In seinem fulminanten Gesellschaftsroman entwirft Christoph Hein ein mitreißendes Panorama der DDR, von deren Gründung über die dramatischen Entwicklungen des jungen Staates bis zu seinem Scheitern und der Wende. Den überzeugten Kommunisten und ehemals begeisterten Nazi Johannes Goretzka, die alleinerziehende Mutter Yvonne, in Intrigen verstrickte Funktionäre, Intellektuelle und Kellner begleitet Hein auf ihrem Lebensweg in einem Staat, den sie zunehmend als Narrenschiff wahrnehmen. Ein Schiff, das auf immer bedrohlichere historische Klippen zusteuert ...Ungekürzte Lesung mit Nico Holonics2 mp3-CDs ca. 22 h 43 min
»Ein Stück Zeitgeschichte, feinfühlig und nachvollziehbar erzählt, und spannend bis zur letzten Minute.« WDR 5 über »Unterm Staub der Zeit«
»[Eine] spannend gefügte Galerie aus Schicksalen und Konflikten. ... Hein umkreist die Kräfteverhältnisse [in der DDR] sorgsam, umsichtig kühl, mit intelligenter Vorsicht und Besonnenheit. « Hans-Dieter Schütt neues deutschland 20250325
Perlentaucher-Notiz zur WELT-Rezension
So trocken ist Christoph Heins Erzählton in seinem neuen Roman, dass Rezensentin Marlene Hobrack zu ahnen beginnt, wie sich vierzig Jahre DDR angefühlt haben müssen. Man könnte zwar sagen, dass dieser Effekt vom Autor beabsichtigt wurde, aber Hobrack findet die Zumutung für die Leserschaft leider dann doch etwas zu groß geraten. Hein erzählt DDR-Geschichte ausgehend von der Familie von Ex-Nazi Johannes, seiner Frau Yvonne und Tochter Kathinka und vielen weiteren Figuren. Das "groteske Machtnetzwerk" und die Absurdität des totalitären Systems kann Hein in jedem Fall deutlich machen, versichert Hobrack. Auch die große Dichte des Romans, der mit einer Fülle an historischen Details aufwartet, beeindruckt sie. Leider bleiben die Figuren durch den berichtenden Erzählton blass, auch eine psychologische Inneneinsicht bleibt der Leserschaft verwehrt, bedauert Hobrack.
© Perlentaucher Medien GmbH
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