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Studienarbeit aus dem Jahr 2000 im Fachbereich Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike, Note: 2, Otto-Friedrich-Universität Bamberg (Lehrstuhl für Alte Geschichte), Veranstaltung: Die Herrschafts des Kaisers Domitian, Sprache: Deutsch, Abstract: „ ... quod praecipuum munus annalium reor, ne virtutes sileantur utque pravis dictis factisque ex posteritate et infamia metus sit“ (Ann. III, 65,1). Diese Worte aus den „Annalen“ des Tacitus sind mehr als nur die Einleitung zum Alterswerk des römischen Historikers. Sie sind gleichzeitig das Leitmotiv, das Tacitus über sein Gesamtwerk…mehr

Produktbeschreibung
Studienarbeit aus dem Jahr 2000 im Fachbereich Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike, Note: 2, Otto-Friedrich-Universität Bamberg (Lehrstuhl für Alte Geschichte), Veranstaltung: Die Herrschafts des Kaisers Domitian, Sprache: Deutsch, Abstract: „ ... quod praecipuum munus annalium reor, ne virtutes sileantur utque pravis dictis factisque ex posteritate et infamia metus sit“ (Ann. III, 65,1). Diese Worte aus den „Annalen“ des Tacitus sind mehr als nur die Einleitung zum Alterswerk des römischen Historikers. Sie sind gleichzeitig das Leitmotiv, das Tacitus über sein Gesamtwerk stellt. Dabei ist der Schriftsteller dem Gesetz der großen antiken Geschichtsschreibung folgend hinter seinem Werk zurückgetreten. Dennoch ist sein Geschichtswerk aufs stärkste erfüllt von persönlicher Anteilnahme und jeder Leser erkennt, mit welch verhaltener Leidenschaft Tacitus die Geschichte seines Volkes erlebt hat.1 „Die Historiographie bedeutet für ihn nicht (...) eine Flucht in die Historie nach dem Scheitern in der Politik (...), sondern Tacitus wird auf der Höhe seines politischen Lebens zum Geschichtsschreiber.“2 Tacitus wartete nicht ohne Grund bis ins reife Mannesalter hinein, bis er seine ersten Schriftwerke verfasste. Während der Herrschaft des Domitian (81 bis 96 n. Chr.) war freie Meinungsäußerung nicht möglich.3 Gleichzeitig liegt eventuell gerade in diesem „Domitian-Erlebnis“ der eigentliche Grund für Tacitus, das Geschehene zu beschreiben, es festzuhalten, damit es der Nachwelt nicht verloren gehe und der Gegenwart als Mahnung diene. Rudolf Till sieht im Erleben der domitianischen Herrschaft jedenfalls den Auslöser dafür, dass sich Tacitus der Historiographie zuwendet.4 Richard Reitzenstein geht in der Bewertung der Auswirkungen von Domitians Herrschaft auf Tacitus noch weiter: „Er [Tacitus] kann den Blick nicht mehr auf die Gegenwart wenden, kann von dem Grauen der Vergangenheit nicht mehr los, weil er die Angst empfindet, daß es wiederkehrt, wiederkehren muß! Denn es liegt in dem Wesen dieses Staates begründet. Das glaubt er als Historiker erkannt zu haben.“5 Domitian nimmt also im Geschichtswerk Tacitus‘ eine zentrale Position ein. Tacitus, in seinem innersten Herzen Anhänger der alten Republik6, will am Beispiel des Domitian die Dekadenz der gegenwärtigen Kaiserzeit entblößen und ihr die hohen Werte der Vorfahren gegenüberstellen. 1 Vgl. Tacitus, Leben des Agricola, hg. v. R. Till, S. 2. 2 Tacitus, Leben des Agricola, hg. v. R. Till, S. 2. 3 Vgl. Tacitus, Gespräch über die Redner, hg. v. H. Volkmer, S. 121. 4 Vgl. Tacitus, Leben des Agricola, hg. v. R. Till, S. 3. 5 R. Reitzenstein, Aufsätze, S. 126. 6 Vgl. Tacitus, Historien, hg. v. Joseph Borst, S. 562.