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Tara
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Ratingen

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Insgesamt 1484 Bewertungen
Bewertung vom 02.01.2026
Nesbø, Jo

Minnesota


ausgezeichnet

Menschliche Abgründe

„Minnesota“ ist ein spannender Kriminalroman und der erste Band mit dem Ermittler Bob Oz des norwegischen Autors Jo Nesbø.

Die Handlung beginnt 2022 in Minnesota. Der Autor Holger Rudi ist aus Oslo nach Minnesota gereist, um über Morde aus dem Jahr 2016 zu recherchieren. Er möchte einen True-Crime-Roman herauszubringen und begibt sich dafür auf Spurensuche.
Im Anschluß gibt es einen Zeitsprung in das Jahr 2016, in der der größte Teil der Handlung spielt und wir Bob Oz kennenlernen.
Bob Oz ist ein genialer Ermittler, allerdings menschlich ein ziemliches Wrack. Es fällt ihm schwer seine Emotionen in Zaum zu halten und sich an Regeln zu halten. Nach tragischen privaten Verlusten ist seine Arbeit zu seinem Lebensinhalt geworden.

Die Handlung ist gut mit dem aktuellen Zeitgeschehen verwoben und Jo Nesbø lässt gesellschaftspolitische Ereignisse geschickt mit einfließen.

Die Kapitel sind sehr kurz - auf gerade einmal 416 Seiten sind es 55 Stück - und tragen Überschriften, die neugierig machen. Die Perspektiven wechseln, so dass beim Lesen ein wenig Konzentration erforderlich ist. Gleichzeitig ist die Story so genial, dass man gar nicht von ihr abschweifen kann. Meine Gedanken waren dermaßen gefesselt, dass ich beim Lesen die Zeit total vergessen habe. Die Handlung war für mich nicht vorhersehbar und dennoch sind die Ereignisse in sich absolut stimmig und schlüssig.

Nach seinen Harry-Hole-Fällen hat der Autor hier wieder einen ausgesprochen interessanten Protagonisten erschaffen, wobei der Täter der Verbrechen ihm in nichts nachsteht.

Ich fand das Buch großartig, da ich gerne in menschliche Abgründe schaue und das Gänsehautfeeling, das während des Lesens eines guten Kriminalromans entsteht, liebe. Für schwache Nerven ist das Buch allerdings nichts. Aber Liebhabern von Thrillern und Krimis kann ich es durchaus empfehlen.

Bewertung vom 02.01.2026
Suchanek, Andreas

Der Tod wischt mit / Tilly Blich ermittelt Bd.2


ausgezeichnet

Spannender und amüsanter Cosy-Crime

„Der Tod wischt mit“ ist der zweite Band aus der Reihe „Ein Fall für Tilly Blich“ des Autors Andreas Suchanek. Die Fälle können unabhängig voneinander gelesen werden, aber ich würde die Reihenfolge einhalten, da es Spaß macht, die Entwicklung der Charaktere zu verfolgen.

Tilly Blich hat sich mit einer Reinigungsfirma „Plitz und Blank“ in Untertannbach selbstständig gemacht. Ihr neuster Auftrag ist die Reinigung der Schule von Untertannbach. In der Sporthalle stolpert sie direkt über eine Leiche und steht damit vor ihrem nächsten Fall. Wieder ist Kriminalhauptkommissar Stubs zuständig, mit dem Tilly schon bei ihrem ersten Fall aneinandergeraten ist und wieder beginnt Tilly zu ermitteln.

Es geht direkt sehr lebendig und spannend los, so dass ich schon nach wenigen Seiten mitten im Geschehen war. Der Schreibstil von Andreas Suchanek liest sich locker und leicht, dadurch bin ich nur so durch die Seiten durchgeflogen.

Mit Tilly hat er eine sehr liebenswerte und sympathische Protagonistin erschaffen. Sie ist schlagfertig, weiß was sie will, und hat das Herz am rechten Fleck. Auch die anderen Charaktere werden gut beschrieben. Jeder hat etwas Besonderes und hebt sich ab. Natürlich ist auch wieder der Basset Muffin mit dabei, der für jede Menge Chaos und Lacher sorgt.

Die Auflösung konnte ich nicht vorhersehen und hatte Spaß beim Rätseln. Letztendlich war sie stimmig und passend. Für mich war es genau die richtige Kombination aus Spannung und Humor.

Mich haben die Ereignisse in Untertannbach bestens unterhalten und ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Einsatz von Tilly, ihrem Team und Muffin.

Bewertung vom 30.12.2025
Hoersch, Judith

Niemands Töchter


ausgezeichnet

Über Herkunft & Identität

„Niemands Töchter“ ist das Debüt der in Berlin lebenden Drehbuch-und Romanautorin Judith Hoersch.
Im Vordergrund der Handlung stehen Alma, Gabriele, Isabell und Marie. Vier Frauen, von denen jede aus ihrer Sicht über ihr Leben berichtet. Sie leben in unterschiedlichen Jahrzehnten und Handlungsorte sind Berlin und die Eifel. Jede der Frauen hat ihr eigenes Leben und geht ihren eignen Weg. Ihre Leben sind voll von Konflikten.
Alma wächst in den 1980er Jahren bei ihrer Mutter Gabriele in der Eifel auf und Isabell bei ihrer Mutter in Berlin. 40 Jahre später suchen Alma und Marie nach ihrer Herkunft. Beide spüren eine innere Leere, die sie füllen möchten.
Das Buch ist angenehm geschrieben, aber trotzdem nicht unbedingt leicht zu lesen, da durch die vielen Zeitwechsel ein wenig Konzentration erforderlich ist. Dadurch hatte ich zunächst Schwierigkeiten in die Handlung hineinzukommen, da mir die Zusammenhänge zwischen den unterschiedlichen Lebenswegen fehlten und die Ereignisse nicht chronologisch berichtet werden. Letztendlich ging es aber gar darum, sondern um die Suche nach der eigenen Identität, der Herkunft, den unterschiedlichen Beziehungen zwischen Müttern und Töchtern und welchen Einfluß diese auf den weiteren Verlauf des Lebens haben.
Die Charaktere werden facettenreich beschrieben. Sie wirken authentisch, da sie nicht perfekt sind, Geheimnisse haben, an sich zweifeln und verletzlich sind. Ihre Entwicklung wird anschaulich und nachvollziehbar dargestellt.
Es ist ein Roman, der zum Nachdenken anregt und deutlich macht, wie sich die Vergangenheit auf die Gegenwart auswirken kann. Ich habe ihn gerne gelesen und er wird mich noch einige Zeit im Gedächtnis bleiben.

Bewertung vom 29.12.2025
Blake, Matthew

Sophie L.


sehr gut

Fesselnd und brillant geschrieben

„Sopie L.“ ist nach „Anna O.“ der zweite Thriller des Autors Matthew Blake, mit dem er mich ebenso gefesselt hat wie mit seinem ersten Buch.

Die Gedächtnisexpertin Olivia Finn lebt mit ihrem Sohn in London. Als sie einen Anruf aus Paris erhält, dass ihre Großmutter Josephine verwirrt, unter einem ihrer Bilder in einem Hotel auftaucht, behauptet Sophie zu heißen und dort einen Mord gesteht, macht sich Olivia umgehend auf den Weg.

Der Schreibstil von Matthew Blake liest sich leicht und angenehm. Die Handlung wird in großen Teilen aus der Ich-Perspektive von Olivia erzählt, wechselt aber auch immer wieder in die Vergangenheit in das Jahr 1945. In diesen Rückblenden geht es um Josephine und Sophie. Durch die kurzen Kapitel - 92 auf 384 Seiten - entsteht ein richtiger Lesesog.

Die Anzahl der Charaktere ist recht hoch. Leider bleiben diese zum Teil recht blass und ich konnte lange keine Zusammenhänge erkennen. Dennoch hat mich der Roman gefesselt, da der Autor abwechslungsreich schreibt und auf unbequeme, historische Themen eingeht.

Ein wenig enttäuscht hat mich, dass es nur wenig Hintergrundinformationen zu den bereits im Klappentext angesprochenen verlorenen Erinnerungen gibt. Da wäre - in Kombination mit Olivias Beruf als Gedächtnisexpertin - mehr möglich gewesen.
Trotz dieses kleinen Kritikpunktes habe ich auch dieses Buch von Matthew Blake wieder innerhalb kurzer Zeit gelesen und bin gespannt auf weitere Werke des Autors.

Bewertung vom 25.12.2025
Korten, Astrid

REBECCA - Schatten über Buchan Manor (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Düster, atmosphärisch & fesselnd

„Rebecca - Schatten über Buchan Manor“ ist ein fesselnder Psychothriller der Autorin Astrid Korten.

Handlungsort ist Buchan Manor, ein altes Schloss an der Küste Schottlands. Nach einem brutalem Überfall ziehen Die Psychologin und Bestsellerautorin Fiona Ross und ihr Mann Callum in dieses Schloss - das ein Erbe von Callums Familie ist. Von Anfang an hat Fiona das Gefühl, dass das Haus ihr etwas zuflüstert, zwei Namen: Maisie und Rebecca, zwei Frauen, die vor über 100 Jahren auf Buchan Manor gelebt haben. Ein alter Zeitungsartikel über Rebecca veranlasst Fiona Nachforschungen anzustellen, obwohl es Callum lieber wäre, wenn sie die Vergangenheit ruhen ließe.

Die Ereignisse werden im Wechsel aus der Vergangenheit - zu Beginn des 20. Jahrhunderts - und der Gegenwart aus der Ich-Perspektive von Maisie und Fiona erzählt. Beide Zeitebenen haben mich durch den eindringlichen, atmosphärischen Schreibstil gleichermaßen gefesselt. Bei mir hat sich ein richtiges Gänsehautfeeling eingestellt.
Durch die zahlreichen Wendungen und die kurzen Kapitel - 77 Kapitel auf 314 Seiten - entstand beim Lesen ein richtiger Sog. Es war mir fast unmöglich das Buch aus der Hand zu legen. Ich musste unbedingt erfahren, was in der Vergangenheit vorgefallen war und wollte wissen, warum Callum möchte, dass Fiona die Vergangenheit auf sich beruhen lässt.
Was hier zu Tage kommt und welche Geheimnisse verborgen wurden, ist einfach unglaublich. Die Charaktere sind sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart lebendig gezeichnet und gut ausgearbeitet.

Für mich war dieses Buch ein großartiges Leseerlebnis. Wer gute Nerven hat, eine düstere Stimmung und Spannung mag, dem kann ich diesen Roman nur empfehlen. Ich bin auch nach diesem Buch wieder einmal sehr gespannt, was Astrid Korten als nächstes veröffentlicht.

Bewertung vom 23.12.2025
Stadler, Eva;Ingala, Jutta M.;Lammert, Andrea

KUNTH Konnichiwa Japan


ausgezeichnet

Die Vielfalt Japans - sehr inspirierend

„Konnichiwa Japan: Echte Herzensorte zwischen Manga und Matcha“ ist ein vielfältiger und inspirierender Bildband der Autorinnen Eva Stadler, Jutta M. Ingala und Andrea Lammert.

Auf meiner Reisewunschliste steht Japan ganz weit oben und mit diesem Bildband konnte ich auf eine wunderbare Art und Weise in die Welt meines Sehnsuchtsziels eintauchen.

Japan ist ein kontrastreiches Land und genau das spiegelt sich hier wider.
Schon das kunstvoll gestaltete Cover und die Kirschblüten im Innencover machen Lust auf mehr und wirken in sich wunderbar stimmig.
Die Informationen sind nach Gebieten von Nord nach Süd - von Hokkaido bis Okinawa - unterteilt. Die ausgesuchten Orte wecken Reiselust.
Neben atmosphärischen Bildern, die die Stimmung vor Ort gelungen einfangen, gibt es zahlreiche Informationen über das Land, die Menschen, Traditionen, Kulinarik und vieles mehr.
Die zahlreichen Fotos sind bunt und lebendig, sie fangen das Leben vor Ort direkt ein und machen Lust auf mehr.

Zusätzlich gibt es Informationen zu Herzensdingen, die so ziemlich jeder von Japan kennt und liebt. Diese Informationen zu den für uns typisch japanischen Dingen fand ich sehr aufschlussreich und interessant.

Wer einzigartige Fotografien liebt, sich gerne in fremde Länder träumt oder einen Urlaub plant, den dürfte dieser besondere Bildband begeistern.

Bewertung vom 20.12.2025
Herron, Mick

Down Cemetery Road


sehr gut

Spannende Unterhaltung mit tollen Protagonistinnen

„Down Cemetery Road“ ist der erste Band des in Oxford lebenden Autors Mick Herron mit den Protagonistinnen Zoë Boehm und Sarah Tucker. Die Handlung hat er in seiner Heimat Oxford angesiedelt.

Sarah Tucker lebt mit ihrem Mann Mark in einem ruhigen Vorort von Oxford. Als Hausfrau ist Sarah für den reibungslosen Ablauf ihrer Dinnerpartys zuständig und hat mit der Einladung ihrer Gäste für eine explosive Mischung gesorgt. Das ist allerdings nicht das einzige, was an diesem Abend explosiv ist. In der Nachbarschaft kommt es zu einer Gasexplosion, bei der zwei Menschen ums Leben kommen und lediglich ein kleines Kind - Dinah - durch einen glücklichen Zufall überlebt. Als Sarah das Mädchen im Krankenhaus besuchen möchte, ist es verschwunden. Sarah will Antworten und wendet sich an einen Privatermittler wodurch sie in der Folge auf Zoë Boehm stößt.

Der Schreibstil von Mick Herron liest sich leicht und flüssig. Dennoch dauert es bis es erste Zusammenhänge gibt, da sie Schauplätze immer wieder wechseln und eine recht große Anzahl an Charakteren eingeführt wird.

Die zahlreiche Dialoge machen die Handlung lebendig und durch den schwarzen Humor des Autors habe ich beim Lesen permanent vor mich hingegrinst. Bis sich Spannung aufbaut und auch bis Zoë Boehm auftaucht, dauert es allerdings ein wenig länger.

Sarah und Zoë sind zwei sehr kontrastreiche Protagonistinnen. Während Sarah zunächst eine etwas planlose, gelangweilte Hausfrau ist, die unter den antiquierten Ansichten ihres Manns Mark leidet, ist Zoë hartnäckig und ein wenig eigenwillig. Beide sind keineswegs perfekt und wirken dadurch authentisch.

Das Buch ist weniger ein Thriller, sondern eher ein komplexer Spannungsroman, den ich gerne gelesen habe und der mich nun gespannt auf die Fortsetzung warten lässt.

Bewertung vom 19.12.2025
Lane, Soraya

Die verlassene Tochter / Die verlorenen Töchter Bd.6


ausgezeichnet

Spannend, emotional & herzzerreißend

„Die verlassene Tochter“ ist bereits der sechste Band der Familiengeheimnis-Saga der in Neuseeland lebenden Autorin Soraya Lane. Die Handlung ist jedes Mal in sich abgeschlossen und es ist nicht notwendig die anderen Bände vorab zu lesen.

In 32 kurzen Kapitel, die zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart wechseln, erzählt die Autorin auch dieses Mal wieder zwei Liebesgeschichten.

Die Gegenwart beginnt in London. Die Anwältin Rose hat im letzten Jahr sowohl ihre Mutter als auch ihre Großmutter verloren. Zudem hat sie sich von ihrem Freund getrennt und kommt sich ziemlich verloren vor. Als sie vollkommen überraschend erfährt, dass sie von ihrer Mutter ein Gut in Argentinien geerbt hat, hält sie nichts und sie macht sich mutig auf den Weg.

Die Vergangenheit führt nach Argentinien in die 1930er Jahre und es dreht sich alles um die 17-jährige Valentina, deren Vater eine große Ranch besitzt.

Soraya Lanes Schreibstil liest sich leicht und flüssig. Sie versteht es Gefühle lebendig werden zu lassen, beschreibt ihre Charaktere authentisch und sympathisch. Ich habe sowohl mit Rose als auch mit Valentina sehr gelitten und immer gehofft, dass sich für sie alles zum Guten wendet.

Der stetige Wechsel zwischen den beiden Erzählsträngen sorgt für Spannung und mich haben die Ereignisse in der Vergangenheit ebenso gefesselt wie die in der Gegenwart. Die Autorin hat Gegenwart und Vergangenheit wieder einmal gekonnt miteinander verwoben.
Die unterschiedlichen Erzählperspektiven und Zeitebenen machen die Ereignisse abwechslungsreich.

Nicht nur inhaltlich sondern auch optisch hat das Buch einiges zu bieten. Abgesehen von dem stimmungsvollen Cover und Innencover beginnt jedes Kapitel mit einer kleinen stimmigen Illustration. Eine Kleinigkeit, die das Leseerlebnis für mich gelungen abgerundet hat.

Wer Familiengeschichten, tiefe Emotionen, spannende Geheimnisse mag und gerne in die Atmosphäre Argentiniens eintauchen möchte, dem kann ich dieses Buch empfehlen. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt wohin uns die Autorin in ihrem nächsten Band entführen wird.

Bewertung vom 06.12.2025
Ware, Ruth

The Woman in Suite 11


ausgezeichnet

Eine gelungene Fortsetzung

„The Woman in Suite 11“ ist nach „Woman in Cabin 10“ der zweite Thriller mit der Protagonistin Lo Blacklock der britischen Autorin Ruth Ware.

Inzwischen ist es mehrere Jahre her, dass ich den ersten Band mit der Journalistin Laura Blacklock – genannt Lo – gelesen habe und auch für Jo ist die Zeit nicht stehengeblieben. Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder, arbeitet nun freiberuflich und träumt von einer Festanstellung. Als sie vollkommen überraschend eine Einladung zu einer feierlichen Eröffnung eines exklusiven Schweizer Hotels erhält, das Marcus Leidmann gehört - einem Milliardär, der eigentlich keine Interviews gibt - sieht sie darin für sich eine Chance, um wieder Kontakte zu knüpfen und nimmt die Einladung an. Aber schon beim Flug läuft alles anders als geplant und die beunruhigenden Ereignisse beginnen sich zu häufen….

Die Ereignisse werden aus der Ich-Perspektive von Lo geschildert. Dadurch sind ihre Gedanken und Gefühle sehr gut nachvollziehbar. Das Setting ist - wie auch schon im vorherigen Band - ein abgeschotteter Ort, aber das Buch ist trotz dieser Parallele einzigartig und unglaublich spannend.
Es sind 67 kurze Kapitel auf 416 Seiten und die Spannung scheint sich von Kapitel zu Kapitel zu steigern. Durch die unerwarteten Wendungen war es mir fast unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen.
Die beklemmende Atmosphäre wurde für mich richtig gehend greifbar und ich habe beim Lesen fast vergessen zu atmen. Das Ende habe ich als rund und stimmig empfunden.

Bisher habe ich alle Bücher der Autorin gerne gelesen und kann auch dieses wieder empfehlen. Allerdings würde ich zunächst mit „Woman in Cabin 10“ beginnen. Der Fall ist zwar auch ohne Vorkenntnisse verständlich, aber es ist schon interessant die Charakterentwicklung von Jo zu verfolgen.

Bewertung vom 06.12.2025
McCluskey, Laura

Wolfskälte


ausgezeichnet

Atmosphärisch & düster

„Wolfskälte“ ist das Debüt der in Melbourne lebenden Autorin Laura McCluskey.

Die Handlung ist auf Eilean Eadar angesiedelt, einer kleinen schottischen Insel, auf der gerade einmal 206 Einwohner leben. Nachdem der achtzehnjährige Alan Ferguson dort ums Leben kommt und unklar ist, ob es sich um einen Mord oder einen Selbstmord handelt, werden die beiden schottischen Polizisten Georgina - genannt George - und Richie dorthin geschickt, um den Fall zu klären.

Bereits auf den ersten Seiten wird die Atmosphäre der Umgebung so eindrucksvoll geschildert, dass ich direkt Gänsehaut bekam. Es sind aber nicht nur die äußeren Gegebenheiten, die ein unwohliges Gefühl hervorrufen, auch die Inselbewohner verhalten sich ausgesprochen merkwürdig. Die meisten sind abweisend und wortkarg. Sie scheinen den beiden Ermittlern eine regelrecht feindselige Einstellung entgegenzubringen.

Die einzelnen Charaktere werden detailliert dargestellt. Direkt zu Beginn lernen George und Richie die Postmeistern Kathy kennen, die ihnen die alten Logbücher der Leuchtturmwärter überreicht, von dessen Sturz Alan sein Leben verloren hat. Auch die Leuchtturmwärter hat zu Beginn des Jahrhunderts ein mysteriöses Schicksal ereilt.
Könnte dies im Zusammenhang mit Alans Tod stehen?
Diese und viele weitere Fragen haben sich bei mir während des Lesens aufgetan.
Die Charaktere sind nur schwer zu durchschauen und die beiden Polizisten kommen bei ihren Ermittlungen nur schwer voran. Dazu kommt, dass auch George eine Vergangenheit mit sich bringt, die ihr das Leben nicht erleichtert. Sie und ihr älterer Partner Richie sind zwei sehr unterschiedliche Charaktere, die sich gut ergänzen und mir sympathisch waren.

Es dauert eine ganze Weile bis Spannung aufkommt. Das Buch lebt viel mehr von seiner düsteren und beklemmenden Atmosphäre sowie seinen interessanten und undurchsichtigen Charakteren. Dennoch war ich sehr gefesselt und wollte unbedingt erfahren, was sich in diesem kleinen Dorf ereignet hat und warum die Bewohner so abweisend sind.

Das Ende war für mich überraschend aber rund und stimmig. Mir hat die mysteriöse Stimmung ausgesprochen gut gefallen und der Roman war einfach einmal anders als andere Krimis. Von daher bin ich jetzt schon sehr gespannt, was wir als nächstes von Laura McCluskey zu lesen bekommen.