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Furbaby_Mom

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Insgesamt 512 Bewertungen
Bewertung vom 19.01.2026
Erne, Andrea

Wieso? Weshalb? Warum? junior, Band 81 - Der Kran


sehr gut

Spielerisch die Welt der Kräne entdecken

Zwar kann im Hinblick auf Baustellen-Fahrzeuge und -geräte bei meinem Kleinen - bisher - nichts dem Bagger den Rang ablaufen, aber ein Kran war es, den er einst als erstes fasziniert beobachtet und bei Spazierfahrten im Kinderwagen immer wieder gesucht hatte - und da ich sowohl sein technisches Interesse als auch seine Bücher-Liebe fördern möchte, stellt dieses handliche Kinderbuch die ideale Kombination dar.

Was mir super gefallen hat: Kindgerechte, nicht zu detaillierte Texte, die dennoch (auch für mich) neues Wissen vermitteln - Kran ist nämlich nicht gleich Kran! Ich muss gestehen, zuvor hatte ich noch nie über die Differenzierung nachgedacht, geschweige denn über die einzelnen Bauteile. Der Favorit bei uns waren übrigens die Bilder zum Kraneinsatz der Feuerwehr.

Im Grunde gibt es inhaltlich absolut nichts zu bemängeln - ABER: die Aufmachung war ein kleiner Wermutstropfen. Warum? So sehr ich die Intention diesbezüglich nachvollziehen kann, Klappen sind bei uns (aufgrund des lebhaften Wesens meines Spatzes) einem zeitnahen Ende geweiht. Die Spiralbindung finde ich auch eher ungünstig, da bevorzuge ich einfach eine stabilere Bindung. Ist natürlich alles Geschmackssache.

Fazit: Ein schönes, bunt bebildertes und informatives Kinderbuch für alle kleinen Baustellen- und Kran-Fans.

Bewertung vom 18.01.2026
Gernhäuser, Susanne

Sachen suchen: Besuch im Zoo


ausgezeichnet

*** Zoo-Spaß ***

Wimmelbücher jeglicher Thematik sind bei uns daheim immer ein Riesenhit, denn auch als Erwachsene macht das Betrachten all der kunterbunten, liebevoll illustrierten, ungemein detaillierten Abbildungen einfach Spaß. Und wenn der Knirps dabei noch etwas lernt, umso besser!

Beim vorliegenden Werk musste ich direkt schmunzeln, denn unser letzter Zoo-Besuch ist kaum ein paar Monate her und war ebenfalls geprägt von großer Begeisterung hinsichtlich des inkludierten Spielplatzes.

Natürlich bietet die Tiergarten-Location jede Menge Möglichkeiten für Suchbilder, welche hier gut genutzt worden sind; der Fokus liegt hauptsächlich auf den Tieren, wobei auch ein paar Gegenstände enthalten sind. Was mir super gefallen hat:

❏ stabile Pappseiten - einfach unerlässlich bei Kleinkindbüchern, die nun mal einiges aushalten müssen

❏ Fragen, die nicht rein zum Suchen/Zeigen, sondern auch zum Sprechen (üben)/Antworten anregen

❏ angenehmer Umfang (deutlich mehr Seiten enthalten als bei vielen anderen Bilderbüchern)

❏ Inklusion (Personen im Rollstuhl; Personen verschiedener Religionen; bekannte vs. weniger bekannte Tiere, z.B. Marabus)

❏ kindgerecht formulierte, kurze, informative Texte

❏ Übersichtlichkeit - klare Aufteilung, sodass die Seiten nicht überladen wirken (wir hatten auch schon mal einen gegenteiligen Fall, bei dem die Suchgegenstände halb mit dem Bildrand verschmolzen)


𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Klare Empfehlung für große und kleine Wimmelbuch-Fans.

Bewertung vom 10.01.2026
Leagh, Ivy

One Date to Gold


sehr gut

Cooles Setting!

Mein erstes Werk von Ivy Leagh - und dann direkt ein Hit, I love it!

Über die Aufmachung brauchen wir wohl kaum viele Worte verlieren … zauberhaft! Das fliederfarbene Cover, der traumhaft schöne Farbschnitt, die hübsche Charakterkarte - volle Punktzahl in Sachen Optik!

Inhaltlich hat mich diese sporty New-Adult-Romance vor allem durch ihr außergewöhnliches Setting sofort für sich eingenommen, Stichwort: Olympische Winterspiele. Wie cool ist das denn bitte?!

Auch wenn ich selbst nicht besonders sportlich bin - sofern Book Runs nicht zählen, hihi -, lese ich unglaublich gern Bücher mit sportlichem Hintergrund (hauptsächlich Romanzen), und schaue mir mit großer Begeisterung Sportarten wie Eiskunstlauf, rhythmische Sportgymnastik, Tanzen und American Football an, to name just a few. Umso mehr habe ich dieses Winter-Olympia-Setting geliebt: die Atmosphäre, die authentischen Beschreibungen vom Leistungsdruck und dem dazugehörigen Medienrummel, das einzigartige Flair im Dorf, die Wettkämpfe … all das fühlte sich nach kribbeliger Aufregung an, so als wäre man live dabei.

Ich verstehe jedenfalls absolut, warum die Autorin so gefeiert wird! Ihr Schreibstil ist modern, locker, spritzig, frisch, humorvoll und extrem dialogstark. Die Schlagabtausche zwischen den Figuren fand ich herrlich! Genau diese Dynamik war ein riesengroßes Plus!

Die Trope-Mischung allein suggeriert ja im Grunde bereits ein tolles Leseerlebnis: Fake Dating trifft auf Olympia-Background, dazu Forced Proximity, Grumpy x Sunshine und Enemies to Lovers - was für ein genialer Mix!

Besonders positiv hervorheben möchte ich, dass die Geschichte mehr als 'nur' eine unterhaltsame Romance ist. Es werden durchaus ernsthafte, bedeutungsschwere Themen aufgegriffen, beispielsweise Amies Vergangenheit und ihre negativen Erfahrungen im Zusammenhang mit ihrem früheren Trainer. Dieser Aspekt wurde sensibel umgesetzt, ohne effekthascherisch zu wirken, und verleiht der Geschichte zusätzliche Tiefe.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Freut euch auf eine winterliche Sportsromance mit einem rundum faszinierenden Setting, gutem Humor, einem ordentlichen Schuss Spice und genau der richtigen Mischung aus Leichtigkeit und Tiefgang. Ich hatte sehr viel Spaß beim Lesen und werde mir definitiv weitere Werke der Autorin auf meine Leseliste setzen!

Bewertung vom 04.01.2026
Fast, Valentina;Schäfer, Lorena

Two steps away - London Hearts 2


sehr gut

*** Solide Fortsetzung ***

Der zweite Band der London-Hearts-Reihe ist für mich vor allem eines: eine Geschichte über freundschaftlichen Zusammenhalt, charakterliche Stärke und das Erwachsenwerden zwischen familiären Erwartungen, alten Verletzungen und neuen Chancen.


Schon ab den ersten Seiten habe ich mich unglaublich wohlgefühlt, nicht zuletzt wegen der kuscheligen Mädels-WG am Willow Square. Dieses warme, selbstverständliche Miteinander, das Sich-auffangen, Zuhören, Dasein, ohne große Worte machen zu müssen, war für mich eines der absoluten Highlights. Die Dynamik zwischen den vier jungen Frauen fühlt sich, wie schon im Reihenauftakt, einfach ehrlich an, lebendig und voller Herzlichkeit - genau so, wie man sich eine Wahlfamilie wünscht. Ich würde sofort dort einziehen!


Im Mittelpunkt der Handlung steht dieses Mal Pippa - eine unheimlich beeindruckende Protagonistin, die ich als stark, ehrgeizig, diszipliniert und zugleich verletzlich wahrgenommen habe. Ihre strukturierte Art, ihr Fünfjahresplan, ihr kontrolliertes Auftreten wirkten auf mich nie wirklich kühl, sondern wie ein Schutzschild, das sie sich über Jahre antrainiert hat. Besonders berührt hat mich ihr Verhältnis zu ihren Eltern: das permanente Funktionieren, das Gefühl, dass Liebe an Leistung geknüpft ist, die unausgesprochene Erkenntnis, niemals mit dem idealisierten Bruder mithalten zu können … Pippas Entwicklung (hin zu der Einsicht, dass sie durchaus gut genug ist, auch ohne eventuelle Erwartungen zu erfüllen) wird sehr kraftvoll erzählt und war für mich absolut glaubwürdig.


Das London-Setting, vor allem in seiner winterlichen Stimmung, mochte ich total. Es fügt sich angenehm in die Geschichte ein und verleiht ihr eine gleichermaßen ruhige wie quirlig-urbane Atmosphäre, auch wenn ich mir stellenweise noch ein wenig mehr Sinneseindrücke gewünscht hätte.


Die Friends-to-Haters-to-Lovers-Dynamik zwischen Pippa und Ben entfaltet sich als klassischer Slow Burn, mit spürbarer Spannung und vielen unterschwellig brodelnden Emotionen. Während mir die Tension zwischen den beiden gut gefallen hat, bin ich persönlich mit Ben als Figur nie ganz warm geworden. Seine Perspektive ist nachvollziehbar, sein Verhalten erklärbar, emotional hat er mich jedoch weniger stark erreicht als Pippa. Das hat der Geschichte aber nicht geschadet, da IHR innerer Weg für mich ohnehin klar im Fokus stand.


Etwas überladen wirkte auf mich stellenweise das zusätzliche Drama rund um Olivia. Pippas familiärer Konflikt und die Konkurrenz um den Praktikumsplatz (sowie natürlich generell das unerwartete Wiedersehen mit Ben) hätten für mich vollkommen ausgereicht. Die zusätzliche Eskalation empfand ich teils als konstruiert, auch wenn sie natürlich Spannung erzeugt und die Handlung vorantreibt.


Was mir sehr gefallen hat, war der respektvolle Umgang mit komplexen Familiendynamiken, sowohl bei Pippa als auch bei Ben. Es gibt keine schnellen Lösungen, keine perfekten Versöhnungen, sondern realistische Zwischentöne, kleine Schritte und ehrliche Grenzen.


𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Unterm Strich war es für mich ein solider, unterhaltsamer Read, der besonders durch die Mädelsfreundschaft und Pippas persönliche Entwicklung überzeugt. Eine Geschichte über Selbstwert, Loyalität und den Mut, den eigenen Weg zu gehen. Ich freue mich schon jetzt auf Band 3 ("Three words unspoken"), der im März 2026 erscheint!

Bewertung vom 29.12.2025
Streck, Aurelia

Mein großes Magnetbuch - Das machen wir am Abend


ausgezeichnet

*** Tolles Mitmach-Magnetbuch ***

Da wir mit Mitmachbüchern ausnahmslos positive Erfahrungen gemacht haben und es ohnehin angedacht ist, für unseren kleinen Schatz eine Magnettafel zu organisieren, mit der er spielerisch die Tagesroutine verfestigen kann und in seiner Selbstständigkeit bestärkt wird, kam ich an diesem niedlichen Kinderbuch einfach nicht vorbei!

Was mir richtig gut gefällt:

❏ super handliches Format - man kann das Werk bequem überall mit hinnehmen

❏ praktische Verstaumöglichkeit für die vielen Magnete - die übrigens wirklich perfekt haften (überhaupt ist alles sehr hochwertig verarbeitet) und z.B. auch am Kühlschrank genutzt werden können

❏ farbenfrohe, kunterbunte Illustrationen, ohne dass die Bilder zu überladen wirken - der Fokus liegt tatsächlich ganz klar auf den jeweiligen Tätigkeiten

❏ leicht verständliche, klar und kindgerecht formulierte Anweisungen, die dazu einladen, die Magnete selbstständig an der betreffenden Stelle zu platzieren

Keine Kritik, sondern lediglich eine Anmerkung für eventuell angedachte zukünftige Ausgaben:

1. Ich fände es schön, wenn 2-4 zusätzliche Seiten enthalten wären, da der Umfang gerne etwas größer hätte ausfallen können.

2. Vielleicht wäre es möglich, zusätzliche - individuelle - Versionen der Geschichte anzubieten, die sich zum Beispiel auf allein erziehende Mütter oder Väter konzentrieren, da hier ausschließlich die Aufteilung Mutter-Vater-zwei-Kinder gegeben ist, und dies in manchen Familien eventuell zu traurigen Momenten führen könnte.


Fazit:
Ein ganz tolles Mitmach-Magnetbuch, das sich hervorragend zum Sprechen üben/Erweitern des Wortschatzes sowie zum Thematisieren der familiären Abendroutine eignet … und ganz nebenbei die Feinmotorik der kleinen Leser-/Zuhörerschaft fördert.

Bewertung vom 29.12.2025
Sweeney, Melanie

Botanic Hearts


gut

*** Geniale Setting-Idee ***

Bei diesem Werk hatte mich die Grundidee sofort gepackt: Eine Bibliothek, die nach einem Hurricane in einen botanischen Garten umziehen muss - Bücher zwischen Blumen, Hoffnung inmitten von immensem Verlust … Allein dieses Setting ist für mich etwas ganz Besonderes und hat mir von Beginn an richtig, richtig gut gefallen.

Der Schreibstil von Melanie Sweeney ist dabei locker, modern, angenehm und sehr einladend. Die Seiten lassen sich mühelos lesen, alles wirkt schwungvoll und leicht zugänglich - perfekt für eine RomCom, die Wohlfühlmomente verspricht. Auch optisch punktet das Buch: Das hellgrüne Cover mit seinem verspielten, RomCom-artigen Comic-Stil ist wunderschön und macht sofort Lust aufs Lesen.

Inhaltlich hat mich besonders der botanische Garten begeistert. Die kleinen eingestreuten Pflanzeninfos, die grüne Atmosphäre - davon hätte ich ehrlich gesagt noch viel mehr lesen können. Auch das Thema Bibliothek fand ich grundsätzlich toll, hätte mir aber gewünscht, dass der Bücheraspekt noch stärker und relevanter in die Handlung eingebunden wird, immerhin geht es um Bibliothekarinnen und ihre Arbeit. - Es war okay-ish, aber da ginge noch mehr.

Zwiespältig war ich hingegen bei der Handlung selbst. Sie ist insgesamt eher ruhig und unaufgeregt, teilweise fast zu ruhig. Über viele Seiten hinweg passiert vergleichsweise wenig, wodurch sich für mich Längen eingeschlichen haben. Gerade der Beginn mit dem Hurricane (= einem einschneidenden, existenziellen Ereignis) blieb für mein Empfinden zu oberflächlich. Tansy verliert Haus und Hab und Gut, doch emotional wird diesem Verlust - abgesehen von der Erwähnung - nur wenig Raum gegeben. Hier hätte ich mir deutlich mehr Tiefe und Verarbeitung gewünscht.

Auch mit der Protagonistin Tansy hatte ich ein ambivalentes Verhältnis. Einerseits ist sie als starke, eigenwillige, toughe Frau angelegt, die alles allein stemmen will - als Mutter, als Leiterin der Bibliothek, als Mensch allgemein. … was an sich ja überhaupt nicht verkehrt ist. Aber: Andererseits empfand ich ihre in meinen Augen extreme Abwehrhaltung Jack gegenüber stellenweise als überzogen, vor allem angesichts dessen, dass er ihr mehrfach geholfen und sogar das Leben gerettet hat. Diese anfängliche Feindseligkeit konnte ich nicht immer ganz nachvollziehen.

Jack wiederum ist ein klassischer Grumpy-Charakter, authentisch gezeichnet, wenn auch nicht durchgehend sympathisch. Sein Wandel im Laufe der Geschichte hin zu mehr Nähe und Offenheit hat mir jedoch gefallen. Die Romanze zwischen den beiden konnte mich insgesamt leider nicht vollständig abholen, zumindest nicht so, wie ich gehofft hatte - sie blieb für mich etwas zu flach, um mich wirklich zu berühren.

Ein klarer Lichtblick war hingegen Briar. Ihre Präsenz hat viele Szenen für mich positiv beeinflusst und die Story definitiv bereichert. Auch die Nebenfiguren hätten meiner Meinung nach mehr Raum verdient gehabt, hier schlummert noch viel ungenutztes Potential.

Was mich dafür umso mehr bewegt hat, war das Nachwort der Autorin. Zu wissen, dass diese Geschichte aus eigenen Erlebnissen rund um Hurricane Harvey entstanden ist, aus Liebe zu Bibliotheken, Gemeinschaft und gegenseitiger Hilfe, hat dem Ganzen im Nachhinein eine ganz andere Tiefe verliehen. Das war für mich sehr berührend und ehrlich.

Als mega cooles Extra empfand ich außerdem die Anregungen für Buchclubs am Ende. Solche Diskussionsfragen wünsche ich mir viel öfter in Romanen, sie laden zum Weiterdenken ein, heben spezielle Aspekte hervor und geben einem die Möglichkeit, die Geschichte nochmal ganz in Ruhe Revue passieren zu lassen. Lieb ich!

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
"Botanic Hearts" ist ein sanfter, schöner Roman mit einer absolut großartigen Idee, einem genialen Setting und viel Herz, auch wenn er für mich emotional sowie inhaltlich nicht sein ganzes Potential ausgeschöpft hat. Es ist ein Buch zum Wohlfühlen, mit kleinen Schwächen, eine feinen Prise Spice, und mit einer großen Liebe zu Büchern, Pflanzen und Gemeinschaft.

Bewertung vom 16.12.2025
Kingsley, Felicia

The Heat is on - Something's Cooking Between Us


gut

*** Kreative Grundidee ***

Schon auf den ersten Blick versprüht "The Heat Is On" für mich pures RomCom-Feeling - Cover & Farbschnitt sind ein absoluter Traum: dieses frische Mintgrün, die verspielte Gestaltung, der moderne Look … allein optisch macht das Buch richtig Lust auf eine schwungvolle Liebesgeschichte. … und die bekommen wir auch!



Für mich war es das erste Werk der Autorin; ihre zuvor veröffentlichte Time-Travel-Romance ("Courting – Be mine through all time") stand bereits auf meiner Wunschliste, und nun, da ich ihren Erzählton kennengelernt habe, möchte ich die Story umso mehr lesen! Felicia Kingsley schreibt nämlich genau so, wie man es sich von einer unterhaltsamen Love Story wünscht: leichtfüßig, locker, modern, frech, mit schlagfertigen Dialogen und viel Tempo.



Die herrlich kreative Grundidee habe ich geliebt: Tochter eines vermeintlichen Mafiosos trifft auf Undercover-Cop - Romeo und Julia lassen grüßen. SIE arbeitet im italienischen Familienrestaurant in New York, während ER (Dwight, Deckname: Romeo) sich undercover genau dort einschleusen soll. Allein das erste Aufeinandertreffen (- Motorrad, Spritzwasser, Lolli im Mund … Chemistry pur!) schreit förmlich nach einer Filmadaption. Überhaupt: Das atmosphärische Setting rund um das italienische Restaurant in New York war genau mein Fall!



Was für mich persönlich das Leseerlebnis etwas gebremst hat, war, dass sich die Geschichte stellenweise etwas gezogen angefühlt hat. Trotz vieler schöner (und witziger) Szenen fehlte mir zwischendurch der emotionale Sog, der mich komplett hätte mitreißen können. Ein wichtiger Punkt ist auch, dass Julia mit Morbus Crohn lebt und einen Stoma-Beutel trägt. Dieser Aspekt ist sensibel und respektvoll umgesetzt worden, und ich finde es grundsätzlich sehr wertvoll, wenn solche Themen in Romanen sichtbar gemacht werden. Julia wird bewusst nicht auf ihre Krankheit reduziert und geht bemerkenswert selbstbestimmt damit um. Für mich persönlich ist das jedoch ein Thema, das ich - wenn ich es vorher weiß - eher meide, da ich beim Lesen vor allem nach Leichtigkeit und Alltagsflucht suche.



Julia ist ohne Frage eine starke, selbstbestimmte Protagonistin, die ihren eigenen Weg geht und sich gegen einen sehr überbehütenden italienischen Vater behaupten muss. Mir wirkte sie stellenweise jedoch einen Tick zu tough und etwas überzeichnet, was es mir emotional nicht ganz leicht gemacht hat, vollständig mit ihr warm zu werden.



𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:

Eine humorvolle, moderne Romance mit viel Charme, einer mega originellen Idee und tollem Setting, die ich mir wunderbar als Filmadaption vorstellen könnte. Ich bin mir sicher, dass die Story für RomCom-Fans mit Faible für starke Heldinnen und temporeiche Dialoge ein perfect match ist.

Bewertung vom 26.11.2025
Winkelmann, Andreas

Entführung im Himmelreich / Mord auf Achse Bd.2


sehr gut

*** Cosy Crime mit Camping-Vibes ***

Allein das Setting vom schönen Schwielowsee, der mir seit frühster Kindheit vertraut ist, wäre schon Grund genug, sich auf diesen Cosy Crime einzulassen. Die heimelig-idyllische Atmosphäre ist vom Autor wunderbar eingefangen worden - das leichte Plätschern des Wassers, der morgendliche Camping-Trubel … und natürlich der Dialekt, der mich mehrfach schmunzeln ließ. Das Lokalkolorit ist definitiv eines meiner Highlights des vorliegenden Werkes - herrlich authentisch und mit viel Liebe zum Detail eingeflochten.

Der Kriminalfall an sich wird eher ruhig erzählt - kein atemloser Thriller, sondern - so wie es auch das farbenfrohe Cover suggeriert - ein gemütlicher Krimi mit pointiertem Humor, einigen cleveren Beobachtungen und einem angenehm verschachtelten Aufbau, ohne dass es zu kompliziert wird. Der verschwundene Bäcker, ein mysteriöser Einbruch … und schon steckt man in einem feinen Netz aus Hinweisen, das man als mach Belieben entwirren kann. Die Spannung bleibt zwar eher moderat, aber der Ton macht hier ganz klar die Musik: augenzwinkernd, bodenständig, klug und einfach cozy.

Mit dem Hauptprotagonisten Kupernikus bin ich nicht vollständig warm geworden, aber gerade seine eigenwillige Art, kombiniert mit Annabells Lebensfreude, sorgt dafür, dass die Dynamik der beiden letztlich dennoch funktioniert. Ehrlich gesagt waren es für mich vor allem die urigen Nebenfiguren, die den Roman bereichert haben.

Der Schreibstil war für mich zunächst ein wenig ungewohnt, aber nie unangenehm; ich habe mich gern darauf eingelassen und mochte besonders die kleinen humorvollen Spitzen, die Winkelmann wunderbar zwischen die Zeilen streut. Gerade wer Cosy Crime mag, findet hier eine sehr gemütliche, unaufgeregte Ermittlungsatmosphäre, die perfekt für entspannte Lesestunden ist.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Ein ruhiger, humorvoller und sehr atmosphärischer Camping-Krimi, der mit Dialekt, Lokalkolorit und erinnerungswürdigen Figuren punktet. Kein nervenaufreibender Pageturner, aber ein kluger, angenehm entschleunigter Fall mit Charme. Ideal für alle Fans des Genres.

Bewertung vom 21.11.2025
Tewes, Bernhard

Glimmer


sehr gut

Gutes Werk zum Einstieg in die Thematik

"Warum reden wir eigentlich so viel über das, was uns belastet, und so wenig über das, was uns Kraft gibt? Wo kommen die positiven Trigger vor - und wie können sie uns helfen, etwas mehr Licht in unser Leben zu bringen?"

2025 war für mich ein Jahr voller privater Veränderungen, was sich auch auf mein Leseverhalten ausgewirkt hat. Natürlich liebe ich nach wie vor eine gute Romanze, doch insbesondere Sachbücher und Ratgeber haben mich in den letzten Monaten begeistern können (z.B. "Die Let Them Theorie" von Mel Robbins).

Nun gönnte ich mir also "Glimmer" - und finde nur positive Worte dafür. Freut euch auf:

❏ eine klare, übersichtliche Strukturierung der drei Abschnitte

❏ kurze, nachvollziehbare Fallbeispiele sowie persönliche Erfahrungen des Autors

❏ präzise formulierte Fragen, Tipps und praktische Übungsbeispiele für euren Alltag

❏ interessante Informationen aus Psychologie und Neurowissenschaften, leicht verständlich erklärt

❏ die simple, aber elementare Grundidee: "[…] richte deinen Fokus auf das, was dir guttut" - so wahr, so wichtig!

❏ den angenehmen Erzählton des Autors.

Zudem werden auch potentielle Herausforderungen/Hindernisse angesprochen, wie Glimmerblindheit oder Fake-Glimmer.

Vieles war mir bereits bekannt, sei es die Ankertheorie, die positive Wirkung eines Lächelns in neutralen Momenten oder die Verbindung von Düften bzw. Musik mit Erinnerungen/Emotionen. All dies habe ich nun ein wenig vertiefen können. Übrigens: Ohne es zu ahnen, hatte ich schon eine persönliche "Glimmer-Playlist" angelegt, die nun stetig wächst.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁: Dieses knapp 270 Seiten umfassende Büchlein eignet sich ideal als Einstieg in die Thematik, daher empfehle ich es gerne weiter.

Bewertung vom 12.11.2025
Tack, Stella

Die letzte Stunde / Ever & After Bd.3


gut

Sehr speziell

Die Meinungen zu dieser Reihe gehen weit auseinander.

Wer es gern ein wenig düster hat, flotte, frech-sarkastische Dialoge mag und sich für eine auf ihre eigene Weise fesselnde Kombination aus Fantasy und Action interessiert - inklusive recht brutaler Szenen, die schonungslos bis ins kleinste Detail beschrieben werden -, wird mit diesem immerhin fast 700 (!) Seiten umfassenden Schmöker, der den 3. Band von Stella Tacks "Ever & After"-Reihe bildet, mega happy sein.

Mir persönlich war es einen Hauch too much, dennoch gab es an der mitunter wirr-chaotischen, dafür niemals langweiligen Story auch einige Pluspunkte. Was mir beispielsweise gut gefallen hat:

❏ die kreative Grundidee - auch wenn ich an sich kein Fan der klassischen Märchen (und Fabeln) bin, weil sie mir schlichtweg zu düster sind: aufgemischt mit Stellas Humor ist dies für mich definitiv die angenehmere Option (sofern ich Horror-/Gewalt-Passagen überblättere),

❏ die Einbindung von Original-Märchenzitaten der Gebrüder Grimm zu jedem Kapitelbeginn passte prima zum Gesamtkonzept,

❏ das bildreiche Worldbuilding voller Magie und Gefahr.

Natürlich verdient auch die hübsche Aufmachung des Werkes eine Erwähnung, speziell der wunderschöne Farbschnitt.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Ideal für nicht-zartbesaitete Romantasy-Leser:innen - man beachte die Altersempfehlung. Für alle anderen gilt: Geschmacksache.