Ein kleines Dorf, Svartvattnet, inmitten dunkler Seen und endloser Tannenwälder war die Heimat ihrer Mutter Myrten. Einst von ihr zu Pflegeeltern gegeben, kehrt Ingefrid als erwachsene Frau nach Svartvattnet zurück, um ihr Erbe anzutreten. Schnell spürt sie, daß sie länger an diesem abgelegenen Ort im nordschwedischen Jämtland bleiben wird, und sie bewirbt sich um die vakante Stelle als Pfarrerin. Anfänglich ist ihr Bleiben vor allem der zaghafte Versuch, der unbekannten Mutter näherzukommen. Mit Hilfe ihrer Pflegeschwester Risten, die vergilbte Photos hervorzieht und sich für Ingefrid noch einmal mit der wechselhaften Geschichte ihrer Familie beschäftigt, erweckt sie die Vergangenheit zu neuem Leben. Viele Geheimnisse und schmerzliche Verluste offenbaren sich dabei. Und am Ende ist es Risten, die Ingefrid die drängendste Frage ihres Lebens beantwortet.
Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension
Ein richtiges Buch zum richtigen Zeitpunkt, meint Meike Fessmann. Denn Fragen von Religion und Glauben bewegen wieder die Menschen, und Kerstin Ekman, so der lobende Befund der Rezensentin, ist eine gute Partnerin für den inneren Dialog. Dabei ist ihr Buch, das von einer Theologin handelt, die eine Erbschaft aus Stockholm (nachindustrielle Gegenwart) in ein nordschwedisches Dorf (vorindustrielle Vergangenheit) verschlägt, glücklicherweise "kein Thesenroman über das Christentum" - seine gedanklichen Bewegungen sind "aufgelöst in Handlung". Da Ekman zudem eine "genuine Erzählerin" ist, gleicht die Lektüre, so Fessmann, einer "Wanderung durch eine Seelenlandschaft".
© Perlentaucher Medien GmbH
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