Jakob Pretterhofer
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Die erste Attacke (eBook, ePUB)
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Ängste, Alpträume, Alltag mit Kindern. Drei Familien fahren in den Urlaub. Die Grenzen zwischen Realität und Illusion verschwimmen. Jakob Pretterhofer erzählt die unangenehme und zugleich lustige Geschichte aus der Sicht eines Familienvaters, der seine Kinder unbedingt schützen will, dabei aber immer stärker mit den Abgründen seiner Erziehungsmethoden konfrontiert wird. "Die erste Attacke ist ein unterhaltsames, bösartig funkelndes Juwel, das wie nebenbei noch gleich ein neues Genre begründet: den Bobo-Psychothriller." Florian Gantner, Autor und Literaturvermittler
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Jakob Pretterhofer, 1985 in Graz geboren, studierte auf der Filmakademie Wien "Buch und Dramaturgie", seit 2023 unterrichtet er ebendort. Er arbeitet als Schriftsteller, Drehbuchautor und Filmdramaturg und erhielt diverse Preise und Stipendien, zuletzt das Projektstipendium für Literatur 2023/24 des BMKÖS und den Literaturförderungspreis der Stadt Graz 2022. Sein Debütroman "Tagwache" erschien 2017 bei Luftschacht.
Produktdetails
- Verlag: Elster & Salis Verlag
- Seitenzahl: 152
- Erscheinungstermin: 27. Februar 2024
- Deutsch
- ISBN-13: 9783950543513
- Artikelnr.: 69866294
Gebundenes Buch
Dieses Buch hatte mich bereits auf der ersten Seite überzeugt als es da völlig trocken hieß: „Zuerst müsste ich mich aber einmal dringend erholen. Leider fahren wir morgen auf Urlaub.“ Zwei Sachen werden in diesen beiden Sätzen deutlich, der Autor hat Humor und …
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Dieses Buch hatte mich bereits auf der ersten Seite überzeugt als es da völlig trocken hieß: „Zuerst müsste ich mich aber einmal dringend erholen. Leider fahren wir morgen auf Urlaub.“ Zwei Sachen werden in diesen beiden Sätzen deutlich, der Autor hat Humor und ist Österreicher.
Dieser schmale Roman hat keine 200 Seiten und ist trotzdem ein starkes Stück gute Literatur. Oder sollte postuliert werden: gerade deshalb? Eine prägnante kurze Geschichte, die eine ganze Welt offenbart. Denn es geht im Kern um die Herde an Eltern, die ihre Kinder als Perfektionsprojekt betreiben. Sie sind gewünschteste Wunschkinder und diese sollten entsprechend den neuen Methoden und Erziehungsansätzen erzogen werden.
Drei Paare mit Kindern planen eine Woche gemeinsamen Urlaub, die drei Frauen kennen sich von früher und haben auf dieser Hütte schon wilde tolle Zeit erlebt. Nun kommen diese drei Familien dort an, alle sehr unterschiedlich in Habitus und Alphagebaren. Die Hütte ist ein stinknormales Haus mit vielen Zimmern, weder urig noch schön. Und dann ist das zentrale Thema: Alpträume. Die Kinder und teilweise auch die Erwachsenen scheinen Alpträume zu haben, denen mit Zubettgeh-Ritualen entgegengewirkt wird. Alle natürlich unterschiedliche….
Was ein herrlich skurriler Setup, der so viel gesellschaftliche Bubble-Wahrheiten mit sich bringt. Geschrieben aus der Sicht eines der Väter, kommt bei der annektotenhaften Erzählung so manches „Geschmäckle“ dazu. Wunderbar wie der Autor, Jakob Pretterhofer, durch die Aktionen seiner Figuren die Leserschaft zu einem Bild leitet ohne es zu benennen. Ich bin ja auch großer Fan von den österreichischen Phrasen und Andersartigkeiten (wie „auf Urlaub…“), dass hier genau das richtige Maß hat.
Mir hat dieser tolle Roman aus dem Elster & Salis Verlag mega gut gefallen! Mehr davon!!!
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Gebundenes Buch
Herrlich konstruierter Roman über familiären Kontrollwahnsinn mit perfekter Situationskomik
Drei Familien verbringen ihren gemeinsamen Urlaub in den Bergen. Eine Selbstversorgerhütte in den Bergen soll den sechs Erwachsenen und fünf Kindern als Feriendomizil dienen. Punkt zehn …
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Herrlich konstruierter Roman über familiären Kontrollwahnsinn mit perfekter Situationskomik
Drei Familien verbringen ihren gemeinsamen Urlaub in den Bergen. Eine Selbstversorgerhütte in den Bergen soll den sechs Erwachsenen und fünf Kindern als Feriendomizil dienen. Punkt zehn Uhr war ausgemacht. Die Bründlmayers waren dann doch schon früher da, Karrieremenschen eben, haben auch alles organisiert, dann nehmen sie es sich eben heraus, das beste Zimmer für sich auszusuchen.
Erwin, der Ich-Erzähler dieser Geschichte, war mit Frau Judith und seinen beiden Kindern pünktlich. Sie nahmen sich das kleinste Zimmer um den unpünktlich eintreffenden Riedls nicht irgendwie vor den Kopf zu stoßen. Die Kinder wurden ja eh allesamt ins Matratzenlager unter dem Dach verfrachtet.
Erwin suchte sich die Familien für den gemeinsamen Urlaub sorgfältig aus, denn nichts war ihm wichtiger als eine solide Erziehung seiner Sprösslinge Klara und Elias. Vor allem die Schlafgewohnheiten und rigorose Einschlafrituale waren ihm wichtig, und die Bründlmayers und Riedls tickten da ähnlich.
Nebenbei waren die Kinder der drei Familien allesamt perfekt instruiert und programmiert, was bei so manchen Gefahrensituationen zu tun sei. So gab es überraschende Feueralarme – die Kinder reagierten nach Bilderbuch. Allesamt. Auch eine vorgetäuschte Autopanne mit brennendem Motor wurde von Klara und Elias mit Bravour gemeistert. Erwin war eben ein Macher, hatte alles fest im Griff. Außer vielleicht sich selber nicht so ganz, schlürfte gerne mal ein Bierchen zuviel, und was unter anderen Röcken sein mag, interessierte ihn auch, aber fremdgehen würde er natürlich niemals.
Was er allerdings gar nicht unter Kontrolle hatte, waren die Alpträume seiner Tochter Klara. Die raubten der Familie für lange Zeit den Schlaf. Die anderen wussten natürlich von dieser Krise, und so wurde dann schon mal etwas schief in Richtung von Erwins Familie geschielt.
Als aber dann just ab der ersten Urlaubsnacht regelmäßig Konstantin Riedl mit angsterfülltem Geschrei aus einem Alptraum aufwachte und alle Personen zusammentrommelt, war es mit der gut ausgedachten und erhofften Idylle vorbei.
Konstantin war nebenbei noch ziemlich schüchtern, versteckte sich lieber hinter Mamas Rockzipfel.
Doch nach der ersten Alptraumnacht änderte sich einiges. Die Kinder schweißten sich zusammen, lösten sich aus den streng getakteten Urlaubstagen und hinterließen ihre Eltern zunehmend ratlos. Die Erwachsenen drifteten auseinander ...
Mit viel Humor und Situationskomik zeichnet Pretterhofer ein klares Bild von Eltern, denen sehr viel an Perfektionismus in der Kindererziehung liegt. Kein Wunder, dass Alpträume daherkommen, könnte man meinen. Im Laufe der Geschichte erfahren wir etwas über die Träume der Kinder (wird jetzt natürlich nicht verraten). Manchmal erweckt es den Eindruck, als wären die Kinder fremdgesteuert, weil sie geschlossene Einigkeit demonstrieren.
Die Situationen, und auch die Ich-Erzählungen von Erwin, regen beim Leser starke Bilder an. Die Figuren bewegen sich, werden plastisch.
Es bleiben beim (und auch nach) dem Lesen starke Eindrücke hängen. Der Roman von Jakob Pretterhofer ist für mich eine gekonnte Persiflage auf das Getue und Gezeter auf den Perfektionismus-Wahnsinns, dem wohl so manche Familien verfallen. Das man Kinder einfach Kinder sein lassen kann und soll, entzieht sich wohl so manchem Alpha-Elterchen. Der Kontrollverlust über ihre Schützlinge lässt sie die Kontrolle über sich selbst verlieren. Oder ganz modern ausgedrückt: man stelle sich vor, ein Programmierer verliert die Kontrolle über seine geschaffene KI.
Gerne gebe ich eine sehr große Leseempfehlung für diesen besonderen Roman, der noch lange nachhallen wird und ganz gewiss einen besonderen Platz in meiner persönlichen literarischen Hall-of-Fame bekommt.
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