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Bewertung von SarahWants2Read am 20.12.2024
There With You / Die Adairs Bd.2 (eBook, ePUB)
Young, Samantha

There With You / Die Adairs Bd.2 (eBook, ePUB)


sehr gut

Worum geht es?: Für Regan Penhaligon gibt es keinen besseren Ort als das exklusive Ardnoch Estate in den abgelegenen schottischen Highlands, als Unterschlupf. Ihr impulsives Verhalten hat sie eingeholt, und der Besuch bei ihrer Schwester Robyn ist die Gelegenheit, sich vor einem gefährlichen Stalker zu verstecken. Entschlossen, ihre Fehler wiedergutzumachen, plant Regan, ihre Beziehung zu Robyn zu reparieren, indem sie in ihrer Nähe bleibt. Und als Thane Adair, der auf Ardnoch lebt, ihr seine Hilfe anbietet, nimmt Regan dankbar an. Doch auch Thanes Vergangenheit wirft drohende Schatten auf die erwachenden Gefühle der beiden. Schaffen sie es trotz allem, einander zu vertrauen und für eine gemeinsame Zukunft zu kämpfen?

Das Cover: Das Buch gefällt mir insgesamt sehr gut, auch wenn ich mir vielleicht noch einen anderen Farbaspekt als Grün und Gold gewünscht hätte. Da ist der erste Band deutlich mehr herausgestochen.

Der Schreibstil: Das Buch wird aus der Ich-Perspektive erzählt, wobei die meisten Kapitel aus der Sicht von Regan erzählt werden. Mir hat der Schreibstil in diesem Buch gefallen. Aufgrund von Thanes Kindern ist dieses Buch deutlich harmonischer. Das hat mir super gefallen. Die Liebesgeschichte zwischen Regan und Thane wurde sehr langsam aufgebaut. Vielleicht an der ein oder anderen Stelle ein wenig zu langsam. Auch in diesem Buch sind einige spannende Wendungen eingebaut, welche einen deutlich besseren Aufbau haben im Vergleich zum ersten Band. Gerade zum Ende nahm das Buch einige Wendungen, die ich in diesem Maße nicht erwartet habe.

Die Hauptfiguren: Regan ist die kleine Schwester von Robyn, welche bereits im ersten Band die Protagonistin ist. Regan möchte sich mit ihrer Schwester versöhnen, denn Regan ist einfach abgehauen, als Robyn schwer verletzt im Krankenhaus lag. Regan möchte ihrer Schwester ihre Beweggründe gestehen, aber traut sie sich auch wirklich, reinen Wein einzuschenken? Denn kürzlich hatte sie einen One-Night-Stand und dieser Mann stalkt sie. Regan nimmt den Job als Nanny für Thanes Kinder an und träumt immer mehr von einer Zukunft in Schottland. Regan merkt, dass sie immer mehr Gefühle für Thane entwickelt und auch Thanes Kinder hat sie bereits ins Herz geschlossen. Doch kann Regan in Schottland in Sicherheit sein, wenn sie Unterschlupf vor ihrem Stalker sucht?

Thane ist alleinerziehender Vater, nachdem seine Frau plötzlich verstorben ist. Er glaubt nicht mehr an die große Liebe, aber wünscht sich insgeheim wieder eine Beziehung. Als er Regan kennenlernt, ist er anfangs eher skeptisch ihr gegenüber. Schließlich hat Regan genau dann verlassen, als sie sie am meisten gebraucht hatte. Als Thane bemerkt, wie gut Regan mit seinen Kindern umgeht, stellt er sie als Nanny ein, aber den aufkeimenden Gefühlen für sie will er nicht nachkommen.

Endfazit: Nachdem mich der erste Band so enttäuscht hat, war ich mir gar nicht so sicher, ob ich die Reihe überhaupt fortsetzen werde. Zum Glück habe ich den zweiten Band dann doch gelesen. Die Geschichte ist deutlich harmonischer und auch Regan und Thane als Protagonisten konnten mich begeistern und mal ganz ehrlich, die Kinder waren ja wohl zuckersüß. Mir persönlich hatte das Buch allerdings insbesondere im Mittelteil seine Längen, aber abschließend kann ich sagen, dass ich tolle Lesestunden hatte. Ich kann dieses Buch durchaus weiterempfehlen.

Das Buch erhält von mir sehr gute 4 von 5 Sterne.
SarahWants2Read

6 von 6 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung von mimitatis_buecherkiste aus Krefeld
am 09.12.2024
Und dann gab's keines mehr
Christie, Agatha

Und dann gab's keines mehr


ausgezeichnet

Zehn Personen werden auf eine Insel gelockt, es handelt sich um Frauen und Männer aus unterschiedlichsten Kreisen, die unter Angabe falscher Informationen getäuscht wurden, um sie in Sicherheit zu wiegen. Der Gastgeber bleibt seinen Gästen fern, es findet sich auf der Insel keine Spur von ihm. Bei einem Abendessen ertönt eine Stimme aus einem alten Grammophon und wirft den Anwesenden ungeheuerliche Taten vor. Kurz danach stirbt eine Person nach der anderen und die verbleibenden Gäste versuchen, den Mörder oder die Mörderin zu entlarven, allerdings mit wenig Erfolg.

»Ich muss zugeben, dass ich über keine konkreten Beweise verfüge, wie sie vor Gericht nötig wären. Aber wenn ich das Gesamtbild betrachte, so scheint es mir, dass alles auf eine bestimmte Person hinweist. Ja, genau das denke ich.«

Der vorliegende Kriminalroman erschien bereits 1939 in Großbritannien, aus ihm wurde 1943 ein Bühnenstück und 1945 ein Kinofilm, weitere Verfilmungen folgten. Der ursprüngliche Titel bezog sich auf einen Kinderreim aus dem 19. Jahrhundert, der im Buch eine große Rolle spielt und die Grundlage für das Rätsel der Morde bildet. Dieser wurde zur Veröffentlichung in den USA aufgrund der rassistischen Beleidigung der schwarzen Leserschaft umbenannt, allerdings beleidigte man damit eine andere ethnische Minderheit, sodass man sich letztendlich auf den aktuellen Titel einigte. In Deutschland brauchte man für diese Einsicht übrigens etwas länger. Das Buch gehört zu den Klassikern der Kriminalliteratur und wird seit Jahrzehnten immer wieder neu aufgelegt. Die hier in Rede stehende Fassung wurde durch Eva Bonné zeitgemäß neu übersetzt und 2023 in einer schönen Neugestaltung beim Hoffmann und Campe Verlag herausgegeben.

Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich Bücher von Agatha Christie gelesen habe, umso erfreulicher fand ich es, dass der Hoffmann und Campe Verlag sich dazu entschlossen hat, eine Vielzahl der Werke der Queen of Crime neu zu übersetzen und in toller Aufmachung beim Atlantik Verlag herauszubringen. Darunter sind die Klassiker »Der Tod auf dem Nil«, »Mord im Orient-Express« und andere mehr oder weniger bekannte Titel. Das vorliegende Werk folgt dem seit Jahren bekannten Prinzip: Man nehme eine bestimmte Anzahl von Menschen, isoliert sie, gebe ihnen keine Gelegenheit zur Flucht und dann fängt das Morden an. Die moderne Übersetzung ließ das Lesen zu einem großen Vergnügen werden, der Geschichte selbst war ihr Alter überhaupt nicht anzumerken, lediglich das Fehlen jeglicher elektrischer Kommunikationsgeräte verriet dem aufmerksamen Leser, wieviele Jahre das Buch auf dem Buckel hat. Mir hat es viel Spaß gemacht, mitzuraten, wer der Bösewicht sein könnte, und dass ich dabei nicht einmal in die Nähe der Lösung gekommen bin, fand ich wunderbar. Große Leseempfehlung!
mimitatis_buecherkiste aus Krefeld

6 von 6 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung von mimitatis_buecherkiste aus Krefeld
am 07.12.2024
Feuerjagd
French, Tana

Feuerjagd


ausgezeichnet

Nach jahrelanger Abwesenheit kommt Treys Vater Johnny zurück nach Ardnakelty, ein kleines Dorf im Westen von Irland. Mit großem Getue präsentiert er den Farmern einen Plan, der ihnen einen großen Reichtum bringen soll, ein Engländer spielt dabei eine Rolle. Der ehemalige Polizist Cal, der Trey mittlerweile wie eine Tochter liebt und beschützt, ist misstrauisch, lässt sich aber trotzdem auf die Sache ein, um den Teenager zu schützen. Trey wiederum verfolgt eigene Pläne, ohne auch nur im Geringsten zu ahnen, dass die Dorfgemeinschaft ihr immer einen Schritt voraus ist. Blind vor Rache trifft Trey eine fatale Entscheidung.

Beim vorliegenden Buch handelt es sich um dem zweiten Teil der Reihe mit Cal Hooper, einem ehemaligen Polizisten aus Amerika, der nach seiner Scheidung in Irland lebt. Der erste Kriminalroman mit dem Titel »Der Sucher« war in sich abgeschlossen, umso erfreulicher fand ich es, zu erfahren, dass es mit ihm und dem Dorf Ardnakelty weitergeht. Man muss den ersten Band nicht gelesen haben, um der Geschichte folgen zu können, die wichtigsten Fakten werden nebenbei erwähnt. Wer aber nicht gespoilert werden möchte, hält lieber die Reihenfolge ein, weil hier die Dinge verraten werden, die im ersten Teil zur Lösung beitragen haben.

Das Wiedersehen mit Cal, Trey und anderen Figuren hat mir großen Spaß gemacht, ich finde sogar, dass dieser Teil noch ein bisschen besser war, als der Vorgänger. Die verschiedenen Charaktere waren authentisch und glaubwürdig, von integer bis skurril war tatsächlich alles dabei. Das Katz und Maus-Spiel zwischen Trey und ihrem Vater, aber auch die Intrigen der Farmer trugen zur Unterhaltung bei. Die Spannung baute sich kontinuierlich auf, bis sie kaum noch zu ertragen war. Alles steuerte auf ein Finale zu, in dem die aufgebaute Spannung förmlich explodierte. Niemals hätte ich gedacht, was mich da erwartet, die Auflösung kam überraschend und war einfach genial. Dieser Mix aus Drama, Tragödie, Krimi und einer Prise Thriller war großartig und macht mir Lust auf mehr. Große Leseempfehlung!
mimitatis_buecherkiste aus Krefeld

6 von 6 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung von mimitatis_buecherkiste aus Krefeld
am 02.04.2025
Der Gott des Waldes
Moore, Liz

Der Gott des Waldes


ausgezeichnet

Im August 1975 verschwindet die dreizehnjährige Barbara aus dem Sommercamp, das in einem Naturreservat in den Adirondack Mountains liegt. Das Camp gehört ihren Eltern Alice und Peter Van Laar III., einer reichen Bankiersfamilie, der auch das umliegende Land in den Wäldern gehört. Die Aufregung ist groß, da der Bruder von Barbara, der achtjährige Peter „Bear“ Van Laar, vor vierzehn Jahren ebenfalls spurlos verschwunden ist. Die Umstände seines Verschwindens konnten nie zweifelsfrei aufgeklärt werden, der mutmaßliche Täter starb vor seiner Vernehmung.

Vor fast genau fünf Jahren habe ich »Long Bright River« gelesen, eine großartige Geschichte über zwei Schwestern, die beide einen unterschiedlichen Weg im Leben einschlagen haben, und seitdem ungeduldig auf ein weiteres Werk von Liz Moore gewartet. Die lange Wartezeit hat sich mehr als gelohnt, denn was die Autorin nun vorgelegt hat, ist mehr als nur preiswürdig, es ist ein Roman, der genreübergreifend Drama, Tragödie, Familiengeschichte und Thriller miteinander verknüpft und im Laufe der Erzählung einen Sog entwickelt, dem man sich als Leser kaum bis gar nicht widersetzen kann und dies letztendlich auch nicht will. Für mich persönlich ein großes Highlight, wenn nicht sogar DAS Highlight dieses Jahr schlechthin.

»Manchmal kam ihr jetzt der aufregende Gedanke, dass ihr Mann sich in sie verliebte - strenggenommen zum ersten Mal überhaupt. Ihr jüngeres Ich tat ihr leid, die achtzehnjährige Alice, die noch nichts von der Welt gewusst hatte; aber jetzt, in diesem Moment, war sie sehr mit sich zufrieden. Es war schon komisch, fand sie, wie viele Beziehungen man im Laufe eines gemeinsamen Lebens mit ein und demselben Mann führen konnte.« (Seite 400)

Von den 1950er Jahren bis spät in das Jahr 1975 hinein bemüht die Autorin verschiedene Perspektiven, um zu erzählen, was heute und damals geschah. Dabei werden die Kapitel jeweils mit Datum und Namen versehen, was die Zuordnung erleichtert, die Spannung dabei aber kontinuierlich nach oben schraubt, weil Dinge ausgelassen, neu hinzugefügt oder klargestellt werden, sodass zwar die Richtung vorgegeben, eine Lösung aber trotzdem erst in weiter Ferne erahnt wird. Dabei zeichnet sie ein Bild der Familie, das nicht schmeichelhaft ist, was nicht nur dem Reichtum und dem Status geschuldet ist, sondern auch dem damaligen Geist der Zeit. Die Nebencharaktere entstehen dabei ebenfalls vor meinen Augen, jede Person arbeitet sie akribisch heraus und so entwickelt sich für mich ein perfektes Bild.
🌳
Viele Seiten und Wendungen weiter, einem Chaos der Gefühle, ein paar Tränen und der großen Freude, dass ich dabei gewesen bin, klappe ich das Buch zu. Noch immer kann ich kaum glauben, wie es ausgegangen ist, wälze die Einzelheiten im Kopf hin und her, suche wiederholt nach einem Sinn. Was für ein großartiges Werk, was für ein Meisterstück. Ich merke sogar jetzt beim schreiben, wie aufgewühlt ich immer noch bin, und weiß: das sind Geschichten, für die ich brenne und von denen ich nicht genug bekomme. Phänomenal!
mimitatis_buecherkiste aus Krefeld

5 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung von Paputsch aus Freiburg
am 16.03.2025
Dream Count
Adichie, Chimamanda Ngozi

Dream Count


ausgezeichnet

Endlich wieder ein Buch von Adichie! Es ist ein großartiger Roman über vier ganz unterschiedliche Frauen, deren Schicksale und Erfahrungen doch so ähnlich sind. Und wieder ist es ein ganz großes Lesevergnügen - sinnlich, spannend und voller tiefgehender Eindrücke.
Paputsch aus Freiburg

5 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung von Fernweh_nach_Zamonien aus Buchhaim
am 12.03.2025
Die Spurenfinder und das Drachenzepter / Der Spurenfinder Bd.2
Kling, Marc-Uwe;Kling, Johanna;Kling, Luise

Die Spurenfinder und das Drachenzepter / Der Spurenfinder Bd.2


ausgezeichnet

Altersempfehlung:

etwa ab 12 Jahre

Da das Buch beim Verlag als Roman gelistet wird, gibt es hierzu keine Altersangaben.
Im Hinblick auf Handlung, Charaktergestaltung und Illustrationen ordne ich es in die Kategorie Jugendbuch.

Illustrationen:

Ein detaillierter Stadtplan von Iriandria sowie eine Landkarte der verlorenen Provinzen zieren jeweils den Buchvorsatz.

Detaillierte, ausdrucksstarke und zum Großteil ganzseitige Bleistiftzeichnung ergänzen das Abenteuer, geben den Charakteren ein Gesicht und unterstreichen wichtige Szenen.

Gewählt wurde diese Art der Illustrationen, da es sich bei den Zeichnungen um Skizzen handelt, die Naru während der Ermittlungen für seinen Vater anfertigt: Gebäude, Landschaft, Personen.

Die Bandbreite reicht von kleineren Gegenständen, z. B. ein aufgeschlagenes Buch, bis hin zum faszinierenden Blick auf die Brücken der Hauptstadt des Königreiches bei Nacht.

In jeder Zeichnung gibt es viele Details zu entdecken. Für einen Jugendroman ist das Bildverhältnis erfreulich hoch.


Mein Eindruck zur Geschichte:

Dies ist das zweite Abenteuer aus der Feder von Marc-Uwe Kling und seinen Zwillingen. Neu bei diesem Vater-Töchter-Gemeinschaftsprojekt ist, dass erstmals auch die dritte Tochter an der Geschichte mitgewirkt hat.

Die Ereignisse knüpfen mit dem Prolog nahtlos an, so dass Vorkenntnisse erforderlich sind.

Band 1 wurde betitelt als "Fantasy-Krimi-Komödie" und dieses Konzept wird auch in Band 2 beibehalten.

Fantasy:

Das Setting ist mittelalterlich und mit reichlich Magie und fantastischen Details ausgestaltet.

Man begegnet Zwergen, Gestaltwandlern, Traumflüsterern und anderen Wesen mit magischen wie übermenschlichen Fähigkeiten. Während der Ermittlungen treffen die Spurenfinder zudem auf faszinierende Tierwesen, z. B. niedliche, unscheinbare Maushörnchen und gefährliche Schuppenwölfe.

Wenn es nach Naru geht sogar auf einen unsichtbaren Babydrachen.

Krimi:

Spannung und Geheimnisse begleiten die Ermittlungen. Zusätzlich zum mysteriösen Diebstahl lässt auch ein Mord nicht lange auf sich warten.

Die Storyline ist interessant gestaltet und gefällt mir besser als die im ersten Band.

Komödie:

Aberwitzige und herrlich lustige Sticheleien zwischen den Geschwistern (Zimtbrötchen-Neid und Neckereien wegen Narus erster Verliebtheit) sowie amüsante und schlagfertige Dialoge mit dem Vater sorgen dafür, dass die Atmosphäre niemals zu düster oder erdrückend wirkt.

Die flapsigen Sprüche von Elos nimmt man ihm aber nicht übel. Dem Vater ist durchaus bewusst, was seine Zwillinge alles auf dem Kasten haben und insgeheim freut er sich über ihre Unterstützung.

Die beiden sind abenteuerlustig, aufgeweckt und neugierig.

Ada ist ein cleveres Köpfchen, denkt voraus und strategisch, während Naru eher unüberlegt und aus dem Bauch heraus handelt.

Doch gerade die Gegensätze lassen die Zwillinge sympathisch und authentisch erscheinen und bilden die Grundlage für unterhaltsame Streitereien.


Fazit:

Die Fortsetzung des ersten Spurenfinder-Abenteuers ist abermals eine rundum gelungene Mischung aus Detektivgeschichte, Fantasy und einer angemessenen Portion Humor. Das zweite Abenteuer hat mir insgesamt noch besser gefallen als das erste.

Die detailverliebten Bleistiftzeichnungen sind ein Augenschmaus und die schrägen Dialoge der drei Spurenfinder unterhalten großartig.


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Rezensiertes Buch: "Die Spurenfinder und das Drachenzepter" aus dem Jahr 2025
Fernweh_nach_Zamonien aus Buchhaim

5 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung von Nele33 am 24.02.2025
Ostfriesennebel / Ann Kathrin Klaasen ermittelt Bd.19 (eBook, ePUB)
Wolf, Klaus-Peter

Ostfriesennebel / Ann Kathrin Klaasen ermittelt Bd.19 (eBook, ePUB)


gut

Mit "Ostfriesennebel" ist der mittlerweile 19 Band um Ann Kathrin Klaasen und ihr Team aus ihren Mann Weller und Ruppert von Klaus-Peter Wolf erschienen.

Den Plot fand ich diesmal wirklich interessant: Carina Oberdieck kommt ins Kommissariat und behauptet ihr Mann sei nicht ihr Mann, sondern sein Zwillingsbruder. Bei einem Urlaub der beiden sei nicht ihr Schwager, sondern ihr Mann in den Vulkan gefallen und sein Bruder habe nun seine Rolle eingenommen. Im ersten Moment nimmt sie niemand wirklich ernst, schildert sie doch das Verhalten ihres Mannes als liebevoll und zugewandt. Ann Kathrin möchte der Sache dennoch auf den Grund gehen und besucht die Familie. Ein Leichenfund an den Schienen lenkt ihre Nachforschungen erst einmal ab. Kurz nach dem Fund taucht der Zielfahnder Wollenweber im Aurich auf und bittet Ann um Unterstützung bei der Ergreifung des Eisenbahnmörders, da er die gefundene Leiche diesem zuordnet. Ann und ihr Team nehmen sich die Akten vor und stellen Verbindungen her, die Wollenweber nicht bemerkt hat. Doch kann anhand dessen der Täter gefasst werden?

Das Buch hat 544 Seiten und für mich hätte es einige Seiten weniger haben können. Ich mag den Lokalkolorit sehr, zumal ich Ostfriesland liebe und mich gut auskenne, war es mir hier mit den sehr detaillierten Beschreibungen doch etwas zu viel. Die Spannung wurde für mich dadurch etwas häufig unterbrochen.
Es gab viele losen Fäden und Verstrickungen, die teilweise verwirrend waren und am Ende für mich nicht ganz stimmig aufgelöst wurden. Die Wendungen, die aufkamen, waren gut durchdacht, aber manchmal auch zu vorhersehbar.

Insgesamt gute und leichte Unterhaltung für Fans der Reihe, aber nicht sein bestes Werk.
Nele33

5 von 9 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung von mimitatis_buecherkiste aus Krefeld
am 23.02.2025
Im Schnee
Goerz, Tommie

Im Schnee


ausgezeichnet

»Manche rief man hier noch nach ihren Höfen, egal wie ihre Namen waren. Wenn man aus dem Dorf war, wusste man Bescheid, und wenn nicht, ging es einen auch nichts an. Das war schon immer so.« (Seite 12)

Ein Dorf stirbt aus, früher war es einmal lebendig und wach. Der Schorsch ist tot und Max, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband, sinniert leise über Gott und die Welt. Er erinnert sich an alte Geschichten, an Menschen, die gingen, aber auch solche, die da sind. Noch.

„»Dieses Dorf«, sagte er schließlich, nachdem er eine Zeit lang hin und her gedacht hatte, »ist wie jedes Dorf. Da wohnen Leute, und da gibt es Misthaufen. Und je näher man herankommt, desto mehr stinkt es.« Er ließ die Worte verklingen und lauschte ihnen hinterher. Sie gefielen ihm.“ (Seite 159

Wenige Tage lang lässt Tommie Goerz mich teilhaben an den Gedanken von Max, wenige Tage, die mir vorkommen wie ein ganzes Jahr. Da passiert eigentlich nicht viel, aber ganze Biografien laufen vor meinen Augen ab, passieren Dramen, ereignen sich Tragödien, werden Kinder geboren und Menschen verlieren ihr Leben. Ein leises Buch, das dennoch laut ist, in einer Sprache, die eine Vergangenheit aufleben lässt, die mich nostalgisch macht. Früher war auch nicht alles besser, es war einfach anders, aber dadurch nicht weniger lebenswert. Danke für diesen Einblick, der mich nachdenklich und zufrieden zurücklässt. Lesenswert!
mimitatis_buecherkiste aus Krefeld

5 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung von VolkerM am 21.02.2025
inside tagesschau
Teske, Alexander

inside tagesschau


ausgezeichnet

„Welchen Platz eine Meldung in der Sendung hat, ob sie am Anfang steht oder am Schluss, richtet sich nach der Wichtigkeit des Themas. Die Relevanz einer Nachricht bestimmt Platz und Länge des Beitrags.“ – soweit die Selbstdarstellung der Tagesschau über ihre Arbeit. Doch wer die Tagesschau in den letzten Jahren aufmerksam verfolgt hat, wird eine Boulevardisierung der Nachrichten bemerkt haben. Aufmacher werden zu Nachrichten (z.B. ein Sturz bei der Tour de France, also der sprichwörtliche „Sack Reis in China“), die dem selbsternannten Anspruch widersprechen: „Sachlich, knapp, präzise, umfassend und journalistisch kompetent“ sollen Nachrichten in der Tagesschau sein. Relevante Nachrichten werden auch schon mal herausgefiltert, wenn sie nicht „in den Kram passen“, wie Alexander Teske in seinem Buch „inside Tageschau“ an zahllosen Beispielen belegt. Der Journalist weiß, wovon er spricht, denn er war sechs Jahre lang Redakteur bei der Tagesschau in Hamburg.

Dies ist aber nicht der einzige Kritikpunkt, den Teske an der Tagesschau und im weiteren Sinne am öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖRR) hat. Er übt deutliche Kritik an der Arbeitsweise verschiedener Akteure, insbesondere der Chefredakteure und Chefs vom Dienst. Wiederkehrende Muster bei der Zusammenstellung und Priorisierung von Themen und eine interessengesteuerte Auswahl von Kommentatoren und Experten deuten auf eine einseitige und linkslastige Berichterstattung hin. Seine Beispiele sind überzeugend und lassen endgültig an der Neutralität der „Institution“ Tagesschau zweifeln. Es ist also nicht nur ein Gefühl, sondern ein strukturelles Problem. Teskes Fazit: „Es besteht aus Sicht von Experten, Wissenschaftlern und Journalisten Handlungsbedarf.“

Alle im Buch angesprochenen Themen (Arbeitsklima, Wording, Vermeidung bestimmter Begriffe (Framing), tendenziöse Berichterstattung, „Experten“wahl, Verhältnis zur Politik, AfD, Migration, Einschaltquoten, Fake News, Gender, Fehlerkultur usw.) werden seinen gemachten Erfahrungen hinterlegt. Dabei sind seine Analysen stets sachlich und nicht polemisch. Er äußert viel Kritik, weist andererseits aber auch klar auf unhaltbare Vorwürfe hin.

Besonders interessant fand ich die Schlussbemerkung des „Nestbeschmutzers“ in Bezug auf das zuletzt häufige Tagesschau-Bashing in den Medien. „Warum fallen halbwahre Anschuldigungen aber auf derart fruchtbaren Boden? Weil man es der ARD und der Tagesschau zutraut.[...] Und das ist tatsächlich auch ein Ergebnis der Berufsauffassung zahlreicher Redakteure im ÖRR. Sie verstehen sich nicht als objektive Berichterstatter, sondern als Aktivisten“ oder, wie sie selbst sagen, als „Journalisten mit Haltung“. Klingt zwar besser, ist aber letztlich eine berufliche Bankrotterklärung. Hans Joachim Friedrich hat einmal gesagt: „Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache.“. Doch die „Kunden“ des ÖRR, also wir, zeigen sich zunehmend genervt vom Aktivismus und der rot-grünen Filterblase.

Teske hat meine Beobachtungen gegenüber der Tagesschau und anderen Sendungen im ÖRR auf ganzer Linie bestätigt und mir gezeigt, wie wichtig Medienkompetenz in der heutigen Zeit ist. Die Tagesschau als Leitmedium existiert nicht mehr. Nachrichten sollte man immer (und auf allen Kanälen) mit einer gesunden Portion Skepsis begegnen, ohne ihren Machern pauschal zu misstrauen. Nur wo ist die Grenze, ab der Misstrauen gerechtfertigt ist?
VolkerM

5 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.