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Lilli33
Buchflüsterer: 

Bewertungen

Insgesamt 535 Bewertungen
Bewertung vom 27.03.2025
Ganz aus Splittern
Lake, Danae

Ganz aus Splittern


sehr gut

Bemerkenswerter Debütroman

Inhalt:
Die 16-jährige Chrissy lebt mit ihrer tablettenabhängigen Mutter und ihrem gewalttätigen Stiefvater in einem Problemviertel, wo sie auch die Gesamtschule besucht. Ihr Ziel ist es, ein gutes Abitur zu machen und aus diesem Leben auszubrechen. Als sie durch eine Sozialstudie die Chance bekommt, auf das angesehene Heinrich-Heine-Gymnasium zu wechseln, ist sie zunächst nicht begeistert, denn sie will nicht als Versuchskaninchen herhalten. Doch dann eskaliert die Situation zu Hause und Chrissy greift zu. Wider Erwarten wird sie in der Welt der Reichen freundlich aufgenommen und findet neue Freunde.

Meine Meinung:
Danae Lake ist erst 18 Jahre alt und „Ganz aus Splittern“ ihr erstes Buch, doch weder Buch noch Autorin müssen sich verstecken. Im Gegenteil, Lake kann mit manch altem Hasen mithalten. Nur an wenigen Stellen bemerkt man eine gewisse Unerfahrenheit, die sich mit der Zeit sicher abschleifen wird. Man sollte sich diesen Namen also getrost merken.

Mir hat dieses Jugendbuch sehr gut gefallen. Es thematisiert wichtige gesellschaftliche und persönliche Probleme und macht Mut und Hoffnung. Dabei wirkt es sehr realistisch - leider muss man fast sagen, denn das Beschriebene ist zum Teil schwer zu ertragen. Die Story ist einerseits bedrückend, aber auch berührend und einfach schön. Manche Stellen waren mir zu melodramatisch, aber das ist natürlich Geschmacksache.

Fazit:
Ein tolles und inhaltlich wichtiges Debüt einer sehr jungen Autorin, das ich wärmstens weiterempfehle.

Triggerwarnung (bei Bedarf bitte rückwärts lesen).
GNUGISSÄLHCANREV TLAWEG EHCILSUÄH GNUGITLAWEGREV

Bewertung vom 26.03.2025
Die Nacht / Art Mayer-Serie Bd.3
Raabe, Marc

Die Nacht / Art Mayer-Serie Bd.3


sehr gut

Wieder sehr fesselnd

Inhalt:
Der erfolgreiche BKA-Ermittler Art Mayer erhält einen anonymen Hinweis auf seine verschwundene Nachbarin Dana Karasch, nach der er seit mehr als einem Jahr sucht. Der Tipp führt ihn und seine junge Kollegin Nele Tschaikowski zu einer Wohnwagensiedlung, wo sie nicht nur Spuren von Dana finden, sondern auch einen toten Berliner Richter …

Meine Meinung:
Dies ist der 3. Band der Art Mayer-Reihe. Mit den Ereignissen um Dana Karasch baut er zwar auf der Rahmenhandlung der ersten beiden Bände auf, kann aber sicherlich auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Mit ist es natürlich besser.

Die Ermittlungen in der Gegenwart werden mal wieder dadurch erschwert, dass Art und Nele eigentlich beurlaubt sind und unerlaubt an dem Fall arbeiten. Aber Arts privates Interesse ist einfach zu groß, als dass er die Füße stillhalten könnte, liegt ihm doch sehr viel am Wohlergehen von Danas Tochter Milla, für die er, soweit es ihm möglich ist, rührend sorgt. Dagegen hat Nele gerade Probleme mit ihrem Mann und ihrer Mutterrolle, wovon sie sich gerne durch die Ermittlungen ablenken lässt.

Der Schreibstil ist, wie von Marc Raabe gewohnt, flüssig und mitreißend, die Story von Anfang bis Ende fesselnd geschrieben. Einschübe aus der Vergangenheit, die Danas Geschichte erzählen, verflechten sich immer mehr mit den Geschehnissen in der Gegenwart. Der Autor versteht es, Spannung aufzubauen und auch zu halten. Das Kopfkino läuft auf Hochtouren und man möchte das Buch eigentlich gar nicht aus der Hand legen.

Ich konnte gut miträtseln, wurde auf falsche Fährten gelockt und musste um lieb gewonnene Figuren bangen. Eingebaute überraschende Wendungen hielten mein Interesse hoch. Leider empfand ich den Schluss nicht als ganz gelungen. Der Show down ging mir zu schnell und das „Motiv“ habe ich in den letzten Jahren so oft gelesen, dass es nicht mehr originell ist. Für Leute, die nicht so viel lesen wie ich, dürfte es aber noch eine Überraschung sein.

Die Art Mayer-Reihe:
1. Der Morgen
2. Die Dämmerung
3. Die Nacht
4. Im Morgengrauen (erscheint voraussichtlich im Frühjahr 2026)

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 22.03.2025
Leb wohl, Schwester
Thiesler, Sabine

Leb wohl, Schwester


ausgezeichnet

Sehr spannend, obwohl man den Täter kennt

Inhalt:
Maresciallo Donato Neri denkt langsam an den Ruhestand. Die engagierte neue Kollegin Marescialla Romina Rossi soll seinen Posten übernehmen. Zusammen ermitteln sie in einem vertrackten Fall: Ein deutsches Paar, das Urlaub in der Toskana machte, wird in seinem Zelt erschossen. Und bald schon wird ein weiteres Liebespaar tot aufgefunden. Kein Wunder, dass man an den Liebespaarmörder von Florenz denkt, der vor vielen Jahren sein Unwesen getrieben hat.

Meine Meinung:
Ich kenne nicht alle Bände dieser Reihe und würde sagen, dass man sie auch gut ohne Vorkenntnisse lesen kann. Bei den bisherigen Bänden haderte ich immer ein wenig mit der unglaublichen Trägheit des Donato Neri, der oft den Eindruck macht, dass seine Gemütlichkeit ihm wichtiger ist als ein Verbrechen aufzuklären. Hier bringt nun die neue Kollegin Romina viel Schwung in die Polizeistation Ambra. Sie ist intelligent, arbeitet durchdacht und logisch, hat zudem eine Ausbildung in der Spurensicherung und erleichtert somit die Arbeit enorm. Nicht nur Neri ist von ihr begeistert - ich bin es auch.

Das Besondere an diesem Kriminalroman ist, dass wir von Anfang an wissen, wer die ganzen Morde begeht und warum, ja wir sind sozusagen live dabei. Nun könnte man annehmen, dass dadurch die ganze Spannung flöten geht. Doch weit gefehlt! Sabine Thiesler versteht es hier meisterhaft, die Spannung zu halten. Wird der Täter noch einmal zuschlagen? Wird die Polizei ihm auf die Spur kommen? Und zwar rechtzeitig? Dass der Täter psychisch angeschlagen ist, wird sehr schnell klar, und damit ist auch unmöglich vorauszuahnen, wie er weiter agieren und reagieren wird.

Für mich ist dieser Band der beste der Reihe, wobei ich, wie schon erwähnt, nicht alle gelesen habe. Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten.

Die Donato Neri-Reihe:
1. Der Kindersammler
2. Hexenkind
3, Die Totengräberin
4. Der Menschenräuber
5. Nachtprinzessin
6. Bewusstlos
7. Versunken
8. Und draußen stirbt ein Vogel
9. Nachts in meinem Haus
10. Zeckenbiss
11. Der Keller
12. Im Versteck
13. Verschwunden
14. Leb wohl, Schwester

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 20.03.2025
Der Wolf im dunklen Wald / Ein Carla-Seidel-Krimi Bd.2
Piontek, Sia

Der Wolf im dunklen Wald / Ein Carla-Seidel-Krimi Bd.2


ausgezeichnet

Absolut fesselnder Kriminalroman

Inhalt:
Nach 30 Jahren zieht Heiko von Boenning mit seiner Familie ins Wendland zurück. Um die Rückkehr zu feiern, veranstalten die von Boennings eine Gesellschaftsjagd, während der ein alter Freund Heikos ermordet wird. Und es bleibt nicht bei dem einen Toten …

Meine Meinung:
Ich fand schon den ersten Band dieser Reihe grandios, und der zweite steht dem in nichts nach. Die Story ist recht komplex. Es gibt viele Wendungen und falsche Fährten, jede Menge unsympathische Verdächtige und eine angeknackste Ermittlerin samt ihrer angeknacksten Tochter.

Man kann beim Lesen sehr schön miträtseln, wer wohl hinter den bestialischen Morden steckt, doch die entscheidenden Details erfährt man erst gegen Ende. So bleibt es durchweg spannend und undurchsichtig.

Carla Seidel, die Kommissarin, wirkt sehr authentisch. Ihre Überlegungen sind logisch, ihre Handlungsweisen meistens zielgerichtet, manchmal aber auch nicht - nämlich dann, wenn sie von ihrer Vergangenheit eingeholt wird. Das wirkt einfach sehr menschlich und man kann gut mit ihr fühlen. Ich begleite sie immer wieder gerne bei ihrer Arbeit und bei den Problemen mit ihrer Teenager-Tochter und freue mich schon auf die Fortsetzung.

Man kann das Buch übrigens problemlos ohne Kenntnis des ersten Bandes lesen.

Die Carla-Seidel-Reihe:
1. Die Sehenden und die Toten
2. Der Wolf im dunklen Wald

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 16.03.2025
Nachtlügen
Surborg, Lisanne

Nachtlügen


gut

Eine anstrengende Protagonistin

Inhalt:
Isra ist ein Nachtalb. Sie stiehlt den Menschen ihre Lichtträume und hinterlässt ihnen dafür Albträume. Das tut sie nicht aus Spaß, sondern weil es für sie lebensnotwendig ist. Seit jedoch einer ihrer Träumer vor Angst starb, hat Isra keinen leichten Stand in der Gemeinschaft der Alben. Und als ein zweiter ums Leben kommt, gibt man natürlich wieder Isra die Schuld …

Meine Meinung:
Den Klappentext fand ich sehr interessant und besonders. Ich erwartete seinetwegen „eine Hommage an die Träume“, eine „mysteriöse und temporeiche Geschichte“. Ja, eine Hommage an die Träume habe ich bekommen, aber besonders mysteriös fand ich die Geschichte nicht und temporeich schon gar nicht. Im Gegenteil: Sie zog und zog sich, ohne dass mal etwas Gehaltvolles passierte.

Die Protagonistin Isra fand ich furchtbar anstrengend. Sie suhlt sich die ganze Zeit in Selbstmitleid und legt sich mit wirklich jedem an, denn scheinbar ist die ganze Welt gegen sie. Hätte sie die ein oder andere Person mal zu Wort kommen lassen und nicht immer alle abgewimmelt, hätte vieles geklärt werden können.

Auch die kleine Liebesgeschichte konnte für mich das Ruder nicht herumreißen, obwohl ich Marek sehr gerne mochte. Aber Gefühle kamen da einfach nicht bei mir an.

Die abrupten Wechsel zwischen Realität, Träumen und Halluzinationen machten das Lesen auch nicht gerade entspannend. Ich musste mich unheimlich konzentrieren, um zu sortieren, worum es gerade geht.

Pseudoobjektiv vergebe ich 3 Sterne für die coole Idee. Subjektiv musste ich mich regelrecht zum Weiterlesen zwingen, weil Lisanne Surborg mich einfach nicht abholen konnte, daher leider nur 2 Sterne.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 13.03.2025
Skin City
Groschupf, Johannes

Skin City


gut

Fesselnd, aber kein Thriller

Inhalt:
Der junge Georgier Koba raubt zusammen mit anderen Berliner Villen und Einfamilienhäuser aus. Sein Traum ist es, nach Kanada auszuwandern.

Jaques Lippold saß wegen Steuerbetrugs im Gefängnis. Nach seiner Entlassung will er das große Geld in der Kunstszene machen.

Die 29-jährige Polizistin Romina Winter ermittelt sowohl in den Einbruchsfällen als auch in eigener Sache: Ihre jüngere Schwester Sanda ist verschwunden.

Meine Meinung:
„Skin City“ wird vom Verlag als Thriller ausgewiesen. Daher hatte ich einen Thriller erwartet. Bekommen habe ich ihn nicht, denn es gibt hier eher wenig Spannung und überhaupt kein Gänsehautfeeling. Da ich nicht auf Thriller abonniert bin, empfinde ich das nicht als allzu schlimm, denn fesseln konnte der Roman mich trotzdem. Die Atmosphäre in einem aufgeladenen Berlin kommt gut rüber und wirkt recht authentisch.

Alle drei Handlungsstränge sind zunächst sehr interessant, wobei meine Sympathien am meisten dem jungen Koba galten. Trotz seiner Verbrechen ist er eigentlich „ein guter Junge“. Auch die Handlung um Lippold konnte ich gut nachvollziehen. Dagegen fand ich die Figur Romina Winter zunehmend abstruser. Sie wird anfangs als intelligente, rechtschaffene Polizistin dargestellt, handelt dann aber oft gesetzwidrig und unüberlegt, ja sogar regelrecht naiv. Das konnte ich ihr beim besten Willen nicht abkaufen. Zudem bedienen sie und ihre Familie so ziemlich alle Klischees, die den Roma nachgesagt werden. Das war mir definitiv zu plakativ und hat mir den Roman im Endeffekt verleidet.

Dabei fand ich es sehr gut gemacht, wie die drei Handlungsstränge nach und nach zusammenlaufen. Hierbei gab es auch die ein oder andere überraschende Wendung. Auch der Schreibstil ist sehr angenehm. Wer also nicht unbedingt einen Thriller lesen möchte und sich an den vielen Klischees nicht stört, kann bei diesem Buch gerne zugreifen.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 08.03.2025
Teufels Tanz / Mordgruppe Bd.3
Poznanski, Ursula

Teufels Tanz / Mordgruppe Bd.3


ausgezeichnet

+Spannendes Finale der Reihe

Inhalt:
Ein 80-jähriger Mann wird am Straßenstrich brutal erstochen. Als Täter steht schnell ein als gewaltbereit bekannter Zuhälter fest. Doch dann kommt es zu weiteren Morden an alten Männern. Fina möchte sich am liebsten nur auf den Fall konzentrieren, doch da ist noch der Ärger mit ihrer Schwester Calli, die bei ihr wohnt, und auch der Kriminaltechniker Georg, der Gefühle für Fina hegt, nimmt ihre Gedanken in Anspruch.

Meine Meinung:
Dies ist der 3. und letzte Band der Krimireihe um die Wiener Mordgruppe und Fina Plank. Man kann diesen Band zwar auch als Einzelband lesen, mit Vorkenntnissen macht es aber noch mehr Spaß, denn die Rahmenhandlung aus den ersten beiden Bänden wird hier als Haupthandlung fortgeführt und zu einem Ende gebracht.

Wie immer schreibt Ursula Poznanski locker und flüssig und vermag die Lesenden zu fesseln. Die Figuren haben ausreichend Tiefgang und sind plastisch dargestellt. Der größte Teil ist aus Finas Perspektive in der 3. Person geschrieben und wird immer wieder durch kleine Einschübe aus Tätersicht in der 1. Person unterbrochen, in denen wir nach und nach seine Motivation herausfinden. Hier erläutert er seine weiteren geplanten Morde, was natürlich Spannung erzeugt. Die Mordgruppe muss sich beeilen, wenn sie Schlimmeres verhindern will.

Mir hat die ganze Reihe und eben auch der Abschlussband einige spannende Lesestunden beschert.

Die Reihe:
1. Stille blutet
2. Böses Licht
3. Teufels Tanz

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 28.02.2025
Ein ungezähmtes Tier
Dicker, Joël

Ein ungezähmtes Tier


sehr gut

Ein genialer Raubüberfall

Inhalt:
Genf, 2. Juli 2022. Ein minutiös geplanter Raubüberfall auf ein Juweliergeschäft wird ausgeführt.

Sophie und Arpad sind reich, schön und erfolgreich. Ihre liebevolle Beziehung erregt den Neid der Nachbarn. Bei Karine und Greg läuft es dagegen nicht so gut. Greg ist wie besessen von Sophie, und als sich ihm die Gelegenheit bietet, Arpad zu schaden, ergreift er sie beim Schopf, nicht ahnend, dass er sich damit selbst ein Bein stellt.

Meine Meinung:
Bisher mochte ich alle Romane von Joël Dicker sehr, außer „Das Geheimnis von Zimmer 622“. Das war leider nicht mein Fall, da es über weite Strecken zu zäh war. Und dummerweise beginnt auch „Ein ungezähmtes Tier“ etwas zäh, wird allerdings immer wieder von flotten Szenen unterbrochen, sodass ich es doch ganz gut fand. In der 2. Buchhälfte trumpft der Autor dann wieder richtig auf. Hier jagt eine Wendung die andere, immer mehr Geheimnisse kommen ans Tageslicht, und dann und wann führt Dicker die Lesenden auch böse aufs Glatteis, weil der Schein trügt. Das ist einfach klasse konstruiert und macht beim Lesen richtig Spaß.

Die Hauptfiguren wirken authentisch und sind tiefgründig ausgearbeitet. Man kann ihre Verhaltensweisen gut nachvollziehen, auch wenn man sie manchmal nicht unbedingt gutheißen mag. Sie alle entwickeln sich im Verlauf des Romans ein gutes Stück weiter, nicht immer zum Positiven.

Die Erzählung ist alles andere als geradlinig. Es ist ein systematisches Hin und Her auf der Zeitachse. Den Hauptteil nehmen die Tage vor dem geplanten Raubüberfall ein. Daneben erfahren wir in vielen eingeschobenen Rückblenden nach und nach die Vorgeschichte. Und auch zum Tag des Überfalls auf den Juwelier wird immer wieder geblickt. Ein wenig Konzentration ist also gefordert, um den Zeit- und Ortssprüngen folgen zu können.

Fazit:
Nach einem etwas langatmigen Beginn dreht Dicker auf und offenbart eine klasse konstruierte Story mit schillernden Figuren. Mir hat es gefallen.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 26.02.2025
Das Muster des Bösen / Max Bischoff - Mörderfinder Bd.5
Strobel, Arno

Das Muster des Bösen / Max Bischoff - Mörderfinder Bd.5


sehr gut

Der erste Fall für die neue Detektei

Inhalt:
Ein neunjähriger Junge wurde entführt und ein Häftling befürchtet, indirekt daran Mitschuld zu tragen. Deshalb beauftragt er über einen Freund die neu gegründete Detektei WaBi Investigations, in diesem Fall zu ermitteln. Doch kurz darauf wird der Junge tot aufgefunden und bald darauf eine junge Frau entführt. Max Bischoff und Marvin Wagner müssen sich beeilen, um deren Leben zu retten.

Meine Meinung:
Ich liebe diese Reihe und habe noch immer nicht genug von Max Bischoff und seinem Freund und jetzt auch Partner Marvin Wagner. Vor allem Letzterer hat es mir mit seiner unkonventionellen, aber sehr intelligenten Art angetan. Max, der ehemalige Ausnahmepolizist, scheint mir heute aber nicht in Bestform zu sein. Seine Entscheidungen kommen zögerlich und seine Schlussfolgerungen sind nicht hundertprozentig durchdacht.

Zu Beginn nimmt die Neueröffnung der Privatdetektei von Max und Marvin und die Vorstellung der handelnden Personen viel Raum ein; der Kriminalfall tritt fast zu sehr in den Hintergrund. Doch dann wird es von Seite zu Seite spannender. Die Ermittlungen kommen langsam voran, wobei gleich drei Personen die Privatdetektive dabei umsonst unterstützen wollen. Dies kam mir doch etwas unwahrscheinlich vor, ebenso wie die vielen anderen „Zufälle“. Nun gut, Arno Strobel hat daraus eine spannende Story kreiert - der Zweck heiligt die Mittel.

Erzählt wird wie immer in der 3. Person aus Max’ Perspektive. Die Kapitel sind relativ kurz gehalten und enden oft mit einem Cliffhanger, was die Spannung noch steigert. Wenige kursiv gedruckte Kapitel legen die Sicht des Täters dar, ohne einen direkten Hinweis auf ihn zu geben. Die Beschreibungen der bestialischen Taten sind drastisch und nichts für zart besaitete Gemüter.

Dies ist bereits der 5. Band der Reihe und der erste, in dem Max und Marvin als gleichberechtigte Partner zusammen ermitteln. Man braucht aber keine Vorkenntnisse; das Buch ist genauso für Quereinsteiger wie für langfristige Fans zu empfehlen.

Die Max-Bischoff-Reihe „Mörderfinder“:
1. Die Spur der Mädchen
2. Die Macht des Täters
3. Mit den Augen des Opfers
4. Stimme der Angst
5. Das Muster des Bösen

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 26.02.2025
»Wenn Ende gut, dann alles« / Svetlana und Tommi ermitteln Bd.1
Klüpfel, Volker

»Wenn Ende gut, dann alles« / Svetlana und Tommi ermitteln Bd.1


sehr gut

Originelle Figuren mit Witz

Inhalt:
Als Tommi und seine ukrainische Putzfrau Svetlana am Waldrand ein einsames Kind auflesen, ahnen sie nicht, dass dahinter ein Verbrechen steckt und sie sich mit ihren Nachforschungen nach der Mutter des Kindes schließlich in große Gefahr begeben.

Meine Meinung:
Dieser Roman lebt von seinen originellen Figuren, die Volker Klüpfel mit viel Wärme und Herzblut beschreibt.

Tommi, angehender Thriller-Autor, hat es nicht leicht. Seine Freundin hat sich von ihm getrennt, sein Vater verschleudert sein Erbe in einer Luxus-Seniorenresidenz und mit dem Schreiben läuft es auch nicht so wirklich. Kein Wunder, muss er doch aus finanziellen Gründen in dem alten Wohnmobil seines Vaters leben und jeden Tag einen neuen Stellplatz suchen. Eine Konstante in Tommies Leben ist seine ukrainische Putzfrau Svetlana, die mehr über Tommi weiß als er über sie und ihm mit ihren ukrainischen Sprichwörtern den Weg weist oder ihn auch mal komplett verwirrt.

Svetlana ist der deutschen Sprache nicht ganz mächtig, was des Öfteren zu Missverständnissen und herrlichen Wortspielen führt, manchmal für die Lesenden aber auch etwas anstrengend ist. Man muss sie einfach lieben, diese pragmatische Frau mit einem großen Herzen und ebenso viel Verstand.

Die Handlung beginnt recht gemächlich und relativ unspektakulär, nimmt aber im weiteren Verlauf rasant an Fahrt auf. Am Ende wird es sogar richtig spannend und gefährlich für unsere Protagonist*innen.

Das Buch konnte mich fesseln und gut unterhalten. Ich mochte die Figuren unheimlich gerne, auch wenn mir der Witz manchmal zu viel war. Aber die trockene Art, mit der Volker Klüpfel erzählt, fand ich super passend und angenehm zu lesen.

Dieser Fall ist abgeschlossen, aber die Fortsetzung folgt hoffentlich bald. Da freue ich mich schon drauf.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.