
Autor im Porträt
Martin Baltscheit
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Oma zu verkaufen
Gebundenes Buch
"Angefangen hat alles mit dem Straßentrödel. Da habe ich, nur aus Versehen, meine kleine Schwester verkauft.""Sie war ganz neu!" Mama und Papa sind sauer, aber die sollen sich auf dem Trödel gegenüber doch einfach ein neues Töchterchen kaufen! Derweil wird fröhlich der Bruder verscherbelt und die Oma in Zahlung gegeben. Ein Familienunternehmer macht richtig Geld! Alles muss raus!Aber wenn der letzte Papa versilbert, der letzte Opa verpfändet, die letzte Mama an Selbstabholer_innen abgegeben ist, wirst du merken, dass man Geld nicht liebhaben kann. Oder, äh... dass es dir zumindest keine Gutenachtgeschichte vorliest.Martin Baltscheit und Thomas Wellmann spielen in Oma zu verkaufen lustvoll mit Kinderfantasien. Dabei nehmen sie mit garstigem Witz unsere Konsumgesellschaft aufs Korn und zeigen, dass Familie unbezahlbar ist.…mehr
15,00 €
Die Geschichte vom Löwen, der nicht malen konnte
Gebundenes Buch
Der Löwe liebt die Löwin und das schon seit Jahr und Tag. Zeit für eine Postkarte oder besser noch für einen Liebesbrief. Oder am allerbesten ein selbstgemachtes Bild - das größte Geschenk, das ein Löwe machen kann. Doch auch die anderen Tiere wollen ran an die Pinsel. Und alle haben ihre ganz eigene Vorstellung von großer Löwenkunst. Zum Mähne-Raufen!Eine originelle Einführung in die verschiedenen Kunststile für Kinder ab 4 Jahren. Vom Erfolgsautor und Vorlesekünstler Martin Baltscheit.…mehr
14,00 €

© Sebastian Hoppe
Martin Baltscheit
Baltscheit, MartinMartin Baltscheit, geboren 1965, studierte Kommunikationsdesign in Essen. Er hat viele Bilderbücher geschrieben und illustriert und wurde mit dem Deutschen Jugendtheaterpreis und dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Martin Baltscheit lebt mit seiner Familie in Düsseldorf.Brandstätter, SandraSANDRA BRANDSTÄTTER, geboren 1980 in Salzburg, studierte MultiMediaArt an der FH Salzburg. Seit 10 Jahren lebt und arbeitet sie in Berlin, als Illustratorin, Comicautorin und Character Designerin fur Trickfilme und -serien.Kundenbewertungen
Die Geschichte vom Löwen, der nicht kochen konnte
Endlich gibt es ein Wiederlesen mit dem Löwen! Der König der Tiere, der dank seiner schlauen Frau und unter Mithilfe der anderen Dschungeltiere bereits so einige Herausforderungen gemeistert hat, steht vor einem neuen Problem: die Löwin hat Geburtstag und zur Feier des Tages möchte der Löwe ihr etwas kochen. Doch weder weiß er was... noch wie!
Ihr könnt es euch denken... Nichts hat er gelernt aus seinem Abenteuer, als er mit Hilfe der Tiere einen Liebesbrief an die Angebetete schreiben wollte, "Nein! So etwas hätte ich doch nie geschrieben!" hieß es damals. Auch wenn die Tiere ihre Rezeptvorschläge alle TOTAL LECKER! finden, aber der Leser ahnt schon, worauf das Ganze hinauslaufen wird...
Beilage Reis am
Sonntag mit Eis.
Dem Mistkäfer schmeckt
an jedem Tag Scheiß.
Immerhin hat der Löwe soweit hinzu gelernt, dass er die Rezeptideen der anderen Dschungelbewohner löwengerecht abwandelt für das Geburtstagmenü. So findet der Vorschlag des Mistkäfers zwar keine Verwendung, aber den Käfer selbst als Zwischengang in Kugelgelee zu kredenzen, das wäre doch total lecker, oder?
Nun steht das Menü, aber...
Bloß weiß er ja nicht,
wie man das macht.
Er kann doch nicht kochen,
braten, pürieren, nicht sieben
und schneiden, schon gar
nicht frittieren.
... und das Unheil nimmt seinen Lauf! Doch die Tiere können dem Löwen mit einer neuen Idee aus der Patsche helfen, so dass er am Ende doch mit einer gelungenen Geburtstagsüberraschung für die Löwin aufwarten kann. Welche das wohl sein mag?
Nachdem der Löwe schreiben, rechnen und schwimmen gelernt hat, hat sein Erfinder Martin Baltscheit nun eine neue Herausforderung für ihn gefunden.
Wie immer ist es äußerst witzig den Löwen zu begleiten und mitzufiebern, dank welchen Ideen er es letzten Endes schaffen wird sein Abenteuer zu meistern. Text und Bild stehen sich in keinster Weise nach, beides ergänzt sich wunderbar!
Am meisten Spaß macht die Geschichte, wenn man sie laut vorliest. Was in der ersten Geschichte das "Nein! So was hätte ich doch nie geschrieben!" war, ist hier das "Total lecker" eines jeden Tieres, welches dem Löwen sein Lieblingsgericht vorschlägt, was die Zuhörer dieser Geschichte laut mitsprechen lässt.
Wer Spaß an den Vorgängern hatte und den Löwen und die anderen Dschungeltiere liebgewonnen hat, der wird auch das neue Abenteuer mögen!
Es hält zwar keine Überraschungen parat, sondern funktioniert auf die gleiche Weise wie die anderen Geschichten vom Schreiben, Zählen und Schwimmen, aber genau das habe ich erwartet und mir auch gewünscht: eine weitere lustige Herausforderung an den vom Alltag überforderten Löwen, der mit Hilfe seiner tierischen Freunde nach einer Lösung sucht, und den die Löwin auch ohne Geschenk genauso dolle lieben würde, wie sie es eben tut ;)
Reihen-Info:
Die Geschichte vom Löwen,
... der nicht schreiben konnte
... der nicht bis 3 zählen konnte
... der nicht schwimmen konnte
... der nicht kochen konnte
Die Geschichte vom Löwen, der nicht malen konnte
Bewertung von Daggy am 22.03.2022
Wie schön, der Löwe und die Löwen sind seit 20 Jahren ein Paar und der Löwe schreibt ihr, dass er sie liebhat. „Da geht doch noch mehr! Ein Buch wäre besser – ein Kunstwerk muss her!“ So stellt sich der Löwe an die Staffelei und malt eine hübsche Landschaft mit Berg, Baum und Sonne. Doch da mischt sich die Echse ein und malt einen lodernden Vulkan, darauf folgt ein hübsches Stillleben mit Blumen, dann wird die Löwin schlafend im Sessel mit Buch dargestellt und poppig mit lila Sonnenbrille. Im nächsten Bild hatten wir Schwierigkeiten sie als Löwen zu erkennen, ihre Formen waren sehr kräftig verfremdet. Die Schlange griff zur schwarzen Farbe und der Mistkäfer malt ganz abstrakt. Der Löwe meint dazu „Das ist doch Kacke!“ Das letzte Bild ist eine Zeichnung und der Löwinnenkopf ist grün.
Das gefällt dem Löwen gar nicht und er malt mit Begeisterung ein eigenes Porträt der geliebten Löwin. Aber die Löwin konnte sich darin genauso wenig erkennen wie wir.
Im hinteren Einband finden wir Karten des Löwen an die Löwin und anhand der Marken werden die Künstler benannt nach dessen Stil die Bilder gemalt wurden. Namen wie Munch, Kusama oder Pollok tauchen hier auf.
Das Buch ist in Reimen geschrieben, die manchmal nicht ganz so einfach zu verstehen sind, über die Bilder kann man, wie immer in der Kunst, streiten. Aber das Buch macht Neugierig auf die verschiedensten Kunstrichtungen und sicher kann man einen Museumsbesuch evtl. auch online anschießen.
Oma zu verkaufen
Wer skurrile, phantasievolle und witzige Geschichten mag, wird sich bei der Lektüre kringelig lachen: schräg, charmant und bildgewaltig.
Inhalt:
Um das Taschengeld aufzubessern, verkauft das Kind altes Spielzeug auf dem Straßentrödel. Mengenrabatt und Sonderpreise sorgen dafür, dass die Kasse klingelt.
Zu blöd, dass aus Versehen auch die kleine Schwester verkauft wird. Immerhin zu einem guten Preis.
Verständlicherweise sind die Eltern wenig begeistert, aber hey: sollen sie sich doch einfach eine neue Tochter kaufen!
Gleich gegenüber am Stand werden sie fündig. Einen Koffer mit Wintersachen gibt es oben drauf.
Ganz billig ist das neue Töchterchen nicht und so wird kurzerhand die Oma zum Verkauf angeboten.
Es wird getauscht, verschenkt und verpfändet, was nicht niet und nagelfest ist.
Doch plötzlich ist keiner mehr da. Das Kind ist reich, aber alleine ...
Altersempfehlung:
etwa ab 4 Jahre
Mein Eindruck:
Ein sehr unterhaltsames - nicht allzu ernst zu nehmendes Lesevergnügen.
Das Verkaufen, Verhandeln und sogar Spenden von Familienmitgliedern wird immer weiter auf die Spitze getrieben und die Situation irgendwann vollständig ad absurdum geführt.
Interessant ist, dass das Kind, welches - aus Versehen versteht sich - diese Kettenreaktion in Gang bringt, wie auch die anderen Familienmitglieder nie namentlich benannt sind.
Bereits junge Lesende verstehen schnell, dass man die Geschichte nicht für bare Münze nehmen sollte. Es ist ein herrlich unterhaltsamer Seitenhieb auf unsere Konsumgesellschaft.
Und Hand auf's Herz: wer hat nicht schon einmal mit dem Gedanken gespielt, sein Geschwister zu verkaufen ;-)
Selbstverständlich nimmt das ganze eine glückliche Wendung. Am Ende ist das Kind zwar reich, aber ganz alleine und stellt fest, dass eine Familie unbezahlbar ist.
Was neben der unglaublich skurrilen Storyline aber ebenfalls begeistert, sind die Illustrationen.
Den ausdrucksstarken und dynamischen Strich von Thomas Wellmann kennen einige Comic-Fans vielleicht bereits dank der Reihe "Nika, Lotte, Mangold!".
Lesende erwartet kein klassischer Comic in starren Panels, vielmehr zeigt jede Seite eine eigene Szene mit Sprechblasen in verschiedenster Form, Farbe und Lettering.
Einige Bilder warten auf mit detaillierten Hintergründen und wimmelbildartigen Ausmaßen, andere sind reduzierter und lenken den Blick auf die Figuren.
Übrigens sollte man unbedingt die Augen nach Easter Eggs offen halten. Beispielsweise ist uns gleich zu Beginn ein Ottifant im Spielzeug-Sammelsurium aufgefallen.
5 von 5 Preisschilder und eine Leseempfehlung an alle Comic-Fans, die absurd lustige und überraschende Alltagsgeschichten lieben!
Fazit:
Mit viel Herz und Humor in Bild und Dialogen erzählt, bietet diese absurde und herrlich lustige Geschichte ein großartiges Lesevergnügen für Groß und Klein!
...
Rezensiertes Buch: "Oma zu verkaufen" aus dem Jahr 2023
Selma tauscht Sachen. Ein Hundeleben
Ein bildgewaltiger und lehrreicher Rollentausch! Vorurteile und Ängste weichen Dank Neugier und Empathie.
Inhalt:
"Der tut nichts! Der ist angeleint."
"Schau doch, der will nur spielen."
"Der ist ja noch so klein. Er hat vielmehr mehr Angst vor dir."
All die gut gemeinten Hinweise trösten Selma herzlich wenig.
Egal ob groß oder klein: Ist ein Hund in Sichtweise, möchte das Mädchen am liebsten die Straßenseite wechseln.
Ihre Mutter schlägt vor, sie solle sich in den Hund hineinversetzen und seine Sicht der Dinge erleben.
Kurzerhand versucht es Selma bei einer kleinen Pudeldame. Zunächst ahmt sie einfach das Verhalten nach: Kratzen, Hecheln, Männchen machen ... Doch irgendwie läuft da etwas gehörig aus dem Ruder und plötzlich steckt Selma im Körper des niedlichen Pudels ...
Altersempfehlung:
etwa ab 7 Jahre
(kurze Dialoge, normale Schriftgröße, gut lesbares Lettering)
Mein Eindruck:
Bild und Text bilden eine harmonische Einheit und ergänzen sich perfekt.
Anne Becker lässt die sympathischen Figuren mit viel Liebe zum Detail lebendig werden. Die quirlige Selma schließt man sofort ins Herz und kann ihre Angst gut nachvollziehen. Pudeldame Princessa ist aber auch goldig!
Ganz besonders das Gegenüberstellen und Nachahmen der Bewegungen wird wie ein Spiegelbild gezeigt. Links der niedliche Pudel und rechts die quirlige Selma. Das ganze Schauspiel zieht sich über mehrere Panels und sorgt immer wieder für Lacher.
Gemeinsam mit Selma (nun in Gestalt des Hundes) erhalten Lesende einen ganz neuen Blick auf die Erlebnisse der Tiere. Straßenverkehr, fliegende Fußbälle, eine ganze Meute anderer Hunde und vieles mehr zeigen, was in den Köpfen der vierbeinigen Freunde so alles vorgeht und wie sie untereinander kommunizieren. Zudem lässt der Perspektivwechsel vermeintlich sonderbare Verhaltensweisen in einem anderen Licht erscheinen.
Der Blick auf uns Menschen, unsere Lebensgewohnheiten und Verhaltensweisen aus der Perspektive der Hunde zu sehen, ist ebenfalls sehr unterhaltsam.
Was aber treibt Pudeldame Princessa in der Zwischenzeit in Menschengestalt? Auch hierzu liefert das Abenteuer in einem eigenen Kapitel herrlich schräge Szenen und sorgt für großartige Unterhaltung.
Der Comic ist turbulent, witzig und lehrreich zugleich. 5 von 5 Hundekuchen sowie eine Leseempfehlung!
Bewegte Bilder:
Auf der Homepage des Kibitz Verlags findet sich neben der Leseprobe zudem ein Buchtrailer, der die Verwandlung von Selma und ihre ersten Tapser in Hundegestalt eindrucksvoll in Bild und Ton wiedergibt.
Fazit:
Ein tierisch lustiger und lehrreicher Rollentausch: witzig, herrlich schräg und ein ganz neuer Blick auf das Verhalten der Vierbeiner, aber auch auf unser eigenes.
...
Rezensiertes Buch: "Selma tauscht Sachen - Hundeleben" aus dem Jahr 2020
Selma tauscht Sachen
Bildgewaltiger und lehrreicher Rollentausch! Vorurteile und Ängste weichen Dank Neugier und Empathie.
Inhalt:
"Das ist ein Fußweg!"
Huii! Der grummelige alte Opa hat aber richtig miese Laune. Was ist so schlimm daran, wenn Selmas Vater mit ihr auf dem Rad unterwegs ist? Er hat doch rechtzeitig geklingelt?!? War das falsch?
Doch man trifft sich immer zweimal im Leben ... oder sogar dreimal und jedes Mal schimpft der alte Mann mehr.
Alles ist schlecht! Früher war es besser!
Wird man so verdrossen, wenn man alt ist?
Oder war er immer schon so?
Selma hat eine besondere Gabe: Wenn sie eine Sache nicht versteht, versucht sie, sich in die andere Person hineinzuversetzen. So kann sie deren Sicht der Dinge erleben.
Das Außergewöhnliche daran?
Selma tauscht mit der betreffenden Person den Körper.
Wie es wohl ist, mit den Augen des alten Mannes die Welt zu sehen?
Altersempfehlung:
etwa ab 7 Jahre
(kurze Dialoge, normale Schriftgröße, gut lesbares Lettering)
Mein Eindruck:
Selma ist aufgeschlossen und unerschrocken. Sie beweist Mumm, als sie auf den alten Mann zugeht und sich von dessen Gemecker nicht klein machen lässt.
Gemeinsam mit Selma (nun in Gestalt des Opas) erhalten Lesende einen ganz neuen Blick auf dessen Leben: es knirscht und knackt überall, das Herz schlägt viel zu schnell und man selbst ist unglaublich langsam unterwegs.
Die Familie interessiert sich kaum noch für einen, man wird nicht mehr gebraucht und hängt zum gemeinsamen Schimpfen über die verkommene Jugend von heute mit anderen griesgrämigen Alten ab.
Der Opa wiederum macht in Gestalt von Selma den Eltern gegenüber deutlich, dass so ein lautes Fahrradklingeln gehörig erschrecken kann.
Vater Ali hält Selma für eine großartige Schauspielerin und Mutter Jasmin ist der Ansicht, dass es hilfreich ist, sich in andere hineinzuversetzen.
Dass die beiden nichts von dem Körpertausch wissen, macht die Situation sehr unterhaltsam.
Die Vorzüge und Nachteile der Jugend und der Alten, Generationenkonflikte, aber auch Verhaltensweisen und Auswirkungen auf andere werden dank des ungewöhnlichen und magischen Perspektivwechsels verständlich und nachvollziehbar aufgezeigt.
Die (überwiegend) sympathischen Charaktere werden liebevoll und detailliert gezeichnet und wirken lebendig und authentisch. Die quirlige Selma schließt man sofort ins Herz!
Nach und nach erfährt man mehr über den alten Mann. Werner Messemer war früher Konditor und die Schwarzwälderkirschtorte sein Gesellenstück. Er hat Familie, aber schon jahrelang keinen Kontakt mehr zu seiner Tochter und Enkelin. Nach dem Tod seiner Frau wurde alles traurig und grau und das Schimpfen vom Balkon zum Erkennungszeichen.
Die Verwandlung wird auch optisch sehr gut dargestellt: Sobald Opa Werner in Selmas Gestalt unterwegs ist, hat das Mädchen buschige, weiße Augenbrauen. Den Körpertausch erkennt man zudem an den dünnen Augenbrauen des alten Mannes. Auch die Mimik und die ganze Körperhaltung hat sich bei beiden verändert. Werners Blick wirkt plötzlich wacher und offener, während Selma sehr verkniffen dreinschaut.
Wie bereits Selmas erstes Abenteuer "Hundeleben" unterhält dieser turbulente und witzige Comic Lesende großartig und regt zudem zum Nachdenken an.
"Wer die Welt verstehen will, muss etwas wagen!" (Ali, Selmas Vater)
5 von 5 Stücke Schwarzwälderkirschtorte sowie eine Leseempfehlung!
Bewegte Bilder:
Auf der Homepage des Kibitz Verlags findet sich neben der Leseprobe zudem ein Buchtrailer, der die erste Begegnung von Selma und Opa Walter sowie ihren Körpertausch eindrucksvoll in Bild und Ton wiedergibt.
Fazit:
Ein lustiger und lehrreicher Körpertausch: witzig und herrlich schräg, dabei tiefgründig und einfühlsam!
Der Perspektivwechsel gewährt einen ganz neuen Blick auf die Jugend von heute und die unzufriedenen Alten.
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Rezensiertes Buch: "Selma tauscht Sachen - Opaleben" aus dem Jahr 2022
Selma tauscht Sachen. Ein Hundeleben
Worum geht es?
Selma hat Angst vor Hunden, auch vor den süßen und fluffigen. Da kann auch ihre Mutter nichts dran ändern, die ihr natürlich probiert, gut zuzureden. Als sie dann aber empfiehlt, sich mal in die Hunde hineinzuversetzen, findet Selma das eine tolle Idee, die sie direkt wörtlich nimmt. Und schwupp, tauscht sie ihr Dasein für einen Tag mit einer süßen Pudeldame. Und so erlebt Selma, wie es so ist als Hund. Sie bekommt echt leckeres Essen, kämpft ein wenig mit der Verdauung, zieht der Nachbarskatze eins über und nimmt ganz nebenbei einem Jungen die Angst vor Hunden. Doch dann wird es wieder Zeit für eine Rückverwandlung. Mama war auch echt langsam genervt von Selma, die sich den ganzen Tag wie ein Hund benommen hat, während Papa es eigentlich ganz cool fand.
Meine Meinung:
Gebt Comics eine Chance, ihr werdet es nicht bereuen. Längst sind wir über die guten alten „lustiges Taschenbuch“-Zeiten hinweg. Was nicht heißen soll, dass sie nicht gut waren/sind. Was ich sage will ist, lest dieses Buch bzw. lasst es eure Erstleser:innen lesen.
Es ist super lustig, ein Mini bisschen magisch und saugst illustriert. Mit Kichergarantie, garantiert! Spätestens wenn Selma sich als Pudel auf der Menschentoilette erleichtert. Empathie, Freundschaft, Angstbewältigung und Vorurteile überwinden sind die Hauptthemen des Comics, das uns total überzeugt hat.
Klischeefrei ist es zudem. Selmas Eltern heißen Ali und Yasmin (ohne, dass das ansonsten irgendeine Rolle spielen würde) und auch ein Junge kann Angst vor Hunden haben.
Herr Elefant und Frau Grau gehen in die große Stadt
Ein ungleiches wie sympathisches Paar erlebt ein außergewöhnliches Abenteuer: ein bildgewaltiger und beeindruckender Perspektivwechsel.
Inhalt:
Von den Tieren am Wasserloch, den Safaris und neugierigen Touristen genervt, beschließen Herr Elefant und die Gazelle Frau Grau, den Menschen einen Besuch abzustatten.
Einer der Touristen hat in der Eile sein Handy verloren. Der "flache Käfer" namens Siri zeigt dem tierischen Paar beeindruckende Bilder aus aller Welt. Die beiden sind ganz fasziniert vom Mäusetunnel, der U-Bahn genannt wird, von den großen Straßen mit vielen "Termitenbauten", in denen die Menschen ungestört wohnen und sogar ihr persönliches Wasserloch haben.
Ein Leben wie im Paradies!
Altersempfehlung:
etwa ab 9 Jahre
(wenig Text, kurze Sätze, normale Schriftgröße)
Illustrationen:
Die einzelnen Comic-Panels sind von verschiedener Größe, so dass auf einer kompletten Seite oder verteilt auf vier oder fünf Bilder die eindrucksvolle Landschaft perfekt eingefangen wird.
Max Fiedler erweckt die sympathischen Figuren auf ganz besondere Weise zum Leben: Herr Elefant und Frau Grau geben ein wunderbares Paar ab, große und kleine Emotionen stehen ihnen wie ins Gesicht geschrieben und das wuselige Drumherum der anderen Steppenbewohner sorgt immer wieder für Lacher.
Der Wechsel von traumhafter Idylle und Wunschvorstellung zur erschreckenden Realität in der Stadt wird eindrucksvoll und durch zusätzliche Änderung der Farben verdeutlicht.
Bild und Text bilden eine harmonische Einheit und ergänzen sich perfekt.
Bewegte Bilder:
Auf der Homepage des Kibitz Verlags findet sich neben der Leseprobe zudem ein Buchtrailer, der die erste Begegnung von Herrn Elefant und Frau Grau sowie den Beginn ihrer außergewöhnlichen Beziehung eindrucksvoll in Bild und Ton wiedergibt.
Mein Eindruck:
Die schüchterne Begegnung von Herrn Elefant und Frau Grau, ihr vorsichtiges Herantasten wird einfühlsam erzählt. Sobald sie zum Du übergehen und fortan Horst und Elvira sind (die Szene erinnert ein wenig an Loriot - jedoch ohne lächerlich zu wirken) ist es um die beiden geschehen. Der Beginn eine außergewöhnlichen Liebe, die von den anderen - ganz gleich ob Tier oder Mensch - skeptisch beäugt wird.
Für die klischeefreie und diverse Gestaltung der Protagonisten gibt's zusätzliche Sonderbonuspunkte, denn dies ist in Kinderbüchern nach wie vor (noch) keine Selbstverständlichkeit.
Das frisch verliebte Paar träumt von einer gemeinsamen und vor allem ungestörten Zeit. Das was Siri ihnen zeigt bzw. ein Affe erzählt über das luxuriöse Leben der Menschen klingt so gut, dass sie sich trotz Warnungen auf die Reise machen.
Der Blick auf uns Menschen, unsere Lebensgewohnheiten und Verhaltensweisen aus der Perspektive der Tiere zu sehen, ist sehr unterhaltsam. Besonders die schwarzmalerischen Szenen sind eine tierische bzw. satirische Kritik, die auch große Leser:innen nachdenklich stimmt.
Der abschließende Hinweis "ENDE Band I" lässt auf eine Fortsetzung hoffen!
Der Comic ist spannend, unterhaltsam und witzig zugleich und wir vergeben von Herzen gerne 5 von 5 Sterne sowie eine Leseempfehlung!
Fazit:
Eine tierisch satirische Reise in die große Stadt: witzig, herrlich schräg und ein ganz neuer Blick auf unsere eigene Lebensweise.
Herrlich witzig erzählt und ergänzt durch ausdrucksstarke Bilder bietet dieses lustige und lehrreiche Abenteuer Lesespaß für Jung und Alt.
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Rezensierte Ausgabe: "Herr Elefant & Frau Grau gehen in die große Stadt" aus dem Jahr 2021
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