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Top-Rezensenten Übersicht

Benutzername: 
anne
Wohnort: 
Schweighofen

Bewertungen

Insgesamt 148 Bewertungen
Bewertung vom 03.03.2025
Ginsterburg
Frank, Arno

Ginsterburg


ausgezeichnet

Im Mittelpunkt des Romans stehen Lothar und seine Mutter Merle. Im weiteren Umfeld der beiden werden die Erlebnisse des zweiten Weltkrieges von den ersten Anfängen bis zum Ende 1945 aus der Sicht vieler weiterer fiktiver Personen berichtet.

Vor allem die Vielzahl der der Personen und Handlungen hat mir Schwierigkeiten beim Verfolgen der Ereignisse bereitet. Man muss sich wirklich sehr konzentrieren um hier den Überblick zu behalten. Es handelt sich hier auf keinen Fall um ein Buch, das man zwischendurch lesen kann. Einzelne Darstellungen waren äußerst eindrücklich, wie z. B. die Verschmierte Fassade von Merles Haus, obwohl sie noch nicht einmal Jüdin war. Der Autor versteht es geschickt mit Sprache umzugehen und die Ereignisse aus der Sicht der Menschen aus der damaligen Zeit zu vermitteln, doch konnte mich das Buch aufgrund seiner Unübersichtlichkeit leider nicht überzeugen.

Bewertung vom 03.03.2025
Lyneham
Westerboer, Nils

Lyneham


ausgezeichnet

In einer fernen Zukunft begibt sich die Familie Meadow (der Vater und seine drei Kinder) auf eine Reise zu dem neu zu besiedelnden Mond Perm in einem anderen Sonnensystem, da die Erde nicht mehr bewohnbar ist. Der Roman setzt mit der, anders als geplanten, Landung auf der neuen Heimat ein.

Die Handlung des Romans wir von Henry, dem 12jährigen Sohn der Auswandererfamilie, erzählt. Es werden regelmäßig Tagebucheinträge der verschollenen Mutter, die anscheinend bereits auf Perm war, eingeschoben.

Der Autor beschreibt eine düstere und fremde Welt auf Perm. Eine lebensfeindliche Atmosphäre, eine teilweise unsichtbare und bedrohliche Tierwelt, großartige Landschaften mit Bergen die bis ins Weltall reichen und einzigartige Technologien bestimmen die neue Umgebung. Die Beschreibungen des Autors sind bildreich. Dazu kommt die Ungewissheit über das Schicksal der Mutter, das einen Spannungsbogen über den gesamten Roman legt. Auch als nicht eingefleischter Science-Fiction-Fan konnte mich dieser Roman begeistern. Etwas seltsam fand ich die ein oder andere Wortkreation des Autors.

Großartig finde ich das Cover. Es zeigt die düstere, dunkle und bizarre Welt von Perm.

Bewertung vom 03.03.2025
Hier draußen
Behm, Martina

Hier draußen


ausgezeichnet

Lara und Ingo sind von der Großstadt in das norddeutsche provinzielle Dorf Ferndorf gezogen. Hier ist das Leben ganz anders als sie es gewohnt waren. Als Leser erfährt man von den Sorgen und Nöten, aber auch von kleinen Glücksmomenten und Sehnsüchten der neu Zugezogenen aber auch von den Alteingesessenen.

Aus unterschiedlichen Blickwinkeln werden die Sichtweisen sowie Einblicke in die jeweiligen Lebensverhältnisse der einzelnen Dorfbewohner erzählt. In einem gemächlichen Erzählstil, der zum Inhalt passt, beschreibt die Autorin das beschauliche Leben auf dem Land, in dem sowohl Traditionen als auch Aberglaube heimisch sind. Der voyeuristische Blick in das Leben dieser Leute hat durchaus seinen Unterhaltungswert und ist dabei alles andere als realitätsfern.

Das Cover ist eher unscheinbar. Da sich das Thema des überfahrenen Rehs jedoch wie ein roter Faden durch den ganzen Roman zieht, ist es sehr passend.

Bewertung vom 03.03.2025
Valdombra (Bd. 1)
Folena, Martina

Valdombra (Bd. 1)


ausgezeichnet

Im finsteren Tal Valdombra bebt die Erde. Im hintersten Dorf des Tals, dort wo es am düstersten ist, wurden die meisten Häuser zerstört. Isa und Teo werden daraufhin von ihrem Vater in Begleitung des Postbotens Anselmo zum Onkel in ein weiter vorne liegendes Dorf geschickt. Doch Isa hat von ihrer Freundin, die in einer Hütte hoch auf den Bergen lebt, erfahren, dass das Beben von dem wundersamen Kryptid, einer Art Drachen, stammen soll, der unter der Erde lebt. Kurz nach der Ankunft beim mehr als seltsamen und unfreundlichen Onkel, macht sich das Trio auf dem Weg dieses Wesen zu suchen.

Das Motto des Romans könnte man mit dem Satz "der Weg ist das Ziel" zusammenfassen. Das sogenannte Kryptid glänzt in der Geschichte hauptsächlich durch Abwesenheit. Die Kinder sind fast die ganze Zeit damit beschäftigt dieses Wesen zu suchen.

In der Handlung ist nicht nur das Kryptid wundersam, sondern auch die gesamten Gegebenheiten. Wie in einem Märchen bleiben Zeit und Ort der Handlung im Dunkeln. Sowohl elektrisches Licht als auch motorisierte Fahrzeuge scheinen den Menschen nicht bekannt zu sein. Auch haben die Kinder noch nie einen anderen Ort als ihr Heimatdorf kennengelernt.

Die Bilder wirken wie aus den 70er Jahren, sind aber dennoch gut gelungen. Das Cover sticht vor allem durch die vielen kleinen Glitzerpunkten heraus.

Bewertung vom 03.03.2025
Lichterloh - Stadt unter Ruß
Kempen, Sarah M.

Lichterloh - Stadt unter Ruß


ausgezeichnet

Die Geschwister Cleo und Gwynnie leben in einer unwirklichen Stadt in der alles von Kohle abhängt. Nicht nur die Heizöfen werden von Kohle betrieben, sondern auch sämtliche Maschinen, Die Gesellschaft zeichnet sich jedoch durch große Ungleichheiten aus. Während es ein armes Viertel gibt in denen die Menschen um überleben kämpfen und vom überall anfallenden Ruß geplagt werden, leben die Industriellen und Reichen in einem gehobenen Stadtteil und verfügen über Techniken um sich den Ruß vom Leib zu halten.

Die Geschwister leben im Armenviertel. Beide kommen mit dem Gesetz in Konflikt. Während Gwynnie verbotene umweltfreundliche Techniken entwickelt und einsetzt, löscht Cleo ein Feuer, was eigentlich nur die Schornsteinfeger dürfen. Als sie hierbei erwischt wird, beginnt für sie ein Schauprozess und die Aufnahme in die Gilde der Schornsteinfeger. Doch allerhand Gefahren lauern hier auf sie.

Auf den ersten Blick hat mir das wunderbare Cover des Romans gefallen. Inhaltlich greift das Buch viele unserer aktuellen Probleme auf und setzt sie in einer Fantasiegeschichte um, wie z. B. die Umweltverschmutzung oder soziale Benachteiligung. Man taucht in eine vollkommen fremde faszinierende Welt ein. Die Handlung ist durchweg spannend und kurzweilig. Ich würde auch die zwei bereits angekündigten Bände dieser Reihe gerne lesen.

Bewertung vom 03.03.2025
Maggie Blue 1: Das Portal zur Düsterwelt (MP3-Download)
Goodall, Anna

Maggie Blue 1: Das Portal zur Düsterwelt (MP3-Download)


ausgezeichnet

Meggie Blue Brown hat einen seltsamen Namen, weshalb sie auch gleich in ihrer neuen Schule geärgert wird. Aber nicht nur das macht ihr das Leben schwer. Maggie wohnt seit Neuestem bei ihrer Tante, da sich ihre Mutter in psychiatrischer Behandlung befindet. Außerdem hat sie äußerst ungewöhnliche Fähigkeiten. Maggie bemerkt, dass sie nicht nur mit dem streunenden Kater aus der Nachbarschaft sprechen kann, sondern auch die Gefühle anderer Menschen mitempfinden kann.

Plötzlich verschwindet Ida, ihre Feindin in der neuen Klasse, mit der sie jedoch in einer ganz besonderen Verbindung zu stehen scheint. Maggie begibt sich auf die Suche nach ihr. Dabei gelangt sie in eine Parallelwelt mit allerlei mystischen Wesen und Geheimnissen.

Insgesamt ein fantasievolles Buch in dem es nie langweilig wird. Man kann sich gut in die Personen hineinversetzen. Wir haben den Roman als Hörbuch erlebt. Der Text ist sehr gut gesprochen. Man kann kaum glauben, dass alle Charaktere von der gleichen Sprecherin gesprochen werden. Vor allem der Kater hat durch sie eine unverwechselbare Stimme.

Bewertung vom 03.03.2025
Bis die Sonne scheint
Schünemann, Christian

Bis die Sonne scheint


ausgezeichnet

Daniel, seine drei Geschwister und die Eltern waren einst eine gut bürgerliche Familie in der Nähe von Bremen. Mutter und Vater arbeiteten in angesehenen Berufen. Doch nach der fehlgeschlagenen Selbstständigkeit des Vaters ist die Familie chronisch pleite.

Im Laufe des Romans wird nicht nur die Geschichte der sechsköpfigen Familie erzählt, sondern auch auf die Vergangenheit der Eltern und Großeltern, die vom Krieg und Entbehrungen geprägt waren, eingegangen.

Der Autor erzählt detailreich die Höhen und Tiefen, die Träume und Wünsche, die Nöte und Sorgen der der einzelnen Familienmitglieder, allen voran von denen des Protagonisten Daniel. Obwohl die Sechs immer weiter in die Schulden schlittern, wahren sie nach Außen den Schein. Aber es es hat den Anschein als ob sie nicht nur Fremden gegenüber alles schönreden, sondern auch sich selbst sowie den beiden Großmüttern.

Das Cover passt sehr gut zur beschriebenen Zeit sowie zum vermittelten Lebensgefühl des Buches. Auch der Titel ist gut gewählt.

Der Roman birgt keine großen Sensationen oder Entwicklungen, beleuchtet aber sehr gut das Innenleben der einzelnen Personen sowie den Zeitgeist der 80er Jahre. Berührend von ich das Nachwort des Autors, in dem erst zur Sprache kommt, dass große Teile der Handlung anscheinend auf autobiografischen Erfahrungen beruhen, das verleiht dem Roman ihm Nachhinein eine ganz besondere Authentizität.

Bewertung vom 03.03.2025
Klapper
Prödel, Kurt

Klapper


ausgezeichnet

Klapper ist ein 15-jähriger ein Computernerd, Außenseiter und Einzelgänger. Als Bär in seine Klasse kommt verändert sich sein Leben. Sie ist groß, stark und selbstbewusst, alles was Klapper nicht ist. Mit der Zeit freunden sich die beiden an. Sie entwerfen zusammen Maps für Counter Strike. Doch sowohl in Klappers als auch in Bärs Familie gibt es Probleme. Klappers Mutter hat eine psychische Krankheit und Bärs Eltern streiten oft, anscheinend schlägt der Vater die Mutter. Mit der Zeit verändert sich die Beziehung zwischen Klapper und Bär immer mehr.

Die familiären Probleme schweben zwar während der gesamten Handlung über dem Geschehen, sie werden jedoch immer sehr subtil angedeutet. Man erfährt, dass hier etwas im Argen liegt, jedoch wird wenig Konkretes über die Missstände berichtet.

Die Handlung wird in zwei Zeitebenen erzählt: 2011 als die beiden Protagonisten noch Jugendliche sind und 2025, einem Rückblick des nun 30.jähigen Klappers, der an seinen Erinnerungen zu zerbrechen droht. Da bereits am Anfang der Handlung erwähnt wird, dass Bär nun seit 4891 Tage nicht mehr online war, weiß man dass hier irgendetwas gravierendes passiert sein muss. Diese Ahnung schwebt wie eine düstere Atmosphäre über der gesamten Handlung.

Das kreative Cover mit der aufgeschnittenen Orange am Horizont als Sonne vermittelt eine Hoffnung in einer düsteren Atmosphäre und passt daher sehr gut zum Inhalt.

Mich hat der Roman positiv überrascht. In einfachen und schnörkellosen Sätzen wird über die Freundschaft und Familiengeschichte der beiden Jugendlichen berichtet, mit all ihren Problemen. Einfühlsam aber auch spannend erzählt. Man fiebert bis fast zum Ende des Buches mit den Beiden mit und ahnt doch, dass diese Freundschaft kein gutes Ende nehmen wird. Einziger Kritikpunkt: Ich finde, dass das Zitat von Benjamin Stuckrad-Barre auf der Rückseite des Buchumschlags zu viel vom Ausgang des Romans verrät.

Bewertung vom 03.03.2025
Dancing Queen (eBook, ePUB)
Fabbri, Camila

Dancing Queen (eBook, ePUB)


gut

Die Enddreißigerin Paulina ist desillusioniert von ihrer Beziehung und dem Leben allgemein. Einzig ihr Hund und ihre Arbeitskollegin Maite, mit denen sie schließlich einen Roadtrip ins Umland von Buenos Aires unternimmt scheinen ihr etwas Freude zu bereiten. Auf diesem Ausflug machten die drei außerdem unerwartet Bekanntschaft mit Lara, einer 15jährigen, die Paulina neuen Mut zu geben scheint.

Nachdem das erste Kapitel spektakulär mit einem Autounfall beginnt, habe ich mir auch vom weiteren Verlauf des Romans etwas mehr erwartet. Leider ist es eher ein Dahingeplätscher von melancholischen Lebenserfahrungen Paulinas, bei denen zwischendurch immer wieder der besagte Autounfall aufblitzt der wie ein Fixpunkt über der ganzen Handlung steht.

Insgesamt konnte mich das Buch nicht wirklich überzeugen, da es mit rund 170 Seiten jedoch recht kurz gehalten ist, habe ich bis zum Schluss durchgehalten.

Bewertung vom 16.01.2025
Wackelkontakt
Haas, Wolf

Wackelkontakt


ausgezeichnet

Es werden zunächst zwei Geschichten erzählt. Escher wartet auf einen Elektriker und liest währenddessen ein Buch über die Geschichte des Verbrechers Elio, alias Steiner, der sich in einem Zeugenschutzprogramm gegen die Mafia befindet. Währenddessen liest Elio die Geschichte von Escher, der auf den Elektriker wartet.
Im weiteren Verlauf nehmen die beiden Handlungen einen dramatischen Verlauf. Die Erzählstränge verschlingen sich dabei immer weiter ineinander. Auch Puzzle spielen in der Handlung Eschers eine wichtige Rolle. Die Puzzleteile kann man dabei wohl wie die einzelnen Teile der Geschichte sehen, die sich immer weiter zusammenfügen.
Vorbild des Autors war unverkennbar der berühmte Maler Escher, der auch mehrfach im Roman genannt wird, und dessen Motive sich u. a. auch auf seinen Puzzle wiederfinden. Ich finde die Übertragung des graphischen Vorbilds in ein literarisches Werk eine interessante Idee, die vom Autor sehr gut umgesetzt wurde. Über die Verwobenheit der beiden Geschichten bis sie schließlich zu einer einzigen zusammenschmelzen staunen nicht nur die Leser, sondern schlussendlich auch die Protagonisten des Romans selbst.