Studienarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Germanistik - Linguistik, Note: 2,3, Universität Duisburg-Essen, Sprache: Deutsch, Abstract: Seit Menschen Sprachsysteme erfunden haben, unterliegen Sprachen einem fortwährenden Wandel: Wörter verändern sich, manche Wörter sterben aus und immer wieder werden neue Wörter „erfunden“ oder neu gebildet. Eine Wortschatzerweiterung ist notwendig, da immer wieder neue Gegenstände, Sportarten, Kriterien, Zustände, Handlungsweisen, Zusammenhänge, Entwicklungen etc. beschrieben und benannt werden müssen. In der Sprachwissenschaft beschäftigt sich der Bereich der Morphologie mit diesem Phänomen. „Die Morphologie beschäftigt sich mit dem Aufbau von Wortformen und Wörtern aus kleinsten >Wortbausteinen<, sie fragt nach der Kombinatorik von Einheiten wie Stämmen und Affixen, sie leitet Bedeutungen komplexer Wörter her und macht verständlich, aufgrund welcher Mechanismen neue Wörter entstehen.“. Neue Wörter müssen aber den Menschen zugänglich gemacht werden, so dass auch die Möglichkeit besteht, unbekannte Wörter nachzuschlagen. Dies ist zum Beispiel Aufgabe der Dudenredaktion, die jedes Jahr neue Wörter in den Duden aufnimmt. Um eine geeignete Auswahl zu treffen, werden in Unmengen von Texten (Romane, Erzählungen, Zeitungen, Zeitschriften usw.) neue Wörter gesucht. Vorschläge aus der Bevölkerung sind ebenso willkommen. Zusätzlich bedient sich die Dudenredaktion kommerzieller Datenbankanbieter wie zum Beispiel GENIOS. „Über eine Volltextsuche kann hier jedes von einem Redakteur, einer Redakteurin eingegebene Wort, das existiert und belegt ist, in Sekundenschnelle nachgewiesen und mit der Zahl seiner Belege und den Umgebungstexten herausgefiltert werden. Die Ergebnisse dieser Analysen lassen zunächst einmal Rückschlüsse auf die Verwendungshäufigkeit des betreffenden Wortes zu.“. Letztendlich entscheiden die Redakteure, welche Wörter in die neue Auflage des Wörterbuchs aufgenommen werden. „Natürlich können nie alle Wörter, die im Zeitraum zwischen zwei Auflagen neu in die deutsche Sprache gekommen sind oder in ihr gebildet wurden, verzeichnet werden: Dies ist schon allein deshalb nicht machbar, weil der Umfang eines Wörterbuchs beschränkt ist.“. In dieser Proseminararbeit soll dargestellt werden, welche allgemeinen Grundsätze bei der Neubildung von Wörtern beachtet werden müssen, welche Grundsätze auf das Englische zutreffen und dann, welche Unterschiede bei Wortbildungen des Englischen und Deutschen bestehen. Dazu möchte ich zuerst den Begriff der Wortbildung von der Entlehnung, Bedeutungsveränderung und Neuschöpfung, sowie der Flexion abgrenzen.