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Nach 1945 lebten in der US-Besatzungszone weit über Hunderttausend jüdische Displaced Persons (dt.: verschleppte, entwurzelte Menschen) und warteten auf eine Emigration nach Palästina oder in andere Auswanderungsländer. Auch im oberpfälzischen Vilseck bestand ein jüdisches DP-Camp, es sollte im Frühjahr 1948 geschlossen werden. Doch Anfang 1948 lebten dort noch rund 1.700 Menschen, darunter ca. 600 Kinder. Da nicht alle DPs die Möglichkeit zur sofortigen Emigration hatten, wurde deshalb ab April 1948 mit der Umsiedlung der Bewohner ins unterfränkische Giebelstadt (bei Würzburg) begonnen. Hier…mehr

Produktbeschreibung
Nach 1945 lebten in der US-Besatzungszone weit über Hunderttausend jüdische Displaced Persons (dt.: verschleppte, entwurzelte Menschen) und warteten auf eine Emigration nach Palästina oder in andere Auswanderungsländer. Auch im oberpfälzischen Vilseck bestand ein jüdisches DP-Camp, es sollte im Frühjahr 1948 geschlossen werden. Doch Anfang 1948 lebten dort noch rund 1.700 Menschen, darunter ca. 600 Kinder. Da nicht alle DPs die Möglichkeit zur sofortigen Emigration hatten, wurde deshalb ab April 1948 mit der Umsiedlung der Bewohner ins unterfränkische Giebelstadt (bei Würzburg) begonnen. Hier war zwischenzeitlich ein neues DP-Camp für Holocaust-Überlebende entstanden. Das "Jüdische Komitee Giebelstadt" unterhielt beispielsweise einen Kindergarten, einen Theatersaal, eine Berufsschule sowie eine Bibliothek. Die medizinische Versorgung übernahm das "Medical-Department" unter Leitung von Dr. Hirsch, für die Sicherheit sorgte die eigene Lagerpolizei. Vom Frühjahr 1948 bis zum Sommer 1949 lebten im unterfränkischen Camp knapp 1.700 Männer, Frauen und Kinder und warteten auf die Übersiedlung nach Israel, Kanada, Australien oder in die USA. Ein bislang unbekanntes Kapitel der Nachkriegsgeschichte konnte somit der Vergessenheit entrissen werden.