Nach vielen Jahren in den USA kehrt Nadine frisch geschieden in ihre deutsche Heimat zurück, um am malerischen Bodensee neu anzufangen. Doch während sie auf einen Neuanfang hofft, sträubt sich ihre 14-jährige Tochter Sara mit aller Macht dagegen. Für Sara, die sich aus ihrem gewohnten Leben herausgerissen fühlt, wird das idyllische Zuhause zum Schauplatz ihrer pubertären Rebellion, und Nadines Traum von einem harmonischen Neustart verwandelt sich in einen täglichen Kampf. Als Nadine dann Tobias begegnet und sich Hals über Kopf in ihn verliebt, scheint das Chaos perfekt. Denn nicht nur Sara, sondern auch Tobias' Kinder Cleo und Noah haben kein Interesse an einer Patchwork-Idylle und setzen alles daran, die neue Liebe ihrer Eltern zu sabotieren. Zwischen missmutigen Teenagern, Kommunikationsproblemen und jeder Menge jugendlicher Intrigen versuchen Nadine und Tobias, ihre frische Beziehung irgendwie auf Kurs zu halten. Aber haben sie unter diesen turbulenten Bedingungen überhaupt eine Chance? Leseprobe: Zielstrebig durchquerte ich das Klassenzimmer. Auf den letzten Metern straffte ich noch einmal die Schultern, richtete mich so weit auf, wie es meine hundertsiebzig Zentimeter hergaben, und räusperte mich. Entschlossen und mit eisigem Unterton sprach ich den breiten Rücken an, der sich vor mir auftürmte. »Sind Sie Cleos Vater?« Wie die Klinge eines Messers auf dem Schlachtfeld durchschnitt meine Stimme die Luft. Mit einem zögerlichen »Ja« und irritiert gerunzelten Augenbrauen drehte sich der Breitrücken-Besitzer um, während die Gespräche in seiner Gruppe zum Erliegen kamen. Und nicht nur die kamen zum Erliegen. Auch mein Herzschlag und meine Atmung schienen sich dem allgemeinen Trend anzuschließen. Ein Glück, dass sich diese Körperfunktionen autonom regulierten und ohne bewusste mentale Steuerung auskamen, sonst hätte ich für nichts garantiert. »Nadine, was für eine wundervolle Überraschung!«, erklang eine Stimme aus dem Mund unterhalb der ehemals gerunzelten Brauen, die sich nun erfreut in die Höhe hoben. Es dauerte keine Sekunde, bis das Mienenspiel von einem neckischen Grinsen und einem vorwurfsvollen Kopfschütteln ergänzt wurde. »Du hast nicht angerufen!« »Das ist so weit richtig«, entgegnete ich steif. Mein Herz weigerte sich standhaft, in einem normalen Rhythmus zu schlagen, und die Atmung hatte etwas von Schni-Schna-Schnappi. Die Amygdala tanzte und mein Gehirn glänzte mit Abwesenheit.
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