Das Buch von Vonderach ist ein kurz gefasstes Kompendium der Völkerkunde mit dem Schwerpunkt der Psychologie. Das ist ein schwieriges Thema heute, Völkerkunde sowieso und insbesondere die Beschreibung der charakteristischen psychologischen Merkmale von Völkern. Das Thema ist in der Öffentlichkeit
tabu. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit psychologischen Unterschieden der Völker ist in die…mehrDas Buch von Vonderach ist ein kurz gefasstes Kompendium der Völkerkunde mit dem Schwerpunkt der Psychologie. Das ist ein schwieriges Thema heute, Völkerkunde sowieso und insbesondere die Beschreibung der charakteristischen psychologischen Merkmale von Völkern. Das Thema ist in der Öffentlichkeit tabu. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit psychologischen Unterschieden der Völker ist in die Schmudelecke der Wissenschaft verbannt. Man meidet die Lehre und Forschung damit. Ursache dafür ist die Verwechselung der Begriffe Gleichheit und Gleichwertigkeit. Unterschiede, Ungleichheiten beinhalten oft a priori eine Wertung in höher- und minderwertig. Und natürlich gehören wir selbstverständlich zu den höherwertigen, so wie das für sich auch alle anderen proklamieren. Die natürliche Entwicklung von Diversitäten ist die Grundvoraussetzung der Evolution, die hat mit dem Aufkommen des Homo sapiens keineswegs ihren Endpunkt erreicht und erst recht nicht bei der Entwicklung des menschlichen Gehirns.
Wenn man aus dem Flugzeug steigt und ein fremdes Land oder eine fremde Stadt betritt, stellt man sofort fest, es fühlt sich hier anders an, die Menschen unterschieden sich in ihrem Verhalten hier von dem bekannten. Obwohl das für jeden offensichtlich ist, wird es im prinzipiellen Diskurs verneint. Angeblich sind wir im Grunde genommen doch alle gleich. Das ist natürlich in erster Linie ein Selbstbetrug. Man will nicht wahrhaben, was doch auf der Hand liegt. Durch ein Tabu verschwindet ein Begriff wie Rasse nicht, sondern er wird in seiner Bedeutung aufgeladen. Die Tabuisierung der ethnischen Unterschieden ist nach meinem Dafürhalten durch die Globalisierung begründet. Mit einer jetzt eventuell sich abzeichnenden Deglobalisierung und Regionalisierung kann das fatal Folgen in Form eines primitiven Rassismus haben. Deshalb halte ich dieser Buch für wichtig,
Vonderach widmet sich diesen Fakten durch ein Literaturstudium vergangener Jahrhunderte als auch der Gegenwart und kann dabei auf umfangreiche Forschungen zurückgreifen. Es relativiert viele Meinungen, die in den aufgeführten Literaturstellen oft absolut getroffen wurden, durch Gegendarstellungen aus der Literatur. Insbesondere beschäftigt er sich mit Stereotypen, die im täglichen Leben ein große Rolle spielen, durch Darstellung von Studien und Fragebogenaktionen. Selbst hält er sich mit der eigenen Meinung, Hypothesen und Theorien zurück. Hilfreich ist die kommentierte Bibliographie am Ende des Buchs. Mein Kritik beschränkt sich auf des Kapitel 34 zu den genetischen Grundlagen des menschlichen Verhaltens. Wegen der Komplexität des menschlichen Genoms halte ich die Möglichkeit des Ablesen von Verhaltenseigenschaften aus einem bestimmten genetischen Code für höchst zweifelhaft. Da ich wie die meisten Leser keine Genetiker bin, ist das ganze auch zumindest für mir unverständlich.