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Anna Gavalda
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Ab morgen wird alles anders
Broschiertes Buch
Manchmal fühlt sich das Leben an wie eine Sackgasse. Aber eine sehr charmante - Fünf neue Geschichten von Anna Gavalda, der »Meisterin der kleinen Form.« Katharina Granzin, taz
»Ab morgen wird alles anders« - das ist das Motto von Anna Gavaldas neuen Geschichten: Mathilde verliert ihre Handtasche, nachdem sie in einem Café in Paris einen Drink zu viel hatte - mit Geld darin, das ihr nicht gehört. Yann fühlt sich in einem langweiligen Beruf gefangen, bis ihm eines Abends ein Licht aufgeht. Die eine sucht nach dem richtigen Mann, der andere hat die falsche Freundin. Bei keinem läuft es richtig rund. Mit Witz und Leichtigkeit erzählt die französische Bestsellerautorin von der unzerstörbaren Hoffnung der Menschen in die Macht der Liebe - »Inspirierender Lesespaß, der Mut macht.« Freundin…mehr
»Ab morgen wird alles anders« - das ist das Motto von Anna Gavaldas neuen Geschichten: Mathilde verliert ihre Handtasche, nachdem sie in einem Café in Paris einen Drink zu viel hatte - mit Geld darin, das ihr nicht gehört. Yann fühlt sich in einem langweiligen Beruf gefangen, bis ihm eines Abends ein Licht aufgeht. Die eine sucht nach dem richtigen Mann, der andere hat die falsche Freundin. Bei keinem läuft es richtig rund. Mit Witz und Leichtigkeit erzählt die französische Bestsellerautorin von der unzerstörbaren Hoffnung der Menschen in die Macht der Liebe - »Inspirierender Lesespaß, der Mut macht.« Freundin…mehr
11,00 €
Mes points de vie
Broschiertes Buch
Französische Literatur in Reclams Roter Reihe: das ist der französische Originaltext - ungekürzt und unbearbeitet mit Worterklärungen am Fuß jeder Seite, Nachwort und Literaturhinweisen.Drei Novellen, einfühlsam geschilderte Alltagsgeschichten, die Anna Gavalda auf der ganzen Höhe ihrer Erzählkunst zeigen und damit an ihren Bestseller »Je voudrais que quelqu'un m'attende quelque part« anschließen: In »Mon chien va mourir« geht es um einen Fernfahrer, der seinen Hund begraben muss, der ihm als langjähriger Begleiter auf seinen Fahrten ans Herz gewachsen war. »Happy Meal« ist eine kurze und höchst amüsante Geschichte über einen Restaurantbesuch bei MacDo - mit überraschendem Ausgang. Und »Mes points de vie« handelt von einem Bauingenieur, der wegen eines 'Fehltritts' seines sechsjährigen Sohnes in dessen Grundschule zitiert wird und dort 'schlichten' muss.Französische Lektüre: Niveau B1 - B2 (GER)
Sprachen: Französisch, Deutsch…mehr
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4,80 €

© Vinent Leloup
Anna Gavalda
Anna Gavalda, geboren 1970 in Boulogne-Billancourt, wurde mit dem großen Überraschungserfolg von "Zusammen ist man weniger allein" zum gefeierten Literaturstar - in Frankreich ebenso wie in Deutschland. Gavalda, die sich selbst als Anarchistin oder zumindest Utopistin beschreibt, wuchs in einer Großfamilie mit 13 Geschwistern auf und arbeitete als Lehrerin. Derzeit lebt sie mit ihren zwei Kindern in der Nähe von Paris. Dem kleinen Verlag, der ihr Werk im Original verlegt, hält sie nach wie vor die Treue."Zusammen ist man weniger allein" erzählt die märchenhafte Geschichte einer kauzigen Pariser WG, in der vier skurrile und gegensätzliche Typen nach Liebe und Anerkennung suchen. In Frankreich verkaufte sich das Buch, das immer wieder mit Jean-Pierre Jeunets Film "Die fabelhafte Welt der Amelie" verglichen wird, über 550.000 Mal. Inzwischen wurde es in 30 Sprachen übersetzt. In diesem wie in ihren anderen Werken beschreibt Anna Gavalda Wege dazu, wie sich Menschen für Gefühle öffnen, Liebe erfahren und ihre Vergangenheit hinter sich lassen können.
Das meint die buecher.de-Redaktion: Der Erfolg von Anna Galvaldas Büchern beweist, dass die Leser noch immer Sinn für moderne Märchen haben.
Medien
Kundenbewertungen
35 Kilo Hoffnung
Das Buch „35 Kilo Hoffnung“ von Autorin Anna Gavalda handelt von dem 13-jährigen David. David wiegt 35 Kilogramm – daher auch der Titel - und geht in die 6. Klasse. Die 3. Und die 6. Klasse musste er bereits wiederholen. Dabei war er doch ursprünglich ein ganz lieber und interessierter Junge. Er bastelte seit jeher gerne und gut. Als er jedoch in die Schule kam, nahm das Unheil seinen Lauf. David brachte schlechte Noten nach Hause und hatte keine Lust auf Schule. Seine Mutter und sein Vater hatten sich auseinandergelebt und die Mutter war mit der Hausaufgabenbetreuung überfordert. Und jetzt ist es wie es ist. David ist in der Schule unbeliebt und ein schlechter Schüler, der die Schule hasst. Mehrmals musste er schon die Schule wechseln, keine Schule will ihn mehr nehmen und seine Eltern haben zuhause kein gutes Wort mehr für ihn. Alles ist vollkommen verfahren. Sein einziger Halt ist sein Opa Leon. Bei ihm kann er sich so richtig wohlfühlen und allen Stress vergessen. Opa Leon ist ein leidenschaftlicher Bastler. Auch in der Schule gehörte er zu den Besten. Die beiden sind ein Herz und eine Seele. Er bringt David auf die Idee, eine technische Schule zu besuchen, wo großen Wert auf handwerkliches Arbeiten gelegt wird. Das findet David toll und will unbedingt die technische Schule besuchen. Die Plätze an dieser Schule sind allerdings begrenzt und man muss eine Aufnahmeprüfung absolvieren. David möchte unbedingt auf dieses technische Internat, auch wegen seinem Opa! Um Opa macht er sich zudem große Sorgen, denn der hustet in letzter Zeit sehr stark. Wie die Geschichte ausgeht, will ich an dieser Stelle nicht verraten, nur so viel, es lohnt sich diese Geschichte zu lesen!
Dieses Buch erzählt eine rührende Geschichte um eine wunderbare Beziehung zwischen einem Jungen, der sich einsam und verlassen fühlt, und seinem Opa, der ihm Halt und Zuversicht gibt. Ich gebe dem Buch die Note 1.
Dieses Buch erzählt eine rührende Geschichte um eine wunderbare Beziehung zwischen einem Jungen, der sich einsam und verlassen fühlt, und seinem Opa, der ihm Halt und Zuversicht gibt. Ich gebe dem Buch die Note 1.
Alles Glück kommt nie
Zur Zeit mein Lieblingsbuch. Der Hauptcharakter ist etwas ausgebrannt, was die ersten 100 Seiten dazu führt, dass es etwas chaotisch zugeht. Eine wunderbare Geschichte von Freundschaft, Liebe und der Suche nach sich selbst. Typisch französischer Schreibstil.
Alles Glück kommt nie
Sehr schneller Versand! Gute Qualität und Verpackung. Volle Punktzahl!!
Nur wer fällt, lernt fliegen
Bewertung von Lilli33 am 01.08.2014
Eine Liebesgeschichte der anderen Art
Bei einem Wanderurlaub fallen Billie und Franck in eine Felsspalte. Während Billie sich nur am Arm verletzt hat, hat Franck starke Schmerzen und kann sich nicht bewegen. Bald wird er bewusstlos. Billie lässt ihrer beider Leben Revue passieren.
Das Leben meint es nicht gut mit Billie und Franck. Billie wurde als Säugling von ihrer Mutter verlassen, wuchs bei der verhassten Stiefmutter auf. Liebe und Fürsorge lernt das Mädchen nicht kennen. Zitat: “Irgendwann und ohne dass es seine Absicht gewesen wäre, meinte mein Vater es endlich einmal gut mit mir und starb." (S. 107)
Franck ist schwul und leidet sehr unter seinem herrischen Vater. Beide haben nichts zu lachen, bis sie in der Schule zusammen für ein Theaterstück proben. Hierbei kommen sie sich nahe und werden Freunde. Freunde fürs Leben. Auch wenn das Schicksal sie immer wieder auseinander treibt, kommen sie früher oder später doch wieder zusammen und sorgen füreinander.
Mir fiel es nicht leicht, in das Buch hinein zu finden. Billies ungehobelte Sprache mit vielen Vulgär- und Fäkalausdrücken hat mich abgestoßen. Natürlich wirkt diese Sprache authentisch, aber lesen mag ich so etwas einfach nicht.
Die erzählten Episoden aus den Leben der zwei jungen Menschen sind anfangs recht kurz. Alles wirkt ein bisschen abgehackt und wenig geschmeidig. Für den Lesefluss ist das zwar nicht förderlich, aber es spiegelt das Erzählte wider. Insofern passt es gut.
Ist das Buch anfangs mehr oder weniger trostlos, wirkt es später doch hoffnungsvoll. Anna Gavalda zeigt, dass man sich nicht aufgeben darf, dass man sich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen kann und dass mit wahrer Liebe alles leichter geht.
"Nur wer fällt, lernt fliegen" ist vielleicht nicht Anna Gavaldas bestes Werk, aber durchaus lesenswert.
Alles Glück kommt nie
Bewertung von evelynmartina am 30.08.2010
Der Inhalt von "Alles Glück kommt nie" ist schnell erzählt:
Der 47-jährige Charles, ein erfolgreicher Architekt in Paris, befindet sich inmitten der Midlife-Crisis, entgegen der offiziellen Inhaltsangabe des Verlages, ist er keineswegs glücklich mit seinem Leben. Aufgrund seines Berufes ist Charles ständig unterwegs und fühlt sich nirgendwo zuhause. Die Beziehung zu seiner Lebensgefährtin Laurence ist geprägt von Eintönigkeit und Gewohnheit. Zudem betrügt sie ihn. Allein deren Tochter und seine Schwester scheinen Lichtpunkte in seiner Tristesse zu sein. Eines Tages erhält Charles einen Brief mit der Nachricht, daß seine erste große Liebe Anouk, die Mutter seines besten Freundes tot ist. Diese Mitteilung löst bei Charles eine Flut von Erinnerungen und Gedanken aus, die ihn schließlich dazu bewegen, nach der verdrängten Vergangenheit zu forschen und seinen Freund, zu dem er jahrelang keinen Kontakt hatte, aufzusuchen. Dabei lernt er wirkliches Glück kennen, was sein Leben verändern wird.
Wer Anna Gavalda kennt, weiß, dass sich ihre Romane nicht durch eine fulminante Handlung auszeichnen, sondern durch die einzigartige Darstellung gewöhnlicher und ungewöhnlicher Charakteren, so auch in „Alles Glück kommt nie.“
Der Roman lässt sich offensichtlich in zwei Teile gliedern, die sich sowohl von der Erzählweise als auch von der Sprache erheblich voneinander unterschieden. Die erste Hälfte beschäftigt sich mit Charles, seiner Lebenssituation, seiner Unzufriedenheit und Verdrossenheit und seiner Reaktion auf Anouk’s Tod. Die Autorin verwendet kurze, zum Teil abgehackte Sätze und macht Gedanken- und Zeitsprünge. Dieser Schreibstil mag den Lesefluss hemmen, er ist aber durchaus interessant und vermittelt die passende Atmosphäre. In der zweiten Hälfte, in der für Charles eine entscheidende Wende stattzufinden scheint, läuft Anna Gavalda zu ihrer bekannten Höchstform auf. Anschauliche Beschreibungen, beeindruckende Figuren und eine ausdrucksstarke Sprache machen das Lesen zu einem echten Vergnügen.
Nachdem ich mich eingelesen hatte, hat mich die Geschichte immer mehr in ihren Bann gezogen. Ich fühlte mit Charles mit, auch wenn er auf mich manchmal zu müde und zu lethargisch wirkte. Es werden Themen wie Lebenskrise, Vergangenheitsbewältigung, Freundschaft und Liebe aufgegriffen, die für jeden fassbar sind. Durch die verschiedenen Schreibstile entwickelt sich der Gang der Handlung, die deshalb auch nicht langweilig wird.
Besonders gut gefallen haben mir der Schauplatz Paris, die Großstadt, die im Verlauf der Erzählung als krasses Gegenteil zum idyllischen Landleben auftritt, und natürlich die zum Teil originellen Personen, die das Geschehen lebendig werden lassen.
Zwischen den Zeilen sind kleine Weisheiten zu finden, die zum Nachdenken über das eigene Leben anregen, denn wer möchte nicht leben anstatt zu existieren.
Fazit: Ein gelungener Unterhaltungsroman, nicht nur für Frauen!
Ein geschenkter Tag
Die Leichtigkeit des Sommers in einem kleinen Büchlein, besonders wohltuend im Winter. Drei Geschwister auf dem Weg zur Hochzeit ihrer Cousine. Eigentlich wollen sie gar nicht zur Familienfeier, doch angekommen, erfahren sie, dass ihr Bruder nicht erschienen ist. Um dem Tumult zu entfliehen, entschließen sie kurzerhand den Abwesenden zu besuchen. Die Überraschung gelingt, sie verbringen gemeinsam einen Tag fernab vom Alltag, philosophieren über das Leben, schwelgen in Erinnerungen, genießen die Sonne. Was für "ein geschenkter Tag".
Eine Geschichte auf – leider, leider nur - 144 Seiten, die zeigt, wie schön und einfach das Leben sein kann, wenn man nur bereit ist, für sein Dasein zu kämpfen. Die Autorin malt unglaublich glaubhafte, lebendige Charaktere und bezaubert mit traumhaften Landschaftsbildern.
Klein aber fein!
Nur wer fällt, lernt fliegen
Bewertung von MarTina am 12.04.2015
Klappentext:
Billie und Franck sind beim Bergwandern in Frankreich in eine Felsspalte gestürzt. Während er bewusstlos in ihren Armen liegt, versucht sie mit aller Kraft wach zu bleiben und erzählt ihre Geschichte: Sie, Billie, wuchs in einer Wohnwagensiedlung auf, er, Franck, lag wegen seiner Homosexualität im ständigen Clinch mit seinem bürgerlich-reaktionären Vater. Nichts scheint die beiden zu verbinden, bis sie zwei Hauptrollen im Schultheater bekommen. Trotzdem spricht alles gegen ein Happy End: Sie bleibt sitzen, er muss ins Internat, es folgen Abstürze und Schicksalsschläge. Aber Billie und Franck geben nicht auf. In Paris finden sie sich wieder – und Billie stellt ihr Leben auf Reset. Dann wird das Glück schon kommen.
Meine Meinung:
Die Geschichte wird aus der Sicht von Billie erzählt. Es beginnt damit, dass die beiden in der Nacht gerade gestürzt sind, und ziemlich ramponiert daliegen. Nach einer Weile wird Franck bewusstlos. Um irgendetwas zu tun, versucht Billie „ihren“ Stern am Himmel dazu zu überreden, dass er ihnen beiden Hilfe schickt. Damit der Stern auch weiß, ob es sich lohnt, erzählt sie die Lebensgeschichte von Franck und sich, ab dem Zeitpunkt, an dem sie sich getroffen haben.
Franck fand ich sofort sympathisch und er tat mir richtig leid, obwohl ich garnicht wusste, was genau passiert war. Billie selbst fand ich seltsam bzw. etwas verrückt. Im Laufe der Erzählung wird einem aber klar, warum sie so ist, wie sie ist. Am Schluss habe ich sie dann auch verstanden.
Der Schreibstil ist flüssig aber irgendwie verrückt. Es ist gut erzählt, aber ich musste langsamer lesen, damit ich Billies Gedanken folgen konnte. Den Schluss fand ich wunderschön. Er hat das Buch richtig abgerundet.
Fazit:
Insgesamt hat mich das Buch schon beeindruckt und auch noch im Nachhinein irgendwie beschäftigt. Aber aufgrund des Schreibstils finde ich es auch ein bisschen anstrengend. Trotzdem ist es bald gelesen, da es nicht so dick ist (-: .
Alles in allem ein empfehlenswertes Buch (wenn man sich auf den Schreibstil einlässt).
Nur wer fällt, lernt fliegen
Billie und Franck sind jeder auf seine Weise von Leben gebeutelt.
Bei Billie sind es vor allem die Eltern, die durch Gewalttätigkeit, Alkohol und Unzuverlässigkeit das Leben des Kindes fast unerträglich gemacht haben und die aus Billie eine junge verzweifelt nach Halt suchende Frau gemacht haben. Sie hangelt sich von einer Beziehung in die nächste ohne zur Ruhe zu kommen, ohne ein Ziel vor Augen zu haben. Sie lässt sich aushalten, lebt am Rande der Gesellschaft, am Existenzminimum, nahe dran, zur Hure zu werden, da es am leichtesten ist, sich aushalten zu lasen.
Francks Problem ist weniger differenziert als ganz einfach darin begründet, dass er schwul ist und seine Umgebung dies ziemlich schnell spürt. So finden die zwei Aussenseiter in der Kindheit ind er Schule zueinander. Gequält und gemobbt von den Mitschülern, klammern sie sich aneinander, geben sich Halt und Liebe. Dann verlässt Franck die Stadt und Billie bleibt allein und isoliert zurück. Aber er hat sie nicht ganz vergessen, schreibt ihr Briefe, die seine Mutter ihr zukommen lässt und denkt immer wieder an seine Jugendfreundin.
Bis er eines Tages zurückkehrt und sie in einer gefährlichen, lebensbedrohlichen Situation landen, in der Billie ihre Beziehung Revue passieren lässt.
Anna Gavalda schreibt in der Ich-Person von Billie, was mir prinzipiell immer nicht so gut gefällt, da der Blick auf die Welt dann sehr selektiv und emotional einseitig ist. Dennoch ist der Schreibstil gewohnt einfühlsam und hochwertig komplex. Burschikos und etwas rotzig frech erzählt die Hauptperson, wie sie alles empfunden hat und durch das Erzählen kommt sie sich selbst, ihren Gefühlen und auch ihrem Freund Franck näher, als all die Jahre vorher. Der Ton der jungen Billie wird gut getroffen. Dennoch war mir das Büchlein etwas zu dünn und auch die Handlung krankt daran, dass nicht wirklich viel passiert. Auch sind die Nebenpersonen etwas blass und am Ende habe ich mich gefragt, was wollte das Buch mir jetzt eigentlich sagen. Also meiner Meinung nach nicht Gavaldas bester Roman und für die wenigen Seiten vielleicht auch etwas teuer.
Nur wer fällt, lernt fliegen
Billie, die von ganz ganz unten kommt, hat in ihrer Kindheit und Jugend wohl schon mehr Härten und Grausamkeiten kennengelernt, als viele Menschen in ihrem ganzen Leben. Völlig lieblos aufgewachsen in Armut und Verwahrlosung, ohne jedes Interesse von Seiten ihrer (Stief-)Eltern, die dem Alkohol zugeneigter waren als ihren Kindern. Immerhin geht sie mehr oder weniger regelmäßig zur Schule, wo sie trotz ihrer Bemühungen schnell zur Außenseiterin wird. Doch dann muss sie ein Theaterprojekt zusammen mit Frank umsetzen, der ebenso wie sie ein Außenseiter ist, aber doch ganz anders. Und das ändert ihr beider Leben.
Erzählt wird dieses gemeinsame Leben von Billie während einer Nacht, in der sie zuvor Beide in eine Schlucht gestürzt sind und Frank offenbar schwerstverletzt und bewusstlos neben ihr liegt. Sie erzählt und ringt um Worte in der Hoffnung, Frank damit das Leben retten zu können.
Es ist eine in erster Linie wirklich schön erzählte Geschichte: Man nimmt teil und leidet mit Billie in ihren beschissenen Verhältnissen und hofft und wünscht sich, dass es ein gutes Ende nimmt. Doch für mein Empfinden herrscht zwischen dem Erzählten und dem eigentlichen Inhalt der Geschichte ein gewisser Missklang. Billies Bildung kann man wohl nur (nach ihrer eigenen Schilderung) als zurückgeblieben bezeichnen, doch ihr Erzählstil (auch wenn er herrlich schnoddrig daherkommt) wie auch ihre Wortwahl ist alles andere als verkümmert und stehen beide in einem merkwürdigen Widerspruch zueinander, was mich immer wieder befremdete und aus der Lektüre fallen ließ ;-) Auch der letzte Teil des Buches kam mir eher aufgesetzt vor: Für die eigentliche Geschichte war er nicht notwendig und diente lediglich als Grundlage für das (meiner Meinung) zu überzogene Happy End.
So schwanke ich zwischen drei und vier Sternen: Toll erzählt, aber für mich in einem bedauerlichen Missverhältnis zur eigentlichen Handlung.
Alles Glück kommt nie
Das Cover ist leider nicht wirklich etwas spektakuläres, es zeigt einen roten Hintergrund und weisse Tauben, also nichts, was jetzt besonders wäre und man sieht den ersten Teil der Geschichte "Zusammen ist man weniger allein" auf dem Cover als Cover im Cover. Wirkt aber alles nicht so wirklich passend, also kein wirkliches Coverhighlight.
Charles ist an sich ein glücklicher Mann, wenn man ihn so von aussen betrachtet, er hat eine nette Frau, aber das Paar liebt sich nicht mehr, bleibt aber wegen der gemeinsamem Tochter zusammen. Charles´ Lebensweise wird ziemlich umfangreich beschrieben und erst nach und nach wird klar, wer Anouk ist, aber man muss sich auch einiges zusammenreimen, damit man dann ein bisschen der Geschichte auf die Spur kommt. Ohne jetzt zu viel spoilern zu wollen, Anouk war mal ein wichtiger Teil im Leben von Charles und zeigt den Protagonisten von einer ganz anderen Seite, die ihn näher an den Leser bringt. Aber auch das ist dann etwas zäh verteilt und kommt nur in Bruchstücken an den Leser.
Anna Gavalda baut in dem Buch auf den ersten Teil "Zusammen ist man weniger allein" auf, also sollte das Buch definitiv vorher gelesen werden, weil sonst ist man komplett verwirrt und versteht einiges in der Geschichte einfach nicht.
Anna Gavalda ist eine Meisterin, wenn es um wirklich sehr spitze Dialoge und eine tolle Erzählweise geht, aber leider war dieses Buch nicht eins ihrer Meisterwerke. Es zog sich doch sehr bis endlich der "Aha-Moment" kam und man die Geschichte geniessen konnte, da war aber schon die Hälfte des Buches weg. Und leider lässt das Buch dann im letzten Drittel nochmal nach und wirkt irgendwie nicht mehr so wirklich tiefgehend, es traf zumindest nicht den Nerv, den Anna Gavalda sonst ansprechen kann.
Zugegeben, der erste Teil des Buch ist wirklich ein Kampf, man überlegt immer wieder, das Buch abzubrechen, weil man irgendwie nicht auf einen wirklichen Nenner mit der Autorin kommt und ich teilweise fragt, was die Dialoge sollen, der rote Faden ist erst danach wirklich klar. Aber wenn man sich durch diese Seiten kämpft, ist es ein wirklich solides Buch mit einer schönen Sprache und schönen Momenten.
Fazit:
Charles und Anouk, zwei Menschen, die das Herzstück des Buches bilden, dabei aber teilweise durch das ganze Umschreiben etwas verschwinden und das ist schade, weil gerade das macht das Buch aus und auch die Geschichte um die Beiden ist wirklich nett, aber immer wieder merkt man, dass Anna Gavalda sich immer wieder in Nebenschauplätze verliert.
Das Buch ist sicher für Leser etwas, die sich gerne komplett auf ein Buch einlassen, aber auch diese sollten dann kein komplettes Highlight erwarten. Anna Gavalda schreibt an sich wirklich gut, konnte aber die Idee des Buches nicht so wirklich komplett umsetzen, was schade ist, weil der erste Teil der Geschichte "Zusammen ist man weniger allein" ist wirklich ein grossartiges Buch. Definitiv sollte man den ersten Teil der Geschichte kennen, sonst wirkt das Buch auf einen eher verwirrend.
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