kurz und knackig
Dieser Eichendorff hat doch glatt in Heidelberg mit einer Bäckerstochter rumgemacht und als es ernst werden sollte, also heiraten, da ist er verduftet. So mag es nicht wundern, dass er mit dem Ausruf endet: "sei nur vor allen Dingen jung! Denn ohne Blüte keine Frucht."
Dann
lobt er noch den Katholizismus als neuen Zeitgeist, aber das schönste sind die Schmähungen, die er…mehrkurz und knackig
Dieser Eichendorff hat doch glatt in Heidelberg mit einer Bäckerstochter rumgemacht und als es ernst werden sollte, also heiraten, da ist er verduftet. So mag es nicht wundern, dass er mit dem Ausruf endet: "sei nur vor allen Dingen jung! Denn ohne Blüte keine Frucht."
Dann lobt er noch den Katholizismus als neuen Zeitgeist, aber das schönste sind die Schmähungen, die er schreibt. "In Heidelberg selbst aber saß der alte Voß, der sich bereits überlebt hatte und darüber ganz grämlich geworden war. Mitten in dem staubigen Gewebe seiner Gelehrsamkeit lauerte er wie eine ungesellige Spinne, auf alles Junge und Neue zufahrend, das sich unvorsichtig dem Gespinste zu nähern unterfing. Besonders waren ihm, nebst dem Katholizismus, die Sonette verhaßt." Mich würde es nicht wundern, wenn hier eigene Lebenserfahrungen verarbeitet werden.
Eichendorff schreibt über die Romantik. Seltsam, dass er nicht Jena anstatt Halle gewählt hat. Aber in Halle wurde die Universität von Napoleon sogar aufgelöst.
Die Romantik umfasst nicht nur die Literatur. Malerei kommt wenig vor, aber Musik mit Beethoven und Mozart und andere Wissenschaften wie die Mittelalterforschung sind eindeutig romantisch.
Ein kurzer Text, der viel bietet und trotz seines Alters noch aktuell ist, also 5 Sterne.
Zitat: Heidelberg ist selbst eine prächtige Romantik; da umschlingt der Frühling Haus und Hof und alles Gewöhnliche mit Reben und Blumen und erzählen Burgen und Wälder ein wunderbares Märchen der Vorzeit, als gäbe es nichts Gemeines auf der Welt.