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anette1809 - katzemitbuch.de
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Sulzheim
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Mein Blog: https://katzemitbuch.de/

Bewertungen

Insgesamt 1027 Bewertungen
Bewertung vom 10.04.2025
Die Magnolienkatzen
Morishita, Noriko

Die Magnolienkatzen


sehr gut

Die Autorin Noriko Morishita erzählt in ihrem Buch „Die Magnolienkatzen“, wie eine streunende Katze mit ihrem Wurf Kätzchen in ihr Leben tritt.
Noriko und ihre Mutter sind eigentlich Hundemenschen. Da jedoch niemand die streunende Katze und ihre Jungen aufnehmen möchte, nehmen die beiden Frauen gezwungenermaßen ihre Bestimmung an, den Katzen zumindest ein vorübergehendes Zuhause zu geben. Wenigstens so lange, bis die Kätzchen groß genug sind, um in eigene Familien zu ziehen.

Das Buch richtet sich vorrangig an Katzenliebhaber. Andere Leser*innen könnten sich von der Geschichte der Katzenfamilie schnell gelangweilt fühlen.
Alle anderen erwartet eine poetisch geschriebene und erzählte Geschichte. Zum einen über das Glück, das auf vier Pfoten in einem Leben Einzug halten kann. Zum anderen über die Gemeinschaft, die aus dem Zusammenleben mit Katzen wachsen kann.
Freunde und Nachbarn geben sich tagtäglich bei Noriko und ihrer Mutter die Klinke in die Hand. Besuchen die Katzen, bewundern sie, bringen ihnen Geschenke, geben Tipps zur Haltung und Aufzucht und erzählen von ihren eigenen Haustieren.

Die Leser*innen begleiten Mimi – die ehemalige Streunerin – und ihren Wurf, vom Tag ihres Einzugs, bis zum Auszug der Kätzchen und darüber hinaus.
Nach dem Auszug der kleinen Katzen in ihre neuen Familien fand ich das Buch nicht mehr ganz so kurzweilig zu lesen wie zu Beginn. Selbst für mich als Katzenmensch hatte es gegen Ende Längen. Dennoch habe ich es sehr gern gelesen, da man sich und seine Katzen in sehr vielen Situationen wiederfindet.

Das recht schlicht gestaltete, aber äußerst zauberhafte Cover, passt sehr gut zum Inhalt der Geschichte – unaufgeregt und warmherzig.

Bewertung vom 10.04.2025
Crime Maps - Das goldene Vermächtnis

Crime Maps - Das goldene Vermächtnis


sehr gut

„Das goldene Vermächtnis“ ist ein Krimi-Kartenspiel für 1 bis 4 Spieler ab 14 Jahren. Man kann es im Einzelspieler-Modus spielen, wenn kein weiterer Mitspieler zur Verfügung steht. Gemeinsam tüfteln macht jedoch mehr Spaß.

Das Spielmaterial umfasst 20 Fall-Karten – 10 Rätsel-Karten – 10 Land-Karten – 10 Tipp-Karten – 10 Lösungs-Karten – 1 Fall-Navigator – Spielanleitung (2 Karten).

Es ist sinnvoll das enthaltene Spielmaterial durch Stift und Block zu ergänzen. Zum Lösen einiger Fallkarten muss man sich Notizen machen.

Die Spielanleitung ist auf Anhieb zu verstehen und auf zwei stabilen Karten aufgedruckt. Überhaupt sind alle zum Spiel gehörigen Karten robust und langlebig.

Spannende Rätsel und geheimnisvolle Landkarten sollen die Knobler zu Störtebekers Schatz führen.

Wir sind Hamburg-Fans und haben auch schon Urlaube sowohl an der Nord- als auch an der Ostsee verbracht, deshalb war der Reiz dieses Krimi-Kartenspiel zu spielen sehr groß. Dank der Landkarten bereist man Norddeutschland spielerisch.
Ziel des Spiel ist es, alle Rätsel-Karten zu lösen, um am Ende des Spiels den Schatz zu bergen.
Die Karten bieten geschätzte zwei Stunden Rätselspaß.

Die Rätsel sind mal mehr, mal weniger schnell zu lösen. Sollte man vollends im Dunkeln tappen, kann man sich dank der Tipp-Karten auf die richtige Fährte führen lassen. Wenn selbst ein Tipp nicht weiterhilft, kann man die Lösung nachlesen. Anschließend spielt man frischen Mutes mit der nächsten Rätsel-Karte weiter.
Die Karten sind stabil ausgeführt, sowie hochwertig und abwechslungsreich gestaltet. Allein durch die gelungenen Illustrationen und Landkartenausschnitte bereitet das Spiel schon Spaß und weckt die Lust am Raten und Lösen des Falls.

Das Spiel hat uns sehr gut unterhalten. Ein kleiner Wermutstropfen ist die nur einmalige Spielbarkeit, da man am Ende des Falls die Lösungen der Rätsel kennt.

Entweder verschenkt man das Spiel im Anschluss im Freundeskreis weiter, oder spielt es mit Mitspielern, die es noch nicht kennen und mimt zukünftig den Spielleiter.

Kontra:
* nur 1x spielbar
* teilweise etwas kleiner und schwer zu lesender Aufdruck auf den Karten, sodass wir manche Hinweise/Lösungsansätze erst unter zu Hilfenahme der Tippkarten entdeckt haben

Pro:
* stabile und schön gestaltete Karten
* 1 Spieler Modus

Bewertung vom 30.03.2025
Papas Tattoos
Schuff, Nicolas

Papas Tattoos


sehr gut

Emilias Papa hat viele Tattoos. Nachts, wenn er einschläft, erwachen sie manchmal zum Leben und Emilia erlebt viele Abenteuer.

Das Buch kommt in einem nahezu quadratischen Format daher, auf dem Cover sieht man neben Emilia und ihrem Vater auch seine Tattoos. Diese stellen ebenfalls die Motive auf den vorderen und hinteren Vorsatzseiten.
Die Schrift im Buch hat eine lesefreundliche Größe. Hauptdarsteller sind jedoch die Illustrationen. Der Begleittext geht pro Doppelseite maximal über wenige Sätze.
Illustrationsstil und Farbgestaltung sagen mir sehr zu. Das Buchcover gibt einen sehr guten Einblick auf beides, sodass man nicht die „Katze im Sack“ kauft.

Die Idee, dass die Tattoos von Emilias Papa nachts zum Leben erwachen, und sie Abenteuer mit ihnen erlebt, ist sehr fantasievoll und traumhaft bebildert umgesetzt.
Ich hätte mir nur gewünscht, dass nicht nur das Tattoo der Pantherin mehr Raum erhält, sondern auch die anderen Motive. Bis auf die Pantherin werden die Tattoos mit einer Doppelseite Illustrationen und ein bis zwei Sätzen abgehandelt, wohingegen das Tattoo der Pantherin wirklich eine kleine Geschichte in diesem Buch erzählt.

„Papas Tattoos“ ist eine fantasievolle Geschichte, die zum Träumen einlädt.

Bewertung vom 30.03.2025
Die schlechteste Idee in der Geschichte der schlechten Ideen
van de Wijdeven, Herman

Die schlechteste Idee in der Geschichte der schlechten Ideen


sehr gut

Bent und Juri sind beste Freunde und unternehmen alles gemeinsam. Wenn Bent und Juri sich Mutproben stellen, wird Bents Mut zur Summe des Muts der beiden Freunde. Er traut sich Sachen, die er allein niemals gemacht hätte.
Als Finn neu in Bents und Juris Klasse kommt, ändert sich plötzlich alles. Juri ist ständig mit Finn zusammen und Bent fühlt sich wie das fünfte Rad am Wagen. Als ob die anderen zwei gar nicht bemerken würden, wenn er plötzlich nicht mehr da wäre. So geschieht es, dass ihre früheren Mutproben außer Kontrolle geraten.

Herman van de Wijdeven erzählt die Geschichte von Bent, Juri und Finn aus der Sicht von Bent und mit Zeitsprüngen. Bents und Juris Erlebnisse bevor Finn in ihre Klasse kam, ihre Unternehmungen zu dritt wenige Tage zuvor und was heute passiert.

„Die schlechteste Idee in der Geschichte der schlechten Ideen“ erzählt sehr authentisch die Geschichte einer Freundschaft und sämtlichen Gefühlen, die in einer Kinderfreundschaft auftreten können. Von glücklichen Momenten zu zweit, intimsten Geheimnissen, die man sich anvertraut, von der Eifersucht, wenn ein Dritter zwischen zwei Freunde tritt, zwischen denen früher kein Blatt Papier Platz gefunden hätte.

Durch die Sprünge in der zeitlichen Abfolge spannt der Autor einen sehr steilen Spannungsbogen, sodass man sich nahezu gezwungen sieht die Geschichte in einem Rutsch durchzulesen. Zumal man bis kurz vor Ende nicht erfährt, was passiert ist und worum es sich bei der schlechtesten Idee der drei Jungs gehandelt hat.

Das Buch eignet sich meines Erachtens als Schullektüre, da es wichtige moralische Aspekte behandelt. Es ist zudem nah an der Altersklasse dran.
Die Themen mögen alltäglich und nicht besonders sein, aber es sind Themen, mit denen Kinder tatsächlich zu tun haben, die sie mehr oder weniger tagtäglich betreffen.

Bewertung vom 30.03.2025
SOKO Ente
Weichmann, Helge

SOKO Ente


gut

Ich verfolge seit Jahren Helge Weichmanns Schand-Reihe, die in und um Rheinhessen spielt und habe mich mit seinem Buch „Soko Ente“ auf ein anderes Terrain begeben.
Es handelt sich um einen tierischen Krimi, der komplett am Ententeich im fiktiven Neukirchen spielt und neben menschlichen Akteuren gefiederte Helden besitzt. Diese stellt Helge Weichmann auf der vorderen Umschlagklappe unter „Dramatis Anates“ vor. Die kleinen Enten dort und innerhalb der Kapitel hat der Autor selbst illustriert. Einfache Skizzen, die jedoch viel Charme besitzen. Das Dramatis Anates der Enten empfand ich sehr hilfreich und hätte es mir auch für die menschlichen Akteure gewünscht, da es dort ebenfalls eine Vielzahl an Charakteren gibt, die innerhalb der Geschichte agieren.

Für mich war die Story weniger ein Krimi als eine nett erzählte Tiergeschichte rund um den Lebensraum See der Enten. Helge Weichmann ist es sehr gut gelungen diesen individuelle Eigenschaften zuzuschreiben und damit Charakter einzuhauchen. Die Enten sind so problemlos als eigenständige Persönlichkeiten wahrzunehmen.
Sehr witzig ist die Idee seiner Hauptfigur aka Ente Charlie eine Daunenallergie zu verpassen, sowie der Umstand, dass die Menschen zwar die Enten nicht verstehen können, die Enten die Menschen aber sehr wohl. Nur nehmen diese alles wörtlich, was bei Sprichwörtern schnell missverstanden werden kann und zu schrägen und unvorhersehbaren Situationen führt.

„Soko Ente“ punktet mit Helge Weichmanns lockerem und einfallsreichem Erzählstil und zahlreichen witzigen Ideen, lässt aber für einen Krimi an Spannung vermissen, auch wenn die Geschichte unterhaltsam zu lesen war.
Zu lange hielt sich das Gefühl, dass es eine bloße Aneinanderreihung von Gegebenheiten und die Vorstellung zahlreicher Charaktere war. Das Interesse an einer Auflösung geriet bei mir ins Hintertreffen bis am Ende die Fäden zusammengeführt wurden.
Möglicherweise hätte die Geschichte von Charlie und ihren gefiederten Freunden einen stärkeren Eindruck bei mir hinterlassen, wenn ich mit einer anderen Erwartungshaltung zu dem Buch gegriffen hätte.

Bewertung vom 30.03.2025
Schmacht
Bernhardt, Catharina

Schmacht


ausgezeichnet

Bei „Schmacht“ wurde ich direkt von dem wunderbaren Titel und dem farbenfrohen, sympathischen Cover angesprochen. Das Innere des Buches bestätigt ab Seite eins den positiven Eindruck.

Unabhängig von den Rezepten punktet das Buch mit der herzlichen Art der Autorin Cathy Bernhardt. Zu Beginn des Buches erzählt sie von ihrem Werdegang und wie es dazu kam, dass sie ihre Ernährung auf vegan umgestellt hat und zur Inhaberin von „Happenpappen“ auf St. Pauli wurde. Was mir zudem außerordentlich gut gefällt, dass sie niemanden verurteilt, der sich noch nicht vollständig frei von tierischen Produkten ernährt, sondern Zuspruch erteilt, dass jede rein pflanzenbasierte Mahlzeit ein guter Schritt ist.

Cathy Bernhardt beschreibt sich als intuitive Köchin, hat aber die im Buch enthaltenen Rezepte genau notiert, damit sie auch von Anfängern nachgekocht werden können. Ich nehme ihre Aussage jedoch durchweg positiv zum Anlass, mich nicht exakt auf die Rezepte festnageln lassen zu müssen. Wenn ein Gericht Gewürze oder Zutaten enthält, die man nicht gerne isst, oder nicht gerne miteinander kombiniert, oder nicht verträgt, dann ändert man ein Rezept eben dementsprechend ab.

Ihre Geschichte, sowie auch der anschließende Rezeptteil, wird von wunderbaren Fotos begleitet, die nicht nur Appetit auf die präsentierten Gerichte wecken, sondern auch auf einen Besuch in Hamburg.

Die Rezepte enthalten zwei Kennzeichnungen, insofern zutreffend: scharf und/oder glutenfrei. Was andere Angaben und Eigenheiten der Gerichte angeht, muss man Zutaten und Zubereitung lesen, die Autorin wollte die Leser*innen nicht mit tausenden Labels pro Rezept erschlagen.

Die Rezepte sind in folgende Rubriken unterteilt:
– Am Morgen
– Katerfrühstück
– Dips, Aufstriche & Dressings
– Bowls
– Picknick
– Süßes

Ich finde das Buch allein schon für das Kapitel „Dips, Aufstriche & Dressings“ und die Marinaden in den anderen enthaltenen Rezepten lohnenswert.

Neben den Rezepten enthält das Buch des weiteren Tipps zum Retten, Verwerten und Weiterverarbeiten, sowie als Extra eine Faltanleitung für Zupfbrot.
Am Ende des Buches befindet sich ein alphabetisches Rezeptregister.

Ein wunderschönes und sympathisches Buch mit einer ansprechenden und abwechslungsreichen Rezeptauswahl!

Bewertung vom 30.03.2025
Der süßeste Bruder der Welt und andere Irrtümer
Lindell, Elin

Der süßeste Bruder der Welt und andere Irrtümer


ausgezeichnet

Dani lebt alleine mit ihrer Mutter und wünscht sich nichts sehnlicher als ein Geschwisterchen. Egal, ob unter Zuhilfenahme der Nervmethode, aufführen von Statistiken oder Argumenten, am Status als Einzelkind will ihre Mutter nichts ändern, bis sie eines Tages Danis Frage nach einem Geschwisterchen mit „okay“ beantwortet …
Doch weder ist ihre Mutter schwanger, noch ist das zukünftige Geschwisterchen goldig und klein. Danis Mutter hat über eine Dating App einen Mann kennengelernt, der Vater eines Teenagers ist. Genaugenommen ist sogar Dani Schuld, dass ihre Mutter ein Match hatte, was bei mir zu herzlichen Lachern beim Lesen geführt hat. Überhaupt lebt das Buch von so einigen Missverständnissen, was beim Lesen nicht nur für humorvolle Momente, sondern auch für Überraschungen sorgt.

Die Illustrationen der Autorin sind sehr schräg und witzig, genau wie ihr Humor im begleitenden Text.
Doch ihr Kindercomic punktet bei weitem nicht nur mit Humor, sondern spricht viele Themen an, die für das angesprochene Lesealter relevant sein können. Es geht nicht nur um Patchworkfamilie, einen neuen Partner für ein bis dato alleinerziehendes Elternteil, sondern auch um Samenspende, Schulwechsel und den Verlust der besten Freundin.

Der Comic holt auch Wenigleser ab und ist unabhängig vom Geschlecht für alle jugendlichen Leser*innen, aber auch für Erwachsene, geeignet.
Der Illustrationsstil ist sehr abwechslungsreich und kurzweilig. Die Bilder häufig formatfüllend und durchgehend farbig. Das Cover dabei ein Eyecatcher, das die Social Media und Smartphone Generation perfekt einfängt.

Danis Geschichte ist realistisch und humorvoll, und geht dabei sogar in die Tiefe, da durchaus ernste Themen aufgegriffen werden.
Am Ende hängt man zwar nicht in der Luft, dennoch hätte ich noch viel, viel länger Danis Geschichte verfolgen können. Elin Lindell hat mich total begeistert mit ihrem Erzähl- und Illustrationsstil und das Ende geht sogar ein bisschen ans Herz.
Ganz viel Liebe für diesen Comic!

Bewertung vom 30.03.2025
Thirteen Witches - Die Erinnerungsdiebin
Anderson, Jodi Lynn

Thirteen Witches - Die Erinnerungsdiebin


ausgezeichnet

Bereits der Einstieg in die Geschichte ist sehr schaurig. Zwei Hexen stehlen einer Frau im Krankenhaus ihr Neugeborenes.
Man stolpert über die Aussage, dass es im Gegensatz zur aktuellen Geburt immer Mädchen waren, die in diese Familie hineingeboren wurden. Im Anschluss erfährt man, dass das Baby kurz vor dem Diebstahl wohl ausgetauscht oder verwechselt wurde.
Danach macht die Geschichte einen großen zeitlichen Sprung und man liest von einem Mädchen, welches mit großer Sicherheit das damals verschonte Baby ist.
Rose lebt alleine mit ihrer Mutter, die ein seltsames Verhalten an den Tag legt. Sie scheint nichts für ihre Tochter zu empfinden und wirkt auch sonst sehr abwesend und frei von Gefühlen.
Schnell fragt man sich, was genau damals in diesem Krankenhaus passiert ist, warum es die Hexen ausgerechnet auf diese Familie abgesehen haben und ob auch das seltsame Verhalten von Roses Mutter darauf zurückzuführen ist ...

Mit dem Auftakt der Trilogie um die "Thirteen Witches" ist Jodi Lynn Anderson ein spannendes, gruseliges, aber auch gefühlsstarkes Abenteuer gelungen.
Mitnichten erzählt der Band "Die Erinnerungsdiebin" nur von Roses Bemühen das Geheimnis ihrer Familie zu lüften, sondern auch von einem Mädchen auf dem Weg vom Kindsein zum Erwachsenenwerden. Dies geht nicht nur damit einher, mehr Verantwortung übernehmen zu müssen, sondern auch mit den Veränderungen, die innerhalb von Freundschaften auftreten können. Nicht jede Freundschaft ist von Dauer, egal wie fest die Bande einmal gewesen sind. Es bedeutet Arbeit und braucht Kompromisse, um Freundschaften zu erhalten.
Das Hauptaugenmerk liegt jedoch definitiv auf dem magischen Erbe, das Rose innehat und dem sie selbst erst im Laufe der Geschichte gewahr wird.

Auf die Leser*innen wartet eine spannende Geschichte mit menschlichen, aber auch magischen und gespenstischen Protagonisten, was die Storyline sehr abwechslungsreich gestaltet.
Besonders gelungen sind die Tiefe der Geschichte, die Weisheiten, die man aus ihr mitnehmen kann, sowie die Vielschichtigkeit und Authentizität der Figuren.
Der Trilogieauftakt, obwohl bereits ab 11 Jahren deklariert, kann somit auch älteres Lesepublikum begeistern und in seinen Bann ziehen.

Bewertung vom 19.03.2025
Maggie Blue - Das Portal zur Düsterwelt
Goodall, Anna

Maggie Blue - Das Portal zur Düsterwelt


sehr gut

Maggie wohnt bei ihrer Tante in der kleinen Stadt West Minchen, da ihre Eltern sich getrennt haben und ihre Mutter in einer Klinik weilt.
In der Schule ist sie eine Außenseiterin und wird von einer beliebten Schülerin gemobbt, die eines Tages auf mysteriöse Weise in eine Parallelwelt entführt wird. Nur Maggie kann ihr helfen. Als sie ihr durch ein Portal in die Düsterwelt folgt, beginnt ein gefährliches Abenteuer.
Das Buch ist in drei Teile untergliedert.
Mir hat bereits der erste Teil der Geschichte gut gefallen, auch wenn sich die Spannung dort nur langsam aufbaut. Jedoch wird die Neugier am weiteren Verlauf permanent geschürt, da sich viele Fragen auftun. Warum ist Maggies Mutter an schweren Depressionen erkrankt? Was hat es mit der seltsamen Vertrauenslehrerin an ihrer Schule auf sich?
Etwas anstrengend hingegen empfand ich Maggies Verhalten gegenüber ihrer Mitschülerin Ida, von der sie gemobbt wird. Warum möchte man dennoch mit so jemandem befreundet sein?

Sobald die Handlung in der Düsterwelt spielt, zieht die Spannung permanent an und der Inhalt ist für ein Kinderbuch recht gruselig, eindeutig nichts für zartbesaitete Kinder!
Die fantastischen Figuren, die Anna Goodall erdacht hat, finde ich sehr abwechslungsreich, vielschichtig und selten eindeutig Gut oder Böse zuzuordnen. Dies passt wiederum perfekt zur Hauptfigur Maggie, da es in der Geschichte Andeutungen gibt, dass auch sie sowohl Gutes als auch Schlechtes bewirken könnte.
Von daher bin ich sehr neugierig, wie Maggies Geschichte in den Folgebänden weitererzählt wird, da sich um sie ein großes Geheimnis rankt und ich mir selbst am Ende dieses ersten Bandes noch unsicher bin, inwiefern auch ihre Familienmitglieder darin involviert sein könnten.
Sehr gut hat mir auch der tierische Begleiter gefallen, den die Autorin Maggie an die Seite gestellt hat, der sprechende, einäugige Kater Hoagy.

„Das Portal zur Düsterwelt“ ist wie der Titel es bereits sagt, ein wirklich düsterer Auftakt, der Leser*innen am Ende mit mehr Fragen als Antworten zurücklässt, sodass man kaum anders kann als dem nächsten Band entgegenzufiebern.

Bewertung vom 19.03.2025
Am Ende der Welt
Desnitskaya, Anna

Am Ende der Welt


ausgezeichnet

Letztes Jahr hat mich Anna Desnitskayas Buch „Ein Stern in der Fremde“ sehr berührt, deswegen stand für mich fest, dass ich auch ihr neues Buch „Am Ende der Welt“ lesen möchte.

Bei „Am Ende der Welt“ handelt es sich um ein Wendebilderbuch.
In der einen Hälfte erzählt es Veras Geschichte. Vera lebt in Russland an der Ostküste der Halbinsel Kamtschatka.
In der anderen Hälfte erzählt das Buch die Geschichte von Lucas, der in Chile lebt.
Die beiden leben zwar an unterschiedlichen Enden der Welt, sind sich aber ansonsten sehr ähnlich.
Sie lesen gerne und haben die gleiche Lieblingsbuchreihe, sammeln Schätze aus der Natur, haben eine Familie, die sie lieben, und Zukunftspläne.
Manchmal gehen sie abends an den Strand und schicken Morsezeichen übers Meer, ans andere Ende der Welt.

Auf den Vorsatzseiten der einen Buchhälfte lernt man das Morsealphabet kennen. Auf den Vorsatzseiten der anderen Buchhälfte sieht man eine stilisierte Weltkarte und die Distanz zwischen Kamtschatka und Chile.

Nachdem man die beiden Kinder in ihrer Heimat kennengelernt hat, kommt es zum nächtlichen Kontakt.
Der Autorin ist es in „Am Ende der Welt“ wieder einmal gelungen, Bilder mit nächtlichen Szenen in Licht einzutauchen, dies hatte mich bereits in „Ein Stern in der Fremde“ begeistert.
Der größte Clou gelingt ihr dieses Mal mit der Illustration in der Mitte des Buches, die den Wechsel und die Verbindung zwischen Veras und Lucas‘ Geschichte darstellt. Ein Boot inmitten der nächtlichen See, das dank Spiegelung im Wasser doppelt zu sehen ist und so als Illustration von Veras, aber auch von Lucas‘ Geschichte gelesen werden kann. Die Lichter ihrer beiden Taschenlampen treffen dort aufeinander.

Ein Kind ist ein Kind. Leider vergessen viele erwachsene Menschen, was uns verbindet, und dass Grenzen menschengemacht sind.
Egal, ob am östlichen oder westlichen Ende der Welt, Kinder wünschen sich letzten Endes nicht mehr als einen Freund, mit dem sie Interessen und Erinnerungen teilen können.
Ich wünsche mir noch viel mehr solche hoffnungsspendenden Bücher wie „Am Ende der Welt“ oder „Ein Stern in der Fremde“.