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murphy12

Bewertungen

Insgesamt 125 Bewertungen
Bewertung vom 29.03.2025
Ein Fall für den fantastischen Flusenwutz / Andersgasse 7 Bd.1
Schreiber, Christiane

Ein Fall für den fantastischen Flusenwutz / Andersgasse 7 Bd.1


ausgezeichnet

Aufregung um die Monsterpflanze

Dieses Kinderbuch ist sicherlich für Selbstleser ab 8 Jahren (ca. 3. Klasse) gut geeignet. Die größere Schrift, die relativ kurzen Kapitel und die passenden und schönen Illustrationen laden die Kinder zum Lesen ein. Schon das ansprechende Cover mit den Flusenwutzen und der Hinweis auf ein Detektivabenteuer haben meinen Sohn überzeugt.
Hauptperson sind Karl und seine Freundin Elsa. Sie wohnen beide in der Andersgasse Nummer 7 und bilden ein Detektivteam, welches die sonderbaren Vorkommnisse in ihrem Haus undercover untersucht. (Gelungen finde ich insoweit auch die Vorstellung aller Hausbewohner als Übersicht direkt auf dem Vorsatzpapier.) In ihrem Haus leben allerlei verdächtige Gestalten. Befreundet ist Karl zudem mit dem alten Seemann Matties, der viele aufregende Dinge aus seiner Zeit als Seefahrer in seiner Wohnung hat. Als Karl mit Unterstützung von Elsa einen Dieb fangen will, der Matties beklaut hat, kommen sie zudem in Kontakt zu einer sonderbaren und gefährlichen Pflanze. Karl möchte mit dieser heimlich experimentieren- das führt zu Ungemach.
Das Buch strotzt vor ungewöhnlichen Personen und ist dadurch auch spannend. Der Leser sollte mit unsichtbaren Menschen, Geistern, Klabautermännern, explosionsartig wachsenden Pflanzen, Hexen und diversen Krabbeltieren zurechtkommen, andernfalls wird es zu gruselig. Uns haben die phantastischen Wesen (insbesondere der Flusenwutz) sehr gefallen.
Volle 5 Sterne von hier!

Bewertung vom 12.03.2025
Der Duft von Kuchen und Meer
Barns, Anne

Der Duft von Kuchen und Meer


ausgezeichnet

Heimat, Wurzeln und Backen

Ich liebe die Kuchen am Meer Reihe von Anne Barns. Deshalb habe ich mich sehr über dieses Buch gefreut und wurde auch nicht enttäuscht. Schon die Aufmachung des Buches mit den goldenen Akzenten und der Muschel lassen mich lächeln.
Das Lesen dieser Geschichte war für mich wie Urlaub und eine warme Umarmung. Besonders angenehm empfinde ich den Erzählstil. Probleme werden nicht überdramatisiert und logisch gelöst. Das Setting ist zwar ein Sehnsuchtsort, wird aber nicht insgesamt in rosarot getaucht. Liebe und Verbundenheit findet man in diesem Buch reichlich, jedoch geht es im Kern nicht um eine neue partnerschaftliche Liebe. Ich habe mich in dieses Buch fallen lassen können und habe meine Auszeit auf Amrum und an der Nordsee sehr genossen.
Die Hauptfiguren wurden glaubhaft und nachvollziehbar beschrieben. Sie wurden für mich real und haben dadurch die Geschichte getragen. Insbesondere Maren und ihre kleine Tochter habe ich ins Herz geschlossen und möchte sie nicht missen. Sinnvoll ist es selbst auch dem Backen zugetan zu sein, denn es nimmt einen großen Bereich des Buches ein. Für Leser, die nicht ständig etwas übers Backen, Rezepte und das Tüfteln an der Verfeinerung einer Backware lesen möchten, ist das Buch wahrscheinlich eher weniger geeignet.
Für mich lag die einzige Schwierigkeit darin, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen und es gleichzeitig nicht zu Ende lesen wollte.
Ich vergebe für diesen Hochgenuss 5 sonnige Punkte!

Bewertung vom 21.02.2025
Thirteen Witches - Die Erinnerungsdiebin
Anderson, Jodi Lynn

Thirteen Witches - Die Erinnerungsdiebin


ausgezeichnet

Einsam aber nicht verloren

Das Buch besticht bereits durch seine Optik. Das Cover und die kleinen Elemente der erhobenen Schrift und die goldenen Anteile der Motten sind ansprechend gewählt. Auch das Vorsatzpapier ist anmutig und passend gestaltet. Es macht Spaß, das Buch in der Hand zu halten.

Das Buch ist für 11 jährige Leser gedacht. Ich bin erwachsen, fand die Geschichte jedoch stellenweise überraschend spannend und beunruhigend. Interessierte jugendliche Leser sollten vorher abwägen, ob es ihnen nicht zu spannend wird. Aber das ist sicherlich eine sehr persönliche Entscheidung.

Die Geschichte ist in schöner und lebendiger Sprache verfasst. Die verschiedenen Settings waren realistisch beschrieben, so dass man sich problemlos an diese Orte entführen lassen konnte. Die Schrift ist eher kleiner gewählt.

Rosie Oaks, ein 12 jähriges Mädchen, bemüht sich sehr, den Alltag aufrechtzuerhalten. Ihre Mutter ist ihr dabei leider keine Hilfe. Sie ist sehr auf sich bezogen und in einer eigenen Welt versunken. Hilfe hat Rosie in ihrer einzigen und besten Freundin Keim. Rosie ist ein leises Mädchen, das sich in Büchern verliert und selbst Geschichten schreibt, um Hoffnung auf eine Änderung des Verhaltes ihrer Mutter zu bewahren. Sie sehnt sich nach familiärer Liebe und Geborgenheit. Nach einem Streit mit Keim verbrennt sie ihr Geschichten und setzt so eine Veränderung in Gang. Plötzlich kann sie Geister sehen und mit ihnen reden. Sie erfährt von der Bedrohung durch 13 Hexen, die nicht getötet werden können. Ihre Mutter wird durch diese auch aktuell abgegriffen und sie- Rosie Oaks- ist die letzte lebende Hexenjägerin und wird deshalb von den Hexen gejagt. Wird sie sich verstecken, oder kämpfen? Aber wenn sie kämpfen wollen würde- womit?

Dieser Auftakt der Serie über die 13 Hexen hat mich überzeugt. Ich habe mitgefiebert, mich gegruselt und ich freue mich nun auf weitere Bände dieser Reihe. 2 sind bereits für dieses Jahr angekündigt.
Volle 5 Sterne von mir!

Bewertung vom 03.02.2025
Kummersee
Schwarz, Iver Niklas

Kummersee


gut

Spannung mit Hindernissen

Durch den Bezug in der Werbung zu Stephen King und Wolfgang Dorn hatte ich mir tatsächlich mehr von diesem Mystery -Thriller versprochen und auch durchwachte Nächte eingeplant… nun, es kam anders.
Der Beginn ist gelungen. Der Thriller startet direkt sehr spannend und für mich hoch emotional. Damit hatte er mich überzeugt – der Einstieg war gemacht.

Im Laufe der Geschichte habe ich jedoch einige Längen bemerkt, die insgesamt zur Verlangsamung des Erzählflusses und somit auch zu einer Entspannung des Lesers und somit zu einem Spannungsabfall führen. Das hat der Geschichte insgesamt nicht gut getan, denn so habe (zumindest) ich mehr Zeit gehabt, die Geschichte im Einzelnen gedanklich zu zerpflücken und auf ihre Plausibilität zu prüfen. Dieser Prüfung hat sie nicht standgehalten. Da ich nicht spoilern möchte, werde ich an dieser Stelle nur allgemein auf den letzten Abschnitt der Erzählung hinweisen.

Genervt hat mich, dass die „traumatisierte“ Hauptperson Polizistin Lena Wolf wie von Zauberhand keine entsprechenden Einschränkungen mehr zu haben scheint, als es die Geschichte für die Spannung benötigte. Ein solcher Logikbruch ist für mich ebenso schwierig, wie der Umstand, dass die Polizistin ständig von einem Journalisten gerettet wird- das arme Mädchen.

Es ist ein solider Thriller, der zunächst etwas mystisches einbringt- dann aber nicht konsequent verfolgt. Er lässt sich gut lesen, hat mich aber nicht atemlos zurückgelassen und auch nicht veranlasst, den Thriller trotz Müdigkeit weiterzulesen.
Ich kann daher das Buch nur eingeschränkt empfehlen.

Bewertung vom 22.12.2024
Gefährliche Tiere / Wieso? Weshalb? Warum? - Erstleser Bd.16
Müller, Karin

Gefährliche Tiere / Wieso? Weshalb? Warum? - Erstleser Bd.16


ausgezeichnet

Farbenfroh und informativ

Dieses Erstleserbuch der Wieso Weshalb Warum Reihe ist ideal zum Lesenlernen und vermittelt gleichzeitig Sachwissen. Es ist der 16. Band der Erstleser- Reihe (und wir haben fast alle gelesen). Der Buchaufbau ist jedes Mal gleich. So kann man direkt im vertrauten Umfeld beginnen.

Dieses Buch stellt gefährliche Tiere vor. Neben den Tieren, die bei einem solchen Thema zu erwarten sind, wie Tiger, Skorpione und Schlangen, werden auch einige überraschende Tiere vorgestellt, wie z.B. Mücken und Schnabeltiere. Die große Schrift und die kurzen Sätze laden zum Selbstlesen ein und führen schnell zu einem Erfolgserlebnis beim Lesen. Ansprechend finde ich auch, dass die Worte zwar angemessen für Erstleser gewählt wurden, dabei aber nicht zu einfach gehalten werden, so dass auch der Wortschatz der Kinder im Allgemeinen von diesem Buch profitiert.

Aufgeteilt ist das Buch in 4 Kapitel, welche auch farblich markiert sind. Hier wird erklärt, weshalb manche Tiere gefährlich sind, wie sich andere Tiere und auch der Mensch vor dieser Gefahr schützen können und welche die gefährlichsten Tiere sind. Durch das Buch führt diesmal eine grüne Schlange, die mich an Ka aus dem Dschungelbuch erinnert.

Neben den vielen schönen Bildern und Aufklebern, ist mein Sohn auch von den verschiedenen Wortspielen angetan, die am Ende eines jeden Kapitels auf eine Lösung warten. Mit der Zeit und Übung wurde hier die Lösung immer einfacher.

Wir sind von diesem Buch und seinem Gesamtkonzept insgesamt begeistert und empfehlen es für Kinder ab der zweiten Klasse als Selbstleser. Für jüngere Kinder, die bereits selbst lesen können, ist es sicher auch geeignet, da die Wissensvermittlung auf dem Niveau der Bücher für 4-7 jährige erfolgt.

Bewertung vom 22.12.2024
Alles büddn wild
Paulsen, Annemarie

Alles büddn wild


ausgezeichnet

Landleben- so isses

Ich kannte die Autorin nicht als Influencerin, als ich zu diesem Buch griff- nun habe ich diese Wissenslücke geschlossen.

Nun- ich komme vom Land und werde auch nicht müde, davon zu berichten- vielleicht hat mit das Buch bereits aus diesem Grund abgezogen. Mein Sohn war jedenfalls bereits auf Grund des BLAUEN Treckers auf dem Cover überzeugt. Manchmal kann es so einfach sein.

Das Buch besteht aus Gedanken, Anekdoten, Anmerkungen, Ideen und Humor. Es ist eine gelungene Mischung- zumal mein persönlicher Humor getroffen wird. Insgesamt habe ich mich in einigen Episoden des Buches wiedergefunden und konnte neben dem Lachen oft nur noch heftig nicken. Danke dafür. Mir haben aber auch die ernsten Abschnitte gefallen- den hier wird auch der gesellschaftliche Umgang mit der Landwirtschaft und den Landwirten beleuchtet. Es ist eine schlichte Wahrheit, dass man die regionale Landwirtschaft unterstützen muss, wenn man diese Produkte verzehren möchte. Diese humorigen Auflockerungen innerhalb dieser Abschnitte hätte ich nicht gebraucht- passten thematisch jedoch dort auch hin.

Liebe Frau Paulsen- eine Rückmeldung meinerseits, da sie dazu aufgefordert haben: Ich schätze die Möglichkeit auf einem landwirtschaftlichen Hof direkt einkaufen zu können sehr und nutzte diese regelmäßig. Wenn sie Eis herstellen sollten- ich hätte gerne Haselnusseis.

Mein Fazit: Lest alle dieses Buch- ich werde es jetzt erstmal verleihen.

Bewertung vom 15.11.2024
Als wir im Schnee Blumen pflückten
Harnesk, Tina

Als wir im Schnee Blumen pflückten


sehr gut

Sehnsucht

Es fällt mir schwer, den Inhalt des Buches in Gänze zu greifen. Ich hatte mir zunächst die ersten Seiten angesehen und war dort auf eine anheimelnde Szene gestoßen. In behaglicher Zufriedenheit mit seinen Großeltern verlangt ein Kind nach einer Geschichte aus alter Zeit und so wird ihm die Geschichte von dem Rentierhirten, der eine Haldin getroffen hat, erzählt. Die liebevoll beschriebene Szene hat mich direkt in das Buch gezogen- so begann ich also zu lesen.

Die Erzählweise ist ruhig und beschreibend. Die Personen des Buches werden geschickt umrissen, so dass ich direkt ein Gefühl für sie bekam. Das Buch ist in Kapitel aufgeteilt, die teilweise sehr kurz sind. Hier wird aus der Vergangenheit und der Gegenwart erzählt. Die Einordnung in den jeweiligen Erzählstrang ist jedoch unproblematisch. Zudem wird aus der Perspektive von Mariddja erzählt, die mit ihrem Mann Biera zusammenlebt. Das Paar ist alt und leider auch krank, so dass sie mehr schlecht als recht zurechtkommen. Jedoch wollen die beiden so lange es irgend geht zusammen bleiben. Andererseits wird von Kaj und Mimmi erzählt. Ein junges Paar, welches gerade erst in die Gegend gezogen ist.

Diese einzelnen Kapitel lassen sich angenehm und auch schnell lesen, stehen aber lange Zeit wie fremd nebeneinander. Erst nach und nach entwickelt sich ein Zusammenhang zwischen den Personen. Die Situationen sind oft etwas überspannt und an der Grenze zum Albernen, aber andererseits zart und herzerwärmend erzählt, so dass man sich schlicht mitziehen lässt. Im weiteren Verlauf gingen mir mehrere Aspekte der Haupterzählung und der Nebenerzählstränge sehr ans Herz. Mich hat dieses emotionale Buch überzeugt.

Insgesamt hatte ich ein ansprechendes Lesevergnügen, so dass ich 4 Sterne vergebe.

Bewertung vom 20.10.2024
Die Honeys (Erstauflage mit gestaltetem Farbschnitt): Ein queerer Mystery-Thriller für Fans von Pretty Little Liars
La Sala, Ryan

Die Honeys (Erstauflage mit gestaltetem Farbschnitt): Ein queerer Mystery-Thriller für Fans von Pretty Little Liars


sehr gut

Freund oder Feind?

Das Buch hat mich durch das aufwendig gestaltete Cover mit den vielen versteckten glänzenden Bienen und den schönen Farbschnitt praktisch angezogen. Der Klappentext war zudem vielversprechend. Die ersten Seiten sind zwar für sich genommen eher verwirrend- so dass ich sie passagenweise mehrfach gelesen habe, aber der Schreibstil ist ansprechend und lässt sich flüssig lesen, so dass ich mich für dieses Buch entschieden habe.
Mars ist die Hauptperson dieser Erzählung. Er ist genderfuid und möchte keinem Geschlecht ausschließlich zugeordnet werden. Dieser Wesenszug wird nicht übermäßig beleuchtet, sondern „ist“ einfach. Die Beiläufigkeit der wenigen Erklärungen hierzu und der Umstand, dass die Person Mars noch so vieles mehr ausmacht, als seine geschlechtliche Einordnung haben mir gut gefallen.
Mars verliert seine Zwillingsschwester Caroline. Sie greift ihn zu Hause im Schlaf an und stirbt im weiteren Handgemenge. Da die Mutter der beiden Politikerin ist, darf dieser Angriff nicht bekannt werden. Deshalb wird erklärt, dass Caroline an einem Hirntumor gestorben ist.
Mars wird auf der Totenfeier von Freundinnen seiner Schwester eingeladen sie in einem Sommercamp zu besuchen, in dem Caroline viele Sommer verbrachte hatte, während Mars dort angegriffen wurde und deshalb von einigen Jahren bereits das Camp verlassen hat und nicht zurückkehren wollte. Nun jedoch ist er auf der Suche nach seiner Schwester und bricht gegen den Willen seiner Eltern dorthin auf.
Vor Ort gibt es einige irritierende Begebenheiten und Probleme für Mars, der sich im weiteren Verlauf jedoch zurechtfindet. Es fällt Mars -ebenso wie mir als Leser- schwer, Freunde und Feinde zu benennen. Auf wen kann Mars sich verlassen? Die Geschichte wird immer spannender und begibt sich schleichend in den phantastischen Bereich. Dieser Übergang ist gelungen, jedoch hat mich die Auflösung nicht ganz überzeugt.
Insgesamt hatte ich ein ansprechendes Lesevergnügen, so dass ich 4 Sterne vergebe.

Bewertung vom 29.09.2024
Earhart
Kuhlmann, Torben

Earhart


ausgezeichnet

Mutige Wühlmaus

Dieses Buch habe ich mir ganz allein für mich angeschafft. Schon das Cover begeistert mich und die schöne Ausgabe als gebundenes Buch mit Lesebändchen wertet das Buch zusätzlich auf.
Der Vorsatz ist wunderschön mit technischen Bleistiftzeichnungen gestaltet. Jede Seite des Buches ist ansprechend und liebevoll gestaltet. Entgegen meiner sonstigen Herangehensweise habe ich das Buch zunächst von hinten angefangen zu lesen- zunächst über den Autor und anschließend Wissenswertes über die ersten erfolgreichen Flüge um die Welt. Schließlich 2 Doppelseiten über Amelia Earhart. Jede Seite wurde aufwendig und ansprechend illustriert. Ich bin schier hingerissen.
Sodann habe ich mich der Geschichte um die kleine Wühlmaus, die fliegen wollte, gewidmet. Auch die Geschichte wird von den schönen Zeichnungen getragen, die förmlich verlangen, dass der Leser verweilen soll. Ich kann mich nicht sattsehen, egal welches Bild ich wahllos aufschlage. Das Werk ist insgesamt gelungen. Der Text ist zum Vorlesen geeignet- zum Selbstlesen vermutlich eher ab der 4. Klasse. Die Kapitel sind kurz gehalten und der Text wird nicht zu gruselig, auch wenn bedrohliche Momente beschrieben werden. Die Auflösung kommt prompt- so dass dem kleinen Leser nicht der Nachtschlaf geraubt wird. Die Geschichte ist jedoch nicht nahtlos. Zwischen den Kapiteln sind die Übergänge nicht beschrieben, sondern können sich selbst erschlossen werden. Das hat mir gut gefallen, da hierdurch die Möglichkeit geschaffen wird, mit dem Kind zu besprechen, was wohl passiert ist bzw. passieren wird.
Ich hatte einen riesigen Spaß beim Lesen und werde weitere Bücher der Reihe anschaffen.

Bewertung vom 20.09.2024
Der längste Schlaf
Raabe, Melanie

Der längste Schlaf


gut

Übernatürliche Erzählung
Ich habe schon einige Bücher dieser Autorin gelesen und schätze ihre Thriller sehr. Dementsprechend hohe Erwartungen hatte ich. Den Beginn des Buches finde ich gelungen. Die Hauptperson Mara Lux war mir direkt sympathisch und wurde mir durch viele kleine eingeschobenen Rückblenden und Informationen dreidimensional vorgestellt. Leider haben mich dann einige Wiederholungen ebenso gestört, wie auch die nicht einheitlich genutzte Sprache. Teilweise sprach Mara recht hochgestochen, teilweise in einer sehr einfachen Sprache. Der Übergang war für mich nicht zwingend logisch und kam auch teilweise recht ruppig, so dass ich ihn nicht überlesen konnte. Manchmal wurden einzelne Begrifflichkeiten der gehobenen Sprache in einem einfachen Satz eingebaut- dieses Vorgehen erscheint auf mich seltsam konstruiert, als ob hier ein Synonym gesucht worden wäre, um den Text aufzuwerten. Schließlich wirkten auch die Einschübe aus dem Duden anfangs auf mich charmant- später irritierten sie mich eher, zudem sie auch nicht immer im Text verankert waren, sondern eher daneben standen.
Darüber hinaus bleiben leider nach Beenden des Buches noch Fragen offen. Diese betreffen zwar nicht den Hauptstrang, jedoch wurde z.B. intensiv darauf hingewiesen, dass Mara einen „Rucksack“ mit Belastungen mit sich herumtragen würde. Diese werden von Dritten wohl auf sie geladen und es gibt nur ganz wenige Orte, an denen Sie diesen Rucksack absetzten kann. Worin diese Belastungen jedoch nun genau bestehen, bleibt ebenso offen, wie einige Aspekte von Roxy- Maras bester Freundin seit Kindertragen.
Der Roman ist insgesamt ganz gut geschrieben, jedoch siedle ich ihn eher im Mittelfeld an. Ich hatte mich schlicht sehr gefreut, wieder etwas von Melanie Raabe zu lesen und fand auch den mystischen Anteil der Geschichte spannend. Die Umsetzung hat mich leider eher ernüchtert, wobei meine Erwartungen an das Buch auch eine gewaltige Fallhöhe erzeugt haben.
Abbrechen wollte ich es zu keinem Zeitpunkt und das letzte Drittel des Buches habe ich in einem Rutsch gelesen. Deshalb vergebe ich insgesamt 3 Sterne.