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Benutzername: 
harakiri
Wohnort: 
Ostalb
Buchflüsterer: 

Bewertungen

Insgesamt 1095 Bewertungen
Bewertung vom 09.12.2024
Für immer
Lunde, Maja

Für immer


sehr gut

Maja Lundes „Für immer“ ist ein tiefgründiges Werk, das ein Problem mit der Zeit in eine emotionale und packende Geschichte verpackt. Die norwegische Autorin, die bereits mit „Die Geschichte der Bienen“ internationale Anerkennung erlangte, entwickelt in diesem Buch ein Szenario, das genauso erschreckend wie futuristisch ist.
Wir begleiten die 4 Protagonisten Jenny, die todkrank ist, Ellen, die in einem Beerdigungsinstitut arbeite, Otto, der seinen Lebenszweck in dem pflanzen von Blumen sieht und Markus, dessen Kind nicht geboren werden kann. Jede Story für sich macht nachdenklich. Wie ist es, wenn keiner mehr stirbt? Krankheiten zum Stillstand kommen und was machen Frisöre, wenn die Haare nicht mehr wachsen? Hier gelingt es Lunde sehr persönlich und emotional die Auswirkungen auf das Leben der Einzelnen zu entwickeln.
Die Erzählweise von Lunde ist wieder sowohl poetisch als auch sachlich und schafft es, den Leser emotional zu packen und zum Nachdenken zu bringen. Mit wenigen Worten entspannt Lunde einen Schirm an Worten, der anschaulich ist und das Kopfkino anstrengt.
Das Ende fand ich etwas profan, im Gegensatz zur restlichen Story.
Fazit: Mitreißend und bildgewaltig mit kleinen Schwächen.

Bewertung vom 01.12.2024
Eisiges Glas / Leo Asker Bd.2
Motte, Anders de la

Eisiges Glas / Leo Asker Bd.2


sehr gut

Zwei junge Männer kommen auf einer einsamen Insel zu Tode, ein rätselhaftes Monster mit roten Augen tötet die beiden.
Leo Asker soll beweisen, dass ihr Vater keine Schuld am Tod seines ehemaligen Freundes hat, der nach vielen Jahren in der Nähe seiner Farm tot aufgefunden wird.
Martin Hill möchte ein Buch über eine bekannte Persönlichkeit schreiben und stochert in ein Wespennest.

3 Handlungsstränge, die vordergründig nichts miteinander zu tun haben. Doch bald wird klar: Alle Spuren führen nach Stjärneholm. De la Motte entwirft hier ein Szenario, das Gänsehaut verursacht.
Das Tempo des Romans ist ausgewogen – de la Motte nimmt sich Zeit, die Charaktere und ihre Motivation zu entwickeln, während er gleichzeitig die Spannung nie ganz aus den Augen verliert. Die Dialoge sind lebendig und tragen zur Charakterisierung bei, ohne je überflüssig oder langweilig zu wirken. Dennoch hat sich das Buch etwas gezogen, weil die Handlung nicht so recht vorankommen wollte.
Die Story wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, was zusätzlich für Spannung sorgt.
Dadurch, dass Leo von der Unschuld ihres Vaters überzeugt ist, war ich es beim Lesen auch. Ich mochte vor allem die Szenen, in denen ihre Schläue zutage trat und wie sie ihre Gegner belauert, um dann zuzuschlagen. Der Kriminalfall ist raffiniert konstruiert und führt am Ende die beiden Stränge logisch und klar zusammen.
Fazit: ein wirklich schlüssiger Fall, der für Gänsehautmomente sorgt und die Grenzen zwischen Menschlichkeit und Unmenschlichkeit auslotet.

Bewertung vom 01.12.2024
Was die Welt zusammenhält / Vergissmeinnicht Bd.3
Gier, Kerstin

Was die Welt zusammenhält / Vergissmeinnicht Bd.3


sehr gut

Das berauschende Finale der Vergissmeinnicht-Trilogie
Quinn ist der Auserwählte, der das Sternentor öffnen kann. Allerdings gilt es, noch einige Hindernisse und Aufgaben zu bewältigen und dafür zu sorgen, dass die Prophezeiung, Matilda betreffend, nicht eintritt.
Jede Menge Abenteuer und fantastische Welten erlebt man beim Lesen des finalen Bandes der Trilogie. Die Gedanken bekommen Flügel und die Fantasie arbeitet auf Hochtouren. Zu viel gibt es zu entdecken: die ganzen Fantasiewesen, fremde Welten und natürlich auch Matilda und Quinn, die beiden Protagonisten.
Die Handlung wechselt wieder ab zwischen den beiden und jedes Kapitel ist spannend und mitreißend. Sei es die Rettung von Miri, die Aufgaben im Sternentor oder die Kirchenreise – Gier erschafft wieder eine besondere Magie, der man sich nicht entziehen kann.
Da der 2. Band ja schon eine Weile her ist, war ich dankbar über die Zusammenfassung von Bax (nach wie vor meine Lieblingsfigur) zu Anfang.
Fazit: ein würdiger Abschluss, der alle Fragen beantwortet und alle losen Stränge verbindet. Romantasy für Jung und Alt.

Bewertung vom 23.11.2024
Atlas unserer spektakulären Körper
Mortimer, Maddie

Atlas unserer spektakulären Körper


gut

Hmm,
ein Buch, das mich etwas ratlos zurücklässt. Was will die Autorin mir damit sagen?
Die Geschichte könnte so einfach sein: Lia hat Krebs, Lia macht Therapie, was macht der Krebs mit Lias Familie?

Aber irgendwie wollte die Autorin wohl mal etwas anderes versuchen. Der Krebs, bzw. Lias Körper spricht - am Ende weniger, am Ende mehr. Schon ungewöhnlich und hätte er nicht so eine poetische Ader, hätte das Buch für mich vielleicht doch noch funktioniert.

So fand ich die Stellen eher etwas abschreckend.

Wobei ich sagen muss, dass mich Lias Geschichte schon sehr berührt hat. Ihre Kindheit, die nicht einfach war, ihre Liebe zu Matthew, die die Eltern nicht tolerieren, dann ihre Erkrankung. Kein leichtes Leben und das bringt die Autorin auch so rüber.

Der Atlas ist also ein Buch, auf das man sich einlassen muss. Da ich mit preisgekrönten Büchern immer nicht so viel anfangen kann, war es für mich eher kein Buch.

Viele andere finden es aber sicher super

Bewertung vom 18.11.2024
Die Totgeglaubte / Cyrus Haven Bd.4
Robotham, Michael

Die Totgeglaubte / Cyrus Haven Bd.4


ausgezeichnet

Evie erinnert sich
Ich lese Robotham von seinem ersten Buch „Adrenalin“ mit Begeisterung und frage mich jedes Mal, wie er es schafft, sich selbst immer wieder zu toppen und wie er auf seine Ideen kommt. Auch im vorliegenden Band – mittlerweile sein 20. Buch – hat er sich wieder selbst übertroffen.
Das Buch ist erschütternd, aktuell und mehr als spannend. Jede Seite, jede Zeile, jedes Wort, ja jeder Buchstabe sind fesselnd. Die Kapitel wechseln zwischen Evie und Cyrus und vor allem Evies Part hat mich tief bewegt. Denn Evie erinnert sich. Ein Erlebnis triggert sie so, dass ihre Erinnerungen an ihre Flucht nach England an die Oberfläche gespült werden. In Einschüben dürfen wir als Leser daran teilhaben. Von der Kleinkindzeit bis zum Finale. In den 3 Vorgängerbänden lasen wir von Evis Gegenwart, jetzt spricht die Vergangenheit. Und dass es die in sich hat, ist klar.
Auch Cyrus hat zu kämpfen: ist er doch fest davon überzeugt, dass das Schiffunglück kein Zufall, sondern Vorsatz war. Er beginnt, die Polizei bei ihren Ermittlungen zu unterstützen und gerät selbst in tödliche Gefahr.
Der Thriller kann unabhängig von den ersten Bänden gelesen werden. Man versteht die Zusammenhänge aber besser, wenn man diese Bände kennt.
Fazit: Was für ein Hammer-Buch. Ich konnte es echt nicht zur Seite legen und habe alles darüber vergessen. Essen? Unwichtig. Schlafen? Nee, jetzt noch nicht. Hausarbeit? Kann warten.

3 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 16.11.2024
Minus 22 Grad
Peck, Quentin

Minus 22 Grad


sehr gut

Als Laura abends mit ihrem Fahrrad unterwegs ist, wird sie von einem Auto abgedrängt und erwacht in einem Plexiglasraum. Der Täter gibt ihr den Hinweis, dass der Schlüssel zu ihrer Freilassung in dem Zimmer gefunden werden könne.
In derselben Zeit beginnt die fieberhafte Suche nach Laura, deren Mutter alle Hebel in Bewegung setzt, dass Laura gefunden wird. Doch der Täter hat seine eigene Vorstellung.
Sehr gruselig und spannend beginnt der Thriller von Quentin Peck. Man kann Lauras Angst auf dem Rad und in dem Käfig sehr gut miterleben und bangt mit ihr. Vor allem aber stellt man sich Fragen:
Wer hat Laura entführt und warum?
Wer ist Ariane und warum lebt sie in der Wildnis?
Was hat es mit dem geheimnisvollen Tom auf sich?
Und von wem sind die Tonbandaufnahmen?

Auf den ersten 100 Seiten gibt es hierzu erst einmal keinerlei Hinweise. Jedes Kapitel wirft neue Fragen auf, was durchaus spannend sein kann, mich aber mit der Zeit etwas genervt hat. Wenn man so gar keine Ahnung hat, dann zieht sich das Ganze etwas in die Länge.
Dennoch war das Lesen der verschiedenen Stränge jeder für sich interessant. Peck schreibt mitreißend und flüssig und ich fand die Idee mit dem Käfig sehr gut. Allerdings auch Ausbauens wert. Mir hat ein wenig die Verzweiflung von Laura gefehlt, ihre Kapitel waren immer relativ kurz.
Fazit: Mit der Wendung am Ende hätte ich nicht gerechnet, hier hat mich der Autor wirklich überrascht.

Bewertung vom 15.11.2024
Sie wird dich finden / The Housemaid Bd.3
McFadden, Freida

Sie wird dich finden / The Housemaid Bd.3


sehr gut

Millie hat sich zur Ruhe gesetzt. Ihr Traum von einem eigenen Haus, in dem sie ihre Kinder aufziehen kann, ist wahr geworden. Zusammen mit ihrem Mann Enzo zieht sie in eine ruhige Wohngegend. Doch dann verändert sich ihr Sohn und zieht sich in sich zurück. Und dann geschieht auch noch ein Mord in der Nachbarschaft. Hat ihre Vergangenheit Millie eingeholt?
So richtig Spannung mag erst einmal nicht aufkommen im neuen Thriller von Freida McFadden. Die Accardis ziehen in ihr neues Haus, schließen Freundschaften und leben sich ein. Erst als der Sohn des Hauses beginnt, sich zu verändern und als schließlich der Mord geschieht, wird es spannender. Damit will ich aber nicht sagen, dass das Buch deshalb nicht gut wäre. Die Schreibweise von McFadden hat mir wieder sehr gut gefallen und die kurzen Kapitel haben mich mitgerissen.
Einige Wendungen und Twists konnten mich auch sehr gut unterhalten und überraschen.

Das Buch ist der dritte Teil der „Housemaid“-Reihe und kann theoretisch auch ohne Vorkenntnisse der anderen Bände gelesen werden. Besser ist es aber, wenn man die Vorgänger kennt, damit man die Zusammenhänge besser versteht.
Spoiler: Einen „geübten“ Krimileser wie mich stört allerdings die Diskrepanz der Mordwaffen. Das muss doch auffallen Spoller Ende.
Fazit: Der Abschluss der Trilogie ist nicht ganz so mitreißend wie die ersten beiden, dennoch habe ich da Buch an einem Tag durchgesuchtet.

4 von 7 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 15.11.2024
Das 20. Opfer / Der Club der Ermittlerinnen Bd.20
Patterson, James

Das 20. Opfer / Der Club der Ermittlerinnen Bd.20


ausgezeichnet

Yuki, Claire, Cindy und Lindsay – der Womens Murder Club im Jubiläumsband.

Und für diesen hat sich James Patterson etwas ganz Besonderes ausgedacht:

Eine perfide Jagd auf Drogendealer. Das Glücksrad hat es sich zur Aufgabe gemacht, unter den Drogendealern aufzuräumen und verübt Selbstjustiz. Die Taten geschehen immer zur selben Zeit und Lindsay Boxer und ihr Team finden keinen Anhaltspunkt. Bis zufällig ein Foto auftaucht – doch dann überschlagen sich die Ereignisse.

Durch die 4 Charaktere des Womens Murder Club ergeben sich viele Nebenschauplätze, aber nicht einer davon ist uninteressant. Da ist zum einen Claires Erkrankung, Yukis Prozess und Cindys Jagd nach der perfekten Story. Am Ende greifen diese Handlungen dann auch wieder ineinander – sonst wäre es kein Patterson.

Was für mich ein wenig besser ausgearbeitet hätte werden können, ist die Szene als Tyler Cindy der sexuellen Belästigung beschuldigt und die Szene in Tylers Büro war da irgendwie zu kurz und abgehackt. Eine winzige Erklärung wäre schön gewesen.

Das 20. Opfer ist Teil einer Reihe und ich empfehle, die vorherigen Teile auch zu lesen. Der Schreibstil ist wie immer flüssig und die kurzen Kapitel – mittlerweile ein Markenzeichen des Autors – verleiten dazu, immer noch weiterlesen zu wollen.

Patterson gelingt es wieder, eine spannende und gut strukturierte Handlung zu entwickeln, die mit unerwarteten Wendungen und packenden Momenten gespickt ist. Mit den Charakteren kann man sehr gut mitzufühlen, sie sind mir in den 20 Bänden mittlerweile sehr ans Herz gewachsen. Und besonders die Beziehung zwischen Lindsay und ihren Freunden verleiht der Geschichte eine emotionale Tiefe.

Fazit: Es ist ein Buch, das man nicht aus der Hand legen kann, und es bleibt bis zum Schluss spannend. Wer auf der Suche nach einem packenden Thriller ist, wird hier definitiv fündig!

Bewertung vom 14.11.2024
Zeiten des Lichts - Die Begegnung am Meer / Die Skagen-Saga Bd.1
Serno, Wolf

Zeiten des Lichts - Die Begegnung am Meer / Die Skagen-Saga Bd.1


ausgezeichnet

Nach einem Schiffsunglück im Norden Dänemarks pflegt die Arzttochter Ebba den Schiffbrüchigen Arndt. Die beiden verlieben sich ineinander, doch Arndts Vergangenheit und Zukunft lässt ihm keine Wahl, als Ebba zu verlassen. Welches Geheimnis birgt Arndt? Und wieso schießt sich Kommissar Lauritzen sich so auf ihn ein?
Die Antwort auf diese Fragen sind sehr spannend verpackt im neuen historischen Roman von Wolf Serno. Das Ganze mutet fast wie ein Krimi an.
Von der Künstlerkolonie hatte ich noch nie etwas gehört und ich freue mich, dass ich wieder etwas Neues gelernt habe. Zudem macht der Roman Lust, Nordjütland selbst zu entdecken. Die Schilderungen Sernos sind sehr ansprechend. Auch seine Charaktere sind wieder authentisch und lebensnah. Ich konnte mir die raue Küste, die Weite und die Personen sehr gut vorstellen.
Insgesamt ist „Eine Begegnung am Meer“ ein fesselnder Roman, den man kaum weglegen mag. Es ist eine Geschichte über die Kraft der Begegnungen und die Veränderungen, die sie im Leben eines Menschen bewirken können. Ein absolutes Lesevergnügen für alle, die emotionale und historische Bücher schätzen.
Fazit: niemand fängt die Vergangenheit so gut ein wie Wolf Serno. Ich freue mich schon auf den Folgeband.

Bewertung vom 13.11.2024
Todeskeller. Das Cold-Case-Team Berlin ermittelt
Stevens, Nica;Suchanek, Andreas

Todeskeller. Das Cold-Case-Team Berlin ermittelt


ausgezeichnet

Der Beginn einer neuen Reihe?
Ein Teenager verschwindet, eine Leiche taucht auf und ein Keller voller Skelette wird gefunden. Die Lösung des Falls liegt weit in der Vergangenheit und ist schwer zu finden.

Bereits die Reihe Rachejagd von den Autoren hat mir sehr gut gefallen. Mit Todeskeller startet ein neues Ermittlungsteam mit Sophie Steinbach und David Martin. Beide blieben noch etwas an der Oberfläche und ich frage mich, warum man mit Martin wieder einen Quoten-Homosexuellen bedienen muss.
Aber das ist quasi schon mein einziger Kritikpunkt. Die Handlung startet rasant und schaurig. Mit dem Fund des Leichenkellers und den weiteren Morden bleibt der Spannungsbogen recht hoch. Durch den Bezug des Täters zu Sophie wird das Ganze noch persönlicher. Die Schreibweise der Autoren ist fesselnd und durch die wechselnden Kapitel bleibt die Spannung auch weit oben.
Und was dann ans Licht kommt, ist kaum zu glauben. Mit dieser Wendung hatte ich nicht gerechnet und ich finde es positiv, dass die Autoren mich so überraschen konnten. Das Ende wird dann noch sehr dramatisch und mit dem Epilog gelingt den Autoren ein Schlusspunkt, der es in sich hat.
Fazit: Ich mag Cold Cases und hoffe, dass die Reihe fortgesetzt wird.