Toni Morrison
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Gott, hilf dem Kind (MP3-Download)
Ungekürzte Lesung. 284 Min.
Sprecher: Kunzendorf, Nina
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Lula Ann ist solch ein tiefschwarzes Baby, dass ihre Mutter bei der Geburt fast zu Tode erschrickt und der Vater die junge Familie verlässt, weil er das Kind nicht als seines anerkennen kann. Die Mutter zieht Lula Ann allein groß und lehrt sie Gehorsam und Unterwürfigkeit, um nur nicht aufzufallen. Doch die heranwachsende Tochter sträubt sich gegen die verordnete Angepasstheit. Sie ändert ihren Namen in Bride, kleidet sich in provokant strahlendes Weiß, macht Karriere und befreit sich auf ihre Weise von der Vergangenheit.
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Toni Morrison wurde 1931 in Lorain, Ohio, geboren. Sie studierte an der renommierten Cornell University Anglistik und hatte an der Princeton University eine Professur für afroamerikanische Literatur inne. Zu ihren bedeutendsten Werken zählen 'Sehr blaue Augen', 'Solomons Lied', 'Beloved', 'Jazz' und ihr essayistisches Schaffen. Sie war Mitglied des National Council on the Arts und der American Academy of Arts and Letters. Ausgezeichnet mit zahlreichen Preisen, u. a. mit dem National Book Critics' Circle Award und dem American-Academy-and-Institute-of-Arts-and-Letters Award für Erzählliteratur. 1993 erhielt sie den Nobelpreis für Literatur, und 2012 zeichnete Barack Obama sie mit der Presidential Medal of Freedom aus. Toni Morrison starb am 5. August 2019.
Produktdetails
- Verlag: argon
- Gesamtlaufzeit: 284 Min.
- Erscheinungstermin: 27. April 2017
- Sprache: Deutsch
- ISBN-13: 9783732415595
- Artikelnr.: 48102687
Kämpferisch und energisch - wie man Morrison kennt und liebt. Observer
Nachdem ich Thea Dorn über dieses Buch sprechen gehört hatte, wollte ich es auch lesen und im Gegensatz zu Dennis Scheck, der mir "Kompass" aufgeschwatzt hat, lohnte es sich auch.
Eine hellfarbige, fast weiße Mutter bekommt ein rabenschwarzes Kind, wird von ihrem Mann …
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Nachdem ich Thea Dorn über dieses Buch sprechen gehört hatte, wollte ich es auch lesen und im Gegensatz zu Dennis Scheck, der mir "Kompass" aufgeschwatzt hat, lohnte es sich auch.
Eine hellfarbige, fast weiße Mutter bekommt ein rabenschwarzes Kind, wird von ihrem Mann verlassen und zieht ihr Kind so auf, dass niemand merken soll, dass sie die Mutter ist und gibt vor, dass sie damit ihr Kind vor dem Rassismus, dem sie ausgesetzt sein wird schützen will.
Eigentliche Hauptperson des Buches ist dann aber die Tochter, die sich Bride nennt, und wie sie aus ihrer schweren Situation das Beste machte. So trägt sie nur weiß, was ihre schwarze Hautfarbe zur Geltung bringt und gründet ein Modelabel.
Dennoch wird sie von ihrer großen Liebe Brooker verlassen, ohne dass sie dafür den Grund kennt. Ihm gefiel wohl nicht, dass sie sich von ihrer Lehrerin, die wegen Kindesmissbrauch im Gefängnis war, einfach zusammen schlagen lässt.
Bride sucht Brooker Adresse und reist ihm hinterher. Dabei kehrt sie, vielleicht aufgrund eines Autounfalles zurück in ihre Jugend. Brookers Tante plegt sie nach dem Unfall. Streitigkeiten können ausgeräumt werden und mit dem plötzlichen Tod der Tante befindet sich Bride wieder im Erwachsenenleben und wird schwanger.
Dann hören nochmal die Mutter die dazu meint, dass Gott diesem Kind helfe.
Viel Inhalt, auf wenigen Seiten, von unterschiedlichen Personen beleuchtet. Es ist nicht nur ein Buch gegen Rassismus, sondern auch ein Buch, das Mut macht sich aus schweren Zeiten zu befreien. Bestnote.
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Überambitioniert und thematisch überfrachtet
Das Werk der US-amerikanischen Nobelpreis-Trägerin Toni Morrison ist gekennzeichnet durch das Thema Rassentrennung, so auch in «Gott, hilf dem Kind», ihrem elften Roman. Gegenüber früheren Romanen ist sie hier …
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Überambitioniert und thematisch überfrachtet
Das Werk der US-amerikanischen Nobelpreis-Trägerin Toni Morrison ist gekennzeichnet durch das Thema Rassentrennung, so auch in «Gott, hilf dem Kind», ihrem elften Roman. Gegenüber früheren Romanen ist sie hier stilistisch aber neue Wege gegangen, sie arbeitet mit nicht weniger als vier Ich-Erzählerinnen, ergänzt um eine auktoriale Passage. Im Mittelpunkt des Plots steht ein farbiges Paar, beide Anfang zwanzig, die auf jeweils ganz individuelle Weise psychisch geschädigt sind durch schreckliche, rassen-feindliche Kindheits-Erlebnisse mit Sexualtätern, die sie mental nicht verarbeiten können.
Der vierteilige Roman beginnt aus der Perspektive von Sweetness mit der Geburt von deren Tochter Lula Ann, einem Baby, das im Gegensatz zu Mutter und Vater tiefschwarz ist. «Sie war so schwarz, dass es mir Angst machte», heißt es im Roman. Sie ist fassungslos, glaubt an eine Verwechslung, will das Kind zur Adoption freigeben. Sie selbst ist so hellhäutig, dass sie als Weiße gilt wie auch ihr Mann, der denn auch prompt glaubt, er wäre nicht der Vater, und wütend die Familie verlässt. Sweetness hat Probleme, mit der Situation klar zu kommen, sie erzieht ihre Tochter zu absolutem Gehorsam und zu einer unterwürfigen Haltung den Weißen gegenüber. Immer nach dem Motto «Nur nicht auffallen» in einem Land, dessen Bewohnern die Rassentrennung scheinbar unausrottbar in den Hirnen eingepflanzt ist, aller Vernunft zum Trotz! Als Lula Ann bei einem Prozess gegen ihre Lehrerin, die sich an Kindern vergangen haben soll, als Zeugin aussagt, belastet sie die Angeklagte, nur um sich wichtig zu machen und die Mutter zu beeindrucken. Eine Aussage, die der Lehrerin eine fünfzehnjährige Gefängnisstrafe einbringt und ihr selbst ein lebenslanges Trauma beschert. Lula Ann wächst zu einer bildschönen Frau heran, nennt sich künftig Bride und kleidet sich auf Anraten eines als Modeberater arbeitenden Freundes provokant nur noch in strahlendem Weiß, was sie als Black Beauty noch attraktiver macht. Und sie legt eine steile Karriere in einer Kosmetikfirma hin, deren Sortiment sie kreativ erweitert, - die junge Frau fährt fortan einen Jaguar.
Zweiter Protagonist des Romans ist neben Bride deren Freund Booker, dessen Geschichte auktorial erzählt wird. Sein älterer Bruder ist Opfer eines pädophilen Sexualverbrechens geworden, das ein Weißer Mann begangen hat. Obwohl er hochbegabt ist und erfolgreich studiert hat, hat diese Zäsur in seinen Jugendjahren ihn seelisch vollkommen aus der Bahn geworfen. Nach einem Streit trennt sich das Paar, und jeder versucht auf seine Weise, mit seinem speziellen Trauma fertig zu werden. Im Roman kommen Sweetness, die Mutter von Bride zu Wort, ferner Brooklyn, ihre beste Freundin und Kollegin, aber auch Sofia, die zu Unrecht verurteilte Lehrerin sowie Rain, ein von seiner Mutter an Männer vermietetes kleines Mädchen, dass von einem weißen Ehepaar bei strömendem Regen einsam auf der Straße aufgegabelt wird.
Rassismus ist niemals nur ein Übel bei den alten weißen Männern, wie immer gesagt wird, im Diskurs zur «Critical Whiteness» nimmt auch Toni Morrison deutlich dazu Stellung: «Mein Projekt ist das Bemühen darum, den kritischen Blick vom rassischen Objekt zum rassischen Subjekt zu wenden…» Und beweist auch in diesem Roman wieder, dass Selbsthass als rassistisch vorgeprägtes Bewusstsein bei den Betroffenen fest verankert ist. Sie erzählt oft sentimental, aber stilistisch locker, und meist erhaben über ihrer Geschichte stehend, in der abartige Sexualität eine wichtige Rolle spielt. Die Bilder, die sie schafft, sind nicht immer überzeugend, vor allem die kafkaeske Metamorphose von Bride zurück zu Lula Ann irritiert denn doch. Thematisch überfrachtet, ist dieser Roman zwar durchaus lesenswert, aber auch die gleich vierfach auftretenden, unzuverlässigen Erzählerinnen sind des Guten zuviel, hinterlassen sie doch allzu viele Leerstellen und falsche Fährten. Überambitioniert und thematisch überfrachtet, leider!
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