Autor im Porträt

Toptitel von John Galsworthy

Die Forsyte Saga

Gebundenes Buch
Eine Familie der oberen Mittelschicht, Intrigen und Schicksale - das ist der Stoff, aus dem der Literatur-Nobelpreisträger John Galsworthy seine monumentale Romantrilogie spinnt. Beginnend im viktorianischen London der 1880er Jahre und endend in den frühen Goldenen Zwanzigern beschreibt Galsworthy über mehrere Generationen hinweg den Zerfall der Familie Forsyte: Der erfolgreiche Anwalt Soames Forsyte kauft ein Stück Land, um darauf ein Haus für sich und seine Frau Irene zu bauen, doch anders als die frisch hochgezogene Fassade des Hauses beginnt die eheliche Fassade zu bröckeln. Arroganz, falsche Entscheidungen und bittere Schuldzuweisungen führen zu einer Fehde mit fatalen Folgen - selbst für die letzten Sprösslinge der Familie Forsyte. In drei Romanen entfaltet Galsworthy, lange bevor die Granthams in Downton Abbey einzogen, ein breites Gesellschafts-Panorama voller Skandale und Tragödien, Leidenschaft und Dekadenz.Drei Bände im Schuber mit herausnehmbarem Stammbaum der FamilieForsyte.…mehr

 

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Eine moderne Komödie - Romantrilogie (eBook, ePUB)

eBook, ePUB
An jenem denkwürdigen Nachmittag Mitte Oktober des Jahres 1922 stieg Sir Lawrence Mont, neunter Baronet, die von den Verfechtern des Bestehenden so gründlich ausgetretenen Stufen des konservativen Snooks-Clubs hinunter. Auf seinen dünnen Beinen schritt er eilig dahin, den Kopf mit der feinen Nase dem Ostwind zugekehrt. Mehr durch seine Geburt als von Natur aus zur Politik bestimmt, beurteilte er die Umwälzung, die seine Partei wieder ans Ruder gebracht hatte, mit leidenschaftslosem Interesse und nicht ohne Humor. Als er am liberalen Remove-Club vorbeiging, dachte er: 'Die werden jetzt schwitzen da drinnen - die guten Zeiten sind vorüber! Keine komplizierten Speisen mehr. Zur Abwechslung einmal Schnepfe ohne Garnierung!' Die führenden Größen waren schon aus dem Snooks-Club ausgetreten, ehe er Mitglied wurde. Er gehörte nicht 'zu jenen Konjunkturrittern, die ihr Schäfchen bereits geschoren hatten, o nein - diese Kerle, die im Augenblick, da der Krieg vorüber war, der Landwirtschaft den Rücken gekehrt hatten. Pah!' Eine Stunde lang hatte er sich verschiedene Meinungen angehört und sein beweglicher Geist, der in den Anschauungen der Vergangenheit wurzelte und der Gegenwart und allen politischen Beteuerungen und Verkündigungen skeptisch gegenüberstand, hatte amüsiert bemerkt, welche Verwirrung die schicksalsschwere Versammlung in allen Köpfen, patriotischen und anderen, angerichtet hatte. Wie die meisten Grundbesitzer mißtraute er rein theoretischen Lehrsätzen. Seine politische Überzeugung, wenn er überhaupt eine hatte, lautete: Einfuhrzoll auf Weizen, und soweit er sehen konnte, stand er damit jetzt allein - aber er wollte ja auch gar nicht ins Parlament kommen. Mit anderen Worten: er hatte nicht zu fürchten, daß seine politischen Grundsätze von den Stimmzetteln derjenigen, die das Brot bezahlen mußten, erschüttert würden. Grundsätze, überlegte er, waren im Grunde gleichbedeutend mit Profit; warum zum Kuckuck taten die Leute immer so, als wäre es anders! Profit, im tiefsten Sinne des Wortes natürlich, war nichts anderes als Selbsterhaltungstrieb für Mitglieder einer bestimmten Gemeinschaft. Und wie zum Kuckuck sollte diese bestimmte Gemeinschaft, die englische Nation, weiter existieren, wenn das ganze Land nicht mehr bebaut würde und alle Schiffe und Häfen Gefahr liefen, von Aeroplanen zerstört zu werden? Im Club hatte er eine Stunde lang darauf gewartet, daß einer die Bodenfrage anschneiden würde. Kein einziger! Sie trieben keine praktische Politik! ...…mehr

 

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John Galsworthy

Der erfolgreiche britische Schriftsteller und Dramatiker John Galsworthy (* Kingston Hill/Surrey 1867, † London 1933) machte sich vor allem mit Schilderungen der besseren Gesellschaft Großbritanniens zu Beginn des 20. Jahrhunderts einen Namen. Sein bekanntestes Werk, die "Forsyte Saga", seziert aufs Genaueste die wohlhabende Schicht, in die John Galsworthy selbst hineingeboren worden war. Es gehört zu den auflagenstärksten seiner Epoche, begründete die Anerkennung der Familiensaga als eigene literarische Gattung und brachte seinem Autor 1932 den Nobelpreis ein. 1967 von der BBC verfilmt, wurde der Forsyte-Zyklus als erstes Fernsehdrama zu einem echten "Straßenfeger".