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Elina

Bewertungen

Insgesamt 14 Bewertungen
12
Bewertung vom 18.03.2025
Das Spiel zwischen Licht und Schatten
Rompf, Tabea

Das Spiel zwischen Licht und Schatten


ausgezeichnet

Tabea Rompf kann sich unter die großen Autoren einreihen, wie ich finde. Nachdem sich ihr Debütroman wegen seiner Großartigkeit in mein Gedächtnis gebrannt hat, erwartete ich erneut Großes und wurde nicht enttäuscht. Zurecht ist dieses Buch absolut nicht mit dem Ersten zu vergleichen- wer auf Hochspannung, Nervenkitzel und romantische Gefühle aus ist, ist hier fehl am Platz. Doch Spannung ist hier durchaus auch zu finden, nur auf eine andere Art und Weise.

Deutschland, 1945. Die amerikanische Geheimagentin Margaret Nelson - Maggie genannt, wird von britischen Soldaten in einem Gefängnis gefunden, in welchem sie monatelang von der Gestapo auf brutalste Weise gequält wurde. Sie erweist sich jedoch nicht als große Hilfe beim Dokumentieren der zahlreichen Kriegsverbrechen der Nazis und wird nicht als das Opfer gesehen, das sie eigentlich ist. Maggie selbst kämpft seit ihrer Gefangenschaft mit zahlreichen gesundheitlichen Problemen. Nicht nur das- ihre Seele leidet und sie spürt nur allzu deutlich Misstrauen und Ablehnung ihr gegenüber. Ihr größtes Problem ist jedoch ihr zerbrochenes Vertrauen in Gott. Sie will sich auf eigene Faust zurück ins Leben kämpfen…

Dass Maggie so sehr mit Gott haderte und seine Treue und Güte in Frage stellte, konnte ich nur allzu gut nachvollziehen. Atemberaubend und unheimlich emotional erzählt die Autorin diese Geschichte der inneren Zerrissenheit. Es mag kaum was schlimmeres und aufwühlenderes geben, als mit jemandem zu hadern, an den man so fest geglaubt und dem man vertraut hat. Mehr noch: mir stellte sich beim lesen die Frage, wieso Maggie „nur“ dieses eine Problem mit Gott hatte. Sie hätte ihn auch dafür anklagen können, dass sie unbeschreibliches Leid durchleben und aushalten musste. Die Schilderungen der Grausamkeiten durch die Nazis (wie sie an zigtausenden Menschen durchgeführt wurden), trieben mir die Tränen in die Augen. Ich habe mit der Protagonistin gelitten, war wütend und traurig. Ein totales Gefühlschaos. Gleichzeitig blieb sie mir doch manchmal so fern und distanziert, sie war in ihrer Person nicht immer so greifbar.
Das Ende war für mich nicht absehbar- ich konnte nur hoffen dass sich ein Hoffnungsschimmer zeigt. Ich wollte so sehr Gerechtigkeit für Maggie! Dass Gerechtigkeit letztendlich in den Händen Gottes liegt, hat die Autorin gut eingearbeitet. Auch hat sie die Hauptbotschaft sehr gelungen verpackt, nämlich dass egal, was einem widerfährt im Leben, selbst wenn es unsagbares Leid und Krankheit ist- die Antwort darauf kann immer nur Jesus sein. Nur er gibt Frieden, der nicht von dieser Welt ist und das ist tatsächlich alles, was Maggie gebraucht hat. Sie hatte Gottes Güte mehrfach erlebt, aber nicht immer so, wie sie es sich wünschte. Als sie kapitulierte und Gott wieder in ihr Herz ließ, konnte sie die Schatten der Vergangenheit hinter sich lassen- mehr noch, sie konnte heraustreten ins Licht und im Vertrauen darauf, dass Gott sie hält und das Beste für sie im Sinn hat, einen Neuanfang für sich und ihre Seele wagen.

Ich mag diese Geschichte sehr. Anfangs haben mich die vielen Handlungsstränge, Namen, Personen und Infos ziemlich überflutet. Doch nach einer Weile war ich einfach gebannt von dieser vielschichtigen Protagonisten, ihrer Geschichte, ihrer Tapferkeit und ihrem Zerbruch. Es ist eine großartige berührende Erzählung über Hoffnung, einem wiedergefunden Glauben an einen treuen Gott trotz der vielen „Abers“ und Heilung eines verwunderten Herzens. Ich konnte Maggies Schmerz wirklich gut nachempfinden und das ist der wahnsinnig guten Erzähl- und Schreibkunst der Autorin zu verdanken. Rompf versteht es definitiv, tiefgründig und authentisch zu schreiben.

Ein wirklich intensives Leseerlebnis auf allen Ebenen.

Bewertung vom 17.03.2025
Feuer der Barmherzigkeit
Serkan;Treibholz, Ronja

Feuer der Barmherzigkeit


ausgezeichnet

Serkan wächst in einer muslimischen Familie mit allen dazugehörigen Traditionen in Deutschland auf. Der Glaube spielte von klein auf eine wichtige Rolle in seinem Leben- auch wenn er sich als nicht allzu streng religiös bezeichnen würde.
Als junger Erwachsener lebt er in ständiger Zerrissenheit zwischen den Anforderungen seines Glaubens auf Grundlage des Korans, den Erwartungen seiner liebevollen, jedoch leistungsorientierten Eltern und seinen eigenen Wünschen. Die Sehnsucht nach Freiheit ist groß, doch immer wieder nagt das schlechte Gewissen an ihm: Er muss stets einsehen, dass sein Lebenswandel eventuell vor Allah nicht genügen wird.
Eines Abends lernt er Katja kennen- sie ist so faszinierend anders. In seinem Leben beginnen viele Veränderungen. Durch Katja findet er zu Jesus. In ihm entfacht ein Feuer und er ist bereit, mit Jesus durch alle Stürme des Lebens zu gehen…

Es ist eine bewegende Geschichte, die Serkan mithilfe von Ronja Treibholz hier selbst erzählt. Er lässt den Leser reinschauen in seine Zerrissenheit bevor er Jesus kennenlernte. Seinen Glauben an Allah bezeichnet er selbst als eine „leere Hülle aus Regeln“. Stets lebt er mit dem Gefühl, nicht zu genügen. Weder vor Allah noch vor seinen Eltern. Die innere Leere versuchte er recht erfolglos zu betäuben…

Als er auf Katjas Bibel stößt und tatsächlich darin liest, ist es, als sei er auf einen kostbaren Schatz gestoßen. Es ist so spannend zu lesen, wie jemand aus einer anderen Religion auf die Bibel reagiert. Serkan beschreibt so begeistert und echt was das Wort Gottes in ihm veränderte: Er fand Freiheit in einem liebenden, nicht fordernden Gott. Seine Begeisterung ist total ansteckend! Obwohl er weiterhin herbe Enttäuschungen einstecken musste und muss (seine Familie wandte sich von ihm ab, er hatte jahrelang keinen Kontakt zu ihr), blüht er im Glauben an Jesus auf. Man spürt ihm so sehr seine brennende Liebe für Jesus ab, das ist so bewegend.
Wer jetzt denkt, dass Serkan nach seiner Bekehrung alles im Griff hätte und er dann keine Probleme mehr hatte, irrt sich. Er musste durch einige Prüfungen durch und einige Bereiche seines Lebens blieben noch lange herausfordernd. Genau da gab ihm der Glaube Halt- er erlebte einen Gott, der die ihm nah und treu war; der ihn begleitete und nicht alleine ließ. Serkan beschreibt, wie er mit Gottes Hilfe nicht verzagte und sich stets getragen und geliebt fühlte. Und diese Liebe treibt ihn jeden Tag an. Er hat erlebt, dass er mit dem Gott der Bibel alles meistern kann. Diese Hoffnung möchte er in die Welt tragen, auch wenn ihn das persönlich einiges kostet.

Es ist bemerkenswert mit welcher Freimut und Leichtigkeit er anderen von der Barmherzigkeit Gottes erzählt, er ist ein wahres Zeugnis für Jesus! Die Veränderung, die sich in seinem Herzen vollzog, kann man wunderbar im Verlauf der Geschichte sehen, ich las sie mit großer Bewunderung.

Ein ermutigendes Buch, das ich gerne empfehle. Es ist schön zu lesen, wie Menschen aus anderen Religionen Jesus begegnen und dies einen so enormen Unterschied in ihrem Leben macht. Möge das Buch für viele ein Segen sein, für mich war es das.

Bewertung vom 27.02.2025
Jakob
Kofmehl, Damaris

Jakob


ausgezeichnet

Damaris Kofmehl ist und bleibt eine besondere Autorin, die es versteht, wortgewaltig, unfassbar emotional und tiefgründig zu schreiben. Mit ihrem neusten Roman „Jakob“ legt sie einen dritten Bibel-Thriller vor, der ihr absolut gelungen ist in jeglicher Hinsicht!
Ihre vorangegangenen biblischen Romane Noah und Abraham habe ich auch gelesen und fand sie schon wirklich gut- meiner Meinung nach setzt sie mit „Jakob“ noch einen drauf, denn machen wir uns nichts vor- die Geschichte um Jakob und seinen Zwillingsbruder Esau ist vielschichtig und komplex und doch staunte ich, wieviel Kofmehl da herausgeholt hat, sie hat sich auf jeden Fall intensiv mit dem Bibeltext auseinandergesetzt und gründlich recherchiert. Der Roman hält sich an das, was uns durch die Bibel überliefert wurde. Lücken und fehlende Informationen füllt Kofmehl kreativ und fantasievoll, jedoch nicht im Widerspruch der damaligen kulturellen Gepflogenheiten.

Natürlich geht es auch um Rahel und Lea- die beiden Frauen, die Jakob geheiratet hatte und ich bin beeindruckt, wie eindrücklich ihr Anteil an der ganzen Geschichte eingebunden ist: Schonungslos ehrlich und nahbar werden ihre Schicksale vermittelt, man kann nicht anders als mitzufühlen und -leiden. Sehr berührend.

Es fällt in dieser Erzählung allgemein nicht schwer, empathisch mit allen Protagonisten zu sein; die Autorin versteht es den Leser total mit rein zu nehmen in die Gedanken- und Gefühlswelt aller Figuren.
Bereichernd ist es bei dieser Art von Roman, dass man immer wieder neues über die vergangenen Zeiten und deren kulturellen sowie gesellschaftlichen Hintergrund lernt, was oft beim alltäglichen Bibellesen nicht gegeben ist.

Der Name Jakob taucht auf, wenn man von Gott spricht als der „Gott von…“, er reiht sich ein neben Abraham und Isaak. Nach dem Lesen des Buches verstehe ich mehr, wieso Gott sich als Gott Jakobs bezeichnet. Kofmehl hat einfach einen wunderbaren Thriller geschaffen über diesen ultra spannenden, gerissenen, tiefgründigen, ehrlichen, treuen, sehnsuchtsvollen und Gott-vertrauenden Mann von damals.

Trotz all der fiktiven Elemente bekommt man ein gutes Gespür für diese einzigartige Geschichte, in der es nur so trieft von menschlichem Versagen, Neid, Hass, Rachedurst, Eifersucht, Minderwertigkeitskomplexen, Scham,
Wut und Hinterhältigkeit. Und genau das alles gebraucht Gott, um seine Größe und Gnade zu zeigen. Um zu zeigen, dass er seine Hand immer dem Menschen entgegen streckt. Um seine Treue zu beweisen: Er ist ein Gott, der segnet. Diese Geschichte gliedert er ein in seine Menschen zugewandte Heilsgeschichte.
Und ich als Leserin kann nicht anders als zu Staunen über Gottes Wirken in den absurdesten Geschehnissen. Ich bewundere Jakob- er rang mit Gott persönlich und ließ nicht locker, bis er seinen Segen erhielt.

Was für eine packende mitreißende und bewegende Story voller geistlicher Schätze, die muss man gelesen haben, alleine schon wegen der Erzählkunst.

Bewertung vom 02.01.2025
Was wirklich zählt
Plentz, Karl-Dietmar;Specht, Andrea

Was wirklich zählt


ausgezeichnet

In seinem Buch „Was wirklich zählt“ erzählt Karl-Dietmar Plentz persönliche Geschichten aus seinem erlebnisreichen Leben. Es sind die vielen großen und kleinen Abenteuer, die aufzeigen möchten, was im
Leben Bedeutung und Wert hat und außerdem, wem man diese Kostbarkeiten zu verdanken hat (nämlich Gott). Man spürt dem Autor eine totale Lebensfreude ab, die ansteckt. Seine grundlegend positive Lebens- und Menschenbejahende Einstellung zieht sich durch alle Geschichten durch und gibt dem gesamten Buch eine hoffnungsvolle schöne Stimmung. Vor jeder Geschichte ist ein ganzseitiges passendes Foto zu sehen, meistens mit dem Autor drauf. Das gibt dem Buch ingesamt eine schöne persönliche Note.
Als Leser lernt man hier Herrn Plentz in seinen verschiedenen Rollen kennen: als gläubigen Menschen, als Ehemann, Vater, Freund, Unternehmer und als einen in vielen Ehrenämter aktive Person. Die Erzählungen sind also sehr vielseitig und bunt. Ich mochte das Buch sehr- es lässt sich leicht lesen. Herr Plentz gibt einige Beispiele dafür, wie man selbst kleine Möglichkeiten im Leben als Chancen nutzen kann um anderen Menschen zu dienen, sie zu segnen und ihnen somit die Liebe Gottes weiter zu geben.
Ein tolles ermutigendes und lebenszugewandtes Buch, was ich gerne weiterempfehle.

Bewertung vom 22.10.2024
Jenseits des Nadirs
Marmulla, Rüdiger

Jenseits des Nadirs


sehr gut

Rüdiger Marmulla vereint in diesem Buch vier tiefgründige Novellen über essentielle Themen des menschlichen Daseins. Jede Novelle ist in sich abgeschlossen und hat ein offenes Ende. Die Kurzgeschichten sind tiefgründig und bieten einiges zum Nachdenken, sie wecken unterschiedliche Gefühle, weil sie tiefe menschliche Erfahrungen berühren.

In der ersten Novelle „Raue Ufer“ trauert ein Vater über seine getroffene Entscheidungen in schweren Zeiten, obwohl diese aus guten und vernünftigen Motiven entstanden sind. Seine Reue hält ihn aber nicht vom Hoffen ab (oder ist es doch nur Wunschdenken und ein Verkennen der Realität?)
Voller Mitgefühl und Verständnis las ich von diesem Vater, der Entscheidungen getroffen hat, deren Konsequenzen er wahrscheinlich so nicht hat kommen sehen. Er versteht im Nachhinein, welche Verletzungen für seine Familie entstanden sind und nun hofft er, die Beziehungen wieder kitten zu können. So ist es oft im Leben: man trifft aus guten Motiven heraus eine Entscheidung und merkt vielleicht erst so richtig hinterher, wie viel dies gekostet hat und was alles zum Opfer gefallen ist. Damit gehen Menschen unterschiedlich um.

In „Rückkehr zu den Yosemite Falls“ reist eine Enkelin mit ihrem Großvater zu einem für ihn wichtigen Ort der Erinnerung. Dort geschieht etwas, was die Enkelin in eine nicht geahnte Angst versetzt und ihr Großvater offenbart ihr hingegen seine Sorgen. Hier wird deutlich wie sehr doch ältere Menschen mit dem Gefühl des „Nicht-Gebraucht-Werdens“ kämpfen. Wahrscheinlich beginnt es auch schon damit, dass Kinder irgendwann flügge werden und die Eltern mit diesen Gedanken konfrontiert werden. Jüngere Menschen sollte dies mehr bewusst sein; helfen würde eine offenere Kommunikation und das gegenseitige aktive Zuhören und Teilnehmen am Leben des anderen. Das wurde mir auf jeden Fall beim lesen nochmal ganz neu bewusst.

„Das letzte Duett“ handelt von einer Krankenschwester und einem noch in der
Ausbildung befindenden Arzt. Beide leisten gute Arbeit, ihre Herangehensweisen sind jedoch unterschiedlich: Kopf vs. Herz/
Distanzierte Professionalität vs. Empathie, Intuition.
Grundsätzlich sind bestimmte Verhaltensweisen in Berufen notwendig und richtig. Doch es gibt Situationen, da ist es besser, auf seine Intuition oder das Herz zu hören, wenn es sich bemerkbar macht. Generell ist es ratsam, regelmäßig in sich hinein zu horchen um ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Handlung nun dran wäre. Vor allem wenn es um Menschen geht.

In „Jenseits des Nadirs“, die Novelle, die ich am besten fand, begleitet der Leser eine Person, die auf der Suche nach seinem
Freund ist. Die Reise wird als eine Reise durch die Sternenbilder beschrieben. Die Geschichte ist ein Abbild für die Reise nach der Wahrheit: Man trifft auf ganz verschiedene (Glaubens-)Theorien, Überzeugungen und Einstellungen im Leben und ist dann in der Verantwortung zu einer eigenen Überzeugung zu kommen bzw. Sich dafür zu entscheiden, was für einen selbst die Wahrheit ist und wie und wo man nach ihr sucht. In der Welt wird viel dazu angeboten. Der Reisende wird jedoch von keinem dieser „Angebote“ verunsichert; er weiß, wie die Stimme seines Freundes klingt. Auch wenn seine Reise unendlich lange dauert und er am Ende fast vor dem
Aufgeben steht- plötzlich findet er den Freund. Und die Wüste um ihn herum ergrünt. Sein Freund versorgt ihn mit allem was er nach seiner langen Reise braucht. Er wird satt und zufrieden.
Ich liebe die Szene, in der der Suchende und sein lang gesuchter Freund nebeneinander hergehen. Das Gespräch, was sich zwischen ihnen entspinnt, ist wunderschön. Der Freund gibt klare Antworten auf die Fragen des Reisenden, die voller Hoffnung und biblischer Wahrheit sind, z.B.: „Seit wann bist du mit mir?“ „Ich war schon das Licht, das du im Leib deiner Mutter wahrgenommen hast. […] Ich war schon immer bei dir.“ (S. 103)
Der Reisende hat seinen Freund gefunden und dieser offenbart sich als Yeshua. Die letzten Seiten sind die schönsten für mich von den Aussagen her gewesen. Auch wenn man als Christ schon einiges kennt und die Zusagen Gottes oft hört- es ist immer wieder schön und heilsam, sie zu lesen und ins Herz sickern zu lassen. Sie sollen tief verwurzelt sein damit wir als Reisende genau wissen, wo wir unseren Freund finden und wie wir ihn hören können in unserem Alltag.
Ich fand dieses Buch interessant und wertvoll, es war mal was ganz anderes als das, was ich sonst lese. Gerne empfehle ich es weiter um sich über Aspekte des Lebens Gedanken zu machen, die man sich vielleicht nicht jeden Tag überlegt. Die Novellen geben dazu Anreiz.

Abschließen möchte ich mit einer weiteren wundervollen Passage aus der letzten der vier Novellen: „Ich bin dein Trost und deine Hoffnung. Alles was du brauchst, schenke ich reichlich und mit Gnade. Du wirst nie mehr allein sein.“ (S. 106)
Was eine geniale und tröstliche Zusage trotz all unserem menschlichen Versagen.

Bewertung vom 21.10.2024
Noch besser als Schokolade
Franke, Thomas

Noch besser als Schokolade


ausgezeichnet

Wieder einmal stellt Thomas Franke in seinem neuesten Roman sein einzigartiges Talent zum Schreiben und seinen unverkennbaren Humor unter Beweis. Diesmal handelt es sich um einen literarischen Adventskalender. Doch wer tatsächlich die Selbstdisziplin besitzt, täglich nur ein Kapitel dieses Buches zu lesen- tja, ich drücke es mal so aus: Glaube ich nicht und wenn doch- ich hatte diese Gabe während des Lesens nicht. Es packte mich vom ersten Kapitel an und ich verschlang das Buch innerhalb kürzester Zeit.

Der Leser wird quasi direkt hineingenommen in einen turbulenten Alltag einer kleinen Großfamilie, jedoch ohne die Anwesenheit einer wichtigen Person: Johann ist seit einigen Jahren Witwer und zieht seine vier Kinder alleine groß, denn seine Frau starb einige Jahre zuvor an Krebs. Er gibt sein Bestes um Kinder und Job unter einen Hut zu bringen, doch das ist oft gar nicht so einfach: Da sind die Bedürfnisse von vier kleinen Menschen, die Finanzen, das Haus, sein neues Buchprojekt, bei welchem die Deadline zur Abgabe immer näher rückt und zu allem Überfluss stellt er fest, dass er die Adventskalender für die Kinder vergessen hat. Seine Schwiegermutter hilft ihm last minute, damit müsste eigentlich alles in bester Ordnung sein. Doch schon nach einer Nacht bleibt von dem schokoladigen Kalender nichts übrig. Was nun? Die Familie entschließt sich für eine andere Art von Kalender und ausgerechnet diese Idee führt zu überraschenden Veränderungen ihres Lebens…

Was musste ich doch beim Lesen oft herzlich lachen! Franke versteht es hervorragend, den Leser mit hineinzunehmen in die Geschichte. Ich fühlte mich oft als stille Beobachterin am Frühstückstisch der Familie, so nahbar und authentisch fühlt es sich an. Dabei sind es nicht nur die liebevoll chaotischen Situationen an sich, die lustig sind, sondern die pfiffigen Dialoge, die dabei zwischen den Charakteren entstehen. Sprachlich hat Franke viel zu bieten, er schreibt unglaublich treffend, locker und mit sehr viel urkomischen Humor. Situationskomik vom feinsten. Seine Figuren im Roman sind total sympathisch, die Kinder nicht auf den Mund gefallen und jeder für sich besonders. Mit Johann hab ich durchgehend mitgefühlt, konnte seine Herausforderungen allzu gut nachvollziehen, ziehe aber auch meinen imaginären Hut vor seiner Geduld und seinem Ehrgeiz, alles zu schaffen, die er seiner Familie gegenüber an den Tag legt. Bei all dem Chaos merkt man trotzdem den starken Zusammenhalt innerhalb der Familie und auch, dass jedes Mitglied so sein darf, wie es ist.

Thematisch ist der Roman vielschichtig: Bei all der Lockerheit und dem Witz, der geboten wird, kommt auch das Tiefgründige nicht zu kurz. Durch den Jungen Till ist Inklusion ein Thema und verleiht der gesamten Geschichte eine einzigartige Besonderheit. Fragen nach den Prioritäten und den echten Werten im Leben sind geschickt und feinfühlig eingewoben. Die Themen Trauer, Festhalten und Loslassen von schmerzhaften vergangenen Erlebnissen klingen an sowie die Ermutigung dazu, sich trotz Problemen und Trubel des Alltags den neuen Chancen im Leben zu öffnen. Das Alte hinter zu lassen, dem Licht erlauben, in den eigenen Schmerz und die Dunkelheit zu kommen- der Kern von Weihnachten.

Die christliche Botschaft ist so schön eingebunden. Die Idee des besonderen Adventskalenders inspiriert und fordert dazu auf, gerade in der doch oft stressigen Vorweihnachtszeit besinnlicher und aufmerksamer mit seinen Mitmenschen (und sich selbst) umzugehen. Liebevoller, geduldiger, authentischer, bereit zu guten Taten- eben bereit zur Ausübung von Nächstenliebe und auch vertrauensvoll Gott gegenüber zu sein, wie Franke es treffend und wunderbar in einem meiner Lieblingszitate des Romans formuliert hat: „Es geht darum, dem zu vertrauen, aus dessen Hand alles Leben hervorspross, und das im Kleinen nachzuahmen, was dieser im Großen getan hat.“ (S. 199)

Eine so wunderbare herzerwärmende und erfrischende Geschichte, ich empfehle sie von Herzen gerne weiter. Am besten ist es, man überzeugt sich selbst von dem Roman. Und ja, die Botschaft ist besser als Schokolade :)

Bewertung vom 17.08.2024
Love Never Fails
Feurer, Melissa C.

Love Never Fails


ausgezeichnet

Der 3. Teil der einfach wunderschön gestalteten Covern der Lichtenberg-Trilogie von Melissa C. Feurer und für mich das stärkste der Reihe!
In diesem Buch geht es um Enni und Julius, die beide eigentlich absolut nicht an eine Beziehung denken. Enni ist Studentin und soll vier Wochen im Café ihres Bruders aushelfen, was für sie eine ganz schöne Herausforderung ist, denn sie hat weder was mit Backen noch mit Kaffee kochen am Hut. Julius scheint „Urlaub“ am selben Ort wie Enni zu verbringen, zumindest lässt er es so aussehen. Die Wahrheit dahinter ist jedoch erschütternd, denn er verbirgt etwas, was nur einige wenige Personen von ihm wissen. Die ersten Kontakte zwischen Enni und Julius sind mehr oder weniger zufällig und manchmal urkomisch…sie lernen sich immer besser kennen und dadurch, dass Julius sich irgendwann auch zu den Arbeiten im Café dazugesellt, verbringen die beiden viel Zeit miteinander. Obwohl Julius anfangs gar nicht Ennis Typ zu sein scheint- er wird ihr doch immer sympathischer. Doch es kommt, wie es kommen muss. Enni kommt an einen Punkt, an dem sie spürt, dass Julius etwas zu verbergen scheint. Was wird die Wahrheit mit der Beziehung der beiden machen? Wie werden sie damit umgehen?

Die Autorin hat eine wundervolle Geschichte erschaffen, ich habe es genossen, sie zu lesen. Sie ist abwechslungsreich: mal lädt sie dazu ein, zu schmunzeln oder laut aufzulachen, mal lässt sie einen traurig werden. Die Themen in diesem letzten Teil fand ich von allen drei Büchern der Reihe am stärksten und „erwachsensten“. Nicht falsch verstehen: Alle Themen haben ihre Berechtigung, besonders bei dem Genre Faithful-New-Adult. Aber manche treffen den Leser eben tiefer als andere. Die Problematik des Hauptthemas in dieser Geschichte hat für eine Beziehung und Partnerschaft eine große Ernsthaftigkeit zur Folge und deswegen hat das Buch für mich eine gewisse Reife, die die anderen beiden Teile so nicht hatten. Es geht auch um große Lebenskrisen und das Ringen um den Glauben an einen Gott, von dem man dachte, dass er nur Gutes für einen will. Entspricht diese Überzeugung der Wahrheit? Was tut man, wenn der Glaube geprüft wird oder man so verzweifelt ist, dann man nicht glauben und vertrauen kann? Kann man sich selbst in seinen depressivsten schwierigsten Zeiten anderen Menschen zu- und anvertrauen? Diesen Fragen muss sich vor allem Julius stellen und ich finde es beeindruckend, wie die Autorin diese Themen in einer wunderschönen süßen Liebesgeschichte verwebt hat. Sie ist auch eine Ermutigung dafür, den Glauben an die Liebe nicht aufzugeben und das Leben so auszukosten und zu gestalten, wie es sich einem präsentiert. Zudem gelingt es der Autorin auch total gut, aufzuzeigen, dass es Dinge gibt, die eine enorme Herausforderung für eine Beziehung und zukünftige Partnerschaft sein können und sein werden. Dafür gibt es keine Pauschallösungen und trotzdem ermutigt diese Geschichte dazu, ehrlich mit den Mitmenschen zu sein, sich der Realität zu stellen und nach guten gesunden Lösungsmöglichkeiten zu suchen. Sich trauen, trotzdem zu träumen, sich trotz allen Widrigkeiten zu erlauben, zu lieben und geliebt zu werden, denn „man weiß nie welche Pläne Gott hat“, um es in den Worten von Ennis Bruder auszudrücken (S. 229).

Eine wunderschöne, berührende Geschichte vor allem für junge Erwachsene.

Bewertung vom 25.07.2024
Das Haus der Geschichten
Franke, Thomas

Das Haus der Geschichten


ausgezeichnet

Ganz unterschiedliche Meinungen habe ich zu dem Buch von Thomas Franke gelesen. Nicht nur deswegen war ich sehr neugierig auf diesen Roman. Bisher wurde ich noch nie von einem Buch von Thomas enttäuscht und - surprise- dieses Mal auch absolut nicht. Im Gegenteil- ich finde die Idee des Buches und die Umsetzung einfach genial!

Marvin, ein junger Mann, der beruflich schon so einiges ausprobiert und für nicht passend empfunden hat, bekommt überraschenderweise eine Stelle als Aushilfe in einem Buchantiquariat. Der Ladenbesitzer, ein sehr viel älterer Mann, ist etwas eigen und geheimnisvoll, steckt jedoch voller Lebensweisheiten. Als Marvin im Keller des Antiquariats seine „narratorische Apotheke“ entdeckt, entdeckt er ungewöhnliche Geschichten, die ihn auf Lebensfragen stoßen, denen er sich bisher nicht stellen wollte…

Wieder einmal gelang dem Autor mit diesem Werk ein äußerst kreativer Roman. Ich staune jedes Mal über so viel Einfallsreichtum, aber auch über die ganz eigene humorvolle Sprache. Franke schreibt sehr originell, bild- und wortreich.
Mir haben die einzelnen Geschichten der „narratorischen Apotheke“ extrem gut gefallen. Es sind eigentlich Gleichnisse voll mit Metaphern - Bilder für geistliche Wahrheiten oder sinnbildliche Darstellungen für die Reise des Lebens. Einige scheinen so abgespaced (ich hab mich echt gefragt: „wie um alles in der Welt kommt man auf sowas?“), dass ich lachen musste, aber sie sind einfach so wahr und lassen die großen Fragen des Lebens im neuen Licht erscheinen.

Mich hat der Roman herausgefordert über die einzelnen „Gleichnisse“ nachzudenken und konkret zu fragen, wie ich das auf mein Leben münzen kann und was ich daraus lernen darf: Wo ist mein Horizont zu eng gesteckt und wo bedarf es einer Weitsicht um geistlich zu wachsen? Was denke ich über das Leben als Christ auf dem „engen Pfad“? Worauf stütze ich mich, wenn meine Reise anstrengend, mühsam wird und ich die Hoffnung verliere? Schöpfe ich das Leben bestmöglich aus? Das waren unter anderem die Fragen (für mich), auf die der Autor den Leser in unglaublich leichter und unterhaltsamer Art und Weise stößt.

Ein Roman mit unglaublich viel Tiefgang und Originalität! Mich hat er komplett überzeugt und ich kann nur eine klare Leseempfehlung aussprechen.

Bewertung vom 28.06.2024
Rebellin mit Herz
Büchle, Elisabeth

Rebellin mit Herz


ausgezeichnet

Ich mag Bücher, in denen Frauen etwas aus der Reihe des jeweiligen gesellschaftlichen Verhaltenskodex tanzen und etwas rebellisch sind, das Herz jedoch am rechten Fleck haben. Um genau so eine Geschichte handelt es sich beim neusten Roman von Elisabeth Büchle. Einmal in die Hand genommen, möchte man das Buch erst nach dem endgültigen Fertiglesen weglegen.

Der Leser wird nach England in das Jahr 1811 versetzt und hineingesogen in die Geschichte von Lily Thomson, die von einer vereinsamten Lady als Gesellschafterin eingestellt wird, um dieser zu helfen, wieder in die Kreise des britischen Hochadels einzufinden. Dabei bringt Lily ordentlich frischen Wind in Lady Henriettas Leben, aber auch einige Zusammenstöße und Auseinandersetzungen, vor allem mit der feinen gehobenen Gesellschaft. In all dem entdeckt Lily auch noch die Not der an den Docks der Themse lebenden Kinder und sie kann nicht anders, als ihnen helfen zu wollen. Trotz aller Bemühungen, die Adligen auf die Armut und Not dieser benachteiligten Familien hinzuweisen und an deren Spendenbereitschaft zu appellieren, stößt Lily auf eher taube Ohren. Sie schmiedet einen Plan, der sie immer weiter in Schwierigkeiten zieht…
Zugleich trifft sie immer häufiger auf den äußerst gut aussehenden und charmanten, aber auch eigenwilligen Earl of Kantley, der Lily durchaus in ihrer Schlagfertigkeit und ihrer unkonventionellen Art ähnlich ist und ihr den Kopf zu verdrehen scheint. Was wird sie in all dem „Schlamassel“ UND mit ihren Gefühlen tun?

Elisabeth Büchle schreibt einfach grandios. Mit diesem Buch ist ihr eine wunderbare, äußerst unterhaltsame und charmante Geschichte gelungen. Ich mochte die Protagonisten so so gerne - Lily, mit ihrem ganz eigenen Kopf und ihrem eigenwilligen Charakter, die sich nicht in eine vorgefertigte Schablone pressen lässt; die die Stimme ihres Herzens lauter sprechen lässt als die Stimme der Gesellschaft mit ihren unzähligen Regeln; die die Not anderer sieht und so gut es geht, helfen möchte. Das hat mich total beeindruckt. Auch der Earl von Kantley, Marvin, ist ein gelungener Charakter, der ein bisschen wie Lily ist, nur in männlicher Person. Er handelt jedoch bedachter, trotzdem schert er sich auch nicht wirklich darum, was nun in der feinen Gesellschaft angebracht ist und was nicht (er kann es sich ja auch eher leisten, hat er doch einen hohen Rang inne und ist zudem ein Mann).

Ich mag es, dass die Autorin mehrere Themen auf eine leichte und schöne Art und Weise miteinander verbindet: Da wäre u.a. das Thema um die Rollen und Funktionen der Geschlechter (mehrfach wird im Buch erwähnt, dass Frauen nach der Heirat keine große Handhabe darüber hatten, wohin das Geld des Gatten fließt und sie überhaupt nicht wirkliches Mitspracherecht in wichtigen Angelegenheiten hatten), dann das Thema der großen Unterschiede der sozialen Schichten (das prunkvolle Leben des Adels und die Armut der unteren Schichten) und nicht zuletzt die Frage nach dem Willen Gottes im eigenen Leben. Lily erkennt erst recht spät, dass sie in ihrem ganzen Vorhaben nie nach Gottes Willen und Plan gefragt hat, ja nicht mal nach seinem Segen. Hätte er einen anderen Weg gewählt, um den Armen zu helfen? Ich finde, dass dieser Aspekt wirklich schön und unaufdringlich in den Roman eingearbeitet und zu einer wichtigen Message wurde.
Die Liebesgeschichte stand nicht so sehr im Vordergrund, sondern entwickelte sich ganz unterschwellig und fein, aber recht knisternd und aufregend zwischen den Hauptfiguren. (Ein bisschen erinnerte es mich an Pride and Prejudice)

„Rebellin mit Herz“ ist ein großartiger Roman der Heiteres mit Ernstem verbindet und vor allem zu Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft ermuntern. Ich habe das Lesen sehr genossen.

Bewertung vom 27.06.2024
Die Fischerhütte im Irgendwo
Haak, Rainer

Die Fischerhütte im Irgendwo


gut

Tom steckt im Hamsterrad des Lebens fest: Seine Lebensfreude ist im Alltagstrott verloren gegangen. Er ist deprimiert, unzufrieden, unerfüllt, ausgelaugt und sieht in nichts mehr einen Sinn. Er beschließt eine Auszeit zu nehmen, um zur Ruhe zu kommen und sich zu finden. Was anfangs als eine Art Wellnessurlaub von wenigen Tagen gedacht war, entpuppt sich zu einer echten Sinn-Reise. Ohne jeglichen modernen Komfort, fernab vom alltäglichen Stress und der Hektik begegnet Tom besonderen Menschen und Fragen, die ihn herausfordern und näher an sein Herz und den Sinn des Lebens bringen. Unter anderem bekommt er alle paar Tage geheimnisvolle Briefe…

Es ist eine unaufgeregte Geschichte und doch schafft es der Autor, auf die wirklich wichtigen Fragen und Dinge des Lebens hinzuweisen. Es handelt sich dabei um Fragen, die früher oder später jedem von uns begegnen, vor allem, wenn man in einer (Lebens-)Krise steckt, z.B. „Wonach sehnt sich mein Herz?“, „Wähle ich den schweren oder den leichten Weg?“ oder „Was ist mein Abenteuer?“.
Der Leser begleitet Tom in diesem Frage-Prozess. Tom selbst hat meistens nicht direkt eine Antwort parat; vielmehr kommen diese durch äußere Impulse wie Gespräche mit den Menschen, die ihm begegnen oder seinem Slow-living in der Fischerhütte und in der Natur um ihn herum. Langsam aber sicher findet Tom wieder einen lang verloren geglaubten Zugang zu sich selbst, zu seinen Wünschen und Träumen und erlebt eine neue Freude. Er beginnt, seine Umwelt wieder intensiver wahrzunehmen und zu fühlen. Schlussendlich beendet er seine besondere Auszeit um neuorientiert, gefüllt und visionsreich wieder in seinen Alltag zurück zu kehren. Scheinbar weiss er, wie es mit seinem Leben weiter gehen soll.

Ich als Leser blieb allerdings etwas unbefriedigt zurück, denn so genau weiss ich nach dem Lesen des Buches nicht, welche Antworten Tom denn nun auf die ihm gestellten Fragen gefunden hat. Und was genau wird er denn ändern? Wie soll seine Zukunft aussehen? Der Schreibstil ist -wahrscheinlich ganz bewusst - so bildlich und etwas vage gehalten, so dass der Autor es sicherlich absichtlich offen gelassen hat, damit man sich als Leser den Fragen selbst stellen kann/soll und für sich selbst individuelle Antworten findet.
Trotz dieser Unzufriedenheit finde ich das feine Buch wertvoll; es bietet auf jeden Fall einige gute Gedankenanstöße, um mal Bilanz zu ziehen im Leben und innezuhalten. Auch gibt es einfach einige kostbare Aussagen, die ich mir mehrfach durchgelesen habe. Zwei davon möchte ich hier gerne anführen:

„Ich glaube, dass es im Leben nicht um das große Ganze geht, sondern um das Kleine, um dein alltägliches Leben. Wenn du den Himmel spüren willst, , dann such ihn nicht über den Wolken, sondern hier unten auf der Erde.“ (S. 49)

„Zu jedem Leben gehören Hindernisse und Enttäuschungen. Und zu jeder Rose gehören Dornen. Und wenn die Dornen mir die Hand zerkratzen - ich gebe nicht auf. Ich gehe den Weg der Rose. Man verpasst das Schönste im Leben, wenn man immer nur den leichten Weg geht. Ich glaube, hinter denn Dornen wartet das Abenteuer.“

Meine Erwartungen an das Buch waren wohl ein wenig zu hoch, trotzdem mag ich die Geschichte und empfehle sie gerne weiter, auch wenn sie an einigen Stellen ruhig ausführlicher hätte sein können.

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