Werner Tübke wandte sich bereits in den 60er Jahren historischen Vorbildern zu, er studierte die altniederländische und altdeutsche Malerei. Er eignete sich die Formenwelt der Renaissance und besonders des Manierismus an und versetzte deren Bildwelten in seine Zeit. Tübkes Malerei ist der realistischen Sichtweise verhaftet und sein untrügliches graphisches Können weckt entlarvend sarkastische Visionen. Der Katalog und die Ausstellung in Schloss Gottorf widmen sich ausschließlich den Zeichnungen und Aquarellen des Künstlers.
Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension
Rundum zufrieden zeigt sich der "zlg." zeichnenden Rezensent von dem Katalog, den Eduard Beaucamp anlässlich der Werkschau auf Schloss Gottorf vorlegt, die Zeichnungen und Aquarelle des kürzlich verstorbenen Leipziger Maler und Zeichner Werner Tübke vorstellt. Beaucamp, bekanntermaßen "bester Kenner" von Tübkes Werk, besticht nicht nur durch den Einblick in die "kontroversen Ausdrucksbereiche dieses weitverzweigten Lebenswerks", sondern auch durch seinen "komplexen einführenden Text" und seine Erläuterungen der einzelnen Arbeiten, die sich sinnvollerweise immer auf Gespräche mit dem Künstler stützen, lobt der Rezensent. Ein "ebenso umfassendes wie differenziertes Tübke-Bild" sei so entstanden, fernab vom Klischee, das Tübke lediglich als "Schöpfer des monumentalen Bauernkrieg-Panoramas im thüringischen Bad Frankenhausen" begreift.
© Perlentaucher Medien GmbH
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