Benutzer
Top-Rezensenten Übersicht

Benutzername: 
seyke

Bewertungen

Insgesamt 60 Bewertungen
Bewertung vom 25.03.2025
Luzie in den Wolken
Lucas, Charlotte

Luzie in den Wolken


sehr gut

Das Cover ist schön gestaltet und verspricht eine entspannte Wohlfühlgeschichte. Genau das ist der Roman von Charlotte Lucas auch.

Gabriel ist Schriftsteller, leider mit Schreibblockade und in depressiver Verfassung. Sein Leben nimmt eine Wende als ihm ein roter Luftballon sozusagen zufliegt. An diesen Ballon hängt eine Botschaft der kleinen Luzie, die ihren Papa verloren hat und sich nichts sehnlicher wünscht als einen neuen Vater. Gabriel ist sehr betroffen, als er die Zeilen liest und beschließt, irgendwie zu helfen. So lernt er auch Luzies Mama Miriam kennen, indem er sich zunächst unter falscher Identität der kleinen Familie nährt. Kann das alles gut gehen?

Die Charaktere sind gut beschrieben und ich habe alle liebgewonnen, auch wenn ich mich nicht so recht mit den einzelnen Figuren identifizieren konnte. Das Buch lässt sich gut und flüssig lesen. Alles in allem hat es mir Spaß gemacht, den Roman zu lesen. Es ist ein Buch zum Wohlfühlen, welches in den grauen Tagen doch einen Sonnenstrahl schickt.

Bewertung vom 21.03.2025
Radikale Freundlichkeit
Blum, Nora

Radikale Freundlichkeit


ausgezeichnet

Schon das farblich schön gestaltete Cover macht gute Laune. Den Titel fand ich sofort sehr spannend. An Freundlichkeit fehlt es heutzutage überall. Zugegebenermaßen fällt es auch mir manchmal schwer, freundlich und gelassen zu bleiben. Deshalb wollte ich das Buch unbedingt lesen.

Nora Blum ist ein interessanter und lebensnaher Ratgeber gelungen, der zum Nachdenken anregt. Mir hat auch ihr Schreibstil gut gefallen; alles ist leicht und verständlich geschrieben. Besonders positiv fand ich die praktischen Übungen, die einfach im Alltag umsetzbar sind. Die Autorin spart nicht mit hilfreichen Tipps. Hilfreich war für mich, dass man trotz Freundlichkeit auch Grenzen setzen darf und zunächst zu sich selbst freundlich sein muss.

Auf jeden Fall werde ich das Buch ein zweites Mal lesen, um es noch genauer zu betrachten. Ich bin schon sehr gespannt, wie mir die Umsetzung gelingen wird. Fünf Sterne möchte ich hier trotzdem schon mal vergeben.

Bewertung vom 19.03.2025
Die Magnolienkatzen
Morishita, Noriko

Die Magnolienkatzen


sehr gut

Die unverheiratete Noriko lebt mit ihrer Mutter zusammen in Japan. Eines Tages besucht sie einen Shinto-Schrein und flüstert: "Schenk mir Glück". Ihr Wunsch soll in Erfüllung gehen. Unter einem Magnolienbaum entdecken die beiden Frauen eine Katze, die gerade 5 kleine Kätzchen zur Welt gebracht hat. Die beiden Frauen sind erst sehr skeptisch und möchten sich nicht an die Tiere binden. Aber schließlich ziehen Katzenmama Mimi und die 5 kleinen Kätzchen bei ihnen ein. Das Leben der beiden Frauen nimmt eine Wendung. Plötzlich kommt sehr viel Besuch. Die Zuneigung zu den Kätzchen wächst mehr und mehr, so dass es beiden sehr schwer fällt, die Kleinen an andere Familien abzugeben. 

Als Katzenliebhaberin hat mir das Buch sehr gut gefallen. Die Aufmachung ist sehr schön und liebevoll. Die Geschichte ist liebevoll und lässt das Herz aufgehen. Zwischendurch fand ich den Roman jedoch sehr langgezogen, nicht jede Einzelheit der Entwicklung der Kätzchen fand ich spannend. Hier hätte etwas Poesie besser gepasst. Das Büchlein ist auf jeden Fall lesenswert und auch ein schönes Geschenk für alle Katzenfreunde. 

Bewertung vom 24.02.2025
Rückkehr nach Budapest
Kiss, Nikoletta

Rückkehr nach Budapest


sehr gut

Theresa und Márta sind nicht nur Cousinen, sondern auch beste Freundinnen. Die beiden Mädchen wachsen in ländlicher Umgebung am Balaton in Ungarn auf. Obwohl ihre Väter Brüder sind, sind die Familien doch unterschiedlich. Theresas Vater ist alkoholabhängig, schließlich verlässt ihre Mutter die Familie. Für Theresa keine leichte Situation mit dem Vater alleine. Sie flüchtet schließlich zu Márta nach Ostberlin, deren Vater dort als Handelsvertreter arbeitet. 

In "Rückkehr nach Budapest" schreibt Theresa die Geschichte aus ihrer Sicht. Ein großer Teil davon spielt in der Vorwendezeit in Ostberlin, der sie sehr geprägt hat. Ihre Cousine Márta hat Kontakte in die Künstlerszene und so lernen die beiden jungen Frauen den Schriftsteller Konstantin kennen. Beide verlieben sich in ihn. Márta scheint die glückliche Gewinnerin zu sein, aber Konstantin hat auch ein Auge auf Theresa geworfen.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. In die Vorwendezeit konnte ich mich sehr gut hineinversetzen. Für die ansässige Künstlerszene war es keine leichte Zeit und die Stasi war immer präsent. Die verschiedenen Charaktere waren gut dargestellt und man konnte sich in jede einzelne Person hineinversetzen. Die verwobenen Liebesgeschichten sind geschickt in die unterschiedlichen Zeiten eingebettet. Auch die angespannte Freundschaft von Theresa und Márta ist interessant dargestellt. Obwohl beste Freundinnen, so waren sie doch zeitlebens auch Konkurrentinnen. Etwas verwirrt haben mich die vielen Zeitsprünge, deshalb ein Punkt Abzug. Ansonsten ein sehr lesenswertes Buch.

Bewertung vom 24.02.2025
Drei Wochen im August
Bußmann, Nina

Drei Wochen im August


gut

Elena, eine Frau mittleren Alters, verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Die Ehe könnte besser laufen. Von einer Freundin erhält sie das verlockende Angebot, die Sommerferien in deren Ferienhaus in Südfrankreich zu verbringen. Da ihr Mann Kolja arbeiten muss und erst später anreisen kann, beschließt sie, außer den beiden Kindern zusätzlich die Nanny Eve und eine Freundin ihrer pubertierenden Tochter mit in das Sommerhaus zu nehmen. Schon von Beginn an herrscht eine merkwürdige Atmosphäre, die sich nur noch verstärkt, als unangekündigte fremde Gäste im Haus auftauchen. Auch die nahenden Waldbrände tragen zur aufgeheizten Stimmung bei.

Das Thema des Buches fand ich spannend. Wenn verschiedene Menschen gemeinsam in den Urlaub fahren und ihre unterschiedlichen Probleme aufeinandertreffen, liegt Disharmonie fast schon in der Luft. Die Erzählperspektive wechselt zwischen Elena und Eve, die beide ihre Sicht auf den Urlaub schildern. Anfangs fiel es mir jedoch schwer, in die Geschichte einzutauchen. Die häufigen Perspektivwechsel empfand ich als etwas verwirrend, zumal der Erzählstil für mich sehr ähnlich blieb, was es erschwerte, die beiden Charaktere klar auseinanderzuhalten. Leider konnte mich die Geschichte nicht wirklich fesseln.

Bewertung vom 12.02.2025
Halbe Leben
Gregor, Susanne

Halbe Leben


ausgezeichnet

Der Roman "Halbe Leben" beginnt mit einer Tragödie. Klara stürzt bei einer leichten Wanderung in den Tod. Bei ihr war nur Paulina, die slowakische Pflegerin, die Klaras Mutter Irene betreut. Wie konnte das passieren?

Beleuchtet wird vordergründig das Leben der beiden Frauen Klara und Paulina. Obwohl beide Frauen Parallelen aufweisen, so führen sie doch sehr unterschiedliche Leben. Klara lebt in Österreich. Sie ist verheiratet, gut situiert und Mutter einer Tochter. Als ihre Mutter Irene zum Pflegefall wird, ist guter Rat teuer. Klara möchte keinesfalls auf ihre Karriere verzichten. Deshalb soll eine Pflegerin aus dem Ausland die Betreuung von Irene übernehmen. Paulina aus der Slowakei ist ein Glücksgriff für alle. Mehr und mehr wird sie von der Familie vereinnahmt und auch um andere Gefälligkeiten gebeten. Aber die Bezahlung ist gut, viel besser als in ihrer Heimat. Denn Paulina ist alleinerziehende Mutter von zwei Söhnen und kommt kaum über die Runden. Um ihnen ein gutes Leben zu ermöglichen und ein paar Wünsche zu erfüllen, ist sie auf den Job und die gute Bezahlung angewiesen. Schließlich kann sie auch alle vierzehn Tage nach Hause fahren und wechselt sich mit Pfleger Radek ab. Ihre ehemalige Schwiegermutter kümmert sich während ihrer Abwesenheit um die Jungs, kann aber die Mutter nicht ersetzen. Paulina gerät immer mehr in einen Konflikt, weil der gut durchdachte Plan irgendwie nicht aufgeht von allen viel abverlangt.

Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und man fühlt sich den Personen sehr verbunden. Das Thema ist anspruchsvoll und macht nachdenklich. Die Darstellung der Geschichte ist sehr realitätsnah und dadurch sehr überzeugend. Susanne Gregor hat einen guten Schreibstil, der sich gut lesen lässt. Ich wollte das Buch kaum aus der Hand legen. Eines der besten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Von mir eine ganz klare Leseempfehlung!

Bewertung vom 16.01.2025
In einem Zug
Glattauer, Daniel

In einem Zug


sehr gut

Eduard Brünhofer ist ein bekannter Autor von Liebesromanen. In den letzten Jahren ist es ruhig um ihn geworden und er leidet unter einer Schreibblockade, was die Liebe betrifft.

Eduard fährt im Zug von Wien nach München zu einem wichtigen Termin. Schräg gegenüber sitzt ihm eine Frau im frühen mittleren Alter. Catrin Meyr ist Psychologin und Physiotherapeutin und durchaus eine Frau, die sein Interesse weckt. Sie fängt ein Gespräch an. Eigentlich ist Eduard kein Mann vieler Worte, schon gar nicht im Zug mit einer Fremden. Doch die Fragen zum Thema Liebe, die Catrin ihn stellt, sind provokativ und es entspinnt sich ein Dialog, dem er sich nicht mehr entziehen kann.

Mir hat der neue Roman von Daniel Glattauer sehr gut gefallen. Eduard und Catrin haben ganz unterschiedliche Ansichten zum Thema Liebe. Der Dialog ist klug, spannend und sehr witzig. Besonders gut hat mir gefallen, dass Catrin nicht locker lässt und Eduard sich nicht entziehen kann, so sehr er das auch möchte. Das Ende bringt eine kleine Wendung und ist überraschend. Wer Glattauer mag, wird seinen neuen Roman lieben!

Bewertung vom 16.01.2025
Für immer
Lunde, Maja

Für immer


sehr gut

Maja Lunde ist eine bekannte Schriftstellerin und hat einige Bestseller geschrieben. Von ihrem neuen Buch habe ich mir viel versprochen. Das Cover ist farblich toll gestaltet und fast plastisch. Das Buch fällt sofort ins Auge und man möchte mehr wissen.

Das Thema ist sehr interessant. Plötzlich gibt es auf der Erde keinerlei Entwicklung mehr. Die Menschen sterben einfach nicht mehr. Es werden aber auch keine Babys mehr geboren. Für immer leben ist für viele ein Menschheitstraum. Bei näherer Betrachtung ist es das jedoch nicht. Es gestaltet sich doch alles sehr problematisch.

Maja Lunde schreibt ihr Buch aus den verschiedenen Perspektiven einzelner Personen. Ich muss zugeben, dass mich der Sprung zwischen den Protagonisten sehr verwirrt hat. Hier musste ich mich beim Lesen echt konzentrieren, um noch zu wissen, um wen es gerade geht. Das Thema an sich ist gut durchdacht und regt zum Nachdenken an. Das hat mir gut gefallen, wenn ich auch nicht wirklich gut in das Buch hineingefunden habe.

Bewertung vom 18.11.2024
Break the Cycle
Buqué, Mariel

Break the Cycle


sehr gut

Die Autorin Mariel Buqué hat an der Columbia University in New York Psychologie studiert. Ihr Fokus liegt auf der ganzheitlichen Behandlung von generationsübergreifender Traumata. Ein sehr interessantes Thema. Jeder Mensch ist davon betroffen und trägt die Traumata und Muster seiner Vorfahren in sich. Frau Buqué schreibt in ihrem Buch darüber, wie man diese belastenden Muster aus der Vergangenheit durchbrechen kann.

Das Thema ist spannend. Das Buch ist gut und durchdacht gegliedert und verständlich geschrieben. Mir hat das Buch gut gefallen und mich zum Nachdenken angeregt. Einige Sache kann ich jetzt besser einordnen. Ob es einem wirklich gelingen kann, diesen ungesunden Kreis zu durchbrechen? Ich bin mir nicht sicher. Man sollte das Buch auf jeden Fall ein zweites Mal lesen. Die ein oder andere Erkenntnis erschließt sich erst dann. Von mir eine Empfehlung für alle, die familiäre Konflikte in sich tragen und damit auseinander setzen möchten.

Bewertung vom 11.11.2024
Blutrotes Karma
Grangé, Jean-Christophe

Blutrotes Karma


sehr gut

Jean-Christophe Grangé ist für seine spannenden und blutigen Thriller bekannt. Mit seinem Roman "Die purpurnen Flüsse", welcher auch sehr erfolgreich verfilmt wurde, ist er weltbekannt geworden. Das macht natürlich neugierig auf sein neues Werk.

In seinem neuen Buch "Blutrotes Karma" führt uns Grangé zunächst in das Paris von 1968. Die Stadt ist zu dieser Zeit von Studentenprotesten geprägt. Es herrscht Chaos. Der junge Student Hervé ist mittendrin und aktiv an den Protesten beteiligt. Bis er seine Freundin Suzanne tot in ihrer Wohnung auffinden muss. Sie wurde grausam ermordet und in einer bizarren Yoga-Pose zur Schau gestellt. Es soll nicht bei diesem einen Mord bleiben. Hervés Halbbruder Mersch ist Polizist, gemeinsam mit ihm und Nicole, einer Freundin, machen sich die drei auf die Suche nach dem Täter. Die Suche führt zunächst nach Indien.

Zunächst fand ich das Buch sehr zäh. Die Beschreibungen der Studentenproteste haben sehr viel Raum eingenommen. Das fand ich etwas langatmig. Die Verlegung der Handlung nach Indien war dann interessanter. So erfährt man viel über das Land und die Religionen und Spiritualität. Grangé schreibt sehr spannend, aber auch sehr grausam. Ihm ist ein guter Thriller gelungen. Mir hätte eine weniger langgezogene Version besser gefallen. Das ist aber Geschmackssache.