Benutzer
Top-Rezensenten Übersicht

Benutzername: 
Rinoa

Bewertungen

Insgesamt 179 Bewertungen
Bewertung vom 20.03.2025
Die Villa
Ryder, Jess

Die Villa


gut

Obwohl das Setting nicht gerade neu ist - in diesem Fall: abgelegene Villa, ein paar Freundinnen, ein vergangenes Verbrechen -, war ich sehr gespannt auf die Geschichte, die genau nach meinem Geschmack klang.

Den Schreibstil fand ich gleich angenehm zu lesen und natürlich lag schon allein in der Thematik eine gewisse Spannung. Doch leider konnte mich das Buch lange nicht fesseln.

Erzählt wird hauptsächlich aus Sicht von Dani, für die der Trip zur Villa wichtig ist, um sich an die Geschehnisse vor drei Jahren zu erinnern und für sich einen Abschluss zu finden. Zwischendurch gibt es immer wieder Rückblenden zu jenem verhängnisvollen Wochenende, abwechselnd nicht nur aus Danis, sondern auch aus Sicht von Celine, Tiff und Beth. Und obwohl ich diese Art des Erzählens normalerweise sehr mag, fand ich sie hier eher verwirrend und hatte manchmal Schwierigkeiten, mich zu orientieren. Trotzdem ergab sich daraus mit der Zeit ein runderes Gesamtbild und da die Ereignisse aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet wurden, konnte ich sie auch immer besser einordnen.

Leider war mir keine der Frauen sonderlich sympathisch - mit Ausnahme vielleicht von Dani - und ich dachte mehr als ein Mal, wer solche „Freundinnen“ hat, braucht keine Feinde. So ichbezogen und auch rücksichtslos, da hat es mich teilweise echt gegruselt.

Die Auflösung fand ich nicht schlecht, ich war von Beginn an auf einer anderen Fährte, von daher konnte mich das Ende doch überraschen, wenn auch nicht unbedingt berühren. Leider fand ich den Weg dorthin aber insgesamt eher enttäuschend und der Funke ist nicht ganz übergesprungen.

Bewertung vom 20.03.2025
Wieso? Weshalb? Warum? Meine Vorlesegeschichten, Band 2 - Was passiert in Wald und Wiese?
Pooch, Anna

Wieso? Weshalb? Warum? Meine Vorlesegeschichten, Band 2 - Was passiert in Wald und Wiese?


ausgezeichnet

Die WiesoWeshalbWarum?-Reihe von Ravensburger ist ja mittlerweile eine feste Größe im Bereich der Kindersachbücher. Hier gibt es nun den zweiten Band der Vorlesegeschichten, die diesmal in die Natur führen. Ich finde es toll, dass immer wieder neue Formate entwickelt werden, mit denen Kinder etwas lernen können, ohne dass es sich wie Lernen anfühlt.

Doch zunächst wird der Ort Brummelsby vorgestellt sowie die Familien, die dort leben, denn um diese geht es in dem Buch bzw. um das, was sie alles so in der Natur erleben und beobachten.

In 15 kurzen, in sich abgeschlossenen und schön illustrierten Geschichten erfährt man beispielsweise warum einige Tiere Winterschlaf halten, dass Krähen sehr intelligent sind, wie vielfältig Tiere sich tarnen können, warum Füchse manchmal Schuhe klauen und noch vieles mehr. Dabei wird Kindern (und auch den vorlesenden Erwachsenen) spielerisch Wissenswertes vermittelt, was mir besonders gut gefällt.
Durch das Einbetten in eine Geschichte fällt es auch leichter, sich an das Gehörte zu erinnern und vielleicht kann man dann selbst auch ganz ähnliche Beobachtungen in der eigenen Umgebung machen.

Wir werden jedenfalls noch viel Freude mit den Vorlesegeschichten haben, die ich auf jeden Fall empfehlen kann.

Bewertung vom 20.03.2025
To Die For
Gray, Lisa

To Die For


ausgezeichnet

Was für ein tolles und spannendes Buch, schon nach den ersten Sätzen war ich mittendrin in der Geschichte und in der Welt der Reichen und Schönen in Los Angeles und Malibu. Das lag sicher auch am Schreibstil der Autorin, der sich wirklich angenehm und leicht lesen lässt.

Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven der fünf betroffenen Immobilienmakler sowie des ermittelnden Polizeibeamten und auch auf unterschiedlichen zeitlichen Ebenen (vor und nach den Ereignissen sowie währenddessen). Das fand ich richtig gut gemacht, weil man so jeden noch einmal besser kennenlernt und sich insgesamt eine vielfältige Sicht auf die Ereignisse und die Menschen ergibt.

Außerdem erhält man einen Einblick in die Immobilienmaklerbranche, was ich sehr interessant fand, wenn ich mir auch ein paar mehr Begriffserklärungen gewünscht hätte. Insgesamt wurde für meinen Geschmack schon sehr viel Wissen vorausgesetzt, insbesondere auch was die örtlichen Gegebenheiten betrifft, auch das hätte man vielleicht ein bisschen ausführlicher erklären können.

Aber letztendlich tat das der Lesefreude keinen Abbruch und ich habe die Lektüre wirklich sehr genossen. Jeder der Makler hat etwas zu verbergen und braucht das Geld dringend, dazu viele Andeutungen, das hat es wirklich total spannend gemacht und mich bis zuletzt gefesselt. Ich kann „To Die For“ uneingeschränkt empfehlen.

Bewertung vom 19.01.2025
Still ist die Nacht / Maya Topelius Bd.2
Åslund, Sandra

Still ist die Nacht / Maya Topelius Bd.2


sehr gut

Nachdem mir der erste Band der Reihe ganz gut gefallen hatte, war ich durchaus gespannt auf die Fortsetzung und wie es mit Maya Topelius und auch ihren Freundinnen weitergeht.
Doch so ein wenig zwiegespalten bin ich auch nach der Lektüre von „Still ist die Nacht“, denn das Buch wird zwar als Krimi bezeichnet, hatte aber gerade zu Beginn auch viele nicht-krimihafte Elemente. Insbesondere was die Beziehung von Maya zu ihren Freundinnen Emely, Clara und Sanna betrifft, dieser Aspekt nimmt schon immer sehr viel Raum ein.

Auch war mir das Innenleben der Figuren mitunter fast zu theatralisch beschrieben, ebenso wie die Mimik und Gestik, das war mir teilweise zu viel des Guten.
Die Atmosphäre auf der sturmumtosten und von der Außenwelt abgeschnittenen Insel hat die Autorin dagegen sehr gut eingefangen, damit konnte sie mich wirklich fesseln.
Auch der eigentliche Fall nimmt so ab der Hälfte immer mehr an Fahrt auf und dann wurde es auch richtig spannend. Da konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen.

Insgesamt hat mir auch der zweite Band gut gefallen und ich kann die Lektüre durchaus empfehlen. Wer allerdings einen reinen Krimi sucht, könnte möglicherweise enttäuscht sein.

Bewertung vom 19.01.2025
Die Lungenschwimmprobe
Renberg, Tore

Die Lungenschwimmprobe


ausgezeichnet

Ich bin natürlich bei weitem nicht so ein begnadeter Schreiber wie Tore Renberg und diese Rezension wird nicht einmal annähernd an die Großartigkeit dieses Werks herankommen. Das kann auch gar nicht mein Anspruch sein. Trotzdem und auch wenn es mir schwerfällt, meine Begeisterung in Worte zu fassen, will ich versuchen, das Beste aus mir herauszuholen, denn das hat dieses Buch verdient.

Der Autor nimmt sich des wahren Falls der 15jährigen Gutsbesitzertochter Anna Voigt aus dem Ende des 17. Jahrhunderts an, die des Kindsmordes bezichtigt wurde. Dass es hier um einen realen Fall geht wird auch immer wieder deutlich gemacht, trotzdem handelt es sich nicht um ein Sachbuch oder eine Art Biografie, sondern um einen tollen literarischen Roman.

Da ist zum einen die wunderbare Sprache, sehr ausschweifend, ausschmückend, teilweise blumig (passend auch zu den jeweils gerade beschriebenen Charakteren), aber trotzdem nicht langatmig oder langweilig. Im Gegenteil, ich habe jedes Wort, jeden Satz in mich aufgesaugt und die Lektüre einfach genossen. Der Autor erweckt seine Figuren buchstäblich zum Leben und macht sie so sehr nah- und vorstellbar.

Manche Kapitel sind vielleicht für die eigentliche Geschichte nicht unbedingt notwendig (obwohl diese Beurteilung natürlich eigentlich dem Autor gebührt), auch, was ihre Ausführlichkeit angeht. Doch dadurch werden die damaligen Umstände und Glaubensdinge besonders gut beschrieben und lebendig, insbesondere auch die Doppelmoral vor allem vieler Männer und der geringe bzw. nicht vorhandene Rückhalt für Frauen, die ungewollt schwanger werden.

Normalerweise schreibe ich in Rezensionen nichts über die optische Gestaltung des Buchs, denn darüber kann sich jeder selbst ein Bild machen. Hier wollte ich aber doch kurz erwähnen, wie schön und passend ich das Cover und die ganze Aufmachung finde, inklusive der tollen Illustrationen im Einband.

„Die Lungenschwimmprobe“ war auf jeden Fall ein Highlight für mich und ich kann nur jedem empfehlen, sich auf diese Reise einzulassen.

Bewertung vom 09.01.2025
Wohnverwandtschaften
Bogdan, Isabel

Wohnverwandtschaften


gut

Spätestens seit dem Buch „Laufen“, das mich wirklich nachhaltig beeindruckt hat, ist Isabel Bogdan eine meiner Lieblingsautorinnen. Entsprechend groß war die Vorfreude auf ihr neuestes Buch und - ich gebe es zu - auch die Erwartungshaltung.

Und ich war dann auch gleich mittendrin in der WG, vor allem dank des einzigartigen Schreibstils der Autorin, der sehr direkt ist und fast ungefiltert die Gedanken und Gefühle weitergibt. Es gibt kaum Beschreibungen der Umgebung, zumindest nicht im herkömmlichen Sinn, dafür hat man das Gefühl, als säße man direkt im Hirn des jeweiligen Erzählers.

Dies geschieht abwechselnd aus Sicht der vier Mitbewohner Constanze, Murat, Anke und Jörg, immer mit einem gewissen zeitlichen Abstand zwischen den Kapiteln und gelegentlichen fast drehbuchartigen Gesprächen in unterschiedlicher Konstellation.

Doch leider konnte sich der für mich sehr vielversprechende Beginn nicht fortsetzen und meine Erwartungen daher nicht ganz erfüllen. Außer, dass Jörg immer vergesslicher wird, passiert nicht wirklich viel und die Geschichte plätscherte eher so vor sich hin.

Auch blieben die vier Mitbewohner für mich etwas oberflächlich und schwer greifbar, obwohl der Schreibstil eigentlich bestens dazu geeignet wäre, eine gewisse Nähe zu den Figuren herstellen. Das hat bei mir leider nicht geklappt.

Ich habe das Buch gerne gelesen, der letzte Funke wollte aber am Ende nicht überspringen.

Bewertung vom 06.01.2025
Kein Land in Sicht
Pertl, Christina

Kein Land in Sicht


gut

Für mich war ein wirklich großes Manko der Schreibstil, mit dem ich das ganze Buch über einfach nicht richtig warm wurde. Irgendwie salopp, teilweise fast schon abgehackt und knapp, manchmal recht schnodderig, eigentlich echt passend zu Kriminalkommissarin Sarah Peters, so wie ich sie im Laufe der Lektüre kennengelernt habe, aber für mich doch sehr gewöhnungsbedürftig zu lesen.

Ich bin also lange nicht in die Geschichte reingekommen, obwohl das Thema an sich bzw. das Setting ja schon sehr viel Spannung verspricht. Auch der Beginn, als bei der Erzählerin zunächst keine Erinnerungen vorhanden waren, verstärkte für mich eher den holprigen Start, als dass es mich gleich packen konnte.
Erst ungefähr ab der Hälfte wurde das besser und da wollte ich dann auch unbedingt wissen, wie es weitergeht und sich alles auflöst.

Erzählt wird hauptsächlich aus Sicht von Sarah und obwohl es am Ende eines Kapitels immer mal wieder Einschübe von anderen Personen gab, empfand ich die Beschreibungen dadurch als etwas eindimensional und die Sichtweise doch recht eingeschränkt.

Alles in allem konnte mich „Kein Land in Sicht“ leider nicht so recht überzeugen, wenn ich es auch nicht total schlecht fand.

Bewertung vom 12.12.2024
Love Letters to a Serial Killer
Coryell, Tasha

Love Letters to a Serial Killer


sehr gut

Dass Frauen sich von Serienmördern angezogen fühlen hört man ja immer wieder, ein Phänomen, das ich nur bedingt nachvollziehen kann, wenn überhaupt. Ich interessiere mich zwar auch für True Crime, da hört es dann aber auch schon auf.

Ganz anders Hannah, die Protagonistin und Ich-Erzählerin in „Love Letters to a Serial Killer“. Fast schon im Plauderton erzählt sie aus ihrem Leben, das zugegebenermaßen eher trist und einsam zu sein scheint. Da ist es fast schon vorprogrammiert, dass sie irgendetwas sucht, an dem sie sich festhalten kann, in diesem Fall zunächst die Mordserie an vier Frauen und später dann an William, dem angeklagten mutmaßlichen Serienmörder.

Das Buch ist toll zu lesen, wenn ich auch so meine Probleme mit Hannah hatte, die ich sehr ichbezogen und anstrengend fand, wahnsinnig auf Äußerlichkeiten fixiert, die aber insbesondere am Ende - das muss man ihr zugutehalten - doch recht reflektiert über die Ereignisse berichten konnte. Ansonsten blieb sie allerdings trotz ihrer Erzählerrolle eher unnahbar und für mich schwer greifbar und schaffte damit eine gewisse Distanz. So ein wenig schwankte ich bei ihr die meiste Zeit zwischen Mitleid und Abstoßung.

Das Ende kam für mich nicht unbedingt überraschend, war aber absolut stimmig.
Insgesamt hat mir „Love letters to a serial killer“ gut gefallen, es war spannend und unterhaltsam, und auch wenn der Funke nicht komplett übergesprungen ist, kann ich es guten Gewissens weiterempfehlen.

Bewertung vom 04.12.2024
Mein Mann
Ventura, Maud

Mein Mann


gut

Selten hat mich ein Buch nach der Lektüre so zwiespältig, aber auch irgendwie ratlos zurückgelassen. Es gab Dinge, die ich richtig gut fand, dann allerdings auch Dinge, die mir überhaupt nicht gefallen haben.

Zuerst einmal das Positive: Ich mochte den Schreibstil wirklich gerne und bin nur so durch die Seiten geflogen. Und obwohl gar nicht so viel passiert - Hauptthema ist, wie der Titel schon sagt, der Mann der Erzählerin - las es sich richtig spannend und über allem schwebte so ein wenig das Gefühl, dass noch irgendwas Schlimmes passieren wird.

Auch wenn die Frau sich fast ein wenig damit rühmt, ihren Mann so sehr zu lieben, kreist sie im Grunde nur um sich selbst, ihre Ängste, dass er sie verlassen könnte, nicht so sehr liebt wie sie ihn und redet sich damit gewisse eigene unschöne Verhaltensweisen schön.
Natürlich sind Ängste, die ein solch obsessives Maß annehmen wie in diesem Fall, für Außenstehende nicht unbedingt rational zu erklären, doch gerade zu Anfang dachte ich mehr als einmal: „Das kann doch nicht ihr Ernst sein“. Einige Male konnte ich ihre Gedanken allerdings auch ganz gut nachvollziehen, was nicht weniger erschreckend war.
Im Großen und Ganzen war sie mir aber schon ein wenig zu selbstgefällig in ihrem Habitus der so (zu?) sehr liebenden Frau.

Der so viel gelobte Mann bleibt dabei übrigens in der gesamten Geschichte - obwohl er doch das Objekt der Begierde ist - sehr blass und fast schon austauschbar. Im Grunde könnte es also jeder sein, auch wenn seine Frau das sicher nicht so sehen würde.

Ich kann nicht sagen, dass mir „Mein Mann“ nicht gefallen hat, am Ende blieb aber ein gewisses Gefühl der Leere und Ratlosigkeit zurück.

Bewertung vom 13.11.2024
Pi mal Daumen
Bronsky, Alina

Pi mal Daumen


gut

Von Alina Bronsky habe ich vor einiger Zeit „Barbara stirbt nicht“ gelesen, ein Buch, das mich wirklich nachhaltig beeindruckt hat und das ich sehr mochte. Entsprechend hoch waren die Erwartungen an „Pi mal Daumen“ und das war vielleicht auch so ein bisschen das Problem.

Aber der Reihe nach: Es ist toll geschrieben und super zu lesen, aus Sicht des 16jährigen Oscar, ein adeliges Genie, der bereits an der Uni studiert, sozial aber doch eher unbeholfen oder auch uninteressiert ist.
Ich fand seine Gedanken ganz gut eingefangen, er war mir nicht unbedingt sympathisch, aber ich konnte ihm seine manchmal doch recht drastischen Äußerungen seinen Mitmenschen gegenüber eigentlich ganz gut verzeihen. Genau wie Moni, knallig, laut, chaotisch, mit Helfersyndrom, sie konnte ich mir wirklich bildlich vorstellen.

Die beiden freunden sich also an und es war auch echt unterhaltsam, mitzuverfolgen, wie beide sich dadurch weiterentwickeln. Aber irgendwie war es das dann auch schon. Ich möchte nicht sagen, dass ich das Buch langweilig fand, das war es nicht, aber am Ende war es mir dann doch ein wenig zu belanglos. Ich war fertig und dachte mir, okay, und das war es jetzt? Es war auch nicht so, dass gar nichts weiter passiert ist, die Geschehnisse fand ich allerdings eher ein wenig schwammig und für mich dadurch nicht ganz greifbar.

Ein bisschen unbefriedigt war ich also nach der Lektüre, es war toll zu lesen, kurzweilig und unterhaltsam, aber irgendetwas hat mir gefehlt.