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Benutzername: 
ChemAngel
Wohnort: 
Karlsruhe

Bewertungen

Insgesamt 61 Bewertungen
Bewertung vom 25.01.2025
Verlassen / Mörderisches Island Bd.4
Ægisdóttir, Eva Björg

Verlassen / Mörderisches Island Bd.4


gut

Der vierte Band der Reihe führt in ein abgelegenes Hotel mitten in den Lavafeldern Islands, wo eine wohlhabende Familie ein großes Fest feiert. Doch die ausgelassene Stimmung kippt, als Geheimnisse ans Licht kommen und ein Mord geschieht. Die Handlung wechselt zwischen den Intrigen und Abgründen der Familie und den Ermittlungen eines Mordfalls in der Nähe. Durch die wechselnden Perspektiven, auch aus der Sicht einer Hotelangestellten, bekommt man tiefe Einblicke in die verkorksten Beziehungen der Figuren.

Die Atmosphäre ist richtig düster, was durch die isolierte Lage und einen Schneesturm noch verstärkt wird. Die Beschreibungen der isländischen Landschaft fand ich großartig, sie haben die Stimmung perfekt eingefangen. Allerdings gab es Momente, die etwas konstruiert wirkten, und es fiel mir schwer, bei den vielen Namen den Überblick zu behalten. Der extreme Fokus auf Alkohol und Drogen hat mich ebenfalls gestört, das war einfach zu viel. Trotzdem ist es ein spannender Krimi mit einigen Wendungen und einer starken Atmosphäre – auch wenn er für mich nicht ganz an die Vorgänger herankommt. Außerdem war ich etwas verwundert darüber, dass es sich um ein Prequel handelt.

Bewertung vom 28.12.2024
One Perfect Couple
Ware, Ruth

One Perfect Couple


gut

"One Perfect Couple" von Ruth Ware hat mich durchaus unterhalten, auch wenn es nicht voll überzeugen konnte. Die Geschichte dreht sich um Lyla, eine Virologin mit Karriereproblemen, und ihren Freund Nico, der seine große Chance als Schauspieler in einer Reality-Show wittert. Auf einer tropischen Insel treten sie mit anderen Paaren an – doch nach einem Sturm wird aus dem vermeintlichen Abenteuer ein Überlebenskampf.

Das Buch liest sich dank des lockeren Schreibstils und kurzer Kapitel sehr flüssig. Die Reality-TV-Atmosphäre wird gut eingefangen, und die Idee, wie Machtspiele und bröckelnde Fassaden in Extremsituationen zum Vorschein kommen, hat mir gefallen. Die Protagonistin Lyla ist sympathisch und nachvollziehbar, aber viele Nebenfiguren bleiben flach, was den emotionalen Tiefgang schmälert. Die Dynamik innerhalb der Gruppe ist spannend, auch wenn der Survival-Aspekt eher oberflächlich bleibt.

Was mich gestört hat: Einige Entscheidungen der Figuren wirkten unlogisch, und die Handlung zog sich an manchen Stellen. Zwar gibt es immer wieder Andeutungen, die neugierig machen, doch am Ende fehlt der große Wow-Effekt. Der Twist löst zwar offene Fragen, bleibt aber etwas zahm. Insgesamt ein unterhaltsamer, aber nicht überragender Thriller, der eine nette Lektüre für zwischendurch ist, aber nichts Neues bietet. 3 von 5 Sternen!

Bewertung vom 09.12.2024
Die Tochter der Drachenkrone
Qunaj, Sabrina

Die Tochter der Drachenkrone


ausgezeichnet

"Die Tochter der Drachenkrone" von Sabrina Qunaj hat mich von der ersten Seite an gepackt. Die Geschichte von Gwenllian, einer walisischen Fürstentochter, die für die Unabhängigkeit ihres Landes kämpft, ist einfach mitreißend. Von ihrer Jugend bis ins Erwachsenenalter begleitet man sie durch Machtkämpfe, Familienkonflikte und persönliche Opfer – und fiebert die ganze Zeit mit. Gwenllian ist eine beeindruckende Figur: stark, mutig und gleichzeitig so menschlich mit ihren Schwächen und Fehlern.

Der Schreibstil ist flüssig und lebendig, und die historischen Details machen die Geschichte richtig authentisch, ohne zu überfordern. Klar, die walisischen Namen sind ungewohnt, aber das hat der Spannung keinen Abbruch getan. Ich habe das Buch regelrecht verschlungen und konnte es kaum weglegen. Es ist ein großartiger Auftakt zu einer Reihe, der perfekt abgeschlossen ist, aber trotzdem Lust auf mehr macht. Für mich definitiv ein Highlight und ein Muss für Fans von historischen Romanen!

Bewertung vom 07.11.2024
Blutrotes Karma
Grangé, Jean-Christophe

Blutrotes Karma


ausgezeichnet

In „Blutrotes Karma“ von Jean-Christophe Grangé tauche ich tief in die turbulente Atmosphäre der Pariser Studentenunruhen von 1968 ein. Die spannende Geschichte beginnt mit dem grausamen Mord an Hervés Freundin Suzanne, deren Leiche in einer Yogapose aufgehängt gefunden wird. Zusammen mit seinem Halbbruder, dem Polizisten Jean-Louis, und der idealistischen Nicole, einer Freundin des Opfers, begibt sich Hervé auf die Suche nach dem Mörder. Diese Verfolgungsjagd führt sie nicht nur durch Paris, sondern auch bis nach Indien, wo sie in die spirituellen Praktiken einer geheimnisvollen Glaubensgemeinschaft eintauchen.

Grangé beeindruckt mich mit dichten, bildhaften Beschreibungen und einem packenden Plot, der historische und politische Kontexte geschickt miteinander verwebt. Während sie versuchen, das Rätsel zu lösen, müssen die Protagonisten sich auch existenziellen Fragen stellen. Der Roman ist nicht nur nervenaufreibend und blutig, sondern bietet auch tiefgreifende Einblicke in die religiöse und kulturelle Vielfalt Indiens. Ein absoluter Pageturner, den ich nicht aus der Hand legen konnte und wärmstens jeden Thriller Fan empfehlen kann!

Bewertung vom 14.10.2024
A Song to Drown Rivers
Liang, Ann

A Song to Drown Rivers


sehr gut

„A Song to Drown Rivers“ von Ann Liang hat mich durch sein kunstvolles Cover sofort neugierig gemacht, doch der Inhalt hinterlässt bei mir gemischte Eindrücke. Die Handlung dreht sich um Xishi, die als Spionin an den Hof der Wu-Dynastie geschickt wird, um ihrem Volk zu helfen. Der Einblick in die chinesische Mythologie ist faszinierend, doch die Erzählweise hätte an manchen Stellen mehr Tiefe verdient. Die Figuren, besonders Xishi, sind interessant, doch die Beziehung zu Fanli entwickelt sich zu schnell und bleibt emotional flach, was die Romantik weniger überzeugend macht. Auch die Fantasy-Elemente, die erst spät an Bedeutung gewinnen, hätten stärker in die Handlung integriert werden können. Die politische Spannung und die Ausbildung von Xishi hätten mehr Raum gebraucht, um voll zur Geltung zu kommen. Positiv bleibt jedoch der poetische Schreibstil, der an manchen Stellen regelrecht glänzt. Insgesamt bietet das Buch eine interessante Mischung aus historischen und fantastischen Elementen, bleibt aber hinter seinen Möglichkeiten zurück. Für Fans von leichter Romantasy mit kulturellem Hintergrund ist es dennoch lesenswert.

Bewertung vom 14.10.2024
Tee auf Windsor Castle
Parker, Claire

Tee auf Windsor Castle


sehr gut

Ich habe den Roman „Tee auf Windsor Castle“ von Claire Parker mit großer Freude gelesen. Die Geschichte beginnt mit Kate und ihrer Freundin Zaira, die an einer Führung durch Windsor Castle teilnehmen. Kate, die wenig von den Royals hält, muss während der Tour dringend die Toilette aufsuchen und verirrt sich in den verwinkelten Gängen des Schlosses. So landet sie zufällig in der Teeküche von Betty, einer älteren Dame, die ihr ganzes Leben im Schloss verbracht hat. Was als unerwartetes Treffen beginnt, entwickelt sich zu einer herzlichen Unterhaltung. Bei einer Tasse Tee tauschen sie ihre Lebensgeschichten aus und entdecken, wie unterschiedlich ihre Welten sind. Betty, die das Leben im Schloss kennt und Kate, die am Rande der Gesellschaft lebt, lernen voneinander, dass man das Leben oft aus verschiedenen Blickwinkeln sehen muss.

Die Geschichte ist nicht nur humorvoll und unterhaltsam, sondern auch nachdenklich. Es geht darum, dass Herkunft und Umstände das Leben prägen, und dass es wichtig ist, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Die Charaktere, insbesondere Kate und Betty, sind liebevoll und sympathisch gezeichnet. Ihre Dialoge, gespickt mit Witz und Tiefgang, machen die Geschichte besonders charmant.

Der Schreibstil ist flüssig und leicht, sodass sich das Buch ideal an einem Nachmittag, am besten mit einer Tasse Tee, genießen lässt. Die kurzen Kapitel und die lockere Erzählweise machen es zu einem kurzweiligen Lesevergnügen. Trotz seiner Kürze bietet der Roman einige tiefere Einblicke und eine überraschende Verschwörungstheorie, die zum Nachdenken anregt.

Alles in allem ist „Tee auf Windsor Castle“ eine herzerwärmende, humorvolle Geschichte, die perfekt zur Teatime passt und ein wunderbares Leseerlebnis bietet.

Bewertung vom 02.09.2024
Winterwölfe
Jones, Dan

Winterwölfe


sehr gut

Dan Jones zieht uns in „Winterwölfe“ wieder mitten ins 14. Jahrhundert, eine Zeit voller Krieg, Intrigen und roher Gewalt. Die Geschichte der Essex Dogs geht spannend weiter, und man merkt richtig, wie die Söldner nach der Schlacht bei Crécy völlig erschöpft sind. Trotz allem halten sie zusammen, während der englische König die Belagerung von Calais unerbittlich vorantreibt. Die ständigen Herausforderungen und moralischen Konflikte, mit denen die Charaktere konfrontiert werden, machen den Roman zu einer packenden Lektüre.

Jones gelingt es großartig, historische Ereignisse und fiktive Geschichten so zu verbinden, dass man die harte Realität des mittelalterlichen Kriegslebens förmlich spürt. Besonders eindrucksvoll ist, wie der Belagerungszustand beschrieben wird – nicht nur aus der Sicht der Soldaten, sondern auch der Zivilisten. Die Charaktere, wie der junge Bogenschütze Romford oder die flämische Söldnerin Hircent, werden lebendig und greifbar. Vor allem der mysteriöse Captain, der trotz seiner Verletzungen ums Überleben kämpft, bleibt einem im Gedächtnis.

Das Buch beeindruckt nicht nur mit historischen Details, sondern auch mit der intensiven Darstellung der harten Lebensbedingungen jener Zeit. Die packende Atmosphäre und die Einbettung der fiktiven Story in den historischen Kontext machen „Winterwölfe“ zu einem echten Highlight für alle, die das Mittelalter mögen. Und der Cliffhanger am Ende sorgt dafür, dass man den nächsten Band kaum erwarten kann.

Bewertung vom 31.08.2024
Die Gräfin
Nelles, Irma

Die Gräfin


ausgezeichnet

Das Buch hat mich echt gepackt. Es erzählt von sechs Tagen im Leben der geheimnisvollen Gräfin Diana von Reventlow-Criminil, die 1944 auf einer Hallig lebt. Dabei geht es weniger um eine actiongeladene Handlung, sondern vielmehr um die Stimmung, die auf dieser abgelegenen Insel herrscht. Die Beschreibungen der Nordsee, des Watts und des Lebens auf der Hallig sind so lebendig, dass ich mich direkt dorthin versetzt fühlte.

Der Schreibstil ist zwar manchmal anspruchsvoll, aber trotzdem gut lesbar. Die Autorin schafft es, zwischen den Zeilen so viel zu sagen, dass man regelrecht in die Geschichte hineingezogen wird. Die plattdeutschen Sätze, die hier und da eingestreut sind, bringen zusätzliches Flair, auch wenn sie nicht immer leicht zu entziffern sind.

Die Figuren sind richtig gut gezeichnet, besonders die Gräfin. Man spürt ihre innere Zerrissenheit und die Spannung, die durch den abgestürzten englischen Piloten entsteht. Obwohl es nicht viele dramatische Ereignisse gibt, bleibt die Geschichte spannend, weil so viel unter der Oberfläche brodelt. Das Buch lässt einen nicht mehr los und hallt noch lange nach, auch nachdem man die letzte Seite umgeschlagen hat. Es ist keine typische historische Erzählung, sondern eher ein leises, aber kraftvolles Stück Literatur, das in seiner Einfachheit echt beeindruckt.

Bewertung vom 30.06.2024
Das Baumhaus
Buck, Vera

Das Baumhaus


gut

„Das Baumhaus“ von Vera Buck verspricht einen idyllischen Urlaub in Schweden, der sich schnell in einen Albtraum verwandelt. Henrik und Nora reisen mit ihrem fünfjährigen Sohn Fynn in eine alte Ferienhütte. Doch der Urlaub wandelt sich in einen Horrortrip, als Fynn verschwindet und ein altes Kinderskelett im umliegenden Wald gefunden wird.

Die Erzählung erfolgt aus vier Perspektiven: Henrik, Nora, Rosa und einer mysteriösen vierten Person. Diese Vielzahl an Perspektiven macht es jedoch schwer, der Handlung zu folgen und Spannung aufzubauen. Die Charaktere sind detailliert beschrieben, bieten aber wenig Identifikationspotenzial. Besonders die Ermittlerin Rosa bleibt für mich undurchsichtig und wirkt durch ihre seltsamen Interessen wenig glaubwürdig.

Die Geschichte beginnt sehr langsam, was das Lesen mühsam macht. Erst als Fynn verschwindet, kommt Spannung auf. Doch gegen Ende überschlagen sich die Ereignisse, und die Handlung wirkt überkonstruiert. Die Zeitsprünge zwischen den Kapiteln verwirren zusätzlich und mindern das Lesevergnügen.

Obwohl die Atmosphäre düster und stimmig beschrieben ist, fehlt dem Thriller die notwendige Seele. Einige Ereignisse erscheinen unrealistisch und tragen wenig zur Gesamtspannung bei. Insbesondere die letzte Auflösung fühlt sich hastig und unbefriedigend an.

Insgesamt hinterlässt „Das Baumhaus“ einen zwiespältigen Eindruck. Das Potenzial der Grundidee wird nicht vollständig ausgeschöpft, und die Spannung verpufft schnell. Der Roman konnte mich letztlich nicht überzeugen, und ich habe mich oft nach einem schnellen Ende gesehnt.

Bewertung vom 11.06.2024
Seinetwegen
Del Buono, Zora

Seinetwegen


gut

In "Seinetwegen" von Zora del Buono verschmelzen emotionale Tiefe und informative Einblicke in einer vielschichtigen und teilweise autobiografischen Erzählung. Die Erkundung der persönlichen Suche nach dem Unfallverursacher des Vaters führt den Leser durch eine Mischung aus aneinander gereihten Anekdoten und sachlichen Fakten. Trotz der lebendigen Charaktere bleibt jedoch eine gewisse Distanz zur Handlung bestehen und die emotionale Verbundenheit, die dieses Thema abverlangt, ist bei mir nur bedingt aufgekommen. Der Wechsel zwischen persönlicher Geschichte und gesellschaftlichem Kontext macht das Lesen sowohl spannend als auch sprunghaft. Obwohl mir die emotionale Anbindung fehlte, fand ich die Vielfalt an Informationen interessant. Die Authentizität der Charaktere und die subtile Darstellung menschlicher Beziehungen machen das Buch zu einer durchaus lesenswerten, wenn auch bedingt überzeugenden Lektüre.