Benutzer
Benutzername: 
Tara
Wohnort: 
Ratingen

Bewertungen

Insgesamt 1490 Bewertungen
Bewertung vom 17.01.2026
Gross, Jessica Berger

Hazel sagt Nein


ausgezeichnet

Ein einziges Wort kann alles verändern

„Hazel sagt Nein!“ ist das Debüt der in Maine lebenden Autorin Jessica Berger Gross.

Die achtzehnjährige Hazel ist mit ihrer Familie aus Brooklyn in die Kleinstadt Maine gezogen, da ihr Vater Gus dort eine bessere Anstellung bekommen hat. Für Hazel beginnt dort das letzte Schuljahr bevor sie an eine Hochschule wechseln wird. Der erste Schultag wird für sie zu einem Alptraum. Der Schuldirektor ruft sie zu sich und verkündet ihr, dass er sich jedes Jahr eine Schülerin aussucht, mit der er Sex haben wird und in diesem Jahr Hazel gewählt hat. Ohne lange nachzudenken sagt Hazel “Nein“ und setzt damit eine Ereigniskette in Gang, die keiner voraussehen konnte.

Zunächst werden die Familienmitglieder der Familie Blum eingeführt. Neben Hazel und ihrem Vater gibt es noch ihre Mutter Claire und ihren elfjährigen Bruder Wolf. Wolf hat ADHS und ist hochsensibel, so dass er manchmal ein wenig anstrengend dargestellt wird, hat aber das Herz am rechten Fleck und hat sich damit im Verlauf der Handlung zu meinem Lieblingscharakter entwickelt.

Der Schreibstil von Jessica Berger Gross liest sich klar und flüssig. Trotz der vielen schwierigen Themen, die sie in ihrem Roman mit eingebracht hat, ist er humorvoll und angenehm leicht.

Insgesamt fand ich es sehr gut dargestellt, wie ein kurzer Moment das Leben von ganz vielen Menschen verändert. Zunächst das von Hazel, Gus, Claire und Wolf, dann das von der Familie des Schulleiters. Zwischenzeitlich haben sich die Ereignisse regelrecht überschlagen und es gab zahlreiche Wendungen, die ich so nicht vorhersehen konnte.

Thematisch hat die Autorin hier viel eingebracht, so dass am Ende leider nicht alle Themen ausgearbeitet wurden, sondern einiges im Sande verlaufen ist.
Abgesehen davon fand ich dieses Buch einfach großartig, da ich Hazel und ihren kleinen Bruder toll gezeichnet fand und die Grundbotschaft, „nein“ zu sagen, wenn es sich nicht gut anfühlt, gelungen transportiert wurde.

Insgesamt habe ich das Buch gerne gelesen, es ist gesellschaftskritisch und regt zum Nachdenken an.

Bewertung vom 17.01.2026
Boese, Cornelia

Henri-Jette-Sausebahn


ausgezeichnet

Einfach zauberhaft!

„Henri-Jette-Sausebahn“ ist ein zauberhaftes Kinderbuch der Autorin Cornelia Boese. Als Inspiration diente ihr „Henriette Bimmelbahn“ von James Krüss, der in diesem Jahr 100 Jahre geworden wäre.
Henri und Jette sind die Enkelinnen von Henriette. Genau wie in dem Buch von James Krüss sind die einzelnen Seiten flächendeckend und bunt illustriert. Die Farben leuchten und es gibt viele Details, so dass sich auf jeder Seite eine Menge entdecken lässt. Der Text besteht auch wieder aus kurzen, eingängigen Reimen, so dass es bestimmt nicht lange dauert, bis die kleinen Zuhörer sie mitsprechen können.
Die liebevoll gestalteten Zeichnungen der Illustratorin Pina Gertenbach wirken runder und moderner als die im Original und dennoch wird jeder den Klassiker, der von Lisl Stich illustriert wurde, wiedererkennen.
Für mich lebt mit diesem Buch ein Stück Kindheit wieder auf. Mit den beiden Enkelinnen von Henriette hat Cornelia Boese eine zauberhafte Geschichte gelungen weitergeführt, so dass ich hier gerne mehr als 5 Sterne vergeben würde.

Bewertung vom 17.01.2026
Kalpenstein, Friedrich

Prost, auf den Doktor


ausgezeichnet

Ein amüsanter & spannender Provinzkrimi mit viel Lokalkolorit
"Prost, auf den Doktor" ist bereits der elfte Provinzkrimi mit Hauptkommissar Constantin Tischler des Autors Friedrich Kalpenstein. Die Fälle sind in sich abgeschlossen, von daher lassen sich die Bücher ohne Verständnisprobleme unabhängig voneinander lesen. Es lohnt sich aber durchaus die Entwicklung der Protagonisten - des Hauptkommissars Tischlers und von Polizeiobermeister Fink - von Anfang an zu verfolgen.
Auch dieses Mal findet die Handlung in Brunngries im Chiemgau statt. Dort gibt es ein Motorradtreffen, an dem auch der Arzt Sebastian Burgegger teilnimmt. Für ihn ist es das letzte gewesen, da er am nächsten Morgen tot in seinem Zimmer im örtlichen Gasthaus aufgefunden wird. Tischler und Fink beginnen zu ermitteln.
Der Schreibstil des Autors macht einfach Spaß. Seine Dialoge sind lebendig und haben mich immer wieder zum Lachen gebracht.
Die Kapitel sind kurz und haben aussagekräftige Überschriften, die mich stets neugierig gemacht haben.
Ich habe bis zum Schluß mitgerätselt was vorgefallen ist und wer hinter dem Mord steckt. Durch zahlreiche Wendungen war ich immer wieder auf der falschen Spur.
Ein kleines Highlight ist für mich in diesen Büchern immer das Auftauchen der Dackeldame Resi. Dieses Mal hat sie sich leider ein wenig rar gemacht und ich hoffe, dass sie im nächsten Fall wieder mehr mitmischt.
Mir gefällt die Mischung aus Humor, Spannung und Lokalkolorit sehr und ich freue mich schon jetzt auf die nächste literarische Reise nach Brunngries.

Bewertung vom 17.01.2026
Kim, Jee-Hye

Yu-jins Bücherküche der großen Träume


sehr gut

Über Bücher, Menschen und das Leben

“Yu-jins Bücherküche der großen Träume” ist das gelungene Debüt der Autorin Jee-Hye Kim.

Yu-jin möchte sich in ihrem Leben neu orientieren und will das Großstadtleben in Seoul hinter sich lassen. Sie entscheidet ein Buchcafe in dem kleinen Dorf Soyangri zu eröffnen. Dort möchte sie Bücher empfehlen, so wie in einem Restaurant Speisen empfohlen werden. Deswegen entscheidet sie sich für den Namen „Soyangri Bücherküche“. Dort wird sie nun von ganz unterschiedlichen Menschen aufgesucht, von denen jeder für sich sein Päckchen zu tragen.

Der Schreibstil der Autorin ist ruhig und steckt voller Details, so dass ich schnell ein gutes Bild der Bücherküche vor Augen hatte.
Jedes der Kapitel stellt eine andere Person mit ihrem Problem in den Mittelpunkt und ich war ein wenig überrascht, dass Yu-Jin keine so wichtige Rolle mehr spielt. Es geht viel mehr um die einzelnen Charaktere die an einem Punkt im Leben angekommen sind, an dem sie nicht weiterkommen. Bei Yu-Jin können sie neue Kraft tanken, neue Perspektiven entdecken und neue Bekanntschaften machen.
Das Setting gefiel mir hier richtig gut und es dient mit Yu-Jin und ihren Mitarbeiter*innen als Rahmen für die einzelnen Charaktere, die in der Bücherküche auftauchen. Im Grunde sind es kurze Geschichten, die zum Nachdenken anregen und berühren.

Schön fand ich die beiden Epiloge, da sie Geschichte von zwei Charakteren nochmals gelungen abrunden.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Es eignet sich für ruhige Lesestunden, um das Leben zu überdenken und die Atmosphäre der Bücherküche zu genießen.

Bewertung vom 13.01.2026
Ziebula, Thomas

Waldmann


ausgezeichnet

Spannender Auftakt einer neuen Krimireihe

„Waldmann: Flucht in den Tod“ ist ein fesselnder Auftakt einer neuen Krimireihe des Autors Thomas Ziebula mit dem Kommissar Thomas Waldmann.

Die Handlung startet mit einer verstörenden Situation im Jahr 2016, in der Hannes Waldmann seine Frau Maria in Lagos verliert. Dieser Verlust hat Spuren hinterlassen, so dass Waldmann eine Auszeit benötigt.
Im Anschluss geht es im Jahr 2022 weiter.
Kommissar Hannes Waldmann kehrt in den Dienst der Bonner Mordkommission zurück.
Er soll den Mord an einem Lokalpolitiker in einem Bordell aufklären.
Gleichzeitig recherchiert die Journalistin Pia Luninger über Frauenhandel und Zwangsprostitution. Sie wendet sich an Waldmann, dem das Schicksal der Frauen aufgrund seiner eigenen Vergangenheit sehr nahe geht.

Der Schreibstil von Thomas Ziebula ist lebendig und fesselnd. Nachdem ich einmal angefangen hatte zu lesen, wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die Kapitel sind kurz - 63 auf 448 Seiten. Das sorgt durch wechselnde Perspektiven für einen enormen Sog, da sich immer schnell noch ein weiteres Kapitel lesen lässt.

Thematisch ist das Buch leider sehr aktuell, da es um Menschenhandel, Prostitution, ukrainische Flüchtlinge und Ausbeutung geht.
Es ist aber nicht allein der Kriminalfall, der mich hier gefesselt hat. Vielmehr waren es die interessanten und vielschichtigen Charaktere. Dabei hat mir der Kommissar ebenso gut gefallen wie sein Therapeut oder die engagierte Journalistin. Hier steht jeder für sich. Der Autor zeichnet seine Figuren facettenreich, menschlich und authentisch.

An Spannung wird hier nicht gespart und wer temporeiche Kriminalromane mit authentischer Handlung, aktueller Thematik und interessanten Charakteren mag, liegt mit diesem Buch richtig.
Ich bin jedenfalls schon gespannt auf den nächsten Fall mit Hannes Waldmann.

Bewertung vom 10.01.2026
Riedel, Sabine

Ein Pakt aus Asche und Blut


ausgezeichnet

Ein spannender & mystischer historischer Roman

„Ein Pakt aus Asche und Blut“ ist ein spannender und mystischer Roman der Autorin Sabine Riedel.

Die Handlung beginnt in der Gegenwart. Der Feuerwehrmann Mark hat einem Einsatz bei einem heftigen Waldbrand in Ratingen, bei dem er spürt, dass eine fremde Macht auf ihn übergreift.
Im Anschluss gibt es einen Zeitsprung in die Vergangenheit und es folgen Ereignisse, die bereits mehr als 500 Jahre zurückliegen. Zu dieser Zeit kämpft die Heilerin Helene um das Leben ihrer Schwester Anna, die der Ketzerei bezichtigt wird. Um sie zu retten, lässt sie sich auf einen teuflischen Pakt ein, der die Jahrhunderte überdauert.

Der Handlungsort ist zum größten Teil in Ratingen, womit das Buch für mich ein direktes Heimspiel war. Ich bin in Ratingen aufgewachsen, kenne den Wald und die Umgebung. Von daher habe ich die Erwähnungen und Ortsbeschreibungen geliebt und mir war klar, dass auch die Autorin sich hier gut auskennen muss.
Durch den permanenten Wechsel zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit lesen sich die Ereignisse spannend und ich war gespannt wie sich die beiden Zeitebenen miteinander verknüpfen lassen.
Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, jeder hat seine eigene Geschichte, lebt und handelt in seinem eigenem Tempo. Auch die düstere Atmosphäre, die sich durch die Handlung zieht, kam direkt bei mir an.
Schön ist auch die optische Gestaltung des Buches, da durch diese, die Kapitel der Vergangenheit von denen in der Gegenwart abgehoben wurden.

Ich habe das Buch ausgesprochen gerne gelesen, kann es allerdings keinem Genre zuordnen. Es ist spannend, historisch, mystisch und fantastisch zugleich. Wer solch einen Genremix mag, dem wird das Buch bestimmt gefallen und wer in Ratingen wohnt, kann eine neue Seite seiner Heimat kennenlernen.

Bewertung vom 02.01.2026
Nesbø, Jo

Minnesota


ausgezeichnet

Menschliche Abgründe

„Minnesota“ ist ein spannender Kriminalroman und der erste Band mit dem Ermittler Bob Oz des norwegischen Autors Jo Nesbø.

Die Handlung beginnt 2022 in Minnesota. Der Autor Holger Rudi ist aus Oslo nach Minnesota gereist, um über Morde aus dem Jahr 2016 zu recherchieren. Er möchte einen True-Crime-Roman herauszubringen und begibt sich dafür auf Spurensuche.
Im Anschluß gibt es einen Zeitsprung in das Jahr 2016, in der der größte Teil der Handlung spielt und wir Bob Oz kennenlernen.
Bob Oz ist ein genialer Ermittler, allerdings menschlich ein ziemliches Wrack. Es fällt ihm schwer seine Emotionen in Zaum zu halten und sich an Regeln zu halten. Nach tragischen privaten Verlusten ist seine Arbeit zu seinem Lebensinhalt geworden.

Die Handlung ist gut mit dem aktuellen Zeitgeschehen verwoben und Jo Nesbø lässt gesellschaftspolitische Ereignisse geschickt mit einfließen.

Die Kapitel sind sehr kurz - auf gerade einmal 416 Seiten sind es 55 Stück - und tragen Überschriften, die neugierig machen. Die Perspektiven wechseln, so dass beim Lesen ein wenig Konzentration erforderlich ist. Gleichzeitig ist die Story so genial, dass man gar nicht von ihr abschweifen kann. Meine Gedanken waren dermaßen gefesselt, dass ich beim Lesen die Zeit total vergessen habe. Die Handlung war für mich nicht vorhersehbar und dennoch sind die Ereignisse in sich absolut stimmig und schlüssig.

Nach seinen Harry-Hole-Fällen hat der Autor hier wieder einen ausgesprochen interessanten Protagonisten erschaffen, wobei der Täter der Verbrechen ihm in nichts nachsteht.

Ich fand das Buch großartig, da ich gerne in menschliche Abgründe schaue und das Gänsehautfeeling, das während des Lesens eines guten Kriminalromans entsteht, liebe. Für schwache Nerven ist das Buch allerdings nichts. Aber Liebhabern von Thrillern und Krimis kann ich es durchaus empfehlen.

Bewertung vom 02.01.2026
Suchanek, Andreas

Der Tod wischt mit / Tilly Blich ermittelt Bd.2


ausgezeichnet

Spannender und amüsanter Cosy-Crime

„Der Tod wischt mit“ ist der zweite Band aus der Reihe „Ein Fall für Tilly Blich“ des Autors Andreas Suchanek. Die Fälle können unabhängig voneinander gelesen werden, aber ich würde die Reihenfolge einhalten, da es Spaß macht, die Entwicklung der Charaktere zu verfolgen.

Tilly Blich hat sich mit einer Reinigungsfirma „Plitz und Blank“ in Untertannbach selbstständig gemacht. Ihr neuster Auftrag ist die Reinigung der Schule von Untertannbach. In der Sporthalle stolpert sie direkt über eine Leiche und steht damit vor ihrem nächsten Fall. Wieder ist Kriminalhauptkommissar Stubs zuständig, mit dem Tilly schon bei ihrem ersten Fall aneinandergeraten ist und wieder beginnt Tilly zu ermitteln.

Es geht direkt sehr lebendig und spannend los, so dass ich schon nach wenigen Seiten mitten im Geschehen war. Der Schreibstil von Andreas Suchanek liest sich locker und leicht, dadurch bin ich nur so durch die Seiten durchgeflogen.

Mit Tilly hat er eine sehr liebenswerte und sympathische Protagonistin erschaffen. Sie ist schlagfertig, weiß was sie will, und hat das Herz am rechten Fleck. Auch die anderen Charaktere werden gut beschrieben. Jeder hat etwas Besonderes und hebt sich ab. Natürlich ist auch wieder der Basset Muffin mit dabei, der für jede Menge Chaos und Lacher sorgt.

Die Auflösung konnte ich nicht vorhersehen und hatte Spaß beim Rätseln. Letztendlich war sie stimmig und passend. Für mich war es genau die richtige Kombination aus Spannung und Humor.

Mich haben die Ereignisse in Untertannbach bestens unterhalten und ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Einsatz von Tilly, ihrem Team und Muffin.

Bewertung vom 30.12.2025
Hoersch, Judith

Niemands Töchter


ausgezeichnet

Über Herkunft & Identität

„Niemands Töchter“ ist das Debüt der in Berlin lebenden Drehbuch-und Romanautorin Judith Hoersch.
Im Vordergrund der Handlung stehen Alma, Gabriele, Isabell und Marie. Vier Frauen, von denen jede aus ihrer Sicht über ihr Leben berichtet. Sie leben in unterschiedlichen Jahrzehnten und Handlungsorte sind Berlin und die Eifel. Jede der Frauen hat ihr eigenes Leben und geht ihren eignen Weg. Ihre Leben sind voll von Konflikten.
Alma wächst in den 1980er Jahren bei ihrer Mutter Gabriele in der Eifel auf und Isabell bei ihrer Mutter in Berlin. 40 Jahre später suchen Alma und Marie nach ihrer Herkunft. Beide spüren eine innere Leere, die sie füllen möchten.
Das Buch ist angenehm geschrieben, aber trotzdem nicht unbedingt leicht zu lesen, da durch die vielen Zeitwechsel ein wenig Konzentration erforderlich ist. Dadurch hatte ich zunächst Schwierigkeiten in die Handlung hineinzukommen, da mir die Zusammenhänge zwischen den unterschiedlichen Lebenswegen fehlten und die Ereignisse nicht chronologisch berichtet werden. Letztendlich ging es aber gar darum, sondern um die Suche nach der eigenen Identität, der Herkunft, den unterschiedlichen Beziehungen zwischen Müttern und Töchtern und welchen Einfluß diese auf den weiteren Verlauf des Lebens haben.
Die Charaktere werden facettenreich beschrieben. Sie wirken authentisch, da sie nicht perfekt sind, Geheimnisse haben, an sich zweifeln und verletzlich sind. Ihre Entwicklung wird anschaulich und nachvollziehbar dargestellt.
Es ist ein Roman, der zum Nachdenken anregt und deutlich macht, wie sich die Vergangenheit auf die Gegenwart auswirken kann. Ich habe ihn gerne gelesen und er wird mich noch einige Zeit im Gedächtnis bleiben.

Bewertung vom 29.12.2025
Blake, Matthew

Sophie L.


sehr gut

Fesselnd und brillant geschrieben

„Sopie L.“ ist nach „Anna O.“ der zweite Thriller des Autors Matthew Blake, mit dem er mich ebenso gefesselt hat wie mit seinem ersten Buch.

Die Gedächtnisexpertin Olivia Finn lebt mit ihrem Sohn in London. Als sie einen Anruf aus Paris erhält, dass ihre Großmutter Josephine verwirrt, unter einem ihrer Bilder in einem Hotel auftaucht, behauptet Sophie zu heißen und dort einen Mord gesteht, macht sich Olivia umgehend auf den Weg.

Der Schreibstil von Matthew Blake liest sich leicht und angenehm. Die Handlung wird in großen Teilen aus der Ich-Perspektive von Olivia erzählt, wechselt aber auch immer wieder in die Vergangenheit in das Jahr 1945. In diesen Rückblenden geht es um Josephine und Sophie. Durch die kurzen Kapitel - 92 auf 384 Seiten - entsteht ein richtiger Lesesog.

Die Anzahl der Charaktere ist recht hoch. Leider bleiben diese zum Teil recht blass und ich konnte lange keine Zusammenhänge erkennen. Dennoch hat mich der Roman gefesselt, da der Autor abwechslungsreich schreibt und auf unbequeme, historische Themen eingeht.

Ein wenig enttäuscht hat mich, dass es nur wenig Hintergrundinformationen zu den bereits im Klappentext angesprochenen verlorenen Erinnerungen gibt. Da wäre - in Kombination mit Olivias Beruf als Gedächtnisexpertin - mehr möglich gewesen.
Trotz dieses kleinen Kritikpunktes habe ich auch dieses Buch von Matthew Blake wieder innerhalb kurzer Zeit gelesen und bin gespannt auf weitere Werke des Autors.