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wampy
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Insgesamt 83 Bewertungen
Bewertung vom 11.01.2026
Harris, C. S.

Der Teufel von Bethnal Green Der fesselnde historische Krimi im düsteren Regency London


ausgezeichnet

Auch der vierzehnte Fall konnte mich überzeugen

Buchmeinung zu C. S. Harris – »Der Teufel von Bethnal Green«

»Der Teufel von Bethnal Green« ist ein Historischer Kriminalroman von C. S. Harris, der 2025 im dp Verlag in der Übersetzung von Angelika Lauriel erschienen ist. Der Titel der englischen Originalausgabe lautet »Who Slays the Wicked« und ist 2019 erschienen. Dies ist der vierzehnte Band in der Serie um Sebastian St. Cyr.

Zum Autor:
C. S. Harris, auch bekannt als Candice Proctor und C. S. Graham, ist die USA-TODAY-Bestsellerautorin von mehr als zwei Dutzend Romanen, darunter die historische Krimi-Bestsellerserie rund um Sebastian St. Cyr. Als ehemalige Akademikerin mit einem Doktortitel in europäischer Geschichte hat Candice einen Großteil ihres Lebens im Ausland verbracht und in Spanien, Griechenland, England, Frankreich, Jordanien und Australien gelebt. Heute wohnt sie zusammen mit ihrem Ehemann, dem pensionierten Armeeoffizier Steven Harris, in New Orleans, Louisiana.

Zum Inhalt:
London, Frühjahr 1814. Der gutaussehende, aber sittenlose, junge Lord Ashworth wird brutal ermordet aufgefunden. Die Tatumstände weisen auf eine weibliche Täterin hin. Sebastians Nichte Stephanie ist unglücklich mit dem Opfer verheiratet und so nimmt Sebastian St. Cyr die Ermittlungen auf.

Meine Meinung:
Dem ermordeten Lord Ashworth weint Sebastian St. Cyr, Viscount Devlin, ganz sicher keine Träne nach, denn er hält ihn für einen üblen Verbrecher, ohne es aber beweisen zu können. Er befürchtet aber, dass seine Nichte Stephanie für den Tod ihres Ehemanns verantwortlich gemacht werden könnte. Ashworths Kontakte zum russischen Zarenhaus rufen auch Lord Jarvis, den mächtigsten Mann im Reich, auf den Plan. Er möchte keine Ermittlungen, aber Sebastian und Hero wollen den Mörder überführen. Bei ihren Nachforschungen stoßen Sebastian und Hero auf Spione, vertuschte Verbrechen und marode Familienverhältnisse in mehr als einer Familie. Niemand sagt die Wahrheit und Sebastian hält es für möglich, dass seine Nichte die Täterin sein könnte. Historisch spielen die Beziehungen zwischen der englischen Krone, dem Zarenhaus und den Oraniern eine Rolle. Erneut wird auch die trostlose Situation vieler einfacher Leute thematisiert, die insbesondere gegenüber Adligen rechtlos waren. Auch diesmal ist es eine spannende und mit überraschenden Wendungen gespickte Geschichte geworden. Sebastian und Hero geraten in große Gefahr und müssen sich ihrer Feinde erwehren. Die Handlung ist voller Gewalt und eher zufällig stoßen die Ermittler auf die richtige Spur. Am Ende steht ein vollständig und nachvollziehbar gelöster Fall.
Die Geschichte ist fesselnd, atmosphärisch und flüssig erzählt und das gezeichnete Bild der Zustände im London jener Zeit lässt mich erneut erschaudern. Die Figuren sind meist mit reichlich Grautönen gezeichnet. Die Anmerkungen der Autorin zum historischen Kontext sind interessant. Dieser Band schafft es, das hohe Niveau des Vorgängerbandes zu halten.

Fazit:
Dieser historische Kriminalroman hat mich sehr gut unterhalten und hat mich in fast jeder Hinsicht überzeugt. Deshalb bewerte ich den Titel mit fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus.

Bewertung vom 03.01.2026
Kalpenstein, Friedrich

Ich bin Single, Kalimera


gut

Solider Reihenauftakt mit Potential zu mehr

Buchmeinung zu Friedrich Kalpenstein – »Ich bin Single, Kalimera«

»Ich bin Single, Kalimera« ist ein humoristischer Roman von Friedrich Kalpenstein, der 2015 bei Tinte & Feder erschienen ist. Dies ist der Auftakt der Herbert-Reihe.

Zum Autor:
Friedrich Kalpenstein ist ein waschechter Bayer und wurde 1971 in Freising bei München geboren. Heute lebt der #1-Kindle- und BILD-Bestseller-Autor unweit seiner Heimatstadt im Ampertal. Die Leidenschaft fürs Erzählen begann mit Gutenachtgeschichten. So schrieb er zunächst Kinderbücher, ehe er seinen Schwerpunkt auf humoristische Romane verlagerte.

Zum Inhalt:
Herbert ist ein Single, der seinen Urlaub auf Rhodos diesmal in einem Familienhotel verbringen will. Natürlich will er auch etwas erleben und hofft auf eine Urlaubsbekanntschaft. Der Weg dahin ist aber steinig und manchem Urlauber dürfte der ein oder andere Aspekt bekannt vorkommen.

Meine Meinung:
Die Geschichte wird komplett aus der Perspektive des Singles Herbert erzählt. Herbert ist ein erfahrener Urlauber, der mit allerlei Wassern gewaschen ist. Manchmal wirkt er sympathisch, aber oft auch nicht. Um seine eigenen Ziele zu erreichen oder auch nur, um der Unterhaltung willen macht er sein Ding, oft auch auf den Rücken der Mitreisenden. Durchaus humorvoll werden Szenen aus einem normalen Urlaub beschrieben, der nicht ganz so abläuft wie geplant. Herbert teilt kräftig aus, muss aber auch etliches einstecken. Auch wenn nicht alle Ideen zünden, so habe ich mich doch gut unterhalten. Viele Passagen basieren auf Beobachtungen alltäglicher Urlaubsmissgeschicke, die in den Roman eingeflossen sind.

Fazit:
Ein humoristischer Roman zum Thema Urlaubsreisen mit einem Single, der mich gut unterhalten konnte. Deshalb bewerte ich den Titel mit drei von fünf Sternen (60 von 100 Punkten).

Bewertung vom 01.01.2026

Arsen und Butterplätzchen


ausgezeichnet

siebzehn böse Weihnachtsgeschichten

Buchmeinung zu Christine Rechl (Hrsg.) – »Arsen und Butterplätzchen«

»Arsen und Butterplätzchen« ist eine Kurzgeschichtensammlung, die von Christine Rechl 2025 bei Pattloch Geschenkbuch herausgegeben wurde.

Zum Autor:
Christine Rechl ist in München aufgewachsen und lebt mit ihrer Familie seit vielen Jahren in Coburg, wo sie sich ihren großen Garten mit Rehen, Hasen und anderen Tieren teilt. Kreativität und Erfindungsreichtum haben von Kindesbeinen an ihr Leben geprägt. Sie ist Grafik- und Textildesignerin mit internationalen Kunden und Autorin zahlreicher Bücher.

Zum Inhalt:
Diese Sammlung enthält 17 böse Weihnachtsgeschichten deutschsprachiger Autoren.

Meine Meinung:
Die Kurzgeschichten sind zwischen vier und fünfzehn Seiten lang und haben einen Bezug zum Weihnachtsfest, seien es Weihnachtsmänner, Bescherungen, festliche Aktivitäten oder Gäste zum Fest. Gemeinsam ist allen Geschichten ein böser Grundton zum eigentlich so friedvollen Fest. Manche Geschichten sind wirklich bitterböse, während andere eher hellgrau wirken. So dürfte für jeden Leser etwas dabei sein. Mir haben fast alle Kurzgeschichten gefallen und manche haben mich sogar begeistert.

Fazit:
Eine gelungene Sammlung von bösen Weihnachtsgeschichten, die mich bestens unterhalten haben. Deshalb bewerte ich den Titel mit fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus.

Bewertung vom 29.12.2025
Lin, Harper

Maggie Bell und die tödlichen Seiten (eBook, ePUB)


gut

Ein Cosy Krimi mit einer wenig sympathischen Hauptfigur

Buchmeinung zu Harper Lin – »Maggie Bell und die tödlichen Seiten«

»Maggie Bell und die tödlichen Seiten« ist ein Kriminalroman von Harper Lin, der 2024 bei Aufbau Digital in der Übersetzung von Eva Riekert erschienen ist. Der Titel der englischen Originalausgabe lautet »A Book to Kill For« und ist 2021 erschienen.

Zum Autor:
Harper Lin ist USA Today-Bestsellerautorin mehrerer cosy Crime Serien.
Wenn sie nicht gerade liest oder Krimis schreibt, geht sie gerne zum Yoga, wandert oder backt mit Freunden und Familie. 


Zum Inhalt:
Maggie Bell lebt im malerischen Fair Haven und arbeitet in einem Buchladen der besonderen Art. Als der Besitzer verstirbt, erbt sein Sohn Joshua Whitfield den Buchladen und beginnt alles umzukrempeln. Ein Handwerker stirbt unter zweifelhaften Umständen und auch Maggie Bell beginnt zu ermitteln.

Meine Meinung:
Manche Zutaten der Handlung kommen dem Leser bekannt vor. Kauzige Figuren, atmosphärisches Ambiente und Bösewichte bevölkern den Kosmos der Geschichte. Joshua hat klare Vorstellungen von der Zukunft des Buchladens, die Maggie nicht teilt. Joshua wirkt dominant und sieht blendend aus. Er wirkt auf Maggie ungemein attraktiv. Ungewohnt ist die Zeichnung der Hauptfigur als wenig sympathische Eigenbrötlerin, die zudem im Dorf eine Außenseiterin spielt. Maggie ist auch nicht gewillt, daran viel zu ändern. Der eigentliche Kriminalfall ist komplexer als zunächst gedacht und bietet die ein oder andere Überraschung.
Die Geschichte wird aus der Sicht der Hauptfigur Maggie Bell erzählt. Maggies Begeisterung für Joshuas Aussehen nervte mich auf Dauer deutlich und die negative Beurteilung Maggies vieler anderer Figuren sorgte auch nicht für ein harmonisches Leseerlebnis.

Fazit:
Ein Cosy Krimi mit einer wenig sympathischen Hauptfigur war eine Überraschung für mich, die mich nicht überzeugen konnte, während der Kriminalfall und seine Auflösung positiv zu Buche schlugen. Deshalb bewerte ich den Titel mit drei von fünf Sternen (60 von 100 Punkten).

Bewertung vom 28.12.2025
Horowitz, Anthony

Tod zur Teestunde


ausgezeichnet

Krimispaß vom Feinsten

Buchmeinung zu Anthony Horowitz – »Tod zur Teestunde«

»Tod zur Teestunde« ist ein Kriminalroman von Anthony Horowitz , der 2025 im Insel Verlag in der Übersetzung von Lutz-W. Wolff erschienen ist. Der Titel der englischen Originalausgabe lautet »Marble Hall Murders« und ist 2025 erschienen.

Zum Autor:
Anthony Horowitz, geboren 1956 in Stanmore, gehört zu den erfolgreichsten Autoren der englischsprachigen Welt, in Deutschland ist er vor allem durch seine Jugendbuchreihe um Alex Rider bekannt. Neben zahlreichen Büchern hat Anthony Horowitz Theaterstücke und Drehbücher zu verschiedenen Filmen und Fernsehserien (unter anderem Inspector Barnaby) verfasst. Seit seiner Jugend ist er Sherlock-Holmes-Fan. Im Insel Verlag erschien zuletzt Mord stand nicht im Drehbuch (2024). Anthony Horowitz lebt mit seiner Familie in London.

Zum Inhalt:
Eliot Grace, Enkel einer überaus erfolgreichen Kinderbuchautorin, soll die Serie um den Privatdetektiv Atticus Pünd fortsetzen. Lektorin Susan Ryeland soll ihn dabei unterstützen und gerät in Gefahr, als sie Informationen zum vermeintlichen Mord an seiner Großmutter einholt, den Eliot im Buch thematisieren will.

Meine Meinung:
Die Idee dieses Buches ist faszinierend. Ein Autor will in seinem Buch Hinweise auf einen realen Mord verstecken und den Täter aufzeigen. Die Protagonistin Susan Ryeland hatte eine längere Auszeit genommen, weil der ursprüngliche Autor der Serie einen Mord begangen hatte und auch Susan umbringen wollte. Ein wesentlicher Bestandteil der Geschichte ist der Teil des Manuskripts, den Susan lektorieren soll. Als sie die Absicht des Autors erkennt, einen realen Mord im Buch zu thematisieren, stellt sie eigene Nachforschungen an und gerät mit der Familie Grace in Konflikt.
Schließlich gerät sie in Verdacht, Eliot nach einem Streit mit ihrem Auto überfahren zu haben. Der ermittelnde Kommissar ist Fan der Reihe um Atticus Pünd und führt intensive Gespräche mit Susan, auch über die vorhandenen Teile des Manuskripts.So sind nun drei Haupterzählstränge zu erkennen, der Mord im Buch, der Tod der Kinderbuchautorin und die Verwicklung von Susan Ryeland am Tod von Eliot Grace. Jeder dieser Stränge hat seinen Reiz und ich war mehrmals auf der Suche nach Hinweisen im Manuskript zum Tod der Kinderbuchautorin. Der Autor beleuchtet auch die Situation der Buchverlage und das Ausschlachten besonders erfolgreicher Werke inklusive Sightseeing, Film- und Fernsehrechte. Viele der Figuren im Manuskript als auch in der realen Welt hatten Ecken und Kanten und boten Platz für Überraschungen. Susan Ryeland überzeugte mich mit ihrer Hartnäckigkeit und dem Willen, den Dingen auf den Grund zu gehen. Der ermittelnde Kommissar war der Sympathieträger schlechthin. Weniger gelungen fand ich den Showdown um Susan Ryeland, in dem sie sich massiv ihrer Haut erwehren musste. Die Auflösungen aller drei Stränge haben mich überzeugt und Lust auf eine Fortsetzung gemacht.

Fazit:
Eine Krimi in Krimi Geschichte, die mich prächtig unterhalten und Lust auf mehr gemacht hat. Deshalb bewerte ich den Titel mit fünf von fünf Sternen (100 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung für die Freunde eher ruhig angelegter Krimis aus.

Bewertung vom 27.12.2025
Garcia, Jessie

The Business Trip (eBook, ePUB)


gut

Jasmine blieb eine Gejagte

Buchmeinung zu Jessie Garcia – »The Business Trip«

»The Business Trip« ist ein Kriminalroman von Jessie Garcia, der 2025 bei dtv in der Übersetzung von Wolfgang Thon erschienen ist. Der Titel der amerikanischen Originalausgabe lautet »The Business Trip« und ist 2025 erschienen.

Zum Autor:
Jessie Garcia ist eine preisgekrönte Sportjournalistin und war Nachrichtenmoderatorin und -reporterin sowie News Director bei CBS Milwaukee. Sie hat Journalismus an vier Universitäten unterrichtet, mehrere Sachbücher geschrieben und eine Dokumentation produziert. Garcia kommt ursprünglich aus Madison, Wisconsin, hat zwei erwachsene Söhne und lebt mit ihrem Ehemann, einem Hund und einer Katze in Milwaukee.

Zum Inhalt:
Geschäftsfrau Stephanie ist auf dem Weg zu einem Kongress und die mittellose Jasmine ist auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Freund. Beide kennen sich nicht, sitzen aber im Flugzeug in der gleichen Reihe. Kurze Zeit später erhalten ihre Freunde verstörende Nachrichten. Was ist passiert?

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich lange Zeit gefesselt und in seinen Bann gezogen. Aus wechselnden Perspektiven wird die Flucht der mittellosen Jasmine vor ihrem gewalttätigen Freund erzählt und wie es mit ihr weitergeht. Jasmine wirkt vorerst sympathisch und nimmt eine erstaunliche Entwicklung. Im Gegensatz dazu sind fast alle anderen Figuren sehr einfach gezeichnet, entweder fast edle Ritter oder verabscheuenswerte Kreaturen. Die Handlung ist komplex mit einigen überraschenden Wendungen, aber am Ende hatte ich das Gefühl, dass die Autorin den richtigen Zeitpunkt für den Abschluss der Geschichte verpasst hat. Gefallen hat mir die Beschreibung der wachsenden Unruhe und Besorgtheit bei Stephanies Nachbar und ihren Kollegen. Jasmine entwickelt eine kaum glaubliche Energie, um ihre Chance auf ein besseres Leben zu nutzen. Ihre Skrupellosigkeit hat mich sehr überrascht. Leider gibt es auch viele Gewaltbeschreibungen in diesem Buch. Das Ende konnte mich nicht überzeugen und mein Lesevergnügen nahm deutlich ab.

Fazit:
Ein grandios startender Krimi, der sein Tempo zunehmend verliert und nicht das passende Ende findet. Deshalb bewerte ich den Titel mit drei von fünf Sternen (60 von 100 Punkten) und kann nur den vorderen Teil des Buches empfehlen.

Bewertung vom 27.12.2025
Angelowski, Myriane

Kölner Vergeltung (eBook, ePUB)


weniger gut

Intensive Erzählung, die mich mehr belastete als unterhielt

Buchmeinung zu Myriane Angelowski – »Kölner Vergeltung«

»Kölner Vergeltung« ist ein Kriminalroman von Myriane Angelowski, der 2025 im Emons Verlag erschienen ist.

Zum Autor:
Myriane Angelowski, in Köln geboren und im Bergischen Land aufgewachsen, studierte Sozialarbeit und arbeitete als Referentin für Gewaltfragen bei der Kölner Stadtverwaltung. Neben ihrer Arbeit als Autorin leitet sie Krimi-Seminare und Schreibworkshops.

Zum Inhalt:
Eine junge Mutter wird bei einer Messerattacke schwer verletzt. Ihr kleiner Sohn ist unauffindbar. Während Hauptkommissarin Maline Brass bei der Suche nach dem Kind gegen die Zeit kämpft, wird Hauptkommissarin Lou Vanheyden durch einen tragischen Schicksalsschlag aus der Bahn geworfen.

Meine Meinung:
Selten habe ich ein Buch mit einer so dunklen Grundstimmung gelesen. Fast jede der Figuren kämpft mit mächtigen Problemen und sucht nach einem Weg, damit zurecht zu kommen und vielleicht ein Stückchen Glück zu ergattern. Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt und man leidet mit den einzelnen Figuren mit, weil die Emotionen packend beschrieben sind. Dies erwies sich für mich aber auf Dauer als Problem, da mich die Geschichte herunter zog. Mir fehlte ein Sympathieträger, das Licht am Ende des Tunnels und der rote Faden bei den Ermittlungen. Es gab drei wesentliche Handlungsstränge, die mehr oder weniger unabhängig voneinander abliefen. Die Messerattacke wurde durch die Suche nach dem verschwundenen Kind in den Hintergrund gedrängt. Als Leser wusste man aber bereits, was geschehen war. Kommissarin Lou Vanheyden war durch den tragischen Unfalltod ihrer erwachsenen Tochter völlig von der Rolle und agierte in ihrem eigenen Kosmos bei der Suche nach dem Unfallverursacher. Am Ende waren die Fälle nachvollziehbar gelöst und ich konnte mich wieder positiveren Dingen zuwenden.

Fazit:
Ein intensiver und packend erzählter Krimi aus Köln, der mir schlicht zu dunkel war. Deshalb bewerte ich den Titel mit zwei von fünf Sternen (50 von 100 Punkten).

Bewertung vom 26.12.2025
Trost, Dirk

Seemannsgrab für Norderney


sehr gut

Undercover als Komparse unterwegs

Buchmeinung zu Dirk Trost – »Seemannsgrab für Norderney«

»Seemannsgrab für Norderney« ist ein Kriminalroman von Dirk Trost, der 2025 bei Edition M erschienen ist. Dies ist der zwölfte Fall für den Anwalt Jan de Fries.

Zum Autor:
Schon als kleiner Junge verbrachte Dirk Trost seine Sommerferien regelmäßig in Ostfriesland. Er schmökerte den Sommer über in den Abenteuergeschichten von Enid Blyton und Erich Kästner und an langen Winterabenden in den »verbotenen« Krimis seines Großvaters, die ganz hinten im Kleiderschrank versteckt waren. Was lag da näher, als selbst Kriminalromane zu schreiben? Es sollte 50 Jahre dauern, bis sich dieser Kindheitstraum erfüllte.

Zum Inhalt:
Jan de Fries wird zu einem Leichenfund im Hafen von Norddeich gerufen, weil seine Visitenkarte beider Leiche gefunden wurde. Ein weiterer Leichenfund führt ihn nach Norderney, wo er sich entschließt, eine Komparsenrolle in einem Historiendrama zu übernehmen.

Meine Meinung:
Anwalt Jan de Fries und Hauptkommissarin Doro Oldenburg arbeiten in diesem Fall harmonisch zusammen. Beide wirken sympathisch und können sich ihrer Haut wehren. Allerdings könnten beide Charaktere die ein oder andere Ecke oder Kante vertragen. Nordseeatmosphäre und Inselflair gibt es reichlich. Die Informationen zum Filmdreh mit all den Beteiligten fand ich interessant. Fast ausschließlich wird die Geschichte aus der Perspektive Jans erzählt, der hartnäckig Licht ins Dunkle zu bringen versucht und dabei einigen Geheimnissen auf die Spur kommt. Auch wenn die Spannung erst spät auf Touren kommt war dies kein Manko, da mich die Geschichte auch so gefesselt hat. Im Rahmen des gelungenen Showdowns wird Jan aus einer aussichtslosen Lage gerettet. Die Auflösung ist nachvollziehbar und vollständig. Der Schreibstil ist mit Humor durchsetzt und leicht verdaulich. Insgesamt habe ich mich sehr gut unterhalten.

Fazit:
Ein atmosphärisch starker Kriminalroman mit zwei sympathischen Hauptfiguren fast ohne Ecken und Kanten. Ich wurde sehr gut unterhalten und bewerte den Titel mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus.

Bewertung vom 25.12.2025
Hüsken, Sabrina

Mord Life Balance Ein unterhaltsamer Krimi an der Ostsee (eBook, ePUB)


gut

Interessante Grundidee

Buchmeinung zu Sabrina Hüsken – »Mord Life Balance«

»Mord Life Balance« ist ein Kriminalroman von Sabrina Hüsken, der 2025 im dp Verlag erschienen ist.

Zum Autor:
Sabrina Hüsken wollte als Kind Pilotin werden – bis sie Bücher entdeckte und erkannte, dass sie nur ihre Fantasie braucht, um zu reisen. Heute bezeichnet sie sich selbst als Weltenbummlerin, was auf Bücher wie Reisen zutrifft. In ihren Romanen, Novellen und Kurzgeschichten erzählt sie, was zwischen den Zeilen schwebt. Sie schreibt die Geschichten, die sie selbst begeistern, die ihr Mut geben und ihr zeigen, dass es sich lohnt, für das, was man will und liebt, zu kämpfen.

Zum Inhalt:
Polizistin Neele Kettler tauscht ihren Großstadtjob in Hamburg gegen eine Stelle im beschaulichen Greisdorf an der Ostsee. Als im Gartencenter die Leiche der Besitzerin gefunden wird ist die junge Polizistin gefordert.

Meine Meinung:
Dieses Buch ist angenehm zu lesen, vermittelt Atmosphäre eines kleinen Küstenortes und hat einige überraschende Wendungen. Die Hauptfigur Neele ist sympathisch und engagiert, hat aber keine Grautöne. Ihrem alten Chef weint sie keine Träne nach und dies wohl zurecht. Ihr neuer Chef Uwe ist fest verwurzelt im Dorfleben und recht stur. Kommissar Finn aus Lübeck ist ein Frauenschwarm und hat Zoff mit Uwe. Auch Neele ist vom Kommissar angetan und weiß ihn zu nehmen. Der Fall selber ist verwickelter als zunächst gedacht und dennoch hätte es etwas mehr Spannung sein dürfen, teilweise bedingt durch ihre amourösen Gedanken. Die Auflösung ist nachvollziehbar und durchaus überraschend.
Die Geschichte wird nahezu komplett aus der Sicht Neeles erzählt und ihre Gedanken und Gefühle werden deutlich. Sie kämpft um ihren Platz und um Anerkennung für ihre Arbeit. Ich wurde gut unterhalten und konnte mich bei der Lektüre entspannen.

Fazit:
Ein Cosy-Krimi von der Ostseeküste, der mich gut unterhalten hat. Insgesamt hätte ich mir etwas mehr Spannung und etwas weniger Liebesgeschichte gewünscht. Deshalb bewerte ich den Titel mit drei von fünf Sternen (65 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus.

Bewertung vom 20.12.2025
Hoorn, Heike van

Flutrache (eBook, ePUB)


gut

Zu viele Zufälle verhindern eine bessere Bewertung

Buchmeinung zu Heike van Hoorn – »Flutrache«

»Flutrache« ist ein Kriminalroman von Heike van Hoorn, der 2025 bei beTHRILLED erschienen ist. Dies ist der vierte Band um Kriminalkommissar Stephan Möllenkamp und Lokaljournalistin Gertrud Boekhoff

Zum Autor:
Heike van Hoorn wurde 1971 in Leer/Ostfriesland geboren. Die promovierte Historikerin war Referatsleiterin in der Hessischen Staatskanzlei und ist Geschäftsführerin des Deutschen Verkehrsforums. Sie ist außerdem Mutter von Zwillingen und begeisterte Hobbygärtnerin. Durch die Recherchen zu ihren Kommissar-Möllenkamp-Krimis hat sie ihre Heimat Ostfriesland neu kennen und lieben gelernt. Heike van Hoorn lebt mit Mann und Kindern in Berlin.

Zum Inhalt:
Ein deutscher Unternehmer wird erschossen am Fuße einer gigantischen Lenin-Statue im niederländischen Teil Ostfrieslands aufgefunden. Zudem erhalten mehrere lokale Größen Briefe mit vermeintlich verseuchtem Inhalt.

Meine Meinung:
Dieses Buch hat Stärken und Schwächen, die zu einem gemischten Eindruck führen. Die Figurenzeichnung fand ich gelungen und auch die Handlung war komplex. Gefallen hat mir die gute Zusammenarbeit der deutschen und der niederländischen Polizeibeamten. Die Informationen zur Geschichte der Kommunisten in Ostfriesland empfand ich als Bereicherung. Der Erzählstil mit den wechselnden Perspektiven war atmosphärisch und mit schwarzem Humor und mit einigen Slapstickeinlagen durchsetzt. Spannung war meist ausreichend vorhanden. Die beiden Hauptfiguren waren trotz einiger Kanten und Ecken sympathisch. Auffällig waren die starken Frauencharaktere, während einige männliche Figuren ein eher trauriges Bild abgaben. Die Auflösung war vollständig und nachvollziehbar. Soweit die positiven Aspekte. Die Handlung wurde an zu vielen Stellen durch Zufälle getrieben und die Risikobereitschaft vieler Figuren war sehr groß. Dazu kamen einige Stellen mit extremer Brutalität und Gewalt.
Insgesamt habe ich mich meist gut unterhalten und beabsichtige einen weiteren Band der Reihe zu lesen.

Fazit:
Ein in weiten Teilen überzeugender Kriminalroman, der eine bessere Bewertung durch die vielen Zufälle verschenkt hat. Deshalb bewerte ich den Titel nur mit drei von fünf Sternen (60 von 100 Punkten. Eine Leseempfehlung gibt es trotzdem, denn spannend und unterhaltsam war es allemal.