Wer einmal im Nachthaus gewesen ist, kommt als ein anderer heraus
Als in einer Kleinstadt ein Jugendlicher verschwindet, steht der Schuldige schnell fest: Hat Richard seinen Freund Tom im Wald von einer Brücke in den reißenden Fluss gestoßen? Richard wehrt sich gegen die Anschuldigungen, doch er verstrickt sich dabei in Lügen. Niemand glaubt ihm. Dabei ist Toms Abwesenheit so ungeheuerlich, dass Richard selbst kaum noch zu atmen wagt. Seine Suche nach dem Freund führt ihn auf die dunkle Seite von Ballantyne. Dort steht das Nachthaus. Was geschah in jener Nacht?
»Ein unheimliches Vergnügen, das keine Albträume verursacht - oder doch?« KIRKUS REVIEWS …mehr
Der packende Krimi von Bestsellerautor Jo Nesbø: spannend, überraschend und spektakulär!
»Weltweit einer der besten Kriminalautoren.« Daily Express
Zwei Brüder, eine Stadt - nur einer kann hier König sein!
Das kleine Os im Norden Norwegens ist ein Naturparadies. Der Tourismus boomt. Die Brüder Carl und Roy planen ein Wellness-Hotel und einen Vergnügungspark. Da droht der Bau eines Tunnels den kleinen Ort von den Touristenströmen abzuschneiden. Der drohende Ruin lässt alle die Messer wetzen. Carl und Roy versuchen zu retten, was zu retten ist. Doch als die Dämonen der Vergangenheit ins Spiel kommen und Fragen nach dem Tod ihrer Eltern aufkommen, ist schnell klar, gemeinsam werden sie nicht gewinnen: nur einer kann hier König sein.
___ Dieser Kriminalroman wird Sie in den Bann ziehen und Ihnen den Schlaf rauben! ___ …mehr
Jo Nesbø gehört zu den erfolgreichsten Autoren Norwegens und steht seit über zehn Jahren für das hohe Niveau des skandinavischen Krimis. 1960 in Oslo geboren, war Nesbø zunächst als Ökonom an der Norwegischen Handelshochschule Bergen tätig, bevor er mit dem Schreiben begann und sich als Schriftsteller selbstständig machte. Es war vor allem der sensationelle Erfolg seines Debüts "Der Fledermausmann", der Nesbø dazu veranlasste, der Finanzwelt den Rücken zu kehren. Seither hat er sieben Bücher um den alkoholkranken Kommissar Harry Hole geschrieben. "Rotkehlchen" wurde 2000 von einem norwegischen Fernsehsender gar zum besten norwegischen Krimi aller Zeiten gewählt. Parallel zu seinem schriftstellerischen Erfolg machte Nesbø auch als Frontmann und Komponist der Pop-Band "Di Derre" Karriere.
Das meint die buecher.de-Redaktion:Jo Nesbøs Krimis sind eine Liga für sich. Wie kein zweiter versteht es der Norweger, die Leser ein ums andere Mal auf die falsche Fährte zu locken. Meisterhaft.
Herr Nesbø, Sie sind in Ihrer Heimat Norwegen einer der erfolgreichsten Autoren. Wurde Ihnen das Schreiben bereits in die Wiege gelegt. Im Prinzip schon. Ich stamme aus einer schreibenden und erzählenden Familie. Meine Mutter war Bibliothekarin und mein Vater saß jeden Nachmittag im Wohnzimmer und las. Und er erzählte Lange Geschichten, die wir gerne immer wieder aufs Neue hörten. Im Alter von sieben Jahren zog ich Der Herr der Fliegen von Nobelpreisträger William Golding aus dem Bücherregal und bat meinen Vater, es mir vorzulesen. Nicht in erster Linie, weil ich einen guten Geschmack gehabt hätte, sondern weil auf dem Umschlag des Buchs ein blutiger Schweinekopf auf einem Pfahl abgebildet war. Mein Vater las vor, aber ich war nur mäßig beeindruckt. Und ich dachte, dass ich das selbst spannender hinbekommen hätte.
Das klingt nach einem ziemlich reibungslosen Start! Nicht ganz. Das Problem nach der Schule war, dass ich nicht wusste, was ich wollte. Also begann ich an der Norwegischen Handelshochschule in Bergen ein Finanz-Studium, von dem ich dachte, es sei sicher nicht verkehrt. Eines Tages kam dort in der Mensa ein Typ auf mich zu, weil jemand…mehr
Herr Nesbø, Sie sind in Ihrer Heimat Norwegen einer der erfolgreichsten Autoren. Wurde Ihnen das Schreiben bereits in die Wiege gelegt. Im Prinzip schon. Ich stamme aus einer schreibenden und erzählenden Familie. Meine Mutter war Bibliothekarin und mein Vater saß jeden Nachmittag im Wohnzimmer und las. Und er erzählte Lange Geschichten, die wir gerne immer wieder aufs Neue hörten. Im Alter von sieben Jahren zog ich Der Herr der Fliegen von Nobelpreisträger William Golding aus dem Bücherregal und bat meinen Vater, es mir vorzulesen. Nicht in erster Linie, weil ich einen guten Geschmack gehabt hätte, sondern weil auf dem Umschlag des Buchs ein blutiger Schweinekopf auf einem Pfahl abgebildet war. Mein Vater las vor, aber ich war nur mäßig beeindruckt. Und ich dachte, dass ich das selbst spannender hinbekommen hätte.
Das klingt nach einem ziemlich reibungslosen Start! Nicht ganz. Das Problem nach der Schule war, dass ich nicht wusste, was ich wollte. Also begann ich an der Norwegischen Handelshochschule in Bergen ein Finanz-Studium, von dem ich dachte, es sei sicher nicht verkehrt. Eines Tages kam dort in der Mensa ein Typ auf mich zu, weil jemand behauptet hatte, ich spiele Gitarre. Das stimmte nicht ganz, doch ich widersprach ihm nicht, da er nach Leuten für eine Band Ausschau hielt. Also wurde ich Gitarrist bei "De Tusen Hjem" (dt. "Tausend Zuhause"), einer Heavy-Metalband
Auch hier spielten Sie noch nicht mit dem Gedanken einmal Schriftsteller zu werden?Nach meinem Studium ging ich nach Oslo und gründete eine Band mit dem Namen "Die derre". Zwei Jahre später hatten wir bereits einen Plattenvertrag. Als unser zweites Album 1994 erschien und für viele Jahre zum meistverkauften Album Norwegens wurde, waren wir plötzlich Popstars. Der Durchbruch fühlte sich allerdings wie ein Zufall an und nicht wie eine hervorragende Leistung. Was ich inzwischen wusste, war, dass ich nicht als Vollzeitmusiker herumreisen wollte.
und danach? Eine Mitarbeiterin eines Verlags hatte sich mit der Frage an mich gewandt, ob ich mir vorstellen könne, ein Buch zu schreiben, eine Reiseschilderung über das Leben unterwegs mit "Di derre". Im darauf folgenden Denkprozess ging mir vieles auf: Ich war bereit, den Sprung zu wagen vom Song-Texten und von kurzen Erzählungen zu dem, woran ich eigentlich seit meiner Kindheit gedacht hatte - nämlich einen Roman zu schreiben.
Ihr Kindheitstraum wurde wahr. War das der Beginn Ihres Debüt-Romans "Der Fledermausmann"? Ja! Aber es sollte letztlich doch kein Reisebericht werden. Ich reiste erst mal nach Sydney. Der Flug Oslo-Sydney dauert rund dreißig Stunden. Und in diesen dreißig Stunden dachte ich mir einen Plot aus und begann sofort nach meiner Ankunft in dem Hotel mit dem Schreiben. Es war mitten in der Nacht, ich hatte Jetlag, und ich schrieb über einen Typen, den ich Harry Hole nannte. Er landete auf dem Flughafen von Sydney, checkte in demselben Hotel ein und hatte Jetlag ...
Die Geschichte kennen wir. Sie erhielten den norwegischen Krimi-Preis für "Der Fledermausmann" Nach Erscheinen des Buches wartete ich mit gemischten Gefühlen darauf, dass die Kritiker den Poptypen verrissen, der es wagte, einen Krimi zu schreiben! Die Buchbesprechungen waren jedoch sachlich, seriös und befassten sich mit dem Buch, nicht mit meiner Person. Und das allerbeste war: Das Buch kam an. Ich war im siebten Himmel.
Setzte sich Ihr Erfolg als Krimi-Autor fort? Nun ja. Als ich die Überschrift in der Zeitung zu ‚Die Kakerlaken' las, hatte ich meinen ersten Verriss in der Hand. Ich setzte mich hin und versuchte herauszufinden, welche Fehler ich gemacht hatte. Dann wagte ich einen neuen Versuch und begann, ‚Rotkehlchen' zu schreiben. Über die Norweger, die während des Zweiten Weltkriegs gegen die Nationalsozialisten, und die, die für sie gewesen waren. Über die Selbstverklärung eines Volkes vereint im aktiven Widerstand gegen Hitler. Es war Himmel und Hölle gleichzeitig. Als ich mit dem Schreiben fertig war, wusste ich, wenn dieses Buch verrissen würde oder ich nicht damit durchkäme, dann würde ich aufhören und einen neuen Weg einschlagen müssen.
Ihre Befürchtungen sind nicht eingetroffen. Das Buch erhielt eine breite positive Resonanz Zum Glück. Auch Die Harry-Hole-Reihe kam weiterhin beim Publikum sehr gut an und die Rezensionen waren wieder sehr positiv. Demnächst werde ich wieder mit einem nächsten Harry Hole beschäftigt sein. Er ist ein Held mit offensichtlichen Schwächen. Alle interessanten Helden haben eine Achillesferse. Ich weiß bereits, was mit Harry passiert. Und davon möchte ich erzählen...
Jo Nesbø hat mit seinem Kriminalroman "Der König" eine packende Geschichte um die beiden Brüder Carl und Roy Opgard , die gemeinsam in einem kleinen Ort namens Oz ein Hotel betreiben, geschrieben. Die beiden Protagonisten Carl und Roy Opgard haben Großes vor. Sie wollenihr Hotel in ein Wellness Hotel umwandeln und dazu , um Kunden anzulocken, einen großen Freizeitpark mit einer Achterbahn errichten. Doch ihre hochfliegenden Pläne werden durch einen geplanten Tunnelbau zerstört. Was tun? Sie versuchen jeder auf seine eigene Art, die an dem geplanten Tunnelbau beteiligten Bürger zu bestechen und ihre Meinung zu ändern. Die Situation eskaliert immer mehr. Durch den Stress der dadurch ensteht, entfremden sich die Brüder immer weiter und werden zu Feinden. "Der König" ist der Nachfolgeband von "Ihr Königreich", aber man kann das Buch auch lesen, ohne den ersten Band zu kennen. In diesem Band dauert es etwas, bis die Handlung so richtig Fahrt aufnimmt, aber dann ist es sehr packend.
„Endlich wieder Zeit für Harry Hole…“
Wie schön es ist, wenn man lange auf eine Fortsetzung gewartet hat und es dann endlich soweit ist. So selten diese besonders guten Thriller-Autoren sind, umso schöner ist es, wenn eine Geschichte dann endlich weiter erzählt wird. Harry Hole ist einfach eine ganz besonders spannende, wenn auch oft traurige Gestalt in dieser Thrillerlesewelt. Ich „begleite“ ihn seit Jahren und ein neuer Nesbø/Hole verspricht immer eine besonderes gute Lesezeit.
Auch bei Blutmond hat sich das Warten mehr als gelohnt. Jo Nesbø zieht mich durch seine unglaublich gute und mitreißende Art zu schreiben, sofort wieder in den Harry Hole Bann. Dieser befindet sich einmal mehr in einem Strudel aus Trauer, Wut und Alkohol versunken in seine eigene Welt und das Leiden, das diese für ihn mit sich bringt. Auf einmal ist er aber auch wieder ganz wach und beweist wie sehr er immer noch seinen eigenen Blick für seine Umwelt hat.
Er wäre nicht Harry Hole, wenn er nicht weiterhin daran interessiert ist, für Gerechtigkeit und Aufklärung zu sorgen. Zunächst geht es in LA um Geld, Drogenkartelle und alternder Diven, dann in Oslo um Mord.
Die Idee Hole mit einem etwas skurrilen Team auszustatten, ist ein geschickter Schachzug von Nesbø, denn so bringt er ein wenig neuen Schwung in das Umfeld von Hole. Die teilweise neue interessante Charaktere und die unkonventionelle Zusammenarbeit hat mir Spaß gemacht.
Die Story ist gespickt mit überraschenden Wendungen und lebt natürlich von dem, wie immer, muffeligen, traurigen & knallharten Hole, den man liebt oder hasst. Ich bin Fan der ersten Stunde und habe das Buch verschlungen. Wieviel Freude so ein richtig guter Thriller machen kann, das sieht man immer wieder ab Jo Nesbø und seiner Lieblingsfigur.
Ein ganz klare Empfehlung, wieder ein tolles Buch aus der Harry Hole Reihe, durchweg spannend, eine gut durchdachte Story, die durch die verschiedenen Handlungsstränge und Orte besonders abwechslungsreich ist. Ein unglaublich mitreißend gelungene Fortsetzung. Wie schön, dass es Autoren wie Jo Nesbø gibt…
Der König von Os und die Dämonen der Vergangenheit
Roy und Carl Opgard – zwei Brüder, die sich in- und auswendig kennen. Zwei Brüder, die vom Tourismus leben. Dem kleinen Ort Os im Norden Norwegens droht das Aus, denn ein geplanter Tunnel würde die Tourismusströme direkt am Ort vorbeilenken. Da heißt es, rechtzeitig gegenzusteuern.
Roy beitreibt eine Tankstelle – so weit, so normal. Er hat jedoch hochfliegende Pläne. Eine Achterbahn soll die Attraktion überhaupt sein, also gilt es, den Tunnel mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu verhindern. Und Carl sieht sich schon als zukünftigen Besitzer einer Wellnessanlage, die sein Hotel zusätzlich aufwerten würde. Es kursieren die wildesten Gerüchte über die Brüder. Beide wissen das, beiden ist dies ziemlich egal. „Die Leute glaubten so viel und wussten so wenig. Für uns war das in Ordnung. Sagen wir es so: Es war besser, sie zerrissen sich das Maul über Opgard und nahmen das Schlimmste an, denn schlimmer war nur die Wahrheit.“
Jo Nesbø lässt Roy diese Geschichte erzählen. Es geht um Bestechung, um Unterschlagung und Körperverletzung bis hin zu so manchem Todesfall und um noch so einiges mehr, dabei spielt auch die Vergangenheit eine nicht zu unterschätzende Rolle. Die Gier nach Macht scheint unendlich zu sein, dafür ist jedes Mittel recht. Einer der wenigen Vorteile, weniger feinfühlig zu sein, hat seinen Ursprung in der Vergangenheit - so denkt Roy, auch in Zusammenhang mit dem noch immer ungeklärten Tod der Eltern und nicht nur deren Ableben wirft heute noch Fragen auf, auch andere mysteriöse Todesfälle kommen wieder zur Sprache. Sie sind gerissen, die Opgard-Brüder, nicht nur ihre „schlagenden Argumente“ kommen zum Einsatz.
„Der König“ ist das zweite Buch um die beiden Brüder. Trotzdem ich absoluter Jo Nesbø-Fan bin, ich gefühlt alle seine Bücher gelesen habe, so ist mir doch „Ihr Königreich“, das erste Buch um die Gebrüder Opgard, entgangen. Nun, mittlerweile liegt es vor mir, ich werde es natürlich lesen. Der Einstieg in Buch zwei ist mir etwas schwer gefallen, die vielen Namen haben mich zunächst verwirrt, also habe ich mir eine Personenliste erstellt und fortlaufend ergänzt. Man kann also durchaus mit Band zwei beginnen, denn zwischendurch hat Nesbø – natürlich - die notwendigen Infos aus dem Vorgängerband mit einfließen lassen.
Der Erzähler Roy ist mir trotz seiner gewalttätigen Art dennoch sympathisch. Der Autor lässt seine Leser ganz nah an diesen Typen heran, er ist ein sehr vielschichtiger Charakter mit auch durchaus angenehmen Zügen. Und nicht nur er, auch die anderen hier Agierenden sind jeder für sich gesehen ganz individuelle Persönlichkeiten. Mal mehr, mal weniger vertrauensselig - für die meisten hier trifft Zweiteres eher zu. Abgründe tun sich auf, es geht auch um Missbrauch, um Vergeltung, um Rache und dem Streben nach Macht und dies alles vor der malerischen Kulisse Norwegens.
Auge um Auge, Zahn um Zahn – diese Redewendung, die auf die Bibel zurückgeht, hat sich mir beim Lesen immer wieder aufgedrängt. Sobald ich mich in die Story eingelesen hatte, hatte Jo Nesbø mich mitsamt seinem Protagonisten Roy fest im Griff. „Zwei Brüder, eine Stadt – nur einer kann hier König sein!“ Wer das denn sein wird? Um das herauszufinden, lohnt sich das Lesen so was von!
Zwei Könige? Da ist einer zu viel...
Dies ist der Folgeband zu Nesbos Buch 'Ihr Königreich', das ich aber leider nicht gelesen habe. Trotzdem habe ich gut in diesen 2. Band hineinfinden können, da es auch immer wieder Rückblicke gibt, und man sich nach und nach ein Bild machen kann, was in der Vergangenheit passierte.
Es geht um zwei Brüder, Roy und Carl, die die meiste Zeit ihres Lebens im norwegischen Os verbracht haben. Os ist ein kleiner, aber touristisch ausgebauter Ort, und beide Brüder leben vom Tourismus mit verschiedenen Projekten. Nun droht Gefahr, denn ein geplanter Tunnel würde am Ort Os vorbeiführen und die Touristen fernhalten oder zumindest ihre Zahl reduzieren. Was tun, um dies zu verhindern?
Besonders schlimm ist diese Bedrohung, weil Roy gerade im Begriff ist, eine äußerst attraktive Touristenattraktion zu planen, eine sensationelle Achterbahn. Er möchte seinen Traum nicht aufgeben und geht zielstrebig, aber mit kriminellen Methoden Schritt für Schritt weiter.
Anfangs hat man den Eindruck, als würden sich die beiden Brüder gut verstehen und Hand in Hand arbeiten, aber je mehr man in den Seiten vorwärtskommt, erkennt man die Abgründe, die sich in dem Verhältnis auftun. Ein Gewissen scheinen beide nicht zu besitzen, denn sie schrecken vor unmoralischen und kriminellen Handlungen nicht zurück, wenn etwas oder jemand im Weg ist. In gewisser Weise sind sie Konkurrenten, denn jeder von ihnen möchte der 'König von Os' sein.
Im Laufe der Seiten rückt immer mehr die kriminelle Vergangenheit der Brüder in den Vordergrund, die gleichzeitig auch bedrohlich für die beiden wird, auch wenn sie glauben, dass ihre Taten verjährt sind.
Der Ich-Erzähler ist Roy, der mir anfangs sogar sympathisch war, bevor mir klar wurde, dass er skrupellos intrigiert und dadurch Zwang ausübt. Da er die Einwohner des kleinen Ortes gut kennt, weiß er über alle Schwächen Bescheid und weiß sie zu nutzen. Das wirkt oft zunächst harmlos, aber da sollte man die Hintergründe betrachten.
Der Schreibstil des Autors ist mitreißend, man möchte immer mehr erfahren über die Verwicklungen der Brüder. Gleichzeitig sind die Szenen so detailliert beschrieben, dass man sich im Kopf ein Bild davon macht.
Ich hatte eine spannende Lesezeit und kann diesen Nesbo wärmstens empfehlen, für alle, die Krimis/Thriller mit Tiefgang wüschen und nicht brutale Action-Sequenzen.
Spannung pur
Es geht wieder vor allem um die beiden Brüder Carl und Roy, die schon im Vorgängerband "Ihr Königreich" die Hauptakteure waren. Jetzt wollen die beiden eine großes Hotel und einen Vergnügungsparkt mit der größten Achterbahn aus Holz bauen. Aber die Vergangenheit holt sie ein. Einige ungeklärte Todesfälle, zum Beispiel der Tod ihrer Eltern, stehen im Raum. Dazu droht dem ganzen Vorhaben der Ruin, weil eine geologische Untersuchung ergeben hat, dass der Bau eines Straßentunnels möglich ist. Durch diesen Tunnel würde der Hauptverkehr nicht mehr durch den Ort fahren und der Ort bedeutungslos werden.
Jo Nesbø ist ein Meister der subtilen Spannung, die den ganzen Roman durchzieht. Immer wieder wird man von neuen unerwarteten Wendungen überrascht. Besonders den Schluss hatte ich so keinesfalls erwartet. Unbedingte Leseempfehlung.
Vor allem auf den ersten 100 Seiten werden die wichtigsten Geschehnisse des ersten Bandes nebenher wieder aufgegriffen. Man muss also den Vorgängerroman nicht unbedingt gelesen haben. Aber es empfiehlt sich doch, sich den ersten Band vorher vorzunehmen.
Roy
In diesem Buch geht es um Roy, seine Kindheit, seinen Bruder, seine Eltern, seine Taten. Der Leser lernt ihn Stück für Stück besser kennen. Alle seine Seiten. Auch, dass er ein Mörder ist. Er ist sehr clever und kann sich immer wieder aus brenzlichen Situationen befreien und alles zu seinen Gunsten drehen. Er ist im Grunde ein guter Mensch. Außerdem lernt man auch alle Menschen um ihn drum herum kennen. Besonders sein Bruder, den er nicht beschützen konnte in der Kindheit. Denn dieser wurde vom Vater missbraucht. Doch nun als Erwachsender ist er der König des Orts. Man muss am Anfang erstmal in die Geschichte rein kommen und die verschiedenen Personen auseinanderhalten, aber dann ist es sehr spannend und fesselnd. Ich hatte auch nichts anderes erwartete bei diesem Autor. Könnte mir die Story auch gut als kleine Miniserie für Netflix und Co vorstellen.
Spannend und Konfliktreich
Roy und Carl sind Brüder, sie leben in Os, einem Ort am Ende der Welt in Norwegen, der Gefahr läuft, durch die Neubau einer Straße komplett von der Außenwelt abgeschnitten zu werden. Dies versuchen die beiden jungen Männer, die in Os durch mehr oder weniger legale Geschäfte einen Großteil des Eigentums besitzen, zu verhindern. Das Buch erzählt aus der Perspektive von Roy, wie die beiden, nach dem Missbrauch des Vaters am jüngeren der beiden, Carl, den Vater und die Mutter aus dem Weg geräumt haben. Aber auch, wie sie fünf weitere Morde begangen oder zumindest versucht, diese zu vertuschen, haben. Gleichzeitig konkurrieren Sie darum, wer „Der König von Os“ wird. Der örtliche Polizei Hauptmann Kurth hat die beiden auf dem Kieker, er beschuldigt sie, seinen Vater, den vorherigen Polizeihauptmeister getötet zu haben.
Dies ist einmal mehr ein sehr spannendes Jo Nesbo Buch, indem man nicht weiß, ob man gerade mit dem Verbrecher sympathisieren soll, oder den Polizeihauptmeister Tribut zollen soll, der leider nicht sehr schlau vorgeht. In jedem Fall ist es lesenswert, insbesondere dann, wenn man Nesbō Fan ist.
Carl und Roy Opgard bekommen einen neuen Band. Darauf hatte ich nach dem ersten Teil dringend gehofft, denn in den beiden steckte einfach zu viel Potential und es war noch zu viel ungesagt zwischen ihnen. Wie schon im ersten Band kommt die Story eher geruhsam in Gang. Wer hier einen klassischen Nesbo-Krimi ala Harry Hole erwartet, ist komplett falsch. Auch wenn es schon im ersten einige Tote gab und die Brüder daran nicht unschuldig waren, so geht es doch um mehr. Hier ist eine Bruder-Hass-Liebe am gären und mehr als einmal darf man sich fragen, wo die Geschichte eigentlich hinführen wird. Das habe ich schon im ersten Teil geliebt. Die Überraschungen und die Wendungen und die sehr facettenreichen Charaktere der Brüder, die beide ihre dunklen Seiten haben und beide Leichen im Keller, die sie zu verbergen suchen. Vor anderen aber auch vor sich selbst und einander.
Ich wurde auch im zweiten Band sehr gut unterhalten und finde es schön, dass mir das Warten auf einen neuen Hole ein wenig verkürzt wurde.
In den norwegischen Bergen im kleinen Ort Os, hat Carl Opgard als ungekrönter König das Sagen. Er besitzt ein Wellness-Hotel und baut an einem neuem Domizil, von wo er über all den anderen thronen könnte. Sein älterer Bruder Roy besitzt eine Tankstelle und ein Lokal. Ihn ruft Carl, wenn Fehler beseitigt werden müssen. Und manchmal geht er über Leichen. Als Carl einen Freizeitpark mit einer riesigen hölzernen Achterbahn auf dem Campingplatz bauen möchte, die Verkehrsplanung dem aber entgegen steht, muss er sich etwas einfallen lassen. Den Kredit den Roy aufnimmt Carl für seine Zwecke eingeplant und die Beziehung der beiden Brüder steht auf dem Prüfstand.
Das Cover und der Titel gefallen mir sehr gut. Der Schreibstil ist packend und unterhaltsam. Die Protagonisten werden sehr gut beschrieben und ich sehe sie direkt vor mir. Die Verbrechen werden so nett in Worte gepackt, als handele es sich um eine gute Tat oder um ein Kavaliersdelikt. Die beiden Brüder tricksen sich gegenseitig aus. Sind aber bei anderen Gegnern immer einen Schritt voraus.
Die Brüder von Os
Nesbo liefert mit „Der König“ die Fortsetzung zu seinem Roman „Ihr Königreich“. Ich bin allerdings der Meinung, dass die Kenntnis des ersten Bandes tatsächlich nicht zwingend erforderlich ist. Es wird ausreichend (aber auch nicht zu viel) Bezug auf die Handlungen des Vorgängers genommen, so dass man der aktuellen Handlung problemlos folgen kann, die acht Jahre später einsetzt.
Einiges hat sich getan in Os und bei den Brüdern Opgard. Carls Spa und Hotel ist in Betrieb, Roy ist Besitzer der Tankstelle, einiger Immobilien und einer Gaststätte. Die Bewohner haben sich nicht oder nur in beschränktem Rahmen verändert, genau wie die merkwürdige Beziehung der beiden Brüder untereinander, die ich überhaupt nicht wirklich klassifizieren kann, sondern die Nesbo so vielschichtig problematisch aufgebaut hat, dass sie auch hier natürlich das beherrschende Thema des Plots darstellt. Neues bringt der König daher für mich nicht wirklich und ehrlich gesagt, hält sich auch die Spannung in Grenzen. Das Interessante und die Qualität liegt für mich tatsächlich in der Darstellung des Sozialgefüge des Ortes (Roy und Carl, Kurt Olsen, Rita Willumsen, Mari Aas, Natalie Moe…) und die zwischenmenschlichen Beziehungen, Abhängigkeiten, das Falschspiel, die Beeinflussung und die absolut problematische Tendenz zur finalen Lösung für jedwedes Hindernis mit dem immerwährenden määandrierenden Verhältnis der Brüder zwischen Liebe, Zwist, Neid und Niedertracht.
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