schon fragt, hä, wat
soll das?
Doch der Autor Stefan Györke hatte mich schon mit dem Vorgänger „Die Mütter“ sehr…mehrEindringliche Rosen
Tiziana Mara ist die Hauptprotagonistin in dem Buch von Stefan Györke. Und sie stellt sich. Sie stellt sich der Polizei und gesteht einen Mord. Den Mord an dem Züricher Anwalt Ulrich Vanderhoff. Gleich zu Beginn des Buches. Wo man sich als geneigte Leserin schon fragt, hä, wat soll das?
Doch der Autor Stefan Györke hatte mich schon mit dem Vorgänger „Die Mütter“ sehr begeistert und deshalb weiter im Buch. Denn wo geht hier die Reise nun hin.
Tiziana Mara erzählt der Polizei ihre Geschichte. Doch erzählt sie der Polizei wirklich alles? Das darf der geneigte Leser selbst herausfinden.
Tiziana Mara ist jung. Und Tiziana Mara ist flügge. Der elterlichen Enge ist sie entkommen. Eine kleine Wohnung ist ihr Reich. Sie ist glücklich. Sie arbeitet. Mal hier und mal da. Wobei die zweite Arbeitsstelle sie in eine renommierte Anwaltskanzlei befördert. Und hier begegnet sie dem schillernden Anwalt Ulrich Vanderhoff und verfällt als junge und unerfahrene Frau sichtlich seinem hochkarätigen Charme. Nachdem er sich erjagt hat, was er wollte, zeigt er sein wahres Gesicht und lässt Tiziana fallen, erniedrigt sie und genießt das. Tiziana wird ein Opfer ihrer Liebe. Wie so viele von uns!?!?
Doch dann wird er ermordet aufgefunden, mit einem Strauß Rosen tief in seinem Hals, wobei die Dornen die Arbeit erledigten. Kein schönes Ende! Ein brutales Ende! Ein typischer Ritualmord der Mafia. Tizianas Eltern stammen aus Sizilien. Doch Tiziana gesteht ja selbst. Und sie ist keine Mafiosi. Die Polizei hat nun zu tun. Denn was ist hier geschehen? War das mafiöses Tun?!
Scharfzüngig schafft es Stefan Györke, obwohl Tiziana am Anfang schon den Mord gesteht, eine spannende und auch etwas schwarzhumorige Geschichte zu erzählen. Ich als Leserin bin vollkommen dabei. In dieser Geschichte über die Liebe, über eine manipulative Beziehung, über eine kleine und unerfahrene italienische Eva. Jede Leserin wird wissen, was dies bedeutet, was es bedeutet, so jemandem zu verfallen. Und auch mancher Leser wird Ulrichs Handlungen in den Taten von jemand anderem wiedererkennen.
Gerade dieses Wissen, dieses Wiedererkennen lässt dieses Buch so spannend sein. Obwohl der Mord zugegeben wurde.
Und so kann ich nur vollkommen zufrieden rufen. Leute, lest dieses Buch von Stefan Györke, seine Hommage an Tiziana, an die kleine italienische Eva.